Al-Baghdadi-Einsatz Trumps Hund fürs Grobe

phi

30.10.2019

Donald Trump verkündet am 27. Oktober 2019 in Washington die Liquidierung von Abu Bakr al-Baghdadi.
Donald Trump verkündet am 27. Oktober 2019 in Washington die Liquidierung von Abu Bakr al-Baghdadi.
Bild: Keystone

Dass die USA Abu Bakr al-Baghdadi ausschalten konnten, ist ein Erfolg. Wie Donald Trump öffentlich macht, dass ein Hund massgeblich dazu beigetragen hat, entpuppt sich dagegen als Eigengoal.

US-Präsident Donald Trump war bester Laune, als er am 27. Oktober vor die Presse trat. Kein Wunder: Zuvor hatte er mit angesehen, wie Spezialeinheiten Abu Bakr al-Baghdadi eliminierten. Diese Erfolgsmeldung überbrachte der US-Präsident gerne.

In gewohnt markigen Tönen lobte sich der 73-Jährige für den Erfolg: «Baghdadi war seit vielen Jahren auf der Flucht – lange bevor ich im Amt war. Unter meiner Leitung als Commander in Oberbefehlshaber der Vereinigten Staaten haben wir sein Kalifat im März dieses Jahres zu 100 Prozent ausradiert. Wir werden die verbliebenen IS bis an ihr brutales Ende verfolgen. Das gilt auch für andere terroristische Organisationen.»

Trump berichtete, dass Hunde einer Spezialeinheit Baghdadi in einen Tunnel jagten, der in einer Sackgasse mündete und an dessen Ende sich der Islamist in die Luft sprengte. Einer der Hunde wurde bei dem Einsatz leicht verletzt, so Trump, der bald via Twitter noch ein Foto des Vierbeiners veröffentlichte, das von der Geheimhaltung befreit wurde – und dabei mit Lob nicht geizte.

Dass der Name des Hundes nicht verraten wird, hat gute Gründe: Schlussendlich könne man über diesen auf den Soldaten schliessen, der an dem Einsatz beteiligt war, erklärt ein Ex-Militär.

Bei anderen Informationen soll Trump zu grosszügig gewesen sein: «Beamte zucken zusammen, weil Trump sensible Informationen zum Baghdadi-Einsatz rauslässt», titelt der US-Sender NBC.

Der Präsident hatte erzählt, die Spezialeinheit sei sehr tief und schnell mit Helikoptern angerückt, hätte sich durch die Wand Einlass verschafft und Geheimpapiere des sogenannten IS mitgenommen. Das warne beispielsweise die Islamisten vor, dass Folgeeinsätze anstehen könnten.

Was ebenfalls nicht zur Hurra-Meldung aus dem Weissen Haus passt: Als ein gewisser Barack Obama 2012 den Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden verkündete, polterte Trump via Twitter, die Navy-Seals hätten den Terroristen gefasst. Man solle nicht den Präsidenten für deren Taten feiern. Doch alles ist anders, wenn Trump selbst am Ruder sitzt: Der Präsident spricht explizit davon, dass er selbst die Aktion geleitet habe – auch wenn der Mann bloss Zuschauer am Bildschirm in Washington war.

Auf den Hund gekommen

Doch am Ende des Tages kommen alle auf den Hund, der anonym bleiben muss. Dafür posten Twitter-User unter dem Hashtag #Declassified und #DeclassifiedDog Bilder ihrer Vierbeiner – mit mal mehr und mal weniger lustigen Sprüchen dazu.

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