Geheimoperation in der Dunkelheit Delta Force holt Maduro – das sind Trumps Schattenkrieger

Dominik Müller

3.1.2026

Videos zeigen US-Angriff auf Venezuela

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Die USA haben militärische Ziele in Venezuela angegriffen. Aufnahmen aus dem südamerikanischen Land zeigen Explosionen und Rauch.

03.01.2026

Erstmals seit Noriega 1990 wurde mit Maduro ein amtierender lateinamerikanischer Präsident von US-Spezialkräften festgesetzt. Das ist über die legendäre Einheit Delta Force bekannt.

Dominik Müller

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die US-Spezialeinheit Delta Force hat den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in einer geheimen Operation in Caracas festgenommen und ausgeflogen.
  • Der Einsatz wurde militärisch durch Luftangriffe sowie vermutlich durch die «Night Stalkers» unterstützt.
  • Die Delta Force agiert als streng geheime Eliteeinheit der US-Armee und war bereits an historischen Operationen wie der Festnahme Saddam Husseins beteiligt.

Sie operieren im Schatten, ohne Abzeichen, ohne öffentliche Heldenpose. Und doch tauchen sie immer dann auf, wenn Washington vor Aufgaben steht, die politisch heikel, militärisch extrem riskant und zeitlich kritisch sind. Die 1st Special Forces Operational Detachment-Delta – besser bekannt als Delta Force – gilt als geheimste und schlagkräftigste Einheit der US-Armee.

Am frühen Samstagmorgen hat Delta Force mit dem Verhaften und Ausfliegen des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eine Mission erfolgreich durchgeführt, die in die Militärgeschichte eingehen wird. Während in der Hauptstadt Caracas US-Angriffe die Luftabwehr neutralisierten, führte die Eilte-Spezialeinheit den Zugriff auf Maduro durch. Es ist das erste Mal seit der Festnahme von Manuel Noriega in Panama 1990, dass US-Spezialkräfte ein amtierendes lateinamerikanisches Staatsoberhaupt in Gewahrsam genommen haben.

Laut Berichten von «CBS News» war der Zugriff ursprünglich für die Weihnachtstage geplant, verzögerte sich jedoch durch zeitgleiche Einsätze in Nigeria und widrige Wetterbedingungen.

Einheit unterliegt der Geheimhaltung

Gegründet wurde Delta Force 1977 von Colonel Charles Beckwith, einem Offizier, der zuvor beim britischen Special Air Service (SAS) gedient hatte. Beckwith war überzeugt, dass die USA eine vergleichbare Spezialeinheit benötigen – als Antwort auf internationalen Terrorismus, Geiselnahmen und asymmetrische Bedrohungen. Das Pentagon folgte seiner Logik. Delta Force war geboren.

Heute zählt die Einheit zu den sogenannten Tier-1-Special Mission Units. Sie untersteht dem US Special Operations Command – dem Kommando für Spezialoperationen der Vereinigten Staaten – und operiert ausserhalb klassischer militärischer Befehlsketten. Ihr Stützpunkt liegt im streng abgeschirmten Bereich von Fort Liberty in North Carolina. Wie viele Soldaten zur Einheit gehören, ist offiziell geheim – Schätzungen reichen von wenigen Hundert.

Was bekannt ist: Der Auswahlprozess gilt als einer der härtesten der Welt. Nur erfahrene Elite-Soldaten dürfen sich bewerben. Wochenlange Tests prüfen Ausdauer, Orientierungssinn, Stressresistenz und Entscheidungsfähigkeit. Wer scheitert, kehrt kommentarlos in seine Einheit zurück. Wer bleibt, wird zu einem der «Quiet Professionals».

Unterstützung von «Night Stalker»

Der Kernauftrag der Delta Force heisst Direct Action. Das bedeutet: Zugriff, Festnahme oder Ausschaltung von sogenannten High-Value-Targets. Meist in urbanem Gelände, oft tief im feindlichen Raum. Die Soldaten arbeiten in kleinen, extrem flexiblen Teams, die innerhalb von Sekunden zwischen Aufklärung, Zugriff und Evakuierung wechseln können.

Unterstützt werden sie häufig vom 160th Special Operations Aviation Regiment, den legendären «Night Stalkers». Deren modifizierte Black-Hawk-Helikopter sind für nächtliche Tiefflüge gebaut. Auch in Venezuela zeigen Aufnahmen tieffliegende Helikopter in der Nacht auf Samstag. Ob es sich dabei um die «Night Stalker» handelt, ist offiziell nicht bestätigt.

Helikopter der «Night Stalker» fliegen im Rahmen von Trumps Militärparade im Juni 2025 hinter dem Washington Monument durch.
Helikopter der «Night Stalker» fliegen im Rahmen von Trumps Militärparade im Juni 2025 hinter dem Washington Monument durch.
Keystone

Delta Force taucht immer wieder bei historischen Schlüsselmomenten auf. 2003 war sie massgeblich an der Festnahme von Saddam Hussein im Irak beteiligt. 2019 operierten Delta-Einheiten im Rahmen des Zugriffs auf IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi in Syrien. Auch bei Anti-Terror-Missionen in Afrika und dem Nahen Osten spielte sie eine zentrale Rolle – meist ohne offizielle Bestätigung.

Im Gegensatz zu den Navy SEALs, die durch Filme, Bücher und Social Media weltbekannt wurden, meidet Delta Force konsequent die Öffentlichkeit. Es gibt kaum offizielle Bilder, keine Interviews, keine Heldennarrative.

Haftbefehl gegen Maduro vollstreckt

Charakteristisch ist auch die enge Verzahnung mit US-Behörden ausserhalb des Militärs. Einsätze erfolgen häufig in Abstimmung mit dem FBI, der DEA oder dem Justizministerium. Juristische Haftbefehle, Anklagen und Geheimdienstinformationen bilden die Grundlage – selbst dann, wenn militärische Mittel eingesetzt werden.

So steckt auch hinter der nun erfolgten Verhaftung Maduros eine juristische Strategie, die bereits 2020 im Southern District of New York ihren Lauf nahm. Maduro wurde dort wegen Drogenterrorismus, Verschwörung zum Import von Kokain sowie Besitz von Maschinengewehren und zerstörerischen Geräten angeklagt. Als Belohnung für Informationen, die zu Maduros Verhaftung führen, wurden 50 Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Delta Force hat nun formal einen Haftbefehl gegen den Kopf eines Drogenkartells vollstreckt – und nicht das Staatsoberhaupt eines Landes entführt.