«The Voice of Switzerland»: Bitte macht kein «Happy Day» daraus

Carlotta Henggeler

11.2.2020 - 11:30

Büetzer Buebe, Anna Rossinelli, DJ Antoine und Noah Veraguth: Die «Voice of Switzerland»-Coaches rocken die Show und brauchen sich nicht hinter der deutschen Version zu verstecken. Aber bitte kein «Happy Day» daraus machen.

Erfolgreiche Shows nachzuahmen, das geht oft schief. Als 3+ verkündete, «The Voice» aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, war ich zunächst nicht so euphorisch wie die Sende-Verantwortlichen. Uii, da hat man sich aber Grosses vorgenommen, dachte ich, ist die grosse Schwester der Sendung «The Voice of Germany» doch seit Jahren erfolgreich.

Kann die Schweiz mithalten? Haben wir lustige, fachkundige Coaches? Die selbst wissen, wie man (Musik-)Karriere macht? Und haben wir bei 8,5 Millionen Einwohnern genug tolle Voices? 

Nach drei Sendungen ist klar: Haben wir! Mehr noch, die Büetzer Buebe, Anna Rossinelli, DJ Antoine und Noah Veraguth sind eine coole Truppe, zwar alles Alphatiere, die sich nichts schenken, aber gut miteinander umgehen, das tun sie. Die Schweizer «The Voice»-Version braucht sich gar nicht zu verstecken – auch die Quoten weisen den Erfolg ja nach. 



Bloss ein kleiner Wermutstropfen bleibt: In der gestrigen Folge überraschten die «The Voice»-Macher Kandidat Nahum Gonzales. Der Venezolaner lebt mit Frau und Kind schon länger in der Schweiz. Seine Heimat, seine Familie und Freunde vermisst er sehr. Also flog der Sender seine Mutter für die Show ein – dies freilich ohne dessen Wissen. Es gab ein tränenreiches Wiedersehen auf der Bühne, es war eine Mischung aus «Happy Day» und «Vermisst». 

Und die Baselländerin Nortasha Dayang würdigte mit Whitney Houstons «I Have Nothing» ihren verstorbenen Bruder. 

Die Sendung, sie war ein weites Tal der fliessenden Tränen und Emotionen.

Warum nur? Die Quoten sind gut, den Zuschauerinnen und Zuschauern gefällt es offensichtlich. Der Coaches-Mix und die Stimmtalente munden. Da braucht es kein dramaturgisches Aufpeppen, die Sendung ist gut so, wie sie ist. Dies ohne extra Firlefanz.

Und sie braucht sich auch nicht vor «The Voice of Germany» zu verstecken. Keinesfalls. Gölä, Trauffer, Anna Rossinelli, Noah Veraguth und DJ Antoine sind ein super Team. Weiter so!

Regelmässig gibt es werktags um 12 Uhr bei «Bluewin» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

«The Voice of Switzerland» lief am Montag, 10. Februar, um 20:15 Uhr auf 3+. Mit Swisscom Replay TV können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

Das sind die Serien-Highlights im Februar.

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