Sultan von Oman gestorben — Cousin übernimmt Herrschaft

SDA

11.1.2020 - 10:42

Nach dem Tod des omanischen Sultans Kabus bin Said tritt Haitham bin Tarik al Said die Nachfolge des Herrschers an. Das berichtete die omanische Nachrichtenagentur Ona am Samstag. Er ist der Cousin des Verstorbenen und war bisher Kulturminister des Landes.

Der Verteidigungsrat öffnete in Anwesenheit von Mitgliedern der Herrscherfamilie einen Brief von Kabus. Dort war der letzte Wille des Verstorbenen hinterlegt. Sultan Kabus war am Freitag Medienberichten zufolge im Alter von 79 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

Kabus hatte das Sultanat Oman fast 50 Jahre im Alleingang regiert und es von einem rückständigen Landstrich in einen modernen, prosperierenden Staat verwandelt. Er hatte weder Kinder noch Brüder.

Vom Westen unterstützt

Nach Sultan Kabus' Tod wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. In dem muslimisch geprägten Land im Südosten der Arabischen Halbinsel, das fast so gross wie Deutschland ist, leben knapp fünf Millionen Menschen.

Der vom Westen unterstützte Kabus regierte den Oman seit 1970. Er war mit Hilfe der Kolonialmacht Grossbritannien auf den Thron gekommen. Mit Hilfe des Militärs und des britischen Geheimdienstes stiess er seinen Vater Said vom Thron. Dieser hatte das Land nach aussen abgeschottet und jede Modernisierung verweigert.

Unter der Herrschaft von Kabus entwickelte sich der Oman mit Hilfe von Öleinnahmen zu einem modernen und stabilen Staat. Der arabische Aufstand 2011 ging fast spurlos am Sultanat vorbei. Menschenrechtler beklagen jedoch fehlende Meinungsfreiheit und die Verhaftung von Regierungskritikern in dem Land.

International positionierte Kabus den Oman als Vermittler zwischen dem Iran und dem Westen. Der Oman gilt auch als Staat, der inoffiziell Kontakte zu Israel pflegt. Im April hatte der Oman die anderen arabischen Staaten dazu aufgerufen, sich um ein Ende der israelischen Existenzängste zu bemühen.


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