Der Spion, der mich schwängerte – James Bond ist wohl Vater 

Fabian Tschamper

11.6.2020 - 11:30

Daniel Craigs Bond könnte zum Abschied noch eine grosse Überraschung abliefern. Hat er wirklich eine Tochter?
Getty

Der wohl bekannteste Frauenheld der Filmgeschichte ist Gerüchten zufolge im neuen Bond-Film: Ein Vater – statt geschütteltem Martini gibt's bei James Bond jetzt also lauwarme Milch.

Das Gerücht ist schier unglaublich, obwohl sich Daniel Craig doch selbst schon dazu geäussert hat: Eigentlich sollte es als Überraschung für seine Fans geheim halten werden, dass er im 25. Bond-Film «No Time To Die» Leinwand-Nachwuchs bekommen hat.

Doch irgendwie kaufe ich Bond die Story nicht ab – Bond soll Vater geworden sein? Vater einer fünfjährigen Tochter namens Mathilde?

Die erste Frage, die Sie sich jetzt vermutlich stellen, kann ich mir gut vorstellen: Wer ist denn die Mutter?

Laut verschiedenen britischen Medien ist es Dr. Madeleine Swann, gespielt von der Französin Léa Seydoux. Swan ist bis anhin die einzige «Gespielin», der ein zweiter Auftritt in einem Bond-Film vergönnt ist – darum erhärtet sich das Gerücht auch mehr und mehr.

Abgesehen von Moneypenny (ursprünglich gespielt von Lois Maxwell, jüngst interpretiert von Naomie Harris) kehren Frauen, mit denen Bond flirtet oder schläft, ja eigentlich nie für Fortsetzungen zurück.

Selbst als James Bond in «Casino Royale» in Vesper Lyn (Eva Green) die vermeintlich wahre Liebe gefunden hat – wer hat es ihm verdenken können –, ist das so. Er findet ja heraus, dass sie eine Doppelagentin ist und kehrt deshalb mir nichts, dir nichts zurück zu seinem Machogehabe.

In «Spectre» verliebt sich 007 dann abermals – eben in jene Madeleine Swann.

Daniel Craigs Bond war schon immer ein ganz eigener, verletzlicher als seine Vorgänger, menschlicher. Dieser nächste Schritt im Leben von 007 scheint also eigentlich gar nicht so abwegig. Trotzdem trifft einen diese News wie eine Ladung Ziegel.

James, Madeleine und Mathilde, die sich gemeinsam zur Ruhe setzen – können Sie sich das vorstellen?

Ein Gedanke, mit dem sich schon Roger Moore am Ende von «Moonraker» anfreunden wollte. Auch in den letzten Szenen von «Casino Royale» überlegt sich Bond ja, die beiden Nullen an den Nagel zu hängen und sich endgültig niederzulassen. In den Büchern ist dies übrigens öfter der Fall als in den Filmen – einer der Gründe, warum der Buch-Bond eine Spur realistischer ist als der Film-Bond.

Vater oder nicht, irgendetwas wird in «No Time To Die» passieren, was 007 für eine letzte Mission zurückbringt. Und vielleicht setzt er sich am Ende des 25. Films ja wirklich zur Ruhe. Und wäre es nicht an der Zeit, dass Bond erwachsen wird? Mensch, sogar Captain Kirk und Han Solo wurden Väter.

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «Bluewin» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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