Corona-Übersicht 391 Neuinfektionen — Andrea Arz de Falco folgt auf Stefan Kuster

Agenturen/red

24.9.2020

In der Schweiz nimmt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nach wie vor leicht zu. Das BAG meldet 391 Neuinfektionen — und lanciert eine neue Informationskampagne, um Nachlässigkeit zu begegnen. An der Spitze der der Abteilung übertragbare Krankheiten folgt Andrea Arz de Falco auf Stefan Kuster. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

«Es ist nach wie vor ein langsamer, aber stetiger Anstieg der Neuinfektionen festzustellen», sagte Stefan Kuster, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG am Donnerstag vor den Medien. So sind dem BAG in der Woche 38 2905 Neuinfektionen gemeldet worden, gegenüber 2853 Fällen in der Vorwoche. Innert eines Tages gab es bis Donnerstagmorgen 391 neue Ansteckungen, 46 weniger als am Mittwoch.

Bei den Hospitalisierungen sei im Wochenvergleich ein leichter Rückgang von 75 auf 66 Fälle verzeichnet worden. Auch die Todesfälle seien von 16 auf 15 zurückgegangen. Allein am Donnerstag kamen drei neue Todesfälle dazu.

Reproduktionszahl knapp über eins

Kuster wies darauf hin, dass die Reproduktionszahl immer noch knapp über eins liege, aber unter 1,1. «Von zehn Fällen müssten wir einen vermeiden, um eine Stabilisierung oder einen Rückgang verzeichnen zu können», sagte Kuster weiter.

Nach wie vor würden sich vor allem jüngere Menschen anstecken, der Anteil der älteren Bevölkerungsgruppe steige aber langsam an. Drei Viertel der Neuinfektionen würden Menschen im Alter unter 50 Jahren betreffen, sagte Kuster weiter.

Das Contact Tracing sei derzeit in allen Kantonen ausreichend, um die neu auftretenden Fälle zu bewältigen. Das BAG sei derzeit mit den Kantonen daran, die Testkapazitäten im Hinblick auf die erwartete Zunahme der Fälle im Herbst und Winter aufzustocken. Mit den derzeit 10'000 bis 15'000 Tests sei die Kapazität der 25'000 pro Tag möglichen Tests noch nicht erreicht. Ideal wären laut Kuster 40'000 Tests pro Tag. Ob dieses Ziel erreicht werden könne, hänge aber stark von der Dynamik in anderen Ländern sowie vom Markt abhängig.

Neue Kampagne gegen Nachlässigkeit

Auch Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im BAG, sprach von einer nach wie vor — wenn auch langsam — steigenden Zahl der Ansteckungen. Es zeige sich, dass die eingeleiteten Massnahmen eine Wirkung hätten. Aber es sei in der Bevölkerung eine gewisse Nachlässigkeit festzustellen, und dies gerade vor der kälteren Jahreszeit, wo sich die Viren vermehrt ausbreiten. Es sei deshalb wichtiger denn je, Distanz zu halten, und wo dies nicht möglich sei, eine Maske zu tragen.

Um der Nachlässigkeit zu begegnen, hat das BAG eine neue Informationskampagne vorgestellt. «Mach's einfach!» lautet der am Donnerstag vorgestellte Appell. Im Zentrum stehen Rückverfolgung (Tracing), Testen, Isolation und Quarantäne — die «TTIQ»-Strategie. Neu wird auf der Dating-App Tinder und der Videospielplattform Twitch.tv geworben.

Die Kampagne zielt insbesondere auf junge Menschen ab. Sie sollen dazu motiviert werden, im Ausgang ihre vollständigen Kontaktdaten zu hinterlassen.

Andrea Arz de Falco folgt auf Stefan Kuster

Mit der Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten, die bisher Stefan Kuster innehatte, wird in den kommenden Monaten Andrea Arz de Falco betraut, wie das BAG zu Berichten des Onlineportals Nau.ch bekannt gab. Die neue Direktorin werde in der ersten Oktoberhälfte über die neue Organisation detailliert informieren, heisst es.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Corona-Hotspot Spanien hat als erstes Land Westeuropas die Marke von 700'000 registrierten Infektionen gebrochen.
  • Grossbritannien verzeichnet den höchsten Anstieg an täglichen Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie.
  • Andrea Arz de Falco folgt in den kommenden Monaten auf Stefan Kuster als Leiterin der Abteilung übertragbare Krankheiten beim BAG.
  • Die Tessiner Fasnacht wird in diesem Winter ohne Umzüge stattfinden.
  • In der Schweiz und in Liechtenstein gab es laut BAG 391 neue Infektionen sowie drei Todesfälle innert eines Tages. Die Positivitätsrate liegt bei 2,8 Prozent.
  • Forscher des Berliner Universitätsspitals Charité haben optimierte Antikörper entwickelt, die vielversprechend für eine sogenannte passive Impfung sein dürften. 
  • Das BAG startet eine neue Kampagne mit dem Motto «Mach's einfach». Damit sollen vor allem junge Leute an die Einhaltung der Hygienemassnahmen erinnert werden.
  • Der Kanton Bern erlaubt neu Grossanlässe nur noch mit einer Maske. Und ruft zum vermehrten Homeoffice auf.

21.54 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Donnerstag

21.42 Uhr: Libanon meldet höchste Zahl von Corona-Neuinfektionen an einem Tag

Der Libanon hat die höchste Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem einzigen Tag seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Das Gesundheitsministerium des Landes im Nahen Osten meldete 1027 neue Fälle. Laut Ministerium sind 21 der Fälle von Einreisenden aus dem Ausland eingeschleppt worden. Damit stieg die Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Fälle seit dem 21. Februar auf 32'819. Bisher wurden im Libanon 329 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung registriert.

Die Zahl der Neuinfektionen im Libanon ist besonders seit der Explosion im Hafen der Hauptstadt Beirut am 4. August deutlich gestiegen, bei der mindestens 190 Menschen ums Leben gekommen waren. Wegen des Anstiegs der Infektionszahlen verschob der Libanon den Beginn des neuen Schuljahres bis zum 12. Oktober.

21.31 Uhr: Fachzeitschrift «Virology» überprüft Studie zu Echinaforce

Das Schweizer Naturheilmittel Echinaforce stand zuletzt häufiger in den Schlagzeilen. Für Aufsehen über Fachkreise hinaus sorgte auch die Studie zu dem Mittel in der Fachzeitschrift «Virology».  Wenngleich die Autoren betonen, die Wirksamkeit liesse sich bislang nur in vitro nachweisen, gab es Kritik an der Studie. 

Offenbar mit Erfolg: «Virology» will die Studie nun noch einmal überprüfen. Dies berichtet «20 Minuten». Demnach wolle der Herausgeber eine überarbeitet Fassung nachreichen.



21.20 Uhr: Kein Vertrauen in Trump — New York will eigene Impfstoff-Prüfung

Wegen vorgeblicher Sorge um die Sicherheit eines möglicherweise von der Trump-Regierung zugelassenen Impfstoffs plant der US-Bundesstaat New York seine eigene Untersuchung eines potenziellen Wirkstoffs. «Wie die Bundesregierung mit dem Impfstoff umgegangen ist, gibt es jetzt ernsthafte Fragen, ob der Impfstoff politisiert worden ist oder nicht», sagte der demokratische Gouverneur Andrew Cuomo. Es gebe ein politisches Motiv des republikanischen US-Präsidenten Donald Trump, so schnell wie möglich vor der Wahl ein Mittel anzukündigen.

Trump-Kritiker werfen dem Präsidenten vor, er wolle eine Zulassung für eine Impfung noch vor der Wahl am 3. November erzwingen — selbst wenn der Stoff noch nicht ausreichend erprobt sein sollte. Trump verspreche sich bei der Abstimmung dadurch Vorteile gegenüber seinem demokratischen Kontrahenten Joe Biden. In den vergangenen Wochen hatte Trump mit dem Vorwurf für Aufsehen gesorgt, Mitarbeiter der Arzneimittelbehörde würden Impfstoff-Tests absichtlich verzögern. Ihr Chef, Stephen Hahn, hatte daraufhin versichert, dass er keinen politischen Einfluss auf die Zulassung von Corona-Impfstoffen erlauben werde.



