Würden Sie gerne mit sich zusammenarbeiten?

gbi

27.7.2020 - 06:55

Auf solche Fragen muss man erst einmal kommen.
Bild: Keystone

In der Ferienzeit über die Arbeit nachdenken? Warum nicht. Der Zürcher Autor Thomas Meyer («Wolkenbruch») liefert Denkanstösse zu Job, Geld, Anerkennung und den mühsamen Seiten des Erwerbslebens.

Thomas Meyer grübelt gerne. Überlegt sich Fragen, die ihn umtreiben. Im Jahr 2008 hat der Schriftsteller und Drehbuchautor diese sogar über einen längeren Zeitraum gesammelt. Fragen wie: «Sind Sie ein guter Mensch? Seit wann?»

Irgendwann, so erinnert sich Meyer, hatte er 150 Fragen zusammen. Er schrieb sie auf Klebezettel auf, zog bei Nacht und Nebel mit Freunden durch Zürich und verklebte die Stadt. Als Absender nannte er die «Aktion für ein kluges Zürich».

Nun legt der Autor, der dank seinem Debütroman «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» 2018 bekannt wurde, nach: Für das Museum Schaffen in Winterthur sollte sich Meyer Fragen zum Thema Arbeit überlegt. 

Entstanden sind unkonventionelle Denkanstösse, auf die man allein kaum gekommen wäre: Wofür arbeiten Sie wirklich? Falls Sie Ihren Job hassen: Warum behalten Sie ihn? Würden Sie gerne mit sich zusammenarbeiten? Und: Welche Arbeit wäre Ihnen zu nieder?

Gute Fragen lassen nicht locker

«Ich finde Fragen etwas Faszinierendes», erklärt Meyer zu der Aktion. «Weil niemand vor ihnen abhauen kann.» Damit meint er: Wenn ein Bekannter einen frage «Was beschäftigt dich im Moment am meisten?», dann beantworte man das automatisch – vielleicht nicht laut, aber mindestens für sich selbst. Fragen lassen einen nicht locker. «Ob du willst oder nicht.»

Einige seiner Fragen zum Thema Arbeit hat Meyer in Videoform gleich selbst beantwortet. Beim Museum Schaffen sind auch Postkarten mit einigen Fragen erhältlich – alternativ dazu gibt es diese auch in der Wachter Büro AG in Winterthur.

Thomas Meyer stellt Fragen – und beantwortet sie auch gleich selber.

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Kommt ein neuer Roman?

Für gewöhnlich muss der Autor jedoch Fragen von anderen beantworten. Im Frühling etwa jene der «Bluewin»-Filmredaktion. Eine, die viele Leserinnen und Leser besonders interessieren dürfte: Arbeitet er schon an einem neuen Buch?

«Nein. Mir ist das Schreiben seit der vielen negativen Kritik am neuen Buch etwas vergangen», sagte Meyer im Interview. Er meinte damit die Kritiken zu seiner 2019 publizierten Fortsetzung «Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin». Diese hatten dem Grübler offenbar zu denken gegeben.

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