Der Zapper TV-April: «Bachelorette» böse attakiert, doofe Sprüche, Suchbild bei SRF

von Lukas Rüttimann

30.4.2018

Mit die «schönsten» Momente liefern noch immer Castingshows und Trash-Formate. Das hat der höchst unterhaltsame TV-April einmal mehr bewiesen. Findet der Zapper.

Blöd, blöder, Bachelorette

Hurra, wir haben wieder eine Bachelorette! Und natürlich haben Adela und ihre Jungs schon in den ersten paar Folgen für neue Dimensionen der Dämlichkeit gesorgt. Was auch für die Produktionsfirma gilt: Wer glaubt, die Zuschauer würden den ewig gleichen Trick mit einem aus Deutschland eingekauften bunten Hund (in diesem Fall Safak) nicht durchschauen, muss tatsächlich doof sein. Doch gegen einheimische Tiefflieger wie Raphael (liess die Bachelorette für einen Kumpel sitzen, den er erst seit drei Tagen kennt), Marc (schwärmte von seinem Penis) oder Sam (prahlte mit Affären) haben selbst deutsche Castingshow-Profis wenig bis gar nichts zu melden.

«Bachelorette» Adela Smajic
Sie wollen die «Bachelorette» erobern

Bämm!-Moment bei «Boser und Böser»

Für den bisher schönsten «Bachelorette»-Moment sorgte aber nicht etwa der Haussender 3plus, sondern Tele Züri. Bei Patricia Bosers kultigem Trash-Talk «Boser & Böser» wurde Alf Heller nach seiner Meinung zur anwesenden Adela gefragt. Sie wirke sehr sympathisch, so der Schönheitsexperte, und sie sei eine sehr attraktive Frau. Aber, fügte er zur Bachelorette gewandt an, «deinen Beauty-Doc würde ich erschiessen». Ihre Brüste seien schlicht zu gross, die Lippen zu voll. Sie solle mit ihm doch mal ein paar Adressen austauschen und mal zu einem Spezialisten mitkommen – damit «man dich nicht anschaut und gleich denkt: Ui, die war beim Schönheitschirurgen!». Bämm!

«DSDS»-Geissen voll daneben

Gesessen haben auch die Sprüche von RTL-Moderator Oliver Geissen bei «DSDS». Allerdings nicht ganz so, wie sich der Hamburger das vorgestellt hat. Von «kollektivem Fremdschämen» schrieb die sonst sehr «DSDS»-freundliche «Bild»-Zeitung. Tatsächlich waren die Sprüche oft nicht nur unter der Gürtellinie, sondern auch regelrecht peinlich. Beispiel gefällig? «Wenn eine Frau als professionell bezeichnet wird, zucke ich als Hamburger immer zusammen», sagt Geissen. Oder: «Die Mädels drücken sich nochmal. Mädels gehen immer zusammen aufs Klo und drücken auch dort zusammen.» Lustig wären solche Sprüche nicht mal aus dem Mund von Chef-Proll Dieter Bohlen.

Nideckers intimes Liebesleben

Unter der Gürtellinie bewegte sich im April auch Eva Nidecker mit der zweiten Staffel von «Liebesleben». Allerdings bewusst und durchaus mit Niveau. Denn die Baslerin recherchierte über sexuelle Tabus wie käufliche Liebe oder Internet-Pornographie. Dabei ging es über weite Strecken eher harmlos zu und her – bis bei der letzten Folge die Gäste dann richtig die Hosen runterliessen. Beim Thema «Freie Liebe» liessen Hippies, Homosexuelle, A- und Pansexuelle tief blicken und erzählten offen über ihre Sexualität. So freizügig hat man das Schweizer Fernsehen lange nicht mehr erlebt.

Hosen runter bei Eva Nidecker in «Liebesleben»

Laeri sorgt für Knall-Effekt

Nicht freizügig, dafür als unfähig bewerteten viele Zuschauer die Premiere von Patrizia Laeri als Moderatorin des Zürcher Sechseläutens. Drei Stunden lange führte die schöne SRF-Börsenfrau durch eine Live-Sendung, die sie zusehends überforderte. Laeri verwechselte Namen, verhaspelte sich, fiel ihren Gesprächspartnern ins Wort und nannte die falsche Zeit bei der Böögg-Explosion (den sie auf Twitter unglücklicherweise als «Böög» bezeichnet hatte). Prompt knallte es auch auf Social Media: «eine Katastrophe», «unfähig» oder «nicht auszuhalten», so der Tenor. Man muss kein Prophet sein um vorauszusehen, dass 2019 jemand anderes den Brauchtums-Event moderieren wird. Daran würde wohl nicht mal ein besonders schöner Sommer etwas ändern.

Patrizia Laeri

Such’ den SRF-Moderator!

Buchli, Kilchsperger, Hüppi – dass dem Schweizer Fernsehen die Aushängeschilder weglaufen, ist bekannt. Neu ist hingegen, dass die SRF-Moderatoren nun schon während der Sendung abtauchen. Dieses Gefühl erhielt man zumindest jüngst bei der «Tagesschau», als die Kamera bei Cornelia Boesch zielsicher daneben filmte und den Zuschauern eine leere Mattscheibe präsentierte. Wie gut, dass während eines Champions-League-Jobs von Sascha Ruefer bloss die Tonleitung und nicht gleich der ganze Moderator verloren ging. Wobei man darüber eigentlich auch geteilter Meinung sein darf.

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