Corona-Übersicht BAG hält an Quarantäne-Entscheid für italienische Region Ligurien fest

Agenturen/toko

26.9.2020

Die Behörden der italienischen Region Ligurien wollten sich den BAG-Entscheid nicht bieten lassen und gingen gegen die Einstufung als Risikogebiet vor — erfolglos. Unterdessen meldet Deutschland den höchsten Anstieg an Neuinfektionen seit fünf Monaten. Alle News im Ticker.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält an seinem Entscheid fest, die italienische Region Ligurien auf die Liste der Coronavirus-Risikogebiete zu setzen. Die ligurischen Behörden hatten sich am Freitagabend gegen den Entscheid gewehrt.

Das BAG beurteile die epidemiologische Lage bei den Nachbarstaaten auf Ebene Regionen, teilte das Bundesamt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag mit. Dabei falle Ligurien mit einer 14-Tages-Inzidenz von rund 80 Fällen auf 100'000 Einwohner unter die Regionen mit erhöhtem Risiko. Eine weitere Differenzierung innerhalb einer Region sei nicht möglich, so das BAG.

Die Region Ligurien stehe deshalb ab dem 28. September auf der Quarantäneliste. Das BAG überprüfe die Liste regelmässig und werde sie wie bisher bei Änderungen der Lage anpassen.

Die ligurischen Behörden argumentieren, dass der Ausbruch des Virus auf den Ort La Spezia zurückzuführen ist. Die Region hat deswegen beim Schweizer Generalkonsul in Italien interveniert, wie die italienische Agentur Ansa am Freitagabend berichtete. Sie informierten auch den italienischen Aussenminister Luigi Di Maio.

Die ligurischen Behörden sind der Ansicht, dass die Schweizer Entscheidung durch die "inhomogene" Situation in dieser Region verzerrt ist. Der Bund müsse seine Entscheidung rückgängig machen oder diese nur auf die von der Epidemie am stärksten betroffenen Gebiete anwenden.

Die 70 Fälle pro 100'000 Einwohner seien auf den lokalen Ausbruch in La Spezia zurückzuführen, eine Hafenstadt, die etwa 100 Kilometer östlich von Genua liegt. Laut regionalen Behörden sinken dort die Neuinfektionen. Der Rest der Region Ligurien bleibe unter dem Grenzwert.

Der Bund hat in einer Verordnung die Kriterien für Risikoländer verankert: Als solche gelten Länder, in welchen die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen mehr als 60 betrug. Am Freitag wurde die neue Länderliste vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlicht.

Die aktualisierte Liste enthält neu auch die Region Bretagne in Frankreich und verschiedene österreichische Bundesländer. Auf der Grundlage der vom BAG erstellten und regelmässig angepassten Liste ist die Quarantäne nach einem Aufenthalt in 59 Ländern nun obligatorisch.

Deutschland verzeichnet höchste Zahl an Neuinfektionen seit fünf Monaten

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt abermals und hat nunmehr den höchsten Stand seit fünf Monaten erreicht.

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2507 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2153 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen mindestens 282'730 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9452. Das sind 9 mehr als am Vortag. Rund 249'700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Einem Medienbericht zufolge ist Gesundheitsminister Alain Berset am Rande des Zürich Film Festival am Donnerstag von «Corona-Skeptikern» beschimpft worden.
  • In London haben Tausende gegen die Corona-Massnahmen der britischen Regierung protestiert.
  • Die Gesundheitsministerin des australischen Bundesstaates Victoria ist nach anhaltender Kritik wegen der starken Zunahme der Infektionen zurückgetreten.
  • Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland erreicht mit über 2500 Neuinfektionen einen neuen Höchststand.
  • Die italienische Region Ligurien wehrt sich gegen die Einstufung als Coronavirus-Risikogebiet durch die Schweiz. Das BAG hält an seiner Entscheidung fest.

17.50 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Samstag

17.32 Uhr: Erstmals mehr als 1000 Neuinfektionen in Tunesien

Erstmals seit Beginn der Pandemie hat Tunesien mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines einzigen Tages registriert. Binnen 24 Stunden seien 1087 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag in Tunis mit. 11 Menschen seien gestorben. Das Ministerium warnte vor einer «gefährlichen Situation» im Oktober. Insgesamt registrierten die Behörden in dem nordafrikanischen Land bislang mehr als 14'000 Corona-Fälle und 191 Tote in Verbindung mit Covid-19.

