Zahl der Todesopfer steigt weiter – mehr als 800 Infizierte

24.1.2020 - 02:07, AP

Strenge Massnahmen zur Eindämmung der Lungenkrankheit: An einer Mautstelle in Wuhan lässt ein Autofahrer seine Körpertemperatur kontrollieren.
Source: Keystone/EPA

Mehr Tote, mehr Infizierte, mehr betroffene Länder: Das Coronavirus breitet sich aus. Die WHO sieht keine Notwendigkeit, den Notstand auszurufen – noch nicht. Chinas Behörden schotten in der betroffenen Provinz immer mehr Städte ab.

Die Zahl der Toten durch das neuartige Coronavirus in China ist auf 26 gestiegen. Es gebe mittlerweile über 8760 Infizierte, teilte die chinesische Gesundheitskommission am Freitagmorgen mit. Sie bestätigte auch den ersten Todesfall ausserhalb der zentralen Provinz Hubei. Dort schotten die Behörden im Kampf gegen den Virus immer mehr Städte ab. Mehr als 37 Millionen Menschen stehen damit praktisch unter Quarantäne.

Inzwischen sind mindestens elf Städte abgeriegelt: Neben Wuhan – dem Ausgangspunkt des Ausbruchs – zählen dazu Jingzhou, Ezhou, Huanggang und andere mehr. Alle Städte liegen in der Provinz Hubei.

Die beispiellosen Abriegelungsmassnahmen begannen am Donnerstag in Wuhan. Der Flug- und Fährbetrieb wurden eingestellt, ebenso der Verkehr von U-Bahnen und Bussen. Die sonst so geschäftigen Strassen, Einkaufszentren und Plätze wirkten verlassen. Das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit ist Pflicht. Wie lange die betroffenen Städte abgeriegelt werden, teilten die Behörden nicht mit.

Vorkehrungen wurden auch in anderen Landesteilen getroffen. In Peking etwa sind Grossveranstaltungen auf unbestimmte Zeit gestrichen, darunter die traditionellen Tempeljahrmärkte, die als zentraler Teil der chinesischen Neujahrsfeiern gelten. Die Verbotene Stadt, das bekannte Palastmuseum in der Hauptstadt, gab bekannt, ab Samstag für unbestimmte Zeit ihre Pforten zu schliessen.

Das neuartige Coronavirus wurde Gesundheitsexperten zufolge zunächst von Wildtieren übertragen, die in Wuhan illegal verkauft wurden. Erstmals trat es im Dezember auf. Mittlerweile gibt es Infektionen in den USA, in Japan, Südkorea, Thailand, Singapur und Vietnam. Das neue Coronavirus kann Husten, Fieber, Atembeschwerden, aber auch Lungenentzündungen auslösen.

WHO: Keine globale Notlage – noch nicht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO entschied am Donnerstag, noch keine globale Notlage auszurufen. Dafür sei es noch zu früh, sagte der Vorsitzende des Beratergremiums, Didier Houssin. Doch werde die Lage ernst genommen und der Ausbruch «in jeder Minute an jedem Tag» beobachtet, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Die chinesische Regierung will ein ähnliches Szenario wie bei der Sars-Pandemie von 2002 und 2003 verhindern. Damals hatte sich die ebenfalls durch ein Coronavirus verursachte Atemwegserkrankung von Südchina aus auf mehr als zwei Dutzend Länder ausgebreitet. Mehr als 800 Menschen starben. Im aktuellen Fall reagierten die Behörden jedoch deutlich schneller.

Sie befürchten aber, dass sich das Virus in den kommenden Tagen noch schneller ausbreiten könnte, weil das chinesische Neujahrsfest bevorsteht, zu dem Millionen Chinesen kreuz und quer durch das Land reisen, ins Ausland fliegen oder Besuch von dort erhalten. Viele Länder haben deswegen bereits ihre Vorsichtsmassnahmen verschärft.

Schutzmassnahme gegen die Verbreitung des Corona-Virus: Ein Beamter misst am Flughafen von Wuhan die Körpertemperatur von Reisenden.
Körpertemperatur-Scanner am Flughafen Narita in Japan.
Personal desinfiziert die Ankunftshalle im Flughafen von Incheon in Südkorea.
Fussgänger in Tokio tragen Schutzmasken. Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest wächst die Gefahr einer Übertragung des Virus.
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