Mila Kunis, Hollywoods ungekrönte Lügenkönigin

Von Gil Bieler

11.3.2021

LOS ANGELES, CALIFORNIA - MARCH 10: Mila Kunis attends the premiere of Paramount Pictures' 'Wonder Park' at Regency Bruin Theatre on March 10, 2019 in Los Angeles, California. (Photo by Axelle/Bauer-Griffin/FilmMagic)
Schauspielerin Mila Kunis verdankt ihren Durchbruch einer faustdicken Lüge.
Bild: Getty/Axelle/Bauer-Griffin/FilmMagic

Lügen sollen kurze Beine haben? Von wegen: Mila Kunis hat es in Hollywood überhaupt so weit gebracht, weil sie es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. 

Von Gil Bieler

11.3.2021

«Ihr perfektes Leben ist eine perfekte Lüge.»

Mit diesem Slogan wird «Luckiest Girl Alive» beworben, der neue Film von Mila Kunis. Auch ohne Einzelheiten über die Romanverfilmung zu wissen, musste ich schmunzeln: Denn das Lügen zieht sich erstaunlich konstant durch das Leben der Schauspielerin.

Das begann schon mit jener Rolle, die ihr den Durchbruch brachte. In der Sitcom «Die wilden 70er», die sich um eine Gruppe von Teenagern dreht, war die Amerikanerin von 1998 bis 2006 als Jackie zu sehen. Die Rolle bekam sie nur, weil sie es mit der Wahrheit nicht allzu genau nahm.

Kunis war beim Vorsprechen erst 14 Jahre alt. Als die Serienmacher fragten, ob sie schon 18 sei, erwiderte Kunis: «Ach, an meinem Geburtstag werde ich 18.» Schon, aber ein paar Jahre später halt.

Dreiste Chips-Schmarotzerin

«Lügen haben kurze Beine», sagt der Volksmund, doch im Fall der heute 37-Jährigen tragen diese ganz schön weit. Am Set von «Die wilden 70er» lernte sie Ashton Kutcher kennen.

Die beiden kamen damals zwar nicht zusammen, aber später: Inzwischen sind sie glücklich verheiratet und haben zwei Kinder. Dass ihr gutgläubiger Gatte ihre Lügen partout nicht durchschauen kann, davon handelt übrigens ein wunderbar selbstironischer Werbeclip, der am diesjährigen Superbowl ausgestrahlt wurde. Kunis glänzt darin als dreiste Chips-Schmarotzerin.

Das Ehepaar Mila Kunis und Ashton Kutcher in einem ironischen Werbeclip.

Quelle. Youtube

In einem Interview mit Talkshow-Host Ellen DeGeneres flog sie erst kürzlich beim Flunkern auf. Aus Corona-Gründen war Kunis via Webcam von zu Hause aus zugeschaltet. Wie sich herausstellte, trug sie ein elegantes schwarzes Oberteil, aber untenrum?

Nun, Sie ahnen es: Trainerhosen. Kurze Schlabbertrainerhosen, um genau zu sein. Als sie ihren Quarantäne-Look erklären musste, tat sie dies mit ihrem ureigenen Charme.

Auch dies passt übrigens zu ihrer Rolle in «Luckiest Girl Alive», der auf Netflix anlaufen soll: Darin spielt sie die New Yorkerin Ani FaNelli, die alles hat: toller Job, tolles Appartement, toller Verlobter und eine Traumhochzeit am Horizont. Doch ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit droht, den schönen Schein auffliegen zu lassen ...

Zum Thema Vergangenheit nur so viel: Kunis wurde ausgerechnet in der Sowjetunion geboren, einem Staatengebilde, das es heute nicht einmal mehr gibt. Nichts passt besser zu Hollywoods wunderbarer Lügenbaronin.


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