Jamila und Sam im Bärenland

Ein kurzer Schreckmoment, dann erkennen sich die Geschwister

bb

8.8.2022

Sam und Jamila im Bärenland: Ein Schreckmoment, dann erkennen sich die Geschwister

Sam und Jamila im Bärenland: Ein Schreckmoment, dann erkennen sich die Geschwister

Jamila und Sam, die neuen Bewohner im Arosa Bärenland, sind sich zum ersten Mal begegnet. Dabei erschrecken die Tiere kurz, bevor sie in Angriffsposition gehen, um sich kurz danach vertraut zu beschnuppern.

09.08.2022

Jamila und Sam, die neuen Bewohner im Arosa Bärenland, sind sich zum ersten Mal begegnet. Dabei erschrecken die Tiere kurz, bevor sie in Angriffsposition gehen, um sich kurz danach vertraut zu beschnuppern.

bb

8.8.2022

Das Bärenmännchen Sam, 18 Jahre alt, und seine gleichaltrige Schwester Jamila wurden im vergangenen Mai von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten vom Zoo Skopje ins Arosa Bärenland überführt.

In den vergangenen Wochen konnten die beiden Tiere einzeln die Aussenanlagen kennenlernen.

Heute Montag stand für das bärige Duo aus Nordmazedonien nun der nächste grosse Tag an: die Vergesellschaftung.

Dabei trafen Jamila und Sam zum ersten Mal direkt aufeinander. Die beiden Tiere sind zwar Geschwister, wurden jedoch im Zoo Skopje bisher getrennt voneinander gehalten.

Sam schubst Jamila von hinten an

Tierpfleger*innen und Besucher*innen waren heute Morgen gleichermassen gespannt auf die Reaktionen der beiden Wildtiere. «Wir konnten nicht voraussagen, ob sich die beiden als Geschwister erkennen oder ob sie bärentypisch eine Hierarchie ausmachen», sagt Hans Schmid, wissenschaftlicher Leiter im Arosa Bärenland.

Als um 10 Uhr der Schieber zur Aussenanlage geöffnet wird, spaziert zuerst Sam heraus. Er fängt friedlich an zu grasen.

Minuten später will auch Jamila wissen, was draussen los ist. Mit dem Rücken zu Sam und direkt unter der Besucherplattform verweilt sie einige Momente vor dem Eingang zu ihrem Stall.

Kaum hat Sam jedoch seine Schwester bemerkt, bewegt er sich in schnellen Schritten auf sie zu – und stupst sie von hinten an.

«In diesem Moment hat sich Bärin Jamila erschrocken und ging ganz bärentypisch in die Angriffsposition. Sie merkte dann aber schnell, dass ihr nichts passieren wird. Und so haben sich die beiden Tiere nach dem ersten Schreckmoment ziemlich vertraut beschnuppert», erklärt Hans Schmid das Verhalten der beiden Geschwister.

Erst Schläge, dann Beschnuppern

Dem kurzen Gefecht mit harmlosen Tatzen-Schlägen folgt wenig später ein freundliches Beschnuppern. Die Bären scheinen mit der neuen Situation gut klarzukommen. Es scheint, dass die Vergesellschaftung für die beiden Tiere stressfrei und vertraut verläuft.

Das Ziel im Arosa Bärenland ist es, den Bewohner*innen ein möglichst naturnahes Leben zu ermöglichen. Das heisst, dass die Tiere keinen separaten Lebensraum haben, sondern diesen mit ihren Artgenossen teilen.

Damit alle Bären jederzeit eine Rückzugsmöglichkeit haben, gehört es zur Vergesellschaftungsstrategie, dass sich jedes Tier zuerst allein einen Überblick über das strukturreiche, natürliche Gelände verschaffen kann. Die Felsen, Baumgruppen und Höhlen in der knapp drei Hektar grossen Aussenanlage bieten dafür genug Unterschlupf.

Mit dem heutigen Zusammentreffen von Sam und Jamila haben die beiden Bärengeschwister einen weiteren Meilenstein in ihrem neuen Leben gemeistert. In den nächsten Tagen sollen sich die beiden aneinander gewöhnen, um anschliessend mit den beiden anderen Bewohnern des Bärenlandes, Amelia und Meimo, vergesellschaftet zu werden.


Jamila und Sam dürfen in der heilen Bergwelt alt werden

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