Finalpotenzial? Blinde Bernarda aus Dietikon ZH fegt alle vom Hocker

tsch

19.11.2018

Die blinde Schweizer Sängerin Bernarda Brunovic überzeugte ein weiteres Mal in der deutschen TV-Musikshow «The Voice of Germany». Dennoch erhielt ihr Battle einen schalen Beigeschmack – wegen eines Spruchs von Mark Forster.

Sie nahm bereits an der Schweizer Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teil – ein Weiterkommen war der Sängerin aus Dietikon ZH damals jedoch nicht vergönnt. Aber für Bernarda Brunovic könnte der ganz grosse Durchbruch noch folgen. Bei der Musik-Castingsendung «The Voice of Germany» im deutschen Fernsehen bei ProSieben und SAT.1 setzte sich die 25-Jährige in einer weiteren Runde durch. Das Besondere an Bernarda Brunovic: Sie ist von Geburt an blind. Aber auf die Willensstärke der jungen Frau hat dies keinen Einfluss. Sie sagt: «Mit Leidenschaft kann man die grössten Hürden bewältigen.» Bernarda träumt davon, von ihrer Musik leben zu können.

Songtext als besondere Herausforderung

Wie überzeugend die Sängerin mit kroatischen Wuzeln für die Erfüllung ihres Wunsches kämpft, zeigten beeindruckende Bilder in der Fernsehsendung. Unter Anleitung von Coach Michael Patrick Kelly (40) sollten sie und Duett-Partnerin Laura Neels (32) den Song «Rolling In The Deep» von Adele (30) einstudieren. Bernarda allerdings kann Textzeilen nicht lesen. Als ihre Fingerkuppen über eine vorbereitete Vorlage in Blindenschrift glitten, begann sie sogleich, den enorm anspruchsvollen Song anzustimmen. «Es ist für mich eine Riesen-Challenge, gleichzeitig zu singen und den Text zu ‹lesen›», sagte sie. Partnerin Neels schien über Brunovic' direkte Umsetzung erstaunt. Die Berlinerin verpasste darüber sogar ihren eigenen Einsatz.

Bernarda Brunovic (rechts) und Laura Neels beeindruckten mit ihrem Duett Publikum und Coaches.
ProSieben / SAT.1 / Andre Kowalski

Duell unter Freundinnen

«Ich habe gar keine Erfahrung mit Menschen mit Behinderung», sagte Laura unmittelbar nach einem ersten Treffen mit Bernarda. Dennoch trafen sich beide wie Freundinnen in diesem wunderbaren Song von Adele. Die Schweizerin lobte: «Laura hat sich schnell eingefunden in diese Situation mit mir als stark sehbehinderte Person. Das gab mir auch eine gewisse Ruhe.»

Zum Auftritt führte Laura ihre «Partnerin» sehr vertraut am Arm ins Studio. Das war umso ungewöhnlicher, da nur eine von beiden den sogenannten Battle «überstehen» konnte. Sie sangen zwar zusammen, waren letztendlich aber doch Gegnerinnen. Nach absoluten Gänsehaut-Momenten lobten die Coaches Michi Beck (50) und Smudo (50): «Adele zu singen, ist immer die Königsdisziplin. Und ihr habt sie gemeistert.»

«Roughness» siegt

Michael Patrick Kelly, der allein über ein Weiterkommen seiner Schützlinge entscheiden musste, hatte schliesslich die Qual der Wahl. Er sprach sich für Bernarda aus. Die Schweizerin mit «Final-Tauglichkeit» (Kelly) ist damit eine Runde weiter. Coach Kelly begründete, dass ihn vor allem die «Roughness» in der Stimme total berührt hätte.

Für die Schweizerin kam es noch zu einem weiteren «Happy End». Denn Battle-Partnerin Laura erreichte doch noch die nächste Runde durch den «Steal Deal». Das bedeutet, dass ein anderer Coach das ausgeschiedene Talent in letzter Sekunde in sein Team holen kann. Bernarda freute sich über diese Entscheidung besonders. Sie sagte: «Laura und ich haben uns extrem gut verstanden.» Schade, dass Mark Forster den Glücksmoment mit einem unpassenden Spruch trübte.

Was ihm rausrutschte und wer sonst noch weiterkam, erfahren Sie in unserer Galerie.

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