Briten feiern zehn Jahre Chef-Mausefänger

dpa/tafu

15.2.2021 - 17:59

Vom Tierheim in den Amtssitz der britischen Regierung – Larrys Geschichte könnte auch aus Hollywood stammen. Doch die Katze hat schon sehr reale Momente vor den Augen der Weltöffentlichkeit erlebt.

Kater Larry hat den britischen Regierungssitz 10 Downing Street fest eingenommen, und ebenso die Herzen der Britinnen und Briten. Der oberste Mäusefänger kann nun Zehnjähriges feiern: So lange lebt er bereits im offiziellen Amtssitz des Premierministers. Der ehemalige Regierungschef David Cameron engagierte den Kater mit der getigerten Fellzeichnung als «Chief Mouser to the Cabinet Office», um lästigen Ratten um das Gebäude den Garaus zu machen.

Larry, mittlerweile 14 Jahre alt, war früher Streuner und wurde aus dem Londoner Tierheim Battersea Dogs and Cats Home geholt, um seinen inoffiziellen Dienst als oberster Schädlingsbekämpfer anzutreten. Er war der erste Kater mit diesem Titel seit sein Vorgänger Humphrey 1997 in den Ruhestand ging. Seither hat Larry unter drei Premierministern gedient.

Nach seinem Einzug am 15. Februar 2011 eroberte Larry die Herzen der Briten wie im Flug – und das trotz seiner Herkunft. «In seiner Zeit in der Number 10 hat Larry sich nicht nur als hervorragender Botschafter für (das Tierheim) Battersea erwiesen, sondern auch Millionen Menschen weltweit gezeigt, wie unglaublich gerettete Katzen sind», sagte Lindsey Quinlan von Battersea.

Vom Streuner zum Promi

«Seine Geschichte «Vom Tellerwäscher zum Millionär» ist noch ein weiterer Beweis dafür, warum alle Tiere eine zweite Chance verdienen – in einer Minute sind sie vielleicht missachtete Streuner auf der Strasse, in der nächsten können sie zu einer der beliebtesten politischen Figuren im Land werden, mit Fans um die ganze Welt.»



Im Vereinigten Königreich sind die Emotionen für den Kater so stark, dass er es gar in Camerons letzte Rede als Premier vor dem Parlament schaffte. Er wolle das Gerücht aus der Welt räumen, Larry angeblich nicht zu mögen, sagte Cameron und zeigte dabei ein Foto von sich mit der Katze auf dem Schoss. Er nehme Larry aber nicht mit aus der Downing Street in sein Privatleben. «Er gehört zu dem Haus und das Personal liebt ihn sehr – so wie ich.»

Über die Jahre hat der Chef-Mäusefänger viele Prominente getroffen. Männern gegenüber oft nicht freundlich eingestellt, mochte Larry aber Ex-US-Präsident Barack Obama. Als dessen Nachfolger Donald Trump 2019 zu Besuch in London war, hielt Larry ein kleines Schläfchen unter seinem Auto.

Streit mit Nachbars Katze

Nach der Wahl im Dezember 2019 kursierte das Gerücht, Larry könne in den Ruhestand verabschiedet werden, da Boris Johnson mehr Hundemensch sei. Doch Larry blieb, zusätzlich zog Johnsons Jack Russell Dilyn ein.

Dieser Tage sehen Fotografen Larry häufig, wenn er seine Runden dreht. Besucher des Hauses können ihn manchmal beim Schlafen auf dem Boden oder über einer Heizung finden. Wie er sich als «Chief Mouser» schlägt, darüber gibt es unterschiedliche Berichte.



Besonders bekannt war er für Streitereien mit Palmerston, dem gegenüber im Aussenministerium lebenden, ebenfalls Mäuse jagenden Kater. Seit Palmerston sich als Rentner aufs Land zurückgezogen hat, ist es ruhiger. Und Larry hat vor allem Zeit für eine seiner grössten Leidenschaften – das Schlafen.

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dpa/tafu