Wandern in Deutschland  – 13 Höhepunkte abseits der Alpen

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27.9.2020 - 18:00

Wandertipps Deutschland
Das Wanderparadies Deutschland bietet 16 Nationalparks, 16 UNESCO-Biosphärenreservate, 104 Naturparke und 8'900 Naturschutzgebiete.
Bild: DZT/Francesco Carovillano

Deutschland vereint eine grosse Vielfalt an Naturlandschaften, die man ideal zu Fuss erkunden kann. Diese 13 Wanderungen sind ganz besonders empfehlenswert.

Der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe erklärte einst: «Nur da, wo du zu Fuss warst, bist du wirklich gewesen.» Wandern hat bei unseren nördlichen Nachbarn eine lange Tradition: Seit Jahrhunderten pilgern Gläubige zu religiösen Stätten und im 18. und 19. Jahrhundert suchten die Romantiker künstlerische Inspiration beim Wandeln in der Natur.

Und davon gibt es in Deutschland, das heuer 30 Jahre Wiedervereinigung feiert, jede Menge: 16 Nationalparks, 16 UNESCO-Biosphärenreservate, 104 Naturparke und 8'900 Naturschutzgebiete – gepaart mit einem Netz von zirka 200'000 Kilometern markierter Wanderwege unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade.

Hier 13 besondere Wanderungen – von Klassikern bis hin zu Geheimtipps:

1. Norddeutsches Farbenwunder

Wandertipps Deutschland
Nicht nur zur Erika-Blütezeit ist die liebliche Landschaft der Lüneburger Heide eine Wanderung wert.
Bild: Lüneburger Heide GmbH/Markus Tiemann

Wenn im August und September das Heidekraut, die Erika, blüht, ist die Landschaft der Lüneburger Heide ein Pflanzenmeer in Lila. Der 223 Kilometer lange Heidschnuckenweg führt in 13 Etappen von Hamburg-Fischbek bis nach Celle. Die Heidschnucke ist übrigens eine robuste Schafrasse, die einem bei der Wanderung durch die Lüneburger Heide immer wieder begegnet.

2. Royal unterwegs

Schloss Moritzburg
Kurfürst August der Starke liess Schloss Moritzburg ab 1723 vom Renaissancebau zum barocken Jagd- und Lustschloss umbauen.
Bild: Dresden Marketing/Arvid Müller (DML-BY)

Die rund elf Kilometer lange Rundwanderung «Königsweg Moritzburg» in der Nähe von Dresden führt durch eine abwechslungsreiche Wald- und Teichlandschaft – geprägt von sächsischen Kurfürsten und Königen. Genug Zeit sollte man für einen Besuch von Schloss Moritzburg selbst einplanen. Dieses diente übrigens als Kulisse für den Märchenfilm «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel».

3. Go west!

Herrliche Fernsicht vom Feldberg auf den Schwarzwald.
Herrliche Fernsicht vom Feldberg auf den Schwarzwald.
Bild: Klaus Hansen/Schwarzwald Tourismus

Der Westweg im Schwarzwald ist ein deutscher Wander-Klassiker. Bereits 1900, als Fernwanderweg angelegt, führt er auf rund 288 Kilometern von Pforzheim bis nach Basel. Unterwegs gibt es etliche Möglichkeiten, sich mit lokalen Spezialitäten wie Schwarzwälder Schinken oder Schwarzwälder Torte zu stärken.

4. Teuflisch gut

Der Teufelstisch ist ein sogenannter Pilzfelsen. Er ist 14 Meter hoch - die «Platte» wiegt 250 Tonnen.
Der Teufelstisch ist ein sogenannter Pilzfelsen. Er ist 14 Meter hoch – die «Platte» wiegt 250 Tonnen.
Bild: Pfalz-Touristik e.V./Daniela Rupp

Der Pfälzerwald ist das grösste zusammenhängende Waldstück Deutschlands. Entsprechend riesig ist das dortige Wanderwegnetz. Einen ganz besonderen Höhepunkt bietet die rund zehn Kilometer lange Hinterweidenthaler Teufelstisch-Tour. Der Teufelstisch selbst ist ein beeindruckendes Naturdenkmal aus Buntsandstein. Im Pfälzerwald gibt es über 20 solcher Felsen. In puncto Grösse können die anderen aber mit dem Teufelstisch nicht mithalten.

5. An der Waterkant

Der Bohlensteg im Langwarder Groden bei Flut.
Bild: Tourismus-Service Butjadingen/Frank Stuke

Der Rundweg Langwarder Groden ist zwar nur rund fünf Kilometer lang – aber es gibt viel zu sehen. Er liegt direkt an der Waterkant (Niederdeutsch für Küste) beziehungsweise mitten im Nationalpark Wattenmeer. Hier kann man ausgezeichnet zahlreiche Vogelarten beobachten und live den ständigen Wechsel von Ebbe und Flut miterleben.

6. Auf Goethes Spuren

Mystischer Harz: Um die Bergwildnis mitten in Deutschland ranken sich etliche Sagen.
Bild: Nationalpark Harz/Christian Wiesel

Am 10. Dezember 1777 soll Johann Wolfgang von Goethe auf diesem Weg auf den Gipfel des Brocken gewandert sein. Ganz genau kann das heute keiner mehr sagen. Sicher ist dagegen, dass sich die 18 Kilometer Hin- und Rückweg im Nationalpark Harz auf jeden Fall lohnen.

So sieht man zum Beispiel das mystische Brockenfeldmoor, überschreitet die ehemalige innerdeutsche Grenze und mit etwas Glück zieht die mit Dampf betriebene Brockenbahn an einem vorbei. Für ambitionierte Wanderer: Der Goetheweg ist ein Teilstück des 100 Kilometer langen Harzer Hexenstiegs.

7. Immer den Rhein entlang

Prachtvolle Aussicht aufs Mittelrheintal: Die Burg Gutenfels links und die Burg Pfalzgrafenstein auf einer Insel im Rhein.
Bild: Lookphotos/Günther Bayerl

Auf dem 320 Kilometer langen Rheinsteig kann man den Mythos des berühmten Flusses zwischen Wiesbaden und Bonn erleben. Fast jede Etappe des Rheinsteigs ist aussergewöhnlich. Ob im Weinbaugebiet Rheingau zwischen Wiesbaden und Rüdesheim, im engen Mittelrheintal mit seinen zahlreichen Burgen oder im Siebengebirge – wo einst auch schon der junge Beethoven wanderte.

8. Eine neue Schweiz erwandern

In der Holsteinischen Schweiz gibt es mindestens zwei Dinge im Überfluss: Weite und Wasser.
Bild: TZHS/Martin Elsen/www.luftbild.fotograf.de

Die Holsteinische Schweiz ist eine von über 100 Schweizen in Deutschland. Der Holsteinische Schweiz Weg beginnt und endet in den ehemaligen Herzogsstädten Plön und Eutin. Zu sehen gibt es auf den insgesamt 53 Kilometern etliche Seen, Wälder, Herrenhäuser, malerische Städtchen und Dörfer und auch den 168 Meter hohen Bungsberg – Schleswig-Holsteins höchsten Gipfel.

9. Stadt, Land, See

Eine der «66 Seens-Würdigkeiten» auf dieser Wanderung – der Scharmützelsee in Brandenburg.
Bild: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Der 66-Seen-Weg führt einmal rund um die Metropole Berlin und mitten durch die Naturschönheiten Brandenburgs. Die über 400 Kilometer lange Wegstrecke muss man nicht am Stück erwandern. Von fast jeder Etappe ist man in 45 bis 60 Minuten wieder im Zentrum der deutschen Hauptstadt.

10. Schwäbischer Grand Canyon

Foto: Herrliche Herbststimmung auf dem Donauberglandweg.
Bild: Schwäbische Alb Tourismus/Alex Schnurer.

Der Donauberglandweg beginnt am Lemberg, mit 1'015 Metern der höchste Berg der Schwäbischen Alb, und endet 60 Kilometer später in Beuron, dem Abteiort und Mittelpunkt des Naturparks Obere Donau. Unterwegs geniesst man die zum Teil spektakuläre Naturkulisse wie zum Beispiel den Ausblick vom Eichfelsen auf die Windungen des Donautals – gerne auch mal «Schwäbischer Grand Canyon» genannt.

11. Ein Prosit der Gemütlichkeit

Für den Weg über die Donau zum Kloster Weltenburg kann man in die Zille steigen – einen traditionellen Lastkahn.
Bild: www.bayern.by/Peter von Felbert

Die Klosterbrauerei Weltenburg in Niederbayern ist die älteste der Welt. Seit dem Jahr 1050 wird hier direkt an der Donau Gerstensaft nach Benediktiner-Tradition gebraut. Der urgemütliche klösterliche Biergarten ist ideal für eine Rast auf dem 13 Kilometer langen Weltenburger Höhenweg, der im Ort Kehlheim startet und auch am eindrucksvollen Naturmonument Donaudurchbruch vorbeiführt.

12. Der Wilde

Eine wahre Naturschönheit: die Saar-Schleife.
Bild: DZT/Jens Wegener

In Europa gibt es keine andere Wanderroute, die so viele Naturwege zu bieten hat, wie der 410 Kilometer lange Saar-Hunsrück-Steig. Fast wie in einem Dschungel sind die Wege manchmal so schmal, dass man oft nur hintereinanderlaufen kann. Wasser ist ein zentrales Thema auf dem Saar-Hunsrück-Steig: Flüsse wie Mosel, Saar und Rhein und immer wieder bezaubernde kleine Bäche, an denen man entlang wandert.

13. Ahoi, ihr Wandersleut!

Tief die frische Meeresluft atmen am weissen Strand von Prerow – einer von vielen Etappen des Ostseeküsten-Wanderwegs.
Bild: DZT/Francesco Carovillano

Der Ostseeküsten-Wanderweg ist der schönste Küstenwanderweg Deutschlands. Auf 400 Kilometern – von der Marzipanstadt Lübeck bis ins Seebad Ahlbeck auf der Insel Usedom – verbindet sich Wanderfreude mit maritimem Lebensgefühl.

Die Wandertipps entstanden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus in Zürich

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