Das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit ist mittlerweile wieder Pflicht. Gesundheitsminister Fausi Mehdi kündigte an, jeder positiv Getestete müsse sich zur Quarantäne in ein Hotel begeben. Für den Anstieg sollen insbesondere auch grössere Hochzeitsfeiern verantwortlich sein. Mehdi sagte, auch die Rückkehr zu strikteren Ausgangsregelungen sei denkbar. Im März hatte Tunesien schon einmal strikte Ausgangssperren verhängt, die Grenzen geschlossen und internationale Flüge ausgesetzt.

Ministerpräsident Hichem Mechichi sagte der Nachrichtenagentur TAP zufolge am Samstag: «Wir werden uns bemühen, die Kurve abzuflachen, um das Wiederaufleben des Coronavirus einzudämmen.» Eine Rückkehr zur allgemeinen Abriegelung komme aber nicht in Frage. Tunesien leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Corona-Pandemie hat die Lage verschärft.

16.58 Uhr: Johnson fordert Einigkeit im Corona-Kampf — mehr Geld für die WHO

Angesichts von Spannungen zwischen den USA und China im Kampf gegen das Coronavirus hat der britische Premierminister Boris Johnson zur Einigkeit aufgerufen. «Wir wissen, dass wir so nicht weitermachen können. Wenn wir uns nicht vereinen und unser Feuer gegen unseren gemeinsamen Feind wenden, wissen wir, dass jeder verlieren wird», sagte Johnson in seiner Video-Ansprache bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.

Der erbitterte Streit zwischen Washington und Peking hatte auch die Generaldebatte in den vergangenen Tagen bestimmt. In den letzten Monaten hatten sich die Beziehungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften auch wegen der Corona-Pandemie massiv verschlechtert. US-Präsident Donald Trump hatte das Coronavirus unter anderem wiederholt als «China-Virus» bezeichnet. Der Konflikt berührt mittlerweile fast jeden Aspekt der Beziehungen zwischen den beiden Grossmächten. Zudem machte Trump der WHO den Vorwurf, eine Marionette Pekings zu sein, und kündigte offiziell den Austritt aus der Organisation an. Wirksam wird er im Juli nächsten Jahres.

Johnson kündigte zudem eine Erhöhung der Gelder für die Weltgesundheitsorganisation WHO um 30 Prozent an. Demnach solle die Organisation in den kommenden vier Jahren 340 Millionen Pfund (rund 400 Millionen Franken) aus dem Vereinten Königreich erhalten.

Johnson stellte zudem einen Fünf-Punkte-Plan vor, um Pandemien wie die Gegenwärtige in Zukunft zu verhindern. Dieser beinhaltet unter anderem den Aufbau von Zentren zur genaueren Beobachtung potenziell gefährlicher Erreger. Auch solle es einen global abgestimmten Plan zur Bekämpfung einer Pandemie geben, anstatt nationale Ansätze wie momentan.

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie findet die 75. Generaldebatte der UN-Vollversammlung in diesem Jahr noch bis Dienstag grösstenteils online statt. Die Vertreter aller 193 Mitgliedsstaaten — darunter weit mehr als 150 Staats- und Regierungschefs — sprechen nicht wie normalerweise im UN-Hauptquartier in New York, sondern per vorab aufgezeichneten Video-Reden.

16.21 Uhr: Berset am ZFF von «Corona-Skeptikern» beschimpft

Am Rande des Zürcher  Film Festivals ist Gesundheitsminister Alain Berset von sogenannten Corona-Skeptikern am Donnerstag massiv beschimpft worden. Dies berichtet «Blick».

Demnach wurde der Bundesrat unter anderem als «Volksverräter» beschimpft. Dem Bricht zufolge ignorierte Berset der Gruppe.

Offenbar, so heisst es weiter, führe die Spur zur selben Gruppe, die auch Daniel Koch in Grossmünster angepöbelt hatte. Es gebe Hinweise darauf, dass die Aktion geplant und von Anfang an gefilmt worden sei.

Auftritt als Kulturminister: Bundesrat Alain Berset eröffnet das Zurich Film Festival am Donnerstag.
Auftritt als Kulturminister: Bundesrat Alain Berset eröffnet das Zurich Film Festival am Donnerstag.
KEYSTONE/ENNIO LEANZA

15.26 Uhr: Tausende protestieren in London gegen Corona-Massnahmen

Tausende demonstrieren in der britischen Hauptstadt Grossbritannien gegen die Corona-Massnahme der Regierung. Wie unter anderem «The Guardian» berichtet, riefen die Teilnehmenden dabei Sprechchöre wie etwa «Wir werden gewinnen!» oder «Denk nach bevor es illegal wird».

