Putin entsendet gewaltige Kriegsflotte in syrische Gewässer

AFP/jfk

29.8.2018

In den letzten Wochen passierten mehrere russische Kriegsschiffe den Bosporus in Richtung Syrien. (Archiv)
Bild: Keystone/Sedat Suna

Russland verstärkt seine Militärpräsenz vor der Küste Syriens. Medienberichten zufolge ist Putins Streitmacht derzeit bereits mit insgesamt zehn Kriegsschiffen und zwei U-Booten vor Ort, weitere sollen folgen. Die Flotte soll Assads Truppen bei einem bevorstehenden Angriff auf die Rebellenhochburg Idlib unterstützen.

«Das ist die grösste russische Militärpräsenz in der Region seit Beginn der russischen Intervention in dem Konflikt 2015», wie die Zeitung Iswestija schreibt. Dort ist die Rede von einem Raketenkreuzer, einem Schweren Anti-U-Boot-Schiff, einem Patrouillenboot, einem Schweren Marinetanker, drei Fregatten, drei Leichten Raketenschiffen und zwei Diesel-U-Booten.

Moskau will der «Iwestija» zufolge noch «mehrere weitere» Kriegsschiffe nach Syrien entsenden. Dafür seien Teile der Nordmeer-Flotte, der Ostsee-Armada und der Schwarzmeer-Flotte verlegt worden. Ziel der Operation sei es, eine anstehende Offensive von Assads Armee auf Rebellen in der syrischem Provinz Idlib zu unterstützen oder abzusichern.

Als Rechtfertigung für den Einsatz verbreitet der Kreml zum Beispiel über die russische Botschaft in den USA Verschwörungstheorien. Am Wochenende wurde auf Twitter behauptet, Rebellen planten in der umkämpften Provinz Idlib einen Angriff mit Chlorgas. Ihr Ziel  sei es, den Verdacht gegen die syrische Regierung zu lenken und damit eine militärische Antwort des Westens zu provozieren.

Auch der UN-Sicherheitsrat rechnet mit einem Angriff syrischer Regierungstruppen auf die letzte Rebellenhochburg Idlib. Westliche Staaten warnten am Dienstag bei einer Sitzung zur humanitären Lage in Syrien vor den «katastrophalen Konsequenzen» einer solchen Offensive. Der offenbar bevorstehende Angriff auf die nordwestliche Provinz könne ein «humanitäres Desaster» auslösen, sagte der stellvertretende schwedische Botschafter Carl Skau.

Leben von 2,2 Millionen Menschen bedroht

Während der vergangenen Wochen habe sich die humanitäre Lage in Idlib bereits deutlich verschlechtert, sagte John Ging, ein hochrangiger Vertreter der Abteilung für humanitäre Angelegenheiten bei den Vereinten Nationen. Der Einsatz des Sicherheitsrats sei zentral, etwa um den Schutz von Zivilisten in der belagerten Provinz zu gewährleisten.

Auch Grossbritannien und Frankreich zeigten sich besorgt in Anbetracht der sich abzeichnenden Offensive der Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. «Die Leben von 2,2 Millionen Menschen stehen auf dem Spiel», sagte die französische UN-Botschafterin. Sie drohte Assad mit Vergeltung, sollten seine Truppen Chemiewaffen einsetzen.

Russland hingegen verteidigte die syrische Regierung. Diese sei dabei, das Land nach Jahren des Bürgerkriegs zu stabilisieren und habe Sicherheitsgarantien für die Rückkehr von Flüchtlingen gegeben. Idlib ist die letzte noch von Aufständischen kontrollierte Provinz in Syrien. Assad hat Truppen am Rande der Rebellenhochburg zusammengezogen, die vor allem von islamistischen Gruppen kontrolliert wird.

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