Schweizerin bei «The Voice» out: «Ich war zu überwältigt von meinen Emotionen»

Cilgia Grass

12.11.2018

Für die 18-jährige Luana hat es bei «The Voice» nicht sollen sein. 
Sat.1

Luana Kälin aus Sargans SG wollte es am Sonntag bei «The Voice» wissen. Doch der Traum ist für die Mittelschülerin ausgeträumt. «Bluewin» verrät sie, woran es lag und wie es jetzt weitergeht.

Wir haben mitgefiebert, aber es hat leider bei «The Voice» für Sie nicht geklappt. Woran hat's gelegen?

Hmmm ... womöglich lag es daran, dass es dieses Jahr einfach nicht passieren sollte. Auf der Bühne konnte ich mich auch nicht zu 100 Prozent konzentrieren, da ich zu überwältigt von meinen Emotionen war.

Wie haben Sie sich gefühlt, als klar war, dass es nichts wird?

Ich war so mit Adrenalin und Freude gefüllt, dass ich mir dazu im ersten Moment wenig Gedanken gemacht habe. Ich war so glücklich, es endlich auf diese Bühne geschafft zu haben, dass ich in diesem Moment gar keine negativen Emotionen empfinden konnte! Später war ich dann schon ein wenig enttäuscht, da ich die Reise bei «The Voice of Germany» sehr gerne noch weitergezogen hätte.

Sind Sie sehr traurig, dass der Traum geplatzt ist?

Traurig bin ich nicht! Ich bin dankbar für die ganze Erfahrung, dafür, dass ich ein Teil dieser Staffel war und dass ich so viele atemberaubende Menschen kennenlernen durfte. Dass ich nicht weiter bin, ist nur ein Zeichen dafür, dass es dieses Jahr einfach nicht sein sollte.

Sie sind mit «Steady As She Goes» von The Raconteurs angetreten. Was bedeutet Ihnen dieser Song?

Im Song geht es darum, dass sich ein Mann mit einer Frau niederlässt, da er genug vom Singleleben hat. Er sieht sie aber nicht als Liebe seines Lebens. Das Lied zeigt mir, dass es von der Gesellschaft vorgegeben und als natürlich angesehen wird, dass man mit einem gewissen Alter verheiratet ist. «Steady As She Goes» drückt viel Wut auf dieses Norm der Gesellschaft aus, was mich richtig packt!

Amy Winehouse ist ein grosses Vorbild von Luana.
Sat.1

Wer hat Sie für «The Voice» angemeldet?

Ich mich selber. Als ich  auf das Scouting aufmerksam wurde, machte ich mir anfangs wenig Gedanken dazu. Als ich Freunden und Bekannten davon erzählte und diese mich motivierten teilzunehmen, entschied ich, mich anzumelden.

Haben Sie bei «The Voice» etwas lustiges oder schräges erlebt?

Die Überraschung von Thore Schölermann in Barcelona! Ich ging mit dem Gedanken, meine Lieblingsband Arctic Monkeys zu sehen, an das Primavera Festival. Schon dies machte es zum besten Tag meines Lebens! Als dann auch noch Thore Schölermann hinter mir auftauchte und mich über meine Teilnahme bei den Blind Auditions von «The Voice of Germany» informierte, war ich nur noch wortlos und der wahrscheinlich glücklichste Mensch überhaupt!

Was für Musik hören Sie?

Am liebsten höre ich Indie-Rock, Indie-Pop und Alternative Rock. Zu meinen Lieblingsbands und -Musikern gehören die Arctic Monkeys, Gorillaz, Morrissey, Green Day, The Last Shadow Puppets und so weiter und so fort. Ebenfalls bin ich ein Riesenfan von Newcomern wie zum Beispiel Billie Eilish, Brockhampton und Tyler, the Creator. Ein Vorbild für mich ist ganz klar Amy Winehouse.

Was ist die grösste Bühne, auf der Sie vorher jemals standen?

Mein grösster Auftritt war bei einem regionalen Jugendkulturfestival 2013. Ich nahm damals mit einer Freundin an dem Festival teil, und wir traten als 13-Jährige vor circa 200 Leuten auf, was ein unvergessliches Erlebnis war.

Wann haben Sie Ihre Liebe zur Musik entdeckt?

Tanzend zu The Smiths und Madonna im Bauch meiner Mutter! Mit 6 Jahren liebte ich es, in der Schule zu singen und war auch immer die Lauteste dabei. Später sang ich zu Hannah Montana, Lady Gaga oder Rihanna. Als dann die Gitarre ins Spiel kam, fing alles richtig an.

Sie spielen Gitarre und Ukulele. Wann haben Sie damit angefangen?

Mit der Gitarre fing ich mit rund 9 Jahren an. Mein Bruder war damals 11 Jahre alt und spielte auch schon seit einiger Zeit Gitarre. Dies motivierte mich sehr dazu, ebenfalls ein Instrument zu spielen, und für mich kam nichts anderes in Frage als die Gitarre! Zurzeit spiele ich am Liebsten auf meiner Westerngitarre, die den Namen Tallulah trägt. Meine Ukulele, Tulipea, habe ich nun seit mehr oder weniger zwei Jahren. Nebenbei brachte ich mir noch selbst das Keyboardspielen durch YouTube-Videos bei.

Leider konnte Luana die Jury (von rechts: Mark Forster, Yvonne Catterfeld, Michi Beck, Smudo und Patrick Kelly) nicht überzeugen.
Sat.1

Was haben Sie sonst für Hobbys?

Am liebsten reise ich! In meiner Kindheit zeigten meine Eltern mir und meinem Bruder schon einiges von der Welt – Europa, Afrika, Thailand und vieles mehr. Ebenfalls lese ich sehr gerne! Vor allem Psychothriller und Liebesromane. Ab und zu schneide ich auch gern Videos von meinen Reisen zusammen, die ich dann auf YouTube poste.

Was werden Sie beruflich tun, wenn aus einer Karriere als Musikerin nichts wird?

Für mich steht diese Frage noch ziemlich offen. Mit 18 Jahren möchte ich mich noch auf keine Karriere festlegen, da ich mich zurzeit nicht für ein Gebiet entscheiden kann. Mich interessieren Sprachen und die Arbeit im sozialen Gebiet. Das Ziel, Musikerin zu werden, verlier ich aber nie aus den Augen!

Derzeit sind Sie an der Kantonsschule Sargans.

Ich bin dort Schülerin der Wirtschaftsmittelschule mit Schwerpunkt auf Sprachen. Im Moment bin ich ebenfalls für ein Jahr lang als Praktikantin im Psychiatrie-Zentrum Linthgebiet tätig. Das Praktikum gehört zur Ausbildung, die ich im Sommer 2019 abschliessen.

«The Voice of Germany» lief am Sonntag, 11. November, um 20.15 Uhr auf Sat.1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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