Wie es in dem Bericht weiter heisst, sollen bei der Demonstration auch zahlreiche Vertreter der 5G-Verschwörungstheorie anwesend sein.

Teilnehmer der Demonstration in London.
Teilnehmer der Demonstration in London.
Keystone/AP/Frank Augstein

14.20 Uhr: Söder: Corona ist «Naturkatastrophe»

Markus Söder, Regierungschef des deutschen Bundeslandes Bayern, hat das Coronavirus als Naturkatastrophe und als Prüfung für die heutige Zeit und die heutigen Generationen bezeichnet – und zu einem gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie aufgerufen.

«Corona ist mit voller Wucht, aller Macht wieder da, in ganz Europa», sagte der CSU-Chef Söder in einer Grundsatzrede auf dem ersten grossen Online-Parteitag seiner Partei.

Viele hätten keine Lust mehr auf Corona und seien von Corona genervt – er selber auch. Doch Söder mahnte: «Die zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark.» Der bayerische Ministerpräsident betonte: «Corona ist eine Art Naturkatastrophe.»

13.41 Uhr: Coronavirus hinterlässt Spuren beim Weinkonsum

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 bekommen die Winzer in der Schweiz zu spüren. Die Absage regionaler Veranstaltungen wie der Fête des vendanges in Neuenburg bedeute einen Einkommensverlust. Immerhin hätten mehr Privatkunden Wein gekauft.

Als grösste Weinregion der Schweiz rechnet indes der Kanton Wallis mit einem Spitzenjahr. «Dies ist eine ausgezeichneter Jahrgang», sagte Yvan Aymon, Präsident des Branchenverbandes der Walliser Weine.

Doch auch im Wallis sind die diesjährigen Mengen unterdurchschnittlich, insbesondere beim Pinot Noir. «Dies ist auf den heissen Sommer und die geringen Niederschläge zurückzuführen», so Aymon. Das Coronavirus hat auch die Walliser Weinbauern nicht verschont. Der Verkauf von Wein in Restaurants und Hotels sei stark zurückgegangen. Umgekehrt kauften Privatkunden mehr Wein, diese würden die lokalen Produkte vermehrt schätzen.



12.49 Uhr: Iran will zeitweilige Ausgangssperren verhängen

Der Iran plant wegen eines weiteren Anstiegs der Corona-Neuinfektionen zeitweilige Ausgangssperren. Bei hohen Fallzahlen sollten in betroffenen Provinzen einwöchige Lockdowns verhängt werden, gab Präsident Hassan Ruhani in einem Treffen des nationalen Corona-Krisenstabs bekannt. Zudem solle es bei Verstössen gegen die Maskenpflicht künftig höhere Strafen geben, hiess es auf der Webseite des Präsidenten.

Iranische Gesundheitsexperten fürchten, dass ein weiterer Anstieg der Fallzahlen zu kritischen Engpässen bei der Versorgung infizierter Patienten führen könnte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es zuletzt bis zu 200 Tote sowie 3500 Neuinfektionen täglich. Insgesamt starben in dem Land mit etwa 82 Millionen Einwohnern bereits mehr als 25'000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Annähernd 440'000 haben sich infiziert.



12.21 Uhr. Bericht: 50'000 Schüler in Deutschland in Quarantäne

Nach dem Start des neuen Schuljahres in Deutschland befinden sich einem Zeitungsbericht zufolge derzeit rund 50'000 Schüler in Quarantäne. Dies habe eine Umfrage bei den zuständigen Ministerien der Länder ergeben, berichtete die «Bild»-Zeitung. «Diese Zahl zeigt, dass wir nach wie vor mitten in der Pandemie sind und dies bereits wieder voll auf den Schulbetrieb durchschlägt», sagte Bildungsministerin Anja Karliczek  dem Blatt.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnte vor einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen an den Schulen. «Die derzeitige hohe Zahl von 50'000 Schülerinnen und Schülern wird sich nach Auffassung des Deutschen Lehrerverbands in den nächsten drei Monaten noch mehr als verdoppeln, wahrscheinlich sogar vervielfachen», sagte er dem Blatt.



11.58 Uhr: Gesundheitsministerin in Australiens Corona-Hotspot Victoria tritt ab

Die Gesundheitsministerin des australischen Bundesstaates Victoria, Jenny Mikakos, ist nach anhaltender Kritik wegen der starken Zunahme der Coronavirus-Fälle zurückgetreten. Für die zweite Welle der Pandemie in dem besonders hart getroffenen Bundesstaat und der Millionen-Metropole Melbourne sei sie aber nicht verantwortlich zu machen, teilte sie am Samstag mit.

