Heftiger Schlagabtausch im ersten TV-Duell

19.11.2019 - 22:29, SDA

Die erste TV-Debatte vor der britischen Parlamentswahl war ein offener Schlagabtausch zwischen Premierminister Boris Johnson (links) und Oppositionsführer Jeremy Corbyn.
Source: KEYSTONE/EPA ITV/JONATHAN HORDLE / ITV / HANDOUT

Zuerst ein Handschlag nach Aufforderung der Moderatorin, dann ein harter Schlagabtausch zum Thema Brexit: die erste Debatte im britischen Wahlkampf zwischen Premierminister Boris Johnson und Oppositionsführer Jeremy Corbyn wurde angriffig aber korrekt geführt.

Allerdings versuchten die beiden Kontrahenten während der Debatte, Zweifel an den Versprechen des jeweiligen Gegenübers zu streuen. Der Konservative Johnson wiederholte dabei seine Zusage, den Brexit am 31. Januar zu vollziehen. Labour-Chef Corbyn verwies auf seinen Plan, ein neues Brexit-Abkommen auszuhandeln und es der Bevölkerung in einem Referendum vorzulegen – mit der Option, in der EU zu bleiben.

Johnson gegen Corbyn
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Johnson gegen Corbyn

Am Dienstagabend stellten sich beide Kandidaten einer Fernsehdebatte.

20.11.2019

Johnson griff seinen Kontrahenten bei der Debatte des Senders ITV immer wieder scharf wegen dessen Versprechen eines zweiten Brexit-Referendums an. «Werden Sie für den Verbleib oder den Austritt werben?«, fragte Johnson. Die Labour-Partei will die Briten innerhalb von sechs Monaten in einem Referendum vor die Wahl zwischen einem Brexit mit enger Bindung an die EU und dem Verbleib in der Staatengemeinschaft stellen. Corbyn will sich aber nicht festlegen, ob er für oder gegen den Austritt werben würde.



Der Labour-Chef konterte mit dem Vorwurf, Johnson wolle den Nationalen Gesundheitsdienst NHS einem Handelsabkommen mit den USA opfern. Den Plan des Premierministers, die EU am 31. Januar 2020 mit seinem nachverhandelten Abkommen zu verlassen, bezeichnete er als «Unsinn». Johnson werde «mindestens sieben Jahre» zum Aushandeln eines Handelsdeals mit den USA brauchen.

Die Briten sollen am 12. Dezember ein neues Parlament wählen. Bislang wird der Wahlkampf vom Brexit und der Krise im Gesundheitssystem dominiert.

Der geplante Austritt des Königreichs aus der EU hat in den vergangenen Monaten zu ungewöhnlich scharfen Debatten im Parlament geführt. Auch die Bevölkerung zeigt sich weiter tief gespalten. Umfragen zufolge führt Johnson vor der Wahl am 12. Dezember deutlich: Einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung zufolge liegen die Konservativen mit 18 Prozentpunkten vor Labour.

Der Chef der Brexit-Partei, Nigel Farage, tritt bei den Wahlen nicht als Kandidat an.
«Ich bin sehr, sehr enttäuscht.» Der britische Premierminister Boris Johnson entschuldigt sich dafür, dass er das Land entgegen seiner Versprechen nicht am 31. Oktober aus der Europäischen Union geführt hat.
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