«Ehrlich gesagt werde ich der Meinung der Bundesregierung nicht vertrauen», sagte Cuomo weiter im Hinblick auf eine mögliche Zulassung eines Stoffes. Das würde er auch New Yorkern nicht empfehlen. Deswegen würde ein potenziell freigegebener Impfstoff zunächst von einer unabhängigen New Yorker Expertenkommission geprüft, bevor er verteilt werden dürfte.

Das im April heftig von der Corona-Pandemie getroffene New York gilt als amerikanisches Musterbeispiel bei der Bekämpfung des Virus. Durch weitreichende und strikt durchgeführte Massnahmen konnten die Infektionszahlen auf ein Minimum gesenkt und dort gehalten werden.

20.59 Uhr: Österreich will «Ski-Vergnügen ohne Après-Ski»

Après-Ski in Österreich findet in der bisherigen Form in diesem Winter wegen der Coronakrise nicht mehr statt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Das kündigte die österreichische Regierung  an. «Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski», fasste Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammen.

Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Tirols Landeschef Günther Platter begrüsste die Regeln. Après-Ski mache nur 3 Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.



Die Après-Ski-Regeln sind Teil eines Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus. So sei in Seilbahnen ein Abstand von einem Meter und Maskenpflicht vorgeschrieben, Skischulen sollten höchstens zehn Schüler pro Gruppe haben und die Durchmischung zwischen Gruppen verhindern, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) an. Ausserdem sollen sich auch Skilehrer und Reisebegleiter zusätzlich zu Hotelmitarbeitern regelmässig auf das Coronavirus testen lassen.

20.51 Uhr: Spanien übertrifft die Marke von 700'000 Corona-Infektionen

Der Corona-Hotspot Spanien hat als erstes Land Westeuropas die Marke von 700'000 registrierten Infektionen gebrochen. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete 10'653 neue Ansteckungen, wodurch die Gesamtzahl der Fälle auf mehr als 704'000 kletterte. Hinter Spanien folgt mit weitem Abstand Frankreich mit rund 520'000 Infektionen vor Grossbritannien (gut 410'000) und Italien (gut 300'000). In Deutschland wurden bisher rund 280'000 Fälle gezählt.

Die Zahl der Bürger, die mit Covid-19 starben, lag am Donnerstag in Spanien nach amtlichen Angaben bei über 31'000. Hier liegt Spanien allerdings deutlich hinter Grossbritannien (rund 42'000) und Italien (knapp 36'000) und etwa gleichauf mit Frankreich.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens nimmt bei einer Frau einen Abstrich in einer Drive-in Covid-19-Teststation in Sevilla.
Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens nimmt bei einer Frau einen Abstrich in einer Drive-in Covid-19-Teststation in Sevilla.
Eduardo Briones/EUROPA PRESS/dpa (Archivbild)

Besonders angespannt bleibt die Lage in der Region um die Hauptstadt Madrid, die am Donnerstag 4350 Fälle (über 40 Prozent aller Neuinfektionen) verzeichnete. «Madrid hat eine schwere Wochen vor sich», sagte Gesundheitsminister Salvador Illa vor Journalisten. Die konservative Regionalregierung will am Freitag neue Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie bekanntgeben.

Erst am Montag waren dort Absperrungen von zahlreichen vorwiegend einkommensschwachen Gebieten der Region in Kraft getreten, in denen die Zahl der Neuinfektionen zum Teil bei weit über 1000 pro 100'000 Einwohner binnen 14 Tagen lag. Dort dürfen die Menschen ihr Haus nur mit triftigen Gründen verlassen, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen oder Einkäufe zu tätigen. Die Abriegelungen, von denen etwa850 000 der insgesamt 6,6 Millionen Einwohner Madrids betroffen sind, gelten zunächst für zwei Wochen.

Es wurde nicht völlig ausgeschlossen, dass Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am Freitag sogar die Abriegelung der gesamten sogenannten «Comunidad Autónoma» (Autonomen Gemeinschaft) bekanntgibt. Wegen der wirtschaftlichen Folgen gilt ein solcher Schritt nach Medieneinschätzung aber als wenig wahrscheinlich.

20.34 Uhr: Trotz steigender Coronazahlen: Fridays for Future demonstriert wieder

Rund um die Erde wollen am Freitag Klimaschützer auf die Strasse gehen, um für mehr Tempo im Kampf gegen die Klimakrise zu demonstrieren. Die Bewegung Fridays for Future hat trotz der Coronalrise dazu aufgerufen, nachdem monatelang die Proteste hauptsächlich im Internet stattgefunden haben. Die Veranstalter versicherten vorab, dass man sich an Schutzmassnahmen gegen die Pandemie halten wolle. Fridays for Future zufolge sind weltweit mehr als 3000 «Klimastreiks» registriert, allein in Deutschland sind demnach mehr als 400 Demonstrationen geplant, darunter eine Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin.

Nach mehreren internationalen Grossprotesten 2019 und einem coronabedingt weitgehend ins Internet verlagerten Protesttag vor fünf Monaten ist es der erste Aktionstag, bei dem die junge Klimabewegung in diesem Jahr wieder auf die Strasse geht. Zur Begründung hiess es unter anderem, die kommenden Monate seien entscheidend dafür, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zu vorindustriellen Zeit zu begrenzen — und damit katastrophale Folgen wie vermehrte Dürren einzudämmen. Die Klimaaktivisten werden von zahlreichen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt, darunter kirchliche Initiativen, Umweltverbände und Gewerkschaften.



Die führende Klimaaktivistin Greta Thunberg, die sich derzeit in ihrer schwedischen Heimat befindet, kündigte an, dass sowohl auf den Strassen als auch digital demonstriert werden solle. «Wir werden das auf viele verschiedene Arten tun, je nachdem, wie die Situation der Corona-Beschränkungen aussieht», sagte sie vorab auf einer Online-Pressekonferenz. Damit solle ein Signal gesendet werden, dass die Klimakrise wie eine wirkliche Krise behandelt werden müsse.

19.48 Uhr: Protestaktion gegen Corona-Massnahmen in Frankreich

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie haben Gegner der Massnahmen in Frankreich zu einer grösseren Protestaktion aufgerufen. In der Hafenstadt Marseille wollen Gastronomen am Freitag gegen die angekündigte Schliessung von Bars und Restaurants auf die Strasse gehen (ab 09.00 Uhr). Auch Hotelbesitzer und andere Wirtschaftsvertreter wollen sich der Kundgebung anschliessen. Sie fürchten massive Einbussen, wie zuletzt unter der Ausgangssperre im Frühjahr.

Marseille und sein Umland sind am stärksten von der zweiten Welle der Corona-Infektionen in Frankreich betroffen. Regionalvertreter nannten die Verschärfung der Massnahmen eine «kollektive Bestrafung» und einen «Affront» durch die Pariser Zentralregierung.

19.19 Uhr: Israels Präsident mahnt in Corona-Krise zu Verantwortungsbewusstsein

Kurz vor Beginn eines verschärften Corona-Lockdowns hat Präsident Reuven Rivlin die Menschen in Israel zu Verantwortungsbewusstsein aufgerufen. Die Krise habe tiefe Spaltungen im politischen System und im öffentlichen Leben sowie einen Vertrauensverlust in die Regierung offenbart, sagte Rivlin am Donnerstag bei einer Konferenz der Zeitung «Jerusalem Post». «Dies ist sehr gefährlich. Nun ist es an der Zeit für jeden von uns, Verantwortung zu übernehmen.» Politiker müssten Schritte unternehmen, um denen zu helfen, die von Corona betroffen sind. Und die Bürger Israels müssten Disziplin und Respekt für die Anordnungen des Gesundheitsministeriums zeigen.



