So kämpft die Modeindustrie gegen das Virus

Malin Mueller

2.4.2020 - 10:31

Die Corona-Krise beschäftigt die ganze Welt. Sie sorgt für Angst, Zweifel und Unsicherheiten. Aber: Sie schweisst auch zusammen. Überall bilden sich Hilfsorganisationen. Und auch die Modeindustrie spendet – mehr als nur Geld.

Erst kam LVMH. Der Konzern verkündete vor Kurzem, statt Parfum nun Desinfektionsmittel in seinen Firmen abfüllen zu lassen. Nun sind auch Prada, Mayhoola und zuletzt die Kering Company – die Muttergesellschaft von Balenciaga, Saint Laurent und Gucci – auf den Zug aufgesprungen.

Die grössten Luxusgüterkonzerne weltweit haben einen eigenen Weg gefunden, ihren Teil im Kampf gegen die Corona-Krise beizusteuern. Denn neben den Milliarden auf dem Firmenkonto haben sie vor allem eins: Die nötigen Mittel, die immer knapper werden, Ressourcen auszugleichen.

Im Homeoffice oder in den letzten offenen Firmen fertigen Schneider und Näher nun Krankenhauskittel statt Kleider und Atemmasken statt Accessoires. Die Mitarbeiter werden weiterhin bezahlt. Die Institutionen erhalten die Güter, aber natürlich für lau.

Hilfe in Frankreich und Italien

Drei Millionen Atemschutzmasken aus China hat Kering dem französischen Gesundheitssystem via Twitter versprochen, ausserdem seien die Teams von Balenciaga und Saint Laurent in Paris bereits dabei, selbst in Produktion zu gehen.

Salma Hayeks Mann François-Henri Pinault ist der CEO vom Luxusgüterkonzern Kering. Statt Mode lässt er in seinen Fabriken nun Kittel und Atemschutzmasken herstellen.
Bild: Getty Images

Gucci allein wird ausserdem mehr als eine Million Masken und 55’000 medizinische Overalls zu Verfügung stellen, nachdem die Toskana in einem Aufruf nach Hilfe gefragt hatte. Laut Informationen auf der Website wurden bisher ausserdem diverse Geldspenden getätigt.

Und bevor man sich jetzt Sorgen macht: Der Gründer der Firma, François Pinault, und sein Sohn und CEO François-Henri Pinault sind Multimilliardäre – zu sehr zu schaffen machen, sollten ihnen die Ausgaben also nicht.

Hilfe von überall

Auch in London und New York haben Designer angekündigt, Mittel zur Verfügung zu stellen. Nachdem der New Yorker Bürgermeister, Andrew Cuomo, Sorge über ausreichend vorhandene Ausrüstung im Kampf gegen Corona äusserte, verkündete Christian Siriano via Twitter, dass sein Team vom Homeoffice aus helfen könne.

Cuomo bedankte sich und fragte: «Who’s next?» – und siehe da, auch Brandon Maxwell machte öffentlich, dass sein Team bereits dabei ist, Krankenhauskittel herzustellen. Phoebe English ruft andere Firmen seit Tagen dazu auf, sich wie der Brand selbst unter einem Link der Regierung zu registrieren, und bei der Fertigung von mehr Equipment für die Gesundheitseinrichtungen zu helfen.

Zwei zuvor gepostete Mail-Postfächer seien bereits komplett geflutet. Das beweist einmal mehr, dass es stimmt: Zusammen können wir das schaffen.

«Unkräuter», die Küche und Garten bereichern

Zurück zur Startseite