GesundheitswesenGesundheit 2.0: Wie eHealth unseren Alltag beeinflusst
Rahel Hefti, Nachhaltigkeitsblog
27.5.2016
Von elektronischen Patientendossiers bis hin zu vollumfänglichen Gesundheitsportalen: eHealth heisst die Zukunft im Gesundheitswesen.
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Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet voran und betrifft längst nicht mehr nur Ärzte und Spitäler. Von elektronischen Patientendossiers bis hin zu vollumfänglichen Gesundheitsportalen trägt die Digitalisierung Blüten, von welchen nicht nur chronisch Erkrankte profitieren dürften.
«eHealth» fasst in einem Begriff sämtliche elektronischen Gesundheitsdienste zur Verbesserung des Gesundheitswesens und der Vernetzung zwischen Beteiligten zusammen.
Auch in der Schweiz macht die Digitalisierung nicht im Wartezimmer Halt. Cloud Services für das Home Monitoring von chronisch Erkrankten sind ebenso auf dem Vormarsch wie von Arbeitgebern geförderte Gesundheitsportale für Mitarbeitende.
Ihre Krankenakte kommt ins Internet: Das müssen Sie wissen
Mit der Einführung des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG) kann die Speicherung unserer Gesundheitsdaten künftig elektronisch in der Cloud stattfinden. Was bedeutet das aus der Sicht des Datenschutzes?
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Wenn zwischen Arzt und Patient vertrauliche Daten ausgetauscht werden: Wer bestimmt, was geteilt wird und wer alles Einsicht in die Patientendaten hat?
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Diese Fragen beantwortet Rechtsanwalt Sergio Leemann für die Leser von «Bluewin». Für ihn ist klar:
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Wenn Patientendaten in der Cloud - also im Internet - gespeichert sind, sind sie sicherer als beim Arzt im Archiv oder auf dem Pult. Denn die Datenserver werden rund um die Uhr bewacht - kleine Arztpraxen sind oft weniger gut gesichert.
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Wenn alle Patientendaten ins Internet geladen werden - wer hat dann Zugriff darauf? Leserechte hat grundsätzlich nur der Patient selber. Gesundheits-fachpersonen, also Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken etc., erhalten nur dann Zugriff, wenn sie ein explizites Zugriffsrecht vom Patienten zugesprochen bekommen.
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Damit ist die Online-Lösung für den Patienten eigentlich viel transparenter und besser organisierbar, als wenn Protokolle und Arztzeugnisse beim Arzt im Bundesordner lagern.
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Doch wie ist es mit Hackern: Können sie an meine Gesundheitsdaten gelangen? Wenn der Arzt seine Login-Daten nicht einfach herumliegen lässt und der Anbieter der Cloud-Datenbank - wie beispielsweise Swisscom - seine Arbeit ernst nimmt, sind die Daten sicher.
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Der Patient kann übrigens frei über die Daten im elektronischen Patientendossier verfügen - sie also jederzeit auch löschen (lassen). Die Daten sind allerdings Kopien der Originalberichte, die jeweils vom Arzt ausgegeben werden. Auch diese können auf Anfrage vernichtet werden.
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Ein Führen eines elektronischen Patientendossiers ist, sobald es Mitte 2018 eingeführt wird, sowohl für Patienten als auch Ärzte freiwillig. Anwalt Sergio Leemann geht allerdings davon aus, dass die meisten Arztpraxen es anbieten werden, da der Austausch von Dossiers mit anderen Gesundheitsfachpersonen damit einfacher wird.
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Der mündige Patient
In der Schweiz existieren verschiedene Cloud Services zur Aufbewahrung von persönlichen Gesundheitsdaten. Die meisten Anbieter beschränken sich auf einzelne Aspekte wie Allergien, Fitness oder den Zugang zu medizinischen Dokumenten, der in der Schweiz per Bundesgesetz geregelt ist - hier finden Sie weitere Informationen elektronischen Patientendossier.
Eine in der Medizinwissenschaft geschätzte Ausnahme bildet die kostenlos nutzbare Plattform Evita. Evita ermöglicht sowohl das Abspeichern und Teilen von medizinischen Daten als auch die Einbindung von Sensordaten – von einfachen Consumer Apps bis hin zu komplexeren Vitaldaten. Die gesammelten Informationen können dabei direkt mit einem behandelnden Arzt geteilt werden.
Die Vorteile des Sharing Systems liegen auf der Hand und werden zurzeit unter Oberarzt Dr. Frank Rassouli am Kantonsspital St. Gallen mit COPD-Patienten wissenschaftlich untersucht. Hierbei füllen die Patienten regelmässig einen Fragebogen via Evita aus. Das System ermittelt in der Folge einen Wert, der die Entwicklung des Befindens misst und direkt vom Arzt und dem Behandelnden eingesehen werden kann.
«Wir hoffen, dass eine solche Betreuungsform zusätzlich zur aktuellen bestmöglichen Behandlung die Lebensqualität verbessern kann», erklärt Rassouli. «Darüber hinaus kann ich mir gut vorstellen, dass auch die notfallmässigen Spitaleintritte vermindert werden können. Diese stellen kritische Ereignisse im klinischen Verlauf des Patienten dar und sind auch mit einer hohen finanziellen Belastung des Gesundheitssystems verbunden.» Die Studie läuft noch bis 2018, nachdem die Pilotstudie Ende Januar erfolgreich abgeschlossen wurde.
Dr. Frank Rassouli, Oberarzt am Kantonsspital St. Gallen
zVg
Gesundheit im Job
Gesundheitsportale und Health-Apps sind allerdings nicht nur etwas für chronisch erkrankte Menschen. Auch immer mehr Arbeitgeber stellen fest, dass eine gute Gesundheit der Mitarbeitenden massgeblich zum Unternehmenserfolg beiträgt. 2014 erschien eine vielbeachtete Studie der Mayo Clinic im «American Heart Journal».
Dieser zufolge führt bereits die 90-tägige Verwendung eines webbasierten unternehmensgeförderten Gesundheitsassistenten zu einer signifikanten Reduktion des BMIs, des Blutzuckerspiegels, des Blutdrucks und damit des Herzinfarktrisikos.
Die Digitalisierung des Gesundheitsbereichs ist folglich weit mehr als nur eine Spielerei. Sie vereinfacht Prozesse, verbessert die Gesundheit des Einzelnen und kann sogar Leben retten. Man darf gespannt sein, was sie in der Zukunft noch mit sich bringt. Mehr Informationen zur Gesundheit 2.0 auf gesund-digital.com.
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