Seit vergangenem Freitag gilt wegen stark gestiegener Corona-Zahlen in Israel ein dreiwöchiger landesweiter Lockdown. Ab dem frühen Freitagnachmittag soll für zwei Wochen eine Verschärfung greifen. So sollen ab dann etwa Betriebe und Unternehmen aus nicht lebensnotwendigen Bereichen schliessen. Die Regierung will mit dem Lockdown eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

18.51 Uhr: Höchste Corona-Fallzahl seit Beginn der Pandemie in Grossbritannien

Mit 6634 neuen registrierten Fällen von Corona-Infektionen hat Grossbritannien den höchsten Stand innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie erreicht. Das teilte die zuständige Regierungsbehörde mit. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet — das heisst, mehr Fälle blieben unentdeckt. 40 weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Mit mehr als 40'000 Toten ist das Vereinigte Königreich in absoluten Zahlen das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa.

Grossbritannien verzeichnet einen Rekordanstieg täglicher Neuinfektionen.
Grossbritannien verzeichnet einen Rekordanstieg täglicher Neuinfektionen.
KEYSTONE/EPA/WILL OLIVER (Symbolbild)

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmassnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England um 22 Uhr schliessen. Zudem wurde die Maskenpflicht auf Taxis und weitere Geschäfte ausgeweitet. Die Regierung forderte Arbeitnehmer auf, wenn möglich, wieder von zuhause aus zu arbeiten.

Führende Gesundheitsexperten halten die Massnahmen für nicht weitreichend genug. In Schottland und Nordirland gelten bereits schärfere Regeln — dort dürfen sich bis auf wenige Ausnahmen keine verschiedenen Haushalte mehr miteinander treffen.

18.35 Uhr: Corona-Aufräum-Aktion bringt Mann in England 460'000 Franken ein

Eine Aufräum-Aktion während des Corona-Lockdowns hat sich für einen Mann in England als äusserst lukrativ erwiesen: Eine kleine Porzellankanne, die der Mann beim Ausmisten in der Garage fand und zunächst an einen Second-Hand-Laden geben wollte, ist bei einer Auktion in Nordengland für 390'000 Pfund versteigert worden. Das entspricht umgerechnet etwa 460'000 Franken. Sie erwies sich als wertvolles historisches Gefäss aus China, mutmasslich aus dem 18. Jahrhundert, das als Weinkrug genutzt wurde und von dessen Sorte es nur eine Handvoll Exemplare geben soll. Das Auktionshaus hatte zwischen 20'000 und 40'000 Pfund erwartet.



Der 51-jährige Verkäufer aus dem nordenglischen Dorf Swadlincote wollte anonym bleiben — liess jedoch mitteilen, sein Grossvater habe die Kanne aus dem Fernen Osten mitgebracht, wo er im Zweiten Weltkrieg stationiert gewesen sei. Jahrelang habe das Stück nach dem Tod seiner Verwandten in einer Kiste in der Garage gelegen. «Aber dann kam der Lockdown — und ich hatte endlich Zeit, die Kisten auszumisten.»

18.09 Uhr: Ärzte ohne Grenzen: Immer mehr Corona-Fälle im Nordwesten Syriens

Die Zahl der Corona-Fälle in den syrischen Rebellengebieten im Nordwesten des Bürgerkriegslandes ist stark gestiegen. Bis Anfang dieser Woche seien in der Region um die Stadt Idlib 640 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Donnerstag mit. Das seien zehn mal mehr Fälle als einen Monat zuvor. Wegen der wenigen Tests könnte die tatsächliche Zahl noch weit höher liegen.

Bei rund einem Drittel der Infizierten handele es sich um Mitarbeiter im Gesundheitswesen, erklärte MSF weiter. Besorgniserregend sei, dass in den Vertriebenenlagern immer mehr Covid-19-Fälle entdeckt würden.

In den Rebellengebieten im Nordwesten Syriens leben nach UN-Angaben rund vier Millionen Menschen, mehr als die Hälfte davon Vertriebene. Viele von ihnen sind in überfüllten Lagern untergekommen. Dort gebe es kaum Wasser, Toiletten und Waschgelegenheiten, warnte MSF. Abstandhalten, Händewaschen und Isolation seien praktisch unmöglich.



Syrien leidet nach mehr als neun Jahren Bürgerkrieg unter einer schweren Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Pandemie verschärft wird. Die Regierung hat aus ihren Gebieten bisher mehr als 3700 Corona-Fälle und 170 Tote gemeldet. Die UN gehen auch hier davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infizierungen deutlich höher liegt.

Das gilt demnach auch für den Nordosten Syriens, der von der Kurdenmiliz YPG und ihren Verbündeten kontrolliert wird. Dort sind bislang nach UN-Angaben mehr als 1100 Corona-Fälle und 52 Tote gezählt worden. Auch dort leben viele Vertriebene in Lagern.

17.42 Uhr: Andrea Arz de Falco folgt auf Stefan Kuster

Die neue Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit, Anne Lévy, wird interimistisch die Corona-Task-Force leiten. Sie wird dabei ab Oktober von Christine Kopp unterstützt, die vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) zum BAG stösst.

Mit der Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten, die bisher Stefan Kuster innehatte, wird in den kommenden Monaten Andrea Arz de Falco betraut, wie das BAG zu Berichten des Onlineportals Nau.ch bekannt gab. Die neue Direktorin werde in der ersten Oktoberhälfte über die neue Organisation detailliert informieren, heisst es.

Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass Kuster, der die Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten von dem als «Mister Corona» bekannt gewordenen und inzwischen pensionierten Daniel Koch Ende März übernommen hatte, zurücktreten wird. Kuster will aber weiterhin auf Mandatsbasis für die Behörde arbeiten.

Andrea Arz de Falco soll die Abteilung übertragbare Krankheiten beim BAG leiten (Archivbild).
Andrea Arz de Falco soll die Abteilung übertragbare Krankheiten beim BAG leiten (Archivbild).
Bild: Keystone

17.20 Uhr: Tessiner Fasnacht ohne Umzüge

Im Kanton Tessin finden im kommenden Winter weder Fasnachtsumzüge noch Tanzabende statt. Erlaubt werden sollen hingegen die im Tessin typischen «Risottate» und ähnliche Gastro-Events, wie das Tessiner Departement für Inneres, Justiz und Polizei mitteilte.

Veranstalter dieser Anlässe müssten die Covid-19-Richtlinien für die Gastronomie befolgen, schreibt das Departement für Inneres, Justiz und Polizei in einem am Donnerstagnachmittag verschickten Communiqué. So müsse das Personal konsequent eine Schutzmaske tragen, und die Gäste seien verpflichtet, im Sitzen zu konsumieren. Auch die Aufnahme der Kontaktdaten sei obligatorisch, heisst es weiter.

Für Anlässe mit mehr als 1'000 Personen muss zudem eine Bewilligung vom Kanton eingeholt werden. Diese erteilt eine für Grossanlässe eingesetzte Arbeitsgruppe.

Die Tessiner Regierung wolle sich in den kommenden Tagen mit der Bündner Regierung austauschen, damit in den tessinerisch-bündnerischen Grenzgebieten zur Fasnachtszeit dieselben Regeln gelten, heisst es abschliessend.

Fasnachtsumzüge wird es in diesem Jahr im Tessin nicht geben (Archivbild).
Fasnachtsumzüge wird es in diesem Jahr im Tessin nicht geben (Archivbild).
Bild: Keystone

16.54 Uhr: Silvesterparty am New Yorker Times Square weitgehend online

Die traditionelle Silvesterparty am New Yorker Times Square wird wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr weitgehend ins Internet verlegt. Die Details müssten noch geklärt werden, teilten Bürgermeister Bill de Blasio und der Nachbarschaftsverband Times Square Alliance in der Nacht zum Donnerstag mit. Klar sei aber schon, dass nur sehr wenige Menschen unter Einhaltung strenger Auflagen auf dem Platz im Zentrum Manhattans anwesend sein dürften. Weitere Elemente der Feier wie der sogenannte «ball drop», bei dem um Mitternacht ein leuchtender Kristallball an einem Fahnenmast herabgesenkt wird, würden live übertragen.

Normalerweise kommen zu Silvester jedes Jahr rund eine Million Menschen auf den Times Square, die Party mit Jubel, Konfettiregen, Gesang und Konzerten prominenter Musiker gehört zu den grössten Silvesterfeiern der Welt. Das Grossereignis fand erstmals 1904 statt, als die Zeitung «New York Times» die Eröffnung ihres neuen Verlagshauses mit einem Silvester-Feuerwerk feierte.

So lebhaft wie im vergangenen Jahr wird es an diesem Silvesterabend in New York nicht zugehen.
So lebhaft wie im vergangenen Jahr wird es an diesem Silvesterabend in New York nicht zugehen.
Bild: Keystone

16.14 Uhr: Kinder stecken sich genauso häufig an wie Erwachsene

Laut einer neuen Studie der Uni Zürich stecken sich Kinder gleich häufig mit dem Coronavirus an wie Erwachsene. Auch gebe es keine Hinweise, dass sie das Virus häufiger verbreiten als Erwachsene. Das ergab die «Ciao Corona»-Studie, für die im Juni und Juli in 55 Schulen im Kanton Zürich 2'585 Schüler auf Antikörper getestet wurden.

Nur 2,8 Prozent der Kinder hätten demnach Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut gehabt, schreibt der «Tages-Anzeiger». Bei Erwachsenen sei eine ähnlich hohe Rate zu erwarten gewesen, so die Forscher. Allerdings sei bei Kindern die Dunkelziffer deutlich höher, da bis zu den Sommerferien nur wenige Kinder bis zwölf Jahren getestet worden seien; ausserdem zeigten Kinder kaum typische Symptome.

15.55 Uhr: Kampanien führt Maskenpflicht auch im Freien ein

In der süditalienischen Region Kampanien müssen die Menschen wegen der Corona-Pandemie seit diesem Donnerstag auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dies gilt in der Region rund um Neapel bis zum 4. Oktober, wie Regionalpräsident Vincenzo De Luca am Donnerstag auf Facebook mitteilte. Der Sozialdemokrat unterschrieb nach einer Sitzung des Krisenstabes eine entsprechende Verordnung. Ausnahmen gibt es demnach für Kinder unter sechs Jahren, in Restaurants und Bars und für Menschen, die im Freien Sport treiben.

Auch in Teilen der ligurischen Hafenstadt Genua muss seit Mittwoch im Freien ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. In ganz Italien gilt bereits seit mehreren Monaten in Geschäften, Zügen und anderen geschlossenen Räumen eine Maskenpflicht. Auch auf öffentlichen Plätzen und vor Lokalen muss zwischen 18.00 und 6.00 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Italien war zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr besonders stark von der Pandemie getroffen worden. In den vergangenen Wochen stiegen die Zahlen der Neuinfizierten in dem Land zwar im Durchschnitt kontinuierlich an, waren jedoch deutlich geringer als etwa in Spanien oder Frankreich. Die Region Kampanien hatte am Mittwoch 248 neue Infizierte gemeldet und damit die meisten Fälle aller italienischen Regionen. Insgesamt waren am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden in Italien 1'640 neue Corona-Infektionen gemeldet worden.

15.36 Uhr: Pariser Krankenhäuser sagen erneut Operationen ab

Erstmals seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr müssen die Pariser Krankenhäuser wieder nicht zwingend notwendige Operationen absagen. Ab dem kommenden Wochenende werden zunächst 20 Prozent der geplanten OPs verschoben, wie am Donnerstag die öffentliche Krankenhaus-Gesellschaft Assistance publique-Hôpitaux de Paris (AP-HP) mitteilte. Grund ist der Druck auf die Intensivstationen infolge der seit Wochen steigenden Corona-Infektionszahlen.

Am Mittwoch wurden in den öffentlichen Krankenhäusern in Paris 132 Intensiv-Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 behandelt, die durch das neuartige Coronavirus verursacht wird. Das waren gut zweieinhalb Mal so viele wie Anfang September, als es 50 Patienten gab. Bis kommende Woche wird ein Anstieg auf mehr als 200 Corona-Notfälle erwartet, wie der stellvertretende AP-HP-Direktor François Crémieux sagte.

In Paris hatte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt die Marke von 200 pro 100'000 Einwohner überschritten, das Vierfache des Corona-Warnwerts. In ganz Frankreich wurden erneut mehr als 13'000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden registriert, das ist einer der höchsten Werte seit Beginn der Pandemie. Allerdings werden inzwischen mehr als 1,2 Millionen Tests wöchentlich gemacht, während im Frühjahr noch kaum Tests zur Verfügung standen.

In Paris werden wieder mehr Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.
In Paris werden wieder mehr Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.
Bild: Keystone

14.45 Uhr: Forscher entwickeln «hochwirksame» Antikörper

Berliner Forscher haben hochwirksame Antikörper gegen das Coronavirus entdeckt. Sie verfolgen nun die Entwicklung einer sogenannten passiven Impfung. Die Antikörper würden sofortigen Schutz bieten – präventiv ebenso wie bei Erkrankten. Allerdings nicht langandauernd.

Die Forscher der Charité und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankung isolierten fast 600 verschiedene Antikörper aus dem Blut von Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben. Besonders wirksame Exemplare konnten dann künstlich nachgebildet werden. sie binden sie sich an das Virus und verhindern damit, dass es in Zellen eindringen und sich vermehren kann.

Untersuchungen an Hamstern zeigten demnach die Wirksamkeit. «Wurden die Antikörper nach einer Infektion verabreicht, entwickelten die Hamster allenfalls milde Krankheitssymptome», erklärte der Koordinator des Forschungsprojekts, Jakob Kreye. Bei präventiver Gabe der Antikörper seien die Tiere gar nicht erst erkrankt.

Eine Wissenschaftlerin hält einen Corona-Antikörpertest in die Kamera. (Symbolbild)
Eine Wissenschaftlerin hält einen Corona-Antikörpertest in die Kamera. (Symbolbild)
Bild: Keystone

14.29 Uhr: Polen verzeichnet Höchstwert bei Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag verzeichneten die Behörden 1'136 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 183 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Warschau (149) und Pommern im Westen (143) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er betrug 1'002 Neuinfektionen.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, es gebe keine grossen lokalen Epidemieherde. «Es geht um kleine Ausbrüche, von denen es viele gibt. Das ist ein Effekt von mehr zwischenmenschlichen Kontakten.»

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 82'809 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2'369 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

14.10 Uhr: Schweizer fühlen sich fast so wie vor Lockdown

Die subjektive Lebensqualität der Menschen hat nach dem Ende des teilweisen Lockdowns wieder zugenommen. Sie liegt nun fast wieder auf gleichem Niveau wie 2017, als im Rahmen der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 92 Prozent der Menschen ihre Lebensqualität mindestens als gut bezeichneten.

Rund 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung stufen ihre gegenwärtige Lebensqualität als gut oder sehr gut ein, wie der aktuelle Covid-19-Social-Monitor der ZHAW und der Uni Zürich zeigt. Anfang April lag dieser Anteil noch bei 85 Prozent.

Damit verschlechterte sich das Wohlbefinden der Menschen während der Coronazeit weniger als befürchtet, sagte Marc Höglinger von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Das könne damit zusammenhängen, dass der teilweise Lockdown in der Schweiz relativ kurz andauerte und die Auswirkungen der Coronakrise milder ausfielen als befürchtet.

