Hitzige Debatte Affen-Baby geht viral – doch eine Marketing-Aktion spaltet das Netz

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24.2.2026 - 16:19

Baby «Punch» mit seiner Puppe
Baby «Punch» mit seiner Puppe
IMAGO/Anadolu Agency

Die Geschichte des kleinen Makaken Punch, der nach seiner Geburt von seiner Mutter verstossen wurde und Trost bei einem Ikea-Plüschtier findet, rührt weltweit die Herzen. Doch eine Marketingaktion von Ikea Spanien entfacht nun eine hitzige Debatte.

Sara Matasci

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ikea Spanien benannte ein Plüschtier nach dem verstossenen Makaken-Baby Punch um und nutzte die virale Geschichte für Marketingzwecke.
  • Viele User werfen dem Möbelriesen vor, Emotionen kommerziell auszuschlachten.
  • Ikea Schweiz kündigte an, mit dem Zoo Kontakt aufgenommen zu haben und Verkaufserlöse für das Tierwohl spenden zu wollen.

Im Zoo von Ichikawa in Japan wurde der kleine Makake Punch kurz nach seiner Geburt von seiner Mutter zurückgewiesen. Die Tierpfleger übergaben ihm daraufhin ein Plüschtier, das ihm sichtlich Halt gibt. Bilder des Jungtiers, das den Stoff-Orang-Utan überallhin mitnimmt, verbreiteten sich rasch im Netz.

Bei dem Spielzeug handelt es sich um das Ikea-Produkt «Djungelskog», ein Plüschtier in Form eines Orang-Utans.

Ikea Spanien reagiert schnell

Die spanische Tochtergesellschaft von IKEA griff den viralen Trend auf. Im Online-Katalog wurde das Plüschtier vorübergehend in «Mamá de Punch» umbenannt. Die Aktion zielte klar darauf ab, die mediale Aufmerksamkeit rund um den kleinen Primaten aufzugreifen.

Marketing in Echtzeit gehört heute zu den wichtigsten Strategien grosser Marken. Doch nicht jede schnelle Reaktion stösst auf Zustimmung.

Kritik: «Muss man wirklich alles kapitalisieren?»

In sozialen Netzwerken mehrten sich kritische Stimmen. Nutzer warfen Ikea vor, eine emotionale Geschichte für kommerzielle Zwecke zu instrumentalisieren. Kommentare wie «Muss man wirklich alles kapitalisieren?» oder «Kapitalismus in Aktion» fanden viel Zustimmung.

Andere bezeichneten die Aktion als «zynisch» oder als «Marketing auf dem Rücken eines kleinen Tieres». Die Debatte zeigt, wie sensibel viele Menschen inzwischen auf das Zusammenspiel von Emotion und Werbung reagieren.

Ikea Schweiz wählt anderen Weg

Während Ikea Spanien auf Aufmerksamkeit setzte, schlug Ikea Schweiz einen anderen Ton an. Die Schweizer Niederlassung teilte mit, man habe Kontakt mit dem Zoo aufgenommen. Ziel sei es, die Verkaufserlöse des Plüschtiers für das Wohl des Makaken zu spenden.

Ob die Marketingaktion langfristig als clever oder geschmacklos wahrgenommen wird, bleibt offen. Klar ist: Der kleine Punch ist längst zum Symbol für die Gratwanderung zwischen viralem Trend und ethischer Verantwortung im modernen Marketing geworden.

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