Die Zahl der Toten nach einer Infektion mit dem Coronavirus stieg in Victoria nach Behördenangaben am Samstag auf 782 - das entspricht einem Grossteil der 870 Todesfälle insgesamt in dem 25 Millionen Einwohner zählenden Land. Der vor Wochen in Victorias Hauptstadt Melbourne angeordnete Lockdown gilt als einer der härtesten der Welt und soll voraussichtlich nicht vor Ende Oktober aufgehoben werden. In der Metropolregion leben rund fünf Millionen Menschen.

Victorias Premier Daniel Andrews hatte Mikakos am Freitag im Rahmen einer Untersuchung eine Mitverantwortung an der hohen Fallzahl zugeschrieben. «Ich bin enttäuscht, dass versucht worden ist, meine Integrität infrage zu stellen», sagte die Ministerin. Sie werde auch ihr Abgeordnetenmandat abgeben.

11.50 Uhr: Experten halten Madrids Massnahmen gegen Corona für unzureichend

Gesundheitsexperten halten die neuen Massnahmen der Regionalregierung Madrids zur Eindämmung der drastisch steigenden Corona-Zahlen für unzureichend und unwirksam. «Sie haben kein solides epidemiologisches Fundament, sie sind unverantwortlich im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit und werden Leiden bereiten sowie Leben kosten», zitierte die Zeitung «La Vanguardia» den Epidemiologen und früheren Krisendirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Daniel López Acuña.

Am Vortag hatte die konservative Regionalregierung der Stadt den Rat der linken Zentralregierung missachtet, fast die ganze Hauptstadt abzuriegeln. Stattdessen ordnete sie nur die Ausweitung bereits bestehender Beschränkungen der Bewegungsfreiheit von 37 auf 45 Gebiete an. Es handelt sich vorwiegend um besonders dicht besiedelte ärmere Wohngebiete. Die Stadtregierung befürchtet, dass die Wirtschaft durch einen neuen Lockdown wie im Frühjahr völlig in die Knie gehen könnte.

Auch der Wissenschaftler des nationalen Zentrums für Biotechnologie, Saúl Ares, lässt kaum ein gutes Haar an der Strategie der Regionalregierung. «In einer dicht besiedelten Stadt wie Madrid macht es wenig Sinn, einzelne Stadtgebiete abzuriegeln, die oft nur durch einen Bürgersteig voneinander getrennt sind», sagte er der Zeitung «El País». Zudem liege die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen 14 Tagen in Madrid schon lange über der Marke, ab derer mit Entschlossenheit hätte gehandelt werden müssen, betonte Ares. Zurzeit liegt diese Zahl bei 720, in Deutschland auf sieben Tage gerechnet bei etwa 13.

Spanien ist in Westeuropa im Hinblick auf die absoluten Infektionszahlen das am härtesten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Bis Freitag wurden mehr als 715'000 Corona-Infektionen und mehr als 31'000 Todesopfer gezählt.

11.35 Uhr: BAG hält an Quarantäne-Entscheid für Ligurien fest

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält an seinem Entscheid fest, die italienische Region Ligurien auf die Liste der Coronavirus-Risikogebiete zu setzen. Die ligurischen Behörden hatten sich gegen den Entscheid gewehrt.

Das BAG beurteile die epidemiologische Lage bei den Nachbarstaaten auf Ebene Regionen, teilte das Bundesamt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag mit. Dabei falle Ligurien mit einer 14-Tages-Inzidenz von rund 80 Fällen auf 100'000 Einwohner unter die Regionen mit erhöhtem Risiko. Eine weitere Differenzierung innerhalb einer Region sei nicht möglich, so das BAG.

Die Region Ligurien stehe deshalb ab dem 28. September auf der Quarantäneliste. Das BAG überprüfe die Liste regelmässig und werde sie wie bisher bei Änderungen der Lage anpassen.

11.17 Uhr: Pommes-Land Belgien: Kartoffelindustrie kämpft mit Corona-Folgen

Im Pommes-Land Belgien hat die Corona-Krise deutliche Spuren in der wichtigen Kartoffelindustrie hinterlassen. Landwirte und Unternehmen hätten herbe Verluste erlitten, sagte Romain Cools vom Verband der kartoffelverarbeitenden Industrie (Belgapom) der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der monatelangen Beschränkungen in Belgien mit Schliessungen von Restaurants und Gaststätten brach ein Hauptabnehmer weg, die Kartoffelpreise fielen von einem auf den anderen Tag fast auf Null. Einige Unternehmen mussten die Produktion von Pommes, Kroketten und anderen Kartoffelprodukten vorübergehend einstellen und trotz staatlicher Hilfen Mitarbeiter entlassen.

Auch für die Zukunft zeigte sich der Verband zurückhaltend. «Es herrscht die begründete Angst, dass restriktive Massnahmen im Lebensmittelsektor in vielen Ländern der Welt erneut einen grossen Einfluss auf Nachfrage und Produktion haben werden», sagte Cools. Zwar gebe es erste Zeichen der Erholung, doch werde erwartet, dass weltweit bis zum Jahresende die Produktion nur etwa 80 Prozent des Niveaus vor der Corona-Krise erreichen werde. «An die Stelle vielversprechender Wachstumsraten sind für viele Unternehmen grosse Probleme getreten, nachdem sie viel Geld in neue Kapazitäten, bessere Qualität und Nachhaltigkeit investiert hatten.»

Belgien ist Branchenangaben zufolge der weltgrösste Exporteur von tiefgekühlten Kartoffelprodukten wie Pommes frites. Der Jahresumsatz der kartoffelverarbeitenden Industrie beträgt rund zwei Milliarden Euro. Zuletzt hatte die Produktion jährlich Rekordwerte gemeldet.

10.33 Uhr: Bericht: Bergbahnen wollen antibakterielle Halsschläuche für die Wintersaison

Um einen sicheren Betrieb in der Wintersaison zu gewährleisten, planen die Bergbahnen in der Schweiz offenbar, antibakterielle Halsschläuche zuzulassen. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt).

Dies gehe demnach aus dem Schutzkonzept hervor, auf welches sich der Verband Seilbahnen Schweiz geeinigt hat. Antibakterielle Halsschläuche sollen bei Bedarf über Mund und Nase gestülpt werden.

10.01 Uhr: 2507 Neuinfektionen in Deutschland – höchster Wert seit Ende April

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt abermals und hat nunmehr den höchsten Stand seit fünf Monaten erreicht.

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2507 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2153 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen mindestens 282'730 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9452. Das sind 9 mehr als am Vortag. Rund 249'700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

9.23 Uhr: Fast 16'000 neue Corona-Infektionen in Frankreich binnen 24 Stunden

In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden fast 16'000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Seit Mittwochabend seien 15.797 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Am Vortag war ein neuer Rekord mit 16'096 Infektionen verzeichnet worden.

Seit Donnerstag wurden den Angaben zufolge zudem 56 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit mehr als 31'600 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

8.57 Uhr: Behörden in Ligurien fechten BAG-Entscheid an

Die italienische Region Ligurien ist nicht damit einverstanden, dass die Region von der Schweiz auf die Liste der Coronavirus-Risikogebiete gesetzt wurde. Die dortigen Behörden argumentieren, dass der Ausbruch des Virus auf den Ort La Spezia zurückzuführen ist.

Die Region hat deswegen beim Schweizer Generalkonsul in Italien interveniert, wie die italienische Agentur Ansa am Freitagabend berichtete. Sie informierten auch den italienischen Aussenminister Luigi Di Maio.

Die ligurischen Behörden sind der Ansicht, dass die Schweizer Entscheidung durch die «inhomogene» Situation in dieser Region verzerrt ist. Der Bund müsse seine Entscheidung rückgängig machen oder diese nur auf die von der Epidemie am stärksten betroffenen Gebiete anwenden.

Die 70 Fälle pro 100'000 Einwohner seien auf den lokalen Ausbruch in La Spezia zurückzuführen, eine Hafenstadt, die etwa 100 Kilometer östlich von Genua liegt. Laut regionalen Behörden sinken dort die Neuinfektionen. Der Rest der Region Ligurien bleibe unter dem Grenzwert.

Die Hafenstadt Genua ist die Haupstadt der Region Ligurien. (Symbolbild)
Die Hafenstadt Genua ist die Haupstadt der Region Ligurien. (Symbolbild)

Der Bund hat in einer Verordnung die Kriterien für Risikoländer verankert: Als solche gelten Länder, in welchen die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen mehr als 60 betrug. Am Freitag wurde die neue Länderliste vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlicht.

Die aktualisierte Liste enthält neu auch die Region Bretagne in Frankreich und verschiedene österreichische Bundesländer. Auf der Grundlage der vom BAG erstellten und regelmässig angepassten Liste ist die Quarantäne nach einem Aufenthalt in 59 Ländern nun obligatorisch.

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