Bundesrat Ueli Maurer will Quarantäne verkürzen

Agenturen/red

15.9.2020 - 22:00

Das Wichtigste im Überblick

  • Das BAG meldet bei einer Positivitätsrate von 2,9 Prozent 315 Neuinfektionen innert 24 Stunden. 18 Personen wurden ins Spital eingewiesen, eine Person starb an den Folgen von Covid-19. 
  • Bundesrat Ueli Maurer geht davon aus, dass die Schweiz die Quarantäne für Menschen nach der Rückkehr aus einem Risikoland wird verkürzen können.
  • Der Kanton Waadt verschärft wegen hoher Fallzahlen die Corona-Massnahmen: Unter anderem müssen Clubs ab Donnerstag schliessen und die Maskenpflicht wird ausgedehnt.
  • Deutschland unterstützt drei Unternehmen bei der Entwicklung eines Impfstoffes, geht aber davon aus, dass dieser erst Mitte 2021 zur Verfügung steht.
  • Die internationale Tourismusbranche hat einen fünf Mal höheren Umsatzverlust als während der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 erlitten.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 47’751 Personen; davon gelten 39’600 als genesen. 2’028 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 in der Schweiz verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 29’391’667, die Zahl der Toten auf 930’589.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 315 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt in mehreren Kantonen sprunghaft an, was das rechtzeitige Aufspüren von Kontaktpersonen massiv erschwert. Obwohl das Personal für die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infizierten in fast allen Kantonen laufend aufgestockt wird, drohen deshalb dem «Tages-Anzeiger» zufolge die Ressourcen in manchen Kantonen knapp zu werden.

Das Parlament will mit dem Covid-19-Gesetz per Notrecht beschlossene Finanzhilfen für diverse Branchen auf eine gesetzliche Basis stellen. In verschiedenen Details sind sich die Räte noch nicht einig, beispielsweise beim Erwerbsersatz für Selbstständige.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.37 Uhr: Bundesrat Ueli Maurer will Quarantäne verkürzen

Bundesrat Ueli Maurer geht davon aus, dass die Schweiz die Quarantäne für Menschen nach der Rückkehr aus einem Risikoland wird verkürzen können. Dies sagte der Finanzminister in einem Interview mit der SRF-TV-Sendung «Tagesschau» vom Dienstag.

«Wir diskutieren, wie schnell wir die Leute, die negativ sