Zwischensaison – der Abschied vom Schweizer Winter

12.12.2018 - 12:41, bb

Ein abgehängter Liftbügel, ein überfüllter Container, ein liegengelassenes Paar Ski: Der Bildband «Zwischensaison» von Fotograf Simon Walther zeigt die Rückseite der Hochglanzprospekte des Ferienlandes Schweiz.

Es war Frühling – und Simon Walther war allein unterwegs im Engadin. Mit seinem Camper. Die Wintergäste waren bereits abgereist, da und dort lag noch Schnee. Da packte der St. Galler Fotograf seine Kamera aus und schoss Landschaftsbilder.

«Zwischensaison: Die Portiers, die Zimmermädchen, die Kellner, die Argentiers und die Kaltmamsells in ihren Schlägen freut's. Endlich Ruhe», schreibt Markus Maeder im Vorwort zu Walthers neuem Bildband «Zwischensaison». Und: «Kein Silber mehr putzen, kein Messing polieren.»

Auch die Natur pausiert. Der Schnee glitzert nicht mehr. Stattdessen zieht sich ein Schleier der Trostlosigkeit durch die Schweizer Alpen und ins Gemüt. Zeichen von Zerfall. Walther hat es eingefangen mit seiner Kamera. Immer wieder fuhr er in die Täler, in die Berge – hinauf in die Unwirtlichkeit.

«Jede Fahrt führte Walther ins Ungewisse», schreibt Maeder. «Gewiss, unten im Tal mögen im Frühling schon die ersten Gartenzwerge aus den Osterglocken lachen» – aber wie sieht es oben aus?

Bibliografie: Zwischensaison, Simon Walther, 144 Seiten, AS Verlag, ISBN 978-3-906055-87-9, ca. 48 Fr., im Buchhandel erhältlich oder unter diesem Link.

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