Welches Verkehrsmittel ist am umweltfreundlichsten?

24.1.2020 - 14:13, Jürg Studerus

Velo, ÖV oder zu Fuss? Was ist am nachhaltigsten?
Bild: Keystone

Velo, Elektro-Auto oder ÖV – welche Mobilitätslösung belastet die Umwelt am wenigsten? Ein Ranking gibt den Überblick.

Mobilität ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken: Ob der Weg zur Arbeit, die langersehnte Reise in die Ferien oder um einzukaufen – wir sind tagtäglich unterwegs und bewegen uns von A nach B.

Wie wir diese Distanzen zurücklegen, entscheiden wir selbst: Von öffentlichen Verkehrsmitteln über das Auto bis zum Velo haben wir heute verschiedenste Mobilitätsmöglichkeiten.

Ebenso vielfältig sind die Gründe, wieso wir uns für das eine oder andere Verkehrsmittel entscheiden: Ausschlaggebend können die Distanzen, das eigene Komfortbedürfnis oder die finanzielle Situation sein. Ein weiterer wichtiger Entscheidungsfaktor, der mit dem wachsenden Bewusstsein für unsere Umwelt immer mehr Beachtung erlangt, ist die Ökobilanz der Verkehrsmittel.

Wir sind mobil – und umweltfreundlich? 

Die Mobilität ist für rund 50 Prozent der persönlichen CO2-Emissionen von in der Schweiz lebenden Personen verantwortlich, Flugreisen miteingeschlossen. Dies macht deutlich, wie wichtig es ist, unser Mobilitätsverhalten der Umwelt zuliebe zu überdenken. Doch welches Verkehrsmittel ist am umweltfreundlichsten?

Zur Beantwortung dieser Frage muss der ganze Lebenszyklus eines Fahrzeuges berücksichtigt werden. Das heisst auch die sogenannte graue Energie, die zur Herstellung, Entsorgung, Unterhalt und Betrieb des Fahrzeuges und für die Erstellung von Infrastruktur wie Strassen und Gleise benötigt wird, muss eingerechnet werden.

Zudem spielt die Zahl der Mitreisenden eine Rolle: Je mehr Menschen länger gemeinsam unterwegs sind, umso besser wird die Ökobilanz pro Kopf. Das folgende Ranking gibt einen groben Überblick, bei welchen Verkehrsmitteln die CO2-Emission besonders gering ist:

Füsse sind «Klima King»

Wer zu Fuss unterwegs ist, schont die Umwelt am meisten. Man stösst keinerlei CO2 aus und die Füsse benötigen – abgesehen vom passenden Schuhwerk – auch keinerlei Energie zur Herstellung.

Fahrrad auf dem 2. Platz

Wer sich für das Fahrrad entscheidet, stösst beim Fahren selbst ebenfalls kein CO2 aus. Das Verkehrsmittel weist für Herstellung, Unterhalt, Entsorgung sowie für die Erstellung der Verkehrswege eine tiefe CO2-Bilanz auf.

Bronze für E-Bike

Das E-Bike ist ein normales Fahrrad, hat allerdings zusätzlich einen Elektromotor sowie einen Lithium-Ionen-Akku. Für Herstellung, Unterhalt, Entsorgung und Betrieb weist das E-Bike deshalb eine höhere CO2-Emission auf als ein normales Fahrrad.

Dennoch hält sich die Umweltbelastung in Grenzen: Für den Ausstoss von einem Kilogramm CO2 kann man mit einem E-Bike rund 41 Kilometer reisen. Zum Vergleich: Mit einem durchschnittlichen Personenwagen, der mit Benzin betrieben wird und eine Person transportiert, kommt man für den gleichen CO2-Ausstoss nur rund drei Kilometer weit.

E-Bikes liegen im Trend und sind in der Nutzung sehr klimafreundlich.
Bild: Keystone

Bus, Zug und Tram für einen CO2-armen Nah- und Fernverkehr

Den vierten Platz in Sachen CO2-Emissionen belegen grundsätzlich öffentliche Verkehrsmittel wie das Tram, der Bus oder der Zug. Sie alle weisen eine bessere Bilanz als ein privater Personenwagen oder ein Elektroauto auf. Auch im Fernverkehr schlägt die Bahn in Sachen CO2 klar den Luftverkehr.

Elektroauto als umweltfreundlicher Personenwagen

Für die Emission von einem Kilogramm CO2 kann man bei einer durchschnittlichen Auslastung von 1,6 Personen mit einem Elektroauto rund 11 Kilometer weit reisen. Ein benzinbetriebener PKW schafft es zu den gleichen Konditionen mit knapp 5 Kilometer nur halb so weit. Dies macht deutlich: Das Elektroauto ist die CO2-freundliche Alternative zum Benziner oder Diesler.

Auto und Flugzeug auf dem letzten Platz

Schlusslicht im CO2-Ranking bilden das benzin- und dieselbetriebene Auto sowie das Flugzeug. Stellt man diese Verkehrsmittel in direkten Vergleich, wird deutlich, wie entscheidend auch die Zahl der Mitreisenden für die Errechnung der CO2-Emission ist. Ist ein benzinbetriebener Personenwagen nur mit einer Person besetzt, so ist der CO2-Austoss pro Kopf höher als bei einem Flugzeug, bei dem durchschnittlich 76 Prozent der Plätze besetzt sind.

Nicht umsonst ist das Wort «Flugscham» in aller Munde: Fliegen ist und bleibt eine Klimasünde.
Bild: Keystone

Das Ranking macht deutlich, dass die Ökobilanz unserer Mobilität von vielerlei Faktoren abhängig ist. Die Länge der Strecke, Anzahl Personen, Herstellungs- und Unterhaltskosten sowie die notwendige Infrastruktur sind alles Variablen, welche die Umweltfreundlichkeit eines Verkehrsmittels beeinflussen und die Reihenfolge im Ranking verschieben können. Diese verschiedenen Faktoren machen es schwierig, stets den Überblick zu behalten, wie hoch der eigene CO2-Fussabdruck beim Mobilitätsverhalten ausfällt.

Um einfacher einen solchen Überblick zu bekommen, haben Swisscom, South Pole, und Engagement Migros mit Unterstützung von Energie Schweiz die Initiative Swiss Climate Challenge ins Leben gerufen. Im Rahmen der Challenge entwickelten sie ein Tool, das in Apps integriert werden kann und das Mobilitätsverhalten des Nutzers anhand von Standort- und Bewegungsdaten trackt.

Dadurch kann festgestellt werden, wie man sich fortbewegt: zu Fuss, im Auto, per Velo, Zug, Bus oder Flugzeug. Das Tool berechnet – basierend auf dem getrackten Mobilitätsverhalten des Nutzers – dessen CO2-Ausstoss in der Mobilität. Bei der Bilanzierung wird automatisch auch die graue Energie, die beispielsweise zur Herstellung und Entsorgung des Fahrzeuges benötigt wird, berücksichtigt. So erhält man per Knopfdruck genaue Auskunft über die CO2-Bilanz seiner Fortbewegungsmittel. Ein maßgeschneidertes Ranking, das die Wahl für umweltfreundliche Verkehrsmittel einfacher macht.

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Jürg Studerus ist Senior Communications Manager bei Corporate Responsibility.
Bild: Swisscom
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