«Klimaschutz muss cool werden»

Von Res Witschi

23.7.2021

Klimaschutz ist wichtig, das findet auch Rapper Stress. Deshalb hat er an der Swiss Climate Challenge mitgemacht und dabei auch etwas über sein eigenes Mobilitätsverhalten gelernt.
Bild: Swisscom

Jeden Schritt aufzeichnen und systematisch den CO2-Austoss reduzieren: Das hat Stress im Juni für die erste Swiss Climate Challenge gemacht. Im Interview erzählt er, was er gelernt hat und wie er den Klimaschutz der Zukunft sieht.

Von Res Witschi

23.7.2021

Wir haben nur eine Erde – das wusste Stress schon vor 14 Jahren. Deshalb hat er mit zahlreichen Persönlichkeiten im Juni an der Swiss Climate Challenge teilgenommen und dazu beigetragen, dass die Schweiz über 170'000 Green Points sammelte.

Nun investiert Swisscom den Gegenwert der Punkte in Höhe von 100'000 Schweizer Franken in zertifizierte Klimaschutzprojekte. Hinter der Swiss Climate Challenge steckt eine App, die das Mobilitätsverhalten der Nutzerin oder des Nutzers aufzeichnet und jeden Abend anzeigt, wie weit man mit welchen Transportmitteln gereist ist. Schliesslich berechnet es den CO2-Verbrauch aufgrund des Mobilitätsverhaltens.

Auch Musiker Stress hat im Juni Green Points gesammelt und so massgeblich zum Erfolg der Challenge beigetragen. Dafür stellte er sich und seine Gewohnheiten punkto Mobilität auf den Prüfstand. Wir wollten von ihm wissen, was er in diesem Monat gelernt hat und wie er aufgrund dessen in Zukunft unterwegs sein wird.

Stress, was hast du in diesem Monat über dich und deine Mobilität gelernt?

Ich bin mir bewusst, dass auch mein Mobilitätsverhalten nicht perfekt ist. Deswegen bin ich froh um diese App: Sie fordert mich wirklich heraus, mich mit meinen Verkehrsgewohnheiten auseinanderzusetzen. So habe ich gemerkt, dass ich viele Abläufe im Alltag ganz unbewusst und einfach aus Gewohnheit mache.

Zum Beispiel?

Wenn ich spontane oder kurzfristige Termine habe, muss es einfach schnell gehen. Dann denke ich direkt ans Auto – aus purer Gewohnheit. Ich gehe automatisch davon aus, dass es mit dem öffentlichen Verkehr länger geht, weil ich ja zuerst auf den Bus oder Zug warten muss. Ich fahre zwar ein Elektroauto, doch gerade im Berufsverkehr wäre ich mit den ÖV um vieles schneller unterwegs.

Hat sich das mit der Swiss Climate Challenge jetzt geändert?

Ja! Weil ich am Abend immer gesehen habe, welche Verkehrsmittel ich benutzt und wie viel CO2 ich dabei verursacht habe, wurde mir das erst richtig bewusst. Ich überlege mir jetzt wirklich vor jedem Weg, den ich zurücklege, welches das sinnvollste Transportmittel ist. So stellen sich dann Schritt für Schritt neue Gewohnheiten ein.

2007 kam Stress mit dem Song «On a q’une terre» in die Charts. Er engagierte sich schon für den Klimaschutz, als dieser in der medialen Welt noch ein Randphänomen war.
Bild: Gadget abc Entertainment Group AG

Fühlst du dich dadurch eingeschränkt in deiner Flexibilität?

Ich glaube, das ist seltener der Fall, als ich erwartet hätte. Am Anfang musste ich schon etwas über meinen Schatten springen und die Komfortzone verlassen. Aber nur so erkannte ich am Ende, dass alles nur halb so schlimm ist, und ich nicht wirklich unflexibler bin als vorher.

Sind dir diese Gewohnheitswechsel leichtgefallen?

Natürlich braucht es etwas Einsatz. Besonders herausfordernd fand ich, diesen Aspekt wirklich immer auf dem Schirm zu haben, gerade in hektischen Situationen. Aber genau hier half mir die Swiss Climate Challenge: Sie hat mich stets daran erinnert.

Was muss passieren, damit wir alle uns solche neuen Gewohnheiten aneignen?

Klimaschutz muss cool werden. Skeptiker sollten verstaubte Vorurteile gegenüber der Klimabewegung fallen lassen. Dabei spielen die Jungen eine ganz wichtige Rolle: Sie müssen die älteren Generationen zur Verantwortung ziehen. Es geht ja schliesslich nicht nur um die Zukunft der Erde. Es geht um unsere Zukunft auf dieser Erde. Insbesondere um die Zukunft der jungen Generationen.

Wie engagierst du dich nebst der Mobilität sonst noch für den Klimaschutz?

Ich esse seit einer Weile fast kein Fleisch mehr, mein Haus hat eine Wärmepumpe und ich fahre ein Elektroauto.


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Res Witschi ist Delegierter für nachhaltige Digitalisierung bei Swisscom.
Bild: Swisscom