22 Sonntags-Fragen

Dominic Deville: «Kommt ganz darauf an, wer mit im Bett liegt»

Von Bruno Bötschi

31.10.2021

«Als Hohepriester der gehobenen Fernsehsatire ist der Promptertext mein Gebet, die Quote meine Heilige Schrift und das Deville-Studio mein Gotteshaus»: Dominic Deville.
«Als Hohepriester der gehobenen Fernsehsatire ist der Promptertext mein Gebet, die Quote meine Heilige Schrift und das Deville-Studio mein Gotteshaus»: Dominic Deville.
Bild: Mali Lazell

Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten? Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel? Heute stellen wir unsere Fragen Komiker und Punkrocker Dominic Deville.

Von Bruno Bötschi

31.10.2021

Jeden Sonntag stellt blue News einem Menschen aus Kultur, Sport, Wirtschaft und Politik 22 Fragen, um zu erfahren, was sie oder er am Wochenende tut oder lässt – und was der schönste Moment in den vergangenen sieben Tagen war.

Heutiger Gast ist Komiker und Punkrocker Dominic Deville. Er moderiert sonntagabends die Late-Night-Sendung «Deville» auf SRF 1.

1. Dominic Deville, was bedeutet Wochenende für Sie – in einem Wort?

Wochenwas?

2. Was war der schönste Moment in den vergangenen Wochen?

Vielleicht nicht der schönste, aber der überraschendste: Ich war seit meiner Kindheit das erste Mal wieder im Zirkus Knie. Ich bin wahrlich kein Zirkusfan, aber was da an Spektakel aufgefahren wurde, raubte mir den Atem. Fliegende Töffs, Messerwerfer, akrobatische Vampire und anschliessend Weisswein mit Nationalrätin Jacqueline Badran an der Bar. Ich zittere noch immer.

3. Wenn Sie Macht hätten, zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen gegen den Widerspruch der Mehrheit?

Ich habe zwei Kinder. Das Szenario ist also täglich Brot für mich. Und es ist ein hartes Brot! Ich hasse es zu befehlen und zu kontrollieren. Ich muss dann jeweils aus dem Film «The Big Lebowski» zitieren: «Bin ich denn der Einzige, dem Regeln noch irgendetwas bedeuten?!»

4. Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel?

Während der «Deville»-Staffel: nichts. Dafür sind alle anderen Zettel übervoll mit Text. Zwischen den Staffeln: eine Vinylplatte sowie etwas Überraschendes vom Flohmarkt.

5. Bei welcher Modedesignerin, bei welchem Modedesigner lassen Sie Ihr Geld?

Bei Bent von «Herr von Eden» aus Hamburg. Mantel, Anzüge, Hemden, Krawatten, sogar mein Parfum ist von ihm. Nur meine Kinder sind von jemand anderem.



6. Mit wem würden Sie gern einmal zu Abend essen? Die Person darf auch bereits tot sein.

Mit meinem letztes Jahr verstorbenen Lieblingsonkel.

7. Wer ist der beste James-Bond-Darsteller? Und warum?

Sean Connery. Oder Roger Moore. Zu einem veralteten Filmkonzept kann nur ein veraltetes Männerbild passen. Apropos alt: Wussten Sie, dass Moore älter als Connery war?

8. Welche TV-Serie schauen Sie gerade?

Ich bin unglaublich serienfaul. Ich bevorzuge Spielfilme. Trotzdem habe ich den Hype mitgemacht und «Squid Game» durchgeschaut. Na ja. Viel, viel besser: «Love at the spectrum».

9. Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht?

Ich glaube, während der Pandemie und des Lockdowns war ich der einzige Mensch, der Livemusik erleben durfte. Bei mir in der Sendung hatten wir ja immer wieder Bands auftreten lassen. Richtig laut und gut abgemischt. Panda Lux bleiben mir in Erinnerung. Das hat mich richtig geflasht. Fast so wie der Messerwerfer im Zirkus Knie!

10. Bei welchem Song lassen Sie sofort alles stehen und liegen und stürmen die Tanzfläche?

Alles von Joy Division oder Nation of Language. Oder alles andere, wenn genug Alkohol im Spiel ist.

Dominic Deville liebt die Show – ob als Musiker oder Comedian auf der Bühne, im Fernsehen oder in seinem gelernten Beruf als Kindergärtner.
Dominic Deville liebt die Show – ob als Musiker oder Comedian auf der Bühne, im Fernsehen oder in seinem gelernten Beruf als Kindergärtner.
Bild: Mali Lazell

11. Wie lange bleiben Sie am Sonntag im Bett, nachdem Sie aufgewacht sind?

Das kommt ganz darauf an, wer mit im Bett liegt! Kinder: 5 Minuten. Freundin: 60 Minuten. Hund: sofort aufstehen! Weil: Wir haben gar keinen Hund!

12. Frühstück im Bett – ja oder nein?

Alles, was krümelt: 30 Sekunden.

13. Wann sind Sie zuletzt in ein Gotteshaus gegangen?

Als Hohepriester der gehobenen Fernsehsatire ist der Promptertext mein Gebet, die Quote meine Heilige Schrift und das Deville-Studio mein Gotteshaus. Und das suche ich jedes Wochenende auf zurzeit. Vor der Hölle fürchte ich mich nicht, weil ich ja bereits im Fernsehhimmel angekommen bin.

14. Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten?

Während der Staffel: Meinen Laptop, um zu schreiben. Zwischen den Staffeln: Plattenspieler und Kaffeetasse.

15. Gibt es ein Ritual, das Sie jeden Sonntag pflegen?

Während der Staffel: das Bier nach der Aufzeichnung. Zwischen den Staffeln: Pizza essen an der Langstrasse mit meiner Familie.

16. Freiburger Fondue Moitié-Moitié oder Tessiner Risotto?

Tessiner Risotto. Weil Risotto geht immer. Und das Tessin auch.



17. Das beste Fortbewegungsmittel, das Sie je besessen haben?

Ich war mit 20 ein leidenschaftlicher Vespa-Fahrer. Ich liebte meine Vespa. Aber irgendwie habe ich es nie auf die Reihe geschafft, die Töffprüfung zu machen. Ich bin schrecklich unbegabt in Prüfungen.

Schlussendlich musste ich das Schmuckstück wieder verkaufen.

18. Locarno oder Lugano?

Ich komme meistens nicht weiter als Bellinzona, wenn ich im Tessin bin. Aber seit ich einmal am Filmfestival war, hat es mir Locarno auch angetan. Sorry, Lugano.

19. Wenn Sie das Wort Romandie hören: Woran denken Sie?

Dass ich für meinen Nachnahmen schändlicherweise viel zu schlecht Französisch spreche.

20. Was tun Sie am Wochenende zu wenig?

Während der Staffel: Luft holen. Zwischen den Staffeln: arbeiten.

21. Welches hartnäckige Gerücht über Sie ist schlichtweg nicht wahr?

Dass ich keine Politiker*innen mag. Ich lasse sie einfach nicht gern näher an mich heran. Ich habe mal mit Roger Köppel 40 Minuten im Stau gestanden. Seither fällt es mir schwerer, Witze über ihn zu machen. Den Fehler möchte ich nicht nochmals machen.

22. Ihr Lieblingswitz?

Entschuldigung: Aber Witze sind mein Kapital! Deswegen verrate ich nur die Pointe: «Das war nicht das Pferd! Aber das nächste Mal klingeln wir vorher!»

Dominic Deville füllte den Fragebogen schriftlich aus.


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