«Ninja Warrior Switzerland»: Auf dem Promi-Gipfel jubelt kein Schweizer

4.12.2018 - 22:30, Gion Mathias Cavelty

Baschi mutiert zum Tier und reisst sich das Hemd vom Leib.
Bild: Screenshot TV24
Hier hängt Baschi noch ...
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... und hier taucht er schon!
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Und zum Abschluss zeigt uns Baschi noch etwas ganz Spezielles. Das ist purer Rock'n'Roll!
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Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer greift beherzt nach dem UFO-Teller.
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Hier schwingt die Miss Schweiz noch ...
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... und hier plumpst sie bereits.
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Shwane Fielding in einem privaten Trainingsvideo. Das kann nur ein echter Ninja!
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Noch hüpft Frau Fielding ...
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... aber nicht mehr lange: Schon nach wenigen Metern ist Schluss mit Ninja.
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Nicht hinschauen, Kinder! Milo Moiré schaukelt!
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Doch schon hat es sich ausgeschaukelt. Wir wünschen einen angenehmen Flug!
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Moderatorin Nina Havel inmitten der achtzehn Promi-Athleten.
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Und zum Schluss noch ein offizielles Gruppenbild.
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Wenn sich Schweizer Promis im Fernsehen von Hindernis zu Hindernis hangeln, schaltet TV-Experte Gion Mathias Cavelty natürlich ein – aus purer Schadenfreude. Und es hat sich gelohnt.

Die erste Staffel von «Ninja Warrior Switzerland» ist vorbei – ihren Höhepunkt hat sie gestern Abend auf TV24 mit dem Promi-Special gefunden.

Die erste Stage war für die Promis «ein bisschen angepasst» worden, was konkret heisst: Die erlauchten Damen und Herren mussten geringere Distanzen überwinden als die normalen Kandidaten in den vorherigen Ausgaben. Folgende sechs Stationen galt es zu meistern: Fünfsprung – UFO-Lift – Spinnennetz – Schaukel und Cargo-Netz – Kippleitern – die 4,25 Meter hohe Wand.

18 Prominente gingen an den Start. Für jedes überwundene Hindernis konnte sich die Laureus-Stiftung über 500 Franken freuen. Trotz dieses löblichen Engagements habe ich wieder einmal nur aus höchst niederen Beweggründen eingeschaltet (Stichwort: «Pure Schadenfreude» – dazu passt auch meine Kolumne über die Auftaktsendung von «Ninja Warrior Switzerland» vom 16. Oktober).



Respekt und Schadenfreude

Vor dem Auftritt jedes Kandidaten habe ich eine Prognose erstellt, wie weit der- respektive diejenige wohl kommt. Hier ein paar davon:

Kandidat: Donghua Li

  • Meine Prognose: Wenn er den Parcours nicht meistert, wer dann?
  • Realität: Die Wand war zu hoch für ihn. Dabei stehen in seiner ursprünglichen Heimat doch Mauern von 21'000 Kilometern Länge und bis zu 16 Metern Höhe herum. Im Vergleich dazu ist das 4,25-Meter-Ding im Hallenstadion ein fertiger Witz!

Kandidat: Baschi

  • Meine Prognose: Findet schon das erste Hindernis nicht.
  • Realität: Baschi fand das erste Hindernis, hüpfte und rannte und schnaufte und zog triumphierend sein Hemd aus, doch bei den Kippleitern war Schluss. Trotzdem: Das war echter Rock'n'Roll!

Kandidatin: Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer

  • Meine Prognose: Fliegt schon nach der ersten leichten Berührung mit dem ersten Fünfsprung-Element ins Wasser.
  • Realität: Sie schaffte es immerhin bis zum UFO-Lift. Respekt!

Kandidatin: Shawne Fielding (Ex-Model)

  • Meine Prognose: Kommt keinen Meter weit.
  • Realität: Frau Fielding landete tatsächlich schon nach wenigen Metern im Wasser. HA HA! HA HA HA HAAAAA! Ja, das ist die Schadenfreude, von der ich vorhin sprach! Köstlich!

Kandidatin: Milo Moiré (Erotikkünstlerin)

  • Meine Prognose: Zieht den Bademantel aus, erkältet sich und muss sofort ins Bett.
  • Realität: Sie zog den Bademantel aus und erreichte – zu 99 Prozent splitterfasernackt – sage und schreibe die Schaukel! Die Zuschauer im Hallenstadion und ich waren platt! Einfach nur platt!

Am Ende der ersten Runde waren nur noch Absolventen im Rennen, die professionell mit Sport zu tun haben (Pablo Brägger, Dave Dollé, Freddy Nock, Fabien Rohrer sowie die deutschen Sportskanonen Jan Köppen und Moritz Hans); dazu gesellten sich Baschi (der lediglich wegen der gütigen Unterstützung von Dave Dollé noch da war) und (grosse Überraschung!) Luca Hänni. Der Berner Teenieschwarm hatte tatsächlich eine begeisternde Leistung gezeigt.

Trotz helvetischer Power kein Schweizer Sieger

Wie die zweite Runde dann ausging – darüber würde ich an dieser Stelle lieber das Mäntelchen des Schweigens ausbreiten. Einen jubelnden Schweizer suchte man nämlich auf dem Gipfel des Mount Midoriyama (die letzte, härteste Schikane) nämlich vergebens. Trotz all der helvetischen Power, die in Zürich angetreten war, triumphierte am Schluss der Stuttgarter Moritz Hans, seines Zeichens «Last Man Standing» von «Ninja Warrior Germany 2017». Er bezwang das über 20 Meter lange Mount-Midoriyama-Seil problemlos und konnte mit Genugtuung auf die lokalen VIPs am Hallenboden hinunterblicken, die von seiner Warte aus klein wie Amöben gewirkt haben müssen.

Vielleicht noch ein Wort zu den zwei Kommentatoren Max Baumann (lesen Sie hier das Interview mit ihm) und Chris Bachmann. Sie gefallen sich unheimlich darin, Wortspiele à la «Fabien Bohrer» (anstatt «Fabien Rohrer») zu machen, völlig zusammenhanglos Hausi-Leutenegger-Parodien darzubieten (wie schon Papa Frank Baumann) oder Wörter zu verwenden, von denen sie offensichtlich nicht wissen, was sie bedeuten (z.B. «Zentaur»; vermutlich war «Gladiator» gemeint, der allerdings mit einem «Zenturio» verwechselt wurde, worauf dann eben der «Zentaur» dem Mund entschlüpfte). «Mens sana in corpore sano», sagten doch die alten Römer so schön. Für nächstes Mal wäre ein zusätzlicher Kommentator von Radio SRF 2 Kultur wünschenswert. Danke.

Das Promi-Special von «Ninja Warrior Switzerland» lief am Dienstagabend, 4. Dezember, um 20.15 Uhr auf TV24. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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