Zuschauer mit Schutzmasken bei einem Konzert des Sinfonieorchesters unter dem Titel «Willkommen zurück» am 4. September 2020, in der Tonhalle St. Gallen: Die subjektive Lebensqualität der Schweizer ist fast wieder auf dem Stand von vor der Pandemie.
Zuschauer mit Schutzmasken bei einem Konzert des Sinfonieorchesters unter dem Titel «Willkommen zurück» am 4. September 2020, in der Tonhalle St. Gallen: Die subjektive Lebensqualität der Schweizer ist fast wieder auf dem Stand von vor der Pandemie.
Bild: Keystone

13.50 Uhr: Flugpersonal fordert einheitliches Testsystem

Die Personalverbände des Luftverkehrs fordern in der Schweiz ein adäquates Covid-19-Testsystem im Einklang mit den europäischen Staaten. Das aktuelle Quarantäne-Regime schaffe ein Klima der Angst vor dem Fliegen.

Einseitig rigide Regelungen schadeten dem Werkplatz Schweiz und lösten auf unverantwortbare Art und Weise Strukturanpassungen aus. Damit würden bereits kurzfristig vermeidbare Entlassungen riskiert, kritisieren die Gewerkschaft VPOD, das Kabinenpersonal Kapers, der Verkehrspersonalverband SEV und der Kaufmännische Verband in einer gemeinsamen Mitteilung vom Donnerstag.

Was die Schweiz bis anhin nicht schaffe, scheine anderen EU-Staaten bereits zu gelingen: Das Vorweisen von negativen Covid-19-Testergebnissen und Testzentren an den Flughäfen ermögliche Erleichterungen und Ausnahmen zu den geltenden Quarantänebestimmungen.

Die Personalverbände fordern deshalb die umgehende Prüfung zur Erleichterung der Quarantänepflicht. Es dürfe in der Schweiz keinerlei schärfere Regelungen als in den übrigen europäischen Ländern geben.

Die Schweizer Flugpersonal-Verbände fordern einheitliche europaweite Schutzmassnahmen, um den Leuten die Angst vor dem Fliegen zu nehmen. (Symbolbild)
Die Schweizer Flugpersonal-Verbände fordern einheitliche europaweite Schutzmassnahmen, um den Leuten die Angst vor dem Fliegen zu nehmen. (Symbolbild)
Bild: Getty Images

13.34 Uhr: Schärfere Massnahmen in England in Kraft

Angesichts der stetig steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen sind in England neue Restriktionen in Kraft getreten. Unter anderem müssen alle Restaurants und Pubs um 22.00 Uhr schliessen.

13.22 Uhr: Madrid bittet um Soldaten, Polizisten und Ärzte

Angesichts der dramatischen Zunahme der Corona-Infektionen in der spanischen Hauptstadt Madrid hat die Regionalregierung «dringend» Soldaten sowie zusätzliche Polizisten und Ärzte von ausserhalb angefordert.

Das Militär werde für logistische Aufgaben benötigt, die Polizisten sollten bei der Durchsetzung von Beschränkungen der Bewegungsfreiheit helfen. Und die Ärzte würden für die Behandlung von Erkrankten gebraucht, berichtete die Zeitung «El País» am Donnerstag unter Berufung auf die Regionalregierung.

Spanien ist mit knapp 700'000 Infizierten und mehr als 31'000 Corona-Toten das am härtesten von der Pandemie getroffene Land Westeuropas. Ein Drittel aller Infektionen der zweiten Welle entfallen derzeit auf Madrid.

Polizisten überprüfen am 23. September die Einhaltung der geltenden Corona-Regeln. 
Polizisten überprüfen am 23. September die Einhaltung der geltenden Corona-Regeln. 
Bild: Keystone

13 Uhr: Sommaruga besucht Berner Contact Tracing-Team

Mitten in der Berner Altstadt besetzt das Contact-Tracing-Team des Kantons Bern zwei Stockwerke in einem Bürgerhaus. Heute erhielten die Mitarbeitenden hohen Besuch von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und dem Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg.

12.31 Uhr: 391 neue Corona-Fälle

Das BAG meldet 391 Neuinfektionen sowie drei Todesfälle innert eines Tages. Elf Personen mussten ins Spital eingewiesen werden. Bei total 13'851 durchgeführten Corona-Tests entspricht dies einer Positivitätsrate von 2,8 Prozent. Zudem registrierte das Amt drei neue Todesfälle. Elf Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Mittwoch meldete das BAG 437 neue Ansteckungen. Am Dienstag waren es 286. Am Montag hatte das Amt erstmals die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekannt gegeben. Insgesamt waren für die drei Tage 1095 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet worden. Am Freitag der vergangenen Woche waren 488 Fälle registriert worden und am Donnerstag 530.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 51'492 laborbestätigte Infektionen, wie das BAG am Donnerstag weiter mitteilte.

12.26 Uhr: Lufthansa will Schnelltests für Passagiere

Mit verbindlichen Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug will der Lufthansa-Konzern wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken ermöglichen. Zunächst geht es um ein Pilotprojekt auf einigen Verbindungen in die USA, das noch im Oktober starten soll.

Die erklärte ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt. Negative Testergebnisse sollten die Passagiere von den geltenden bilateralen Einreiseverboten befreien. Dazu bräuchte es auch die Zustimmung der beteiligten Regierungen.

Die Luftverkehrsbranche sieht die Tests auch als Alternative zu den beispielsweise in Deutschland geplanten Quarantänevorschriften bei Einreisen aus Risikogebieten. Der Airlineverband IATA geht davon aus, dass Antigen-Tests zum Stückpreis unter 10 Euro erhältlich sein werden und innerhalb von 15 Minuten sichere Ergebnisse liefern.

Auswertung eines Covid-19 Schnelltests. (Symbolbild)
Auswertung eines Covid-19 Schnelltests. (Symbolbild)
Bild: Keystoe

12.04 Uhr: Das war's 

Da keine weiteren Fragen aufkommen, wird die Medienkonferenz beendet. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

12.03 Uhr: Antikörper und Immunität

Sind Personen mit Antikörpern auch immun gegenüber einer Neuansteckung? Milo Puhan erklärt, dass die Ergebnisse der Wissenschaft dazu bisher nicht eindeutig sei. Er erklärt, dass diesbezüglich Tests gemacht werden, indem Personen wiederholt auf Antikörper untersucht werden.

12.00 Uhr: Bis zu 40'000 Tests täglich sollten möglich sein

Ein Journalist möchte wissen, wie es um die Testkapazität bestellt ist. Kuster gibt an, mit den bis zu 15'000 Tests pro Tag sei die Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht. Das Ziel sei aber in Hinblick auf den Herbst und Winter noch mehr Tests zur Verfügung stellen zu können. «Das Ziel sind 40'000 Tests pro Tag», so Kuster. Es sei aber auch abhängig vom Markt, ob das erreicht werden könne.

Die Kapazität des Contact Tracing sei momentan ebenfalls noch ausreichend. Würden die Fälle zunehmen, unternehme man grosse Anstrengungen, um auch das zu schaffen. Als Beispiel nennt Kuster den Kanton Waadt.

11.55 Uhr: Kuster spricht

Bevor die Fragerunde für die anwesenden Journalisten eröffnet wird, übernimmt nochmals Stefan Kuster das Wort. Er nimmt den Vergleich des Marathons auf, den diese Pandemie darstelle. Mit einer Neuorganisation zwischen verschiedenen Stellen des BAG werde sichergestellt, dass die Führung optimal aufgestellt sei. Er kommentiert damit Medienberichte von gestern Mittwoch, wonach er seinen Posten beim BAG räumen werde, bleibt aber verklausuliert. Auf eine Nachfrage, was das genau bedeute, sagt Kuster: «Ich stehe dem BAG bis auf Weiteres zur Verfügung.»

11.54 Uhr: Arbeit von «Corona Immunitas» geht weiter

«Wir sind ganz eng dran am Puls», sagt Puhan. Wöchentlich würden Studienteilnehmer Fragen zu Symptomen oder ihrem Verhalten beantworten. Es sei nützlich, viel über das Verhalten der Bevölkerung zu wissen, so der Experte. Bei den Wegwerfhandschuhen sehe man zum Beispiel, wie der Gebrauch über die Zeit abgenommen habe.

11.45 Uhr: 11 Prozent mit Antikörpern nach erster Welle

Die Forscher rund um «Corona Immunitas» haben sich für einen Antikörpertest der ETH Lausanne entschieden. Damit habe man die Dynamik der ersten Welle nachzeichnen können. «Bis Ende April ist der Anteil an Personen mit Antikörpern um elf Prozent gestiegen», sagt Puhan.



11.40 Uhr: Forschungsprogramm

Nun wird das Forschungsprojekt «Corona Immunitas» vorgestellt. Das macht Milo Puhan von der Universität Zürich. Dabei wurde untersucht, wie viele Personen in der Schweiz Antikörper auf das Coronavirus gebildet haben.

Das Ziel der insgesamt rund 40 zum Projekt gehörenden Studien ist es, die Virus-Ausbreitung über die Zeit hinweg zu analysieren. Im Fokus stünden Schulen und Altersheime. Auch die Langzeitfolgen einer Infektion sollen genauer untersucht werden.

Natürlich seien weitere Untersuchungen notwendig, so Puhan. Insgesamt hätten über 500 Forschende an dem Projekt mitgewirkt.

11.37 Uhr: Disziplin nimmt ab

Laut Virginie Masserey nimmt die Disziplin in der Bevölkerung ab. Das gelte es zu verhindern, da die Fälle wieder leicht steigen würden. Masserey stellt die neue BAG-Kampagne vor, die vor allem junge Menschen ansprechen soll. So soll sie auch auf Tinder gestartet werden. 

Denn auch wenn sich die Fallzahlen stabilisiert hätten, gelte es nun, nicht nachzulassen, erklärt sie, weiterhin die Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen befolgen. Die Kampagne soll die Bevölkerung dazu aufrufen. Das Motto lautet: «Mach’s einfach». Masserey sagt: Die Botschaft sei also nicht neu, aber die Form.

11.35 Uhr: Fälle in Bern und Genf nehmen zu

Nach wie vor sind die Corona-Hotspots laut Kuster die Kantone Genf, Freiburg, Waadt, Bern und Zürich. während die Zahlen in Freiburg, Zürich und Waadt zurückgehen, verzeichneten Bern und Genf in der letzten Woche mehr Ansteckungen. 

Nach wie vor würden sich vor allem Junge mit dem Coronavirus infizieren. 75 Prozent der Infizierten seien jünger als 50 Jahre. Der Anteil an Erkrankten in der älteren Bevölkerung ist gemäss Kuster jedoch steigend. 

11.31 Uhr: Es geht los

Die Medienkonferenz ist eröffnet. Stefan Kuster beginnt mit den neuesten Zahlen: 2'905 Neuinfektionen innert einer Woche wurden gezählt, bei den Hospitalisierungen gebe es einen langsamen, aber stetigen Anstieg zu beobachten. Die Zahl der Todesfälle liege aktuell bei über zehn in einer Woche, in der letzten Woche waren es 15 Todesfälle. 

11.30 Uhr: Jetzt informiert das BAG

Schon steht die nächste Pressekonferenz zur Corona-Pandemie an: Nach den Kantonen Zürich und Bern informiert nun auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zum Thema. Ab 11.30 Uhr informieren Stefan Kuster, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten, Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, vom BAG die Medien.

Vorgestellt werden soll auch ein schweizweites Forschungsprogramm mit dem Namen «Corona Immunitas»: Dieses stellt Milo Puhan, Leiter des Instituts für Epidemiologie an der Universität Zürich und Leiter des Forschungsprogramms, vor.

11.26 Uhr Damit ist die PK des Kantons Bern beendet

Damit ist das Ende der offiziellen Information auch schon wieder erreicht, es ist nun noch Zeit für die Fragen der Journalist*innen.

11.25 Uhr: Aufruf, Hygienemassnahmen einzuhalten

Schnegg erinnert daran, dass viele Ansteckungen innerhalb der Familie stattfinden. Das müsse unbedingt aufhören. Deshalb sein Aufruf: «Bitte, halten Sie die Hygienemassnahmen ein.»

11.15 Uhr: Zusammenarbeit mit Polizei und Rotem Kreuz

Jetzt spricht Raphael Ben Nescher, der Leiter Sonderstab Corona: «Das Contact Tracing ist organisatorisch uns unterstellt. Wir schauen, dass alles rund läuft.» Über 50 Personen habe man dafür angestellt, Tendenz steigend.

Man arbeite eng mit der Polizei und dem Roten Kreuz zusammen. Ein Ampelsystem zeige an, wie stark der Anstieg der Fälle sei und wie das Spital auf der Ips  ausgelastet sein. Auch erfasst werde, wie das Contact Tracing ausgelastet sei. Aus diesen drei Faktoren ergebe sich eine Farbe der Ampel, grün, orange, rot. Welche das sei, diese Entscheidung liege bei Gesundheitsdirektor Schnegg.

11 Uhr: Jetzt informiert auch der Kanton Bern

Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg eröffnet die Medienkonferenz des Kantons Bern. Wichtigste Änderung: Neu gilt im Kanton Bern bei Grossanlässen mit über 1'000 Personen eine Maskenpflicht.

Danach hat Kantonsärztin Linda Nartey das Wort. Sie gibt zuerst einen Überblick über die neueste Lage: Die Positivitätsrate beträgt demnach 2,1 Prozent.

«Wo möglich, sollte auch Homeoffice vermehrt wieder angeboten werden», sagt Nartey weiter.

10.50 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
Grafik: dpa

10.25 Uhr: Trump könnte Impfstoff-Richtlinien blockieren

US-Präsident Donald Trump erwägt, strengere Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde FDA für die Notfall-Genehmigung eines Corona-Impfstoffes nicht zu genehmigen. «Wir schauen uns das an und das Weisse Haus muss dem zustimmen. Wir können es genehmigen oder auch nicht», sagte Trump am Mittwoch in einer Medienkonferenz.

Die «Washington Post» hatte zuvor berichtet, die FDA wolle Leitlinien zur Stärkung der Transparenz und des öffentlichen Vertrauens veröffentlichen. Gesundheitsexperten hatten sich zunehmend besorgt gezeigt, dass die US-Regierung in das Genehmigungsverfahren für einen Impfstoff eingreifen könnte, um dieses zu beschleunigen.

Trump hatte wiederholt beschwört, dass ein Corona-Impfstoff noch vor den Präsidentschaftswahlen am 3. November zur Verfügung stehen könnte. Er sehe keinen Grund, warum ein Impfstoff verzögert werden müsse, und sagte, ein solcher Vorschlag der FDA sei politisch motiviert. Er habe «enormes Vertrauen» in die Impfstoffhersteller.

Allerdings dürften nur wenige Unternehmen ihre Studienergebnisse bereits vor der Wahl vorliegen haben. Bislang haben nur die deutsche Biotechfirma Biontech und ihr Partner Pfizer angekündigt, schon im Oktober einen Zulassungsantrag bei positiven Daten zu planen.

US-Präsident Donald Trump behält sich vor, in den Prozess der Notfall-Genehmigung eines Corona-Impfstoffes einzugreifen. (Archiv)
US-Präsident Donald Trump behält sich vor, in den Prozess der Notfall-Genehmigung eines Corona-Impfstoffes einzugreifen. (Archiv)
Bild: dpa

9.50 Uhr: Ende der Medieninformation

Die Pressekonferenz des Kantons Zürich ist hiermit beendet.

9.45 Uhr: Was, wenn der Freier falsche Daten angibt?

Das sei schwierig. Aber dann werde versucht, den Freier zu bestrafen, sagt Regierungsrat Fehr. Am nächsten Montag würden dazu mehr Details im Kantonsrat besprochen. Bis dahin gäbe es nicht mehr Informationen zum Thema Prostitution.

9.43 Uhr: Gibt es Zahlen dazu, wie viele Geschäfte von sich aus schliessen?

Der Kanton könne einen Betrieb schliessen, wenn dieser gegen Auflagen verstiesse. Das sei gerade in Winterthur passiert. Aber das sei die Ausnahme. Wer freiwillig schliesse, dazu gebe es keine Zahlen.

9.40 Uhr: Die Corona-Teststrassen sind im Freien – wie macht man diese winterfest?

«Zwei Drittel der Tests werden vom Hausarzt gemacht. Und bitte nehmen Sie vorher telefonisch mit den Teststrassen Kontakt auf, so kann der Termin koordiniert werden. So müssen Sie nicht lange im Zelt im Freien warten.» Teststrassen seien zudem für die Leute mit eher schwächeren Symptomen gedacht.

9.35 Uhr: Wie steht es um die Kontaktdaten in Restaurants?

Man wolle möglichst viele Freiheiten zulassen im Kanton Zürich. «Aber die Kontaktdatenerfassung in den Restaurants bleibt, sonst könnten wir ja das Tracing und die Rückverfolgung nicht gewährleisten.»

9.30 Uhr: Zeit für Fragen der Journalist*innen

Nein, die Quarantänezeit könne momentan noch nicht verkürzt werden, so die Antwort der Zürcher Regierung auf eine entsprechende Frage.

9.25 Uhr: «Die bevorstehende Grippesaison verunsichert viele Eltern»

Nun spricht Regierungsratspräsidentin Silvia Steiner über die Schulen: «Kranke Kinder sollen zu Hause bleiben – das gilt nicht nur jetzt, sondern immer.» Sie verstehe aber die Verunsicherung vieler Eltern aufgrund der speziellen Situation.

9.20 Uhr: «Vollzug und Kontrolle laufen im Kanton Zürich hervorragend»

Man habe die Zahlen im Griff, sagt nun Regierungsrat Mario Fehr. Gestern habe man 61 Neuansteckungen gehabt.

Und weiter: «Wir haben über 3'000 Schutzkonzepte im Kanton Zürich erarbeiten lassen von den verschiedenen Branchen wie den Restaurants, dabei haben wir 709 Mängel festgestellt.» Die Leute seien sehr kooperativ gewesen, sagt Fehr weiter. Man habe bisher nur 23 Verzeigungen ausgesprochen. «Vollzug und Kontrolle laufen hervorragend im Kanton Zürich.»

Ab dem 1. Oktober gäbe es ja nun «endlich» wieder Grossveranstaltungen, sagt Fehr weiter. Man habe bereits elf Gesuche dafür bekommen, die meisten für den Bereich Sport.

9.15 Uhr: Testen, testen, testen

Der Aufruf von Rickli an die Bevölkerung: «Haben Sie Symptome, gehen Sie sich testen lassen.» Die erste Anlaufstelle sei dabei der eigene Hausarzt. Gerade im Hinblick auf den kommenden Herbst und Winter sei es das Ziel, Engpässe zu vermeiden. Dem Regierungsrat gehe die Arbeit nicht aus. «Geniessen Sie die Freiheiten, die Sie haben. Sie haben viele Freiheiten!»

9 Uhr: Der Zürcher Regierungsrat informiert

An einer Pressekonferenz informiert der Kanton Zürich jetzt über die neuesten Corona-Massnahmen. Die Masken- und Kontaktdaten-Pflicht bleibt. «Alle Menschen müssen weiter eine Maske anziehen, wenn sie in Läden gehen oder in den ÖV», sagt Regierungsrätin Natalie Rickli. Neu dürfen wieder 300 Gäste in Clubs und Bars. Weiter will Zürich die Daten von Freiern konsequent erfassen.

Regierungsrätin Natalie Rickli an der Pressekonferenz in Zürich.
Regierungsrätin Natalie Rickli an der Pressekonferenz in Zürich.
Bild: Screenshot Pressekonferenz

8.30 Uhr: Portugal soll auf Quarantäneliste kommen

Von wegen Sonne tanken in den Herbstferien: Dutzende Länder oder Regionen stehen derzeit auf der Quarantäne-Liste des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Vor zwei Wochen wurden unter anderem Tschechien, Wien und Teile Frankreichs zu Risikogebieten erklärt. Nun soll auch Portugal auf der Liste landen, wie der «Blick» schreibt.

7.50 Uhr: Die Schweiz hat zu wenig Grippe-Impfstoff

Wegen Corona sollten sich mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen als in normalen Jahren. Aber ausgerechnet dieses Jahr hat es die Schweiz verschlafen, ausreichend Impfstoff zu bestellen. Jetzt ist alles ausverkauft.

Die saisonale Grippe kommt, mit ähnlichen Symptomen wie Corona. Daher wollte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eigentlich doppelt so viele Impfdosen beschaffen, nämlich 2,5 Millionen. Nun hat das BAG aber erst 1,6 Millionen auf sicher, wie der «Blick» schreibt. Und dabei könnte es bleiben, weil weltweit praktisch alles ausverkauft ist.

Mit den verfügbaren Impfdosen könnten nicht einmal alle Menschen aus Risikogruppen und alle über 65-Jährigen – total 2,7 Millionen Personen – geimpft werden. Das BAG arbeitet nach dem Prinzip Hoffnung und verweist auf Optionen für weitere Dosen.

Doch die beiden Lieferanten, Sanofi und Glaxo Smith Kline, winken ab. Bei Glaxo Smith Kline ist längst alles ausverkauft, daher seien keine zusätzlichen Lieferungen in die Schweiz möglich. Bei Sanofi ist derzeit ungewiss, ob die Schweiz zusätzlich beliefert werden kann.

Eine Frau bekommt am 24. Januar 2020 eine Grippeimpfung in einer Amavita Apotheke in Zürich. In der kommenden Grippesaison dürfte es schwieriger werden, an eine Impfung zu kommen.
Eine Frau bekommt am 24. Januar 2020 eine Grippeimpfung in einer Amavita Apotheke in Zürich. In der kommenden Grippesaison dürfte es schwieriger werden, an eine Impfung zu kommen.
Bild: Keystone

7.30 Uhr: 2'143 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Erneut liegt die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Deutschland über der Schwelle von 2'000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter 2'143 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekannt gab.

Am Samstag war mit 2'297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings hatte damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger gelegen.

3.40 Uhr: Maas und Altmaier in Quarantäne

Der deutsche Aussenminister Heiko Maas und Wirtschaftsminister Peter Altmaier haben sich nach möglichen Kontakten mit Corona-Infizierten vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben. Anlass bei Maas (SPD) war die Corona-Infektion eines seiner Personenschützer, während ein beim Handelsministerrat anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers, der positiv auf Corona getestet wurde, für Altmaiers (CDU) Auszeit sorgte.

Zwei deutsche Regierungsmitglieder in Quarantäne: Aussenminister Heiko Maas (SPD, links) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). (Archivbild)
Zwei deutsche Regierungsmitglieder in Quarantäne: Aussenminister Heiko Maas (SPD, links) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). (Archivbild)
Keystone

Ein erster Test bei Maas auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ ausgefallen, teilte das Auswärtige Amt mit. Es werde nun geklärt, ob weitere Personen betroffen und welche Massnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien.

Altmaier teilte am späten Mittwochabend auf Twitter mit, dass ein Mitarbeiter eines EU-Ministers beim Handelsministerrat in Berlin positiv auf Corona getestet worden sei. «Ich habe mich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben», twitterte der Minister. «Ich wurde am Freitag negativ getestet, es geht mir sehr gut.»

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich im März wegen einer Corona-Infektion ihres Impfarztes für zwei Wochen in Quarantäne begeben und von zu Hause aus gearbeitet. Sie hatte damals drei Tests in Abständen von mehreren Tagen machen lassen, um sicherzugehen, dass sie sich nicht angesteckt hat.

Wie lange Maas in seiner Wohnung in Berlin bleiben muss, war zunächst unklar. Man werde sich bei der Länge der Quarantäne an die Regeln des Infektionsschutzgesetzes halten, hiess es dazu aus dem Auswärtigen Amt. Auch bei Altmaier stand zunächst nicht fest, wie lange er von zu Hause arbeiten muss.

Eigentlich wollte Maas am Mittwochnachmittag in die jordanische Hauptstadt Amman zu einem Treffen mit den Aussenministern Jordaniens, Ägyptens und Frankreichs abfliegen, bei dem es am Donnerstag um den Nahost-Konflikt gehen soll. Diese Reise wurde kurzfristig abgesagt.

Merkel nahm während ihrer Quarantäne von ihrer Wohnung in Berlin aus an diversen Video- und Telefonkonferenzen zum Beispiel mit den Ministerpräsidenten teil. Das dürfte nun auch bei Maas so sein.

Erst am Mittwoch hatte EU-Ratspräsident Charles Michel den für Donnerstag und Freitag in Brüssel geplanten Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs auf Anfang Oktober verschoben. Grund war auch hier eine Corona-Infektion bei einem Sicherheitsbeamten und die deswegen erforderliche Quarantäne.

1.22 Uhr: Dickster Mann der Welt besiegt Coronavirus

Ein Mexikaner, der früher als der dickste Mann der Welt galt, hat das Coronavirus besiegt. Seine jahrelangen Abmagerungskuren und Leibesübungen wie auch die Operationen zur Verkleinerung seines Magens hätten dazu beigetragen, dass er die Infektion überwinden konnte, sagte der 36-jährige Juan Pedro Franco jetzt der Nachrichtenagentur AFP.

Fettleibigkeit ist oft mit chronischen Krankheiten verbunden, die im Fall einer Corona-Infektion erschwerend hinzukommen. (Symbolbild)
Fettleibigkeit ist oft mit chronischen Krankheiten verbunden, die im Fall einer Corona-Infektion erschwerend hinzukommen. (Symbolbild)
Keystone

Franco wog vormals 595 Kilo, weshalb er im Guinness-Buch der Rekorde von 2017 als der schwerste Mann der Welt geführt wurde. Er hat seither auf 208 Kilo abgenommen. Aber seine lange Geschichte von Diabetes, hohem Blutdruck und einer chronischen Lungenerkrankung erschwerten ihm den Kampf gegen die Coronavirus-Infektion.

Er habe an Fieber, Körper- und Kopfschmerzen sowie Atembeschwerden gelitten, erzählte der im zentralmexikanischen Bundesstaat Aguascalientes lebende Franco. «Es ist eine sehr aggressive Krankheit», sagte er. Ein Viertel der mehr als 74'000 Menschen in Mexiko, die an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben sind, waren nach offiziellen Angaben übergewichtig.

0.30 Uhr: Israel verschärft Lockdown für zwei Wochen

Kurz nach der Veröffentlichung von Corona-Rekordzahlen hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Verschärfung der Lockdown-Bestimmungen angekündigt. Der Regierungschef sagte am späten Mittwochabend in einer Videobotschaft, der seit vergangenen Freitag geltende, ohnehin schon strenge Lockdown werde ab kommenden Freitag für zwei Wochen in einen «kompletten Lockdown» umgewandelt. Details nannte der Regierungschef zunächst nicht.

Nach Medienberichten betreffen die Restriktionen unter anderem Gebete und Demonstrationen. Das Kabinett muss den Massnahmen noch zustimmen. Der Schritt erfolgt kurz vor dem höchsten, am Sonntag beginnenden jüdischen Feiertag Jom Kippur. Einer Umfrage zufolge hat das Vertrauen in die Corona-Politik von Netanjahu stark abgenommen.

Der 70-Jährige äusserte sich vor dem Hintergrund langer Beratungen des sogenannten Coronavirus-Kabinetts. Berichten zufolge waren mögliche Einschränkungen für das Demonstrationsrecht ein Hauptstreitpunkt der Beratungen – beziehungsweise die Koppelung solcher Restriktionen an Beschränkungen für Gebete an Jom Kippur. Netanjahu soll darauf gedrungen haben. «Wenn wir das Haus verlassen dürfen, um zu demonstrieren, dann wird es den Menschen auch möglich sein, an den Strand zu gehen und es Protestieren zu nennen», sagte er laut «Jerusalem Post» während der Sitzung. Gegen Netanjahu gibt es seit Wochen Proteste, auch nahe seiner Residenz in Jerusalem. Strengreligiöse im Parlament gelten als enge Verbündete Netanjahus.

Das Gesundheitsministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass binnen 24 Stunden 6'950 Neuinfektionen verzeichnet wurden. So viele neue Fälle an einem Tag wurden bislang noch nicht registriert. Der bisherige Rekord an Neuinfektionen an einem Tag war mit 5'533 Fällen am 15. September. Vor vier Monaten, am 23. Mai, waren lediglich 5 Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Zahl der Tests hatte zuletzt zwar zugenommen, die Quote der Positivtests betrug am Mittwoch aber hohe 11,7 Prozent. Der Erreger Sars-CoV-2 wurde nunmehr bei 204'690 Menschen in Israel nachgewiesen.

Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1'769 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ausgewiesen.

Seit Freitag gilt in Israel ein Lockdown. Die Menschen müssen sich mit Massnahmen wie Schulschliessungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit arrangieren. Die Regierung will so eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Ein Auslöser war die Warnung von Krankenhausleitern vor drohenden Kapazitätsgrenzen. Kliniken mussten bereits Corona-Patienten zurückweisen, weil kein Platz für ihre Behandlung war. Die Zeitung «Haaretz» zitierte einen Vertreter des Rettungsdienstes Magen Adom, wonach das Verteilsystem unter den Kliniken an Grenzen stosse. Das Gesundheitsministerium ordnete an, dass ab sofort Sanitäter zur Unterstützung des Personals in Kliniken eingesetzt werden sollen.

0.16 Uhr: Belgein erlässt Reiseverbot für Genf

In der Coronapandemie setzt Belgien weitere Schweizer Kantone auf die orange Liste. Für 14 Kantone gilt mittlerweile eine erhöhte Wachsamkeit. Für den Kanton Genf erlässt Belgien neu ein Reiseverbot, wie das Königreich Belgien auf seinem Internet-Portal schreibt.

Auf der orangen Liste stehen neu die beiden Appenzell, St. Gallen und Thurgau, wie Blick Online schreibt. Damit gilt für Reisen in 14 Kantonen eine erhöhte Wachsamkeit. Auf dieser Liste standen schon bisher die Kantone Wallis, Jura, Aargau, Bern, Solothurn, Neuenburg, Basel-Stadt, Zürich, Schwyz und Zug. Eine Quarantäne oder ein Test werden bei der Rückkehr empfohlen, sind aber nicht obligatorisch.

Warnstufe rot gilt nach wie vor für die Kantone Freiburg und Waadt sowie neu für Genf. Ab Freitag nimmt Belgien laut Blick Online eine kleine Änderung vor. Die belgische Regierung hat beschlossen, das Reiseverbot für eine rote Zone durch einen Reisehinweis zu ersetzen, wobei dringend davon abgeraten wird, in eine solche Zone zu reisen.

Das ändere aber nichts am Verfahren: Die Massnahmen, die im Falle einer Rückkehr aus den roten oder orangefarbenen Zonen gelten würden, blieben in Kraft. Für die restlichen neun Kantone (Basel Land, Glarus, Schaffhausen, Graubünden, Luzern, Uri, Obwalden, Nidwalden und Tessin) gibt das Königreich grünes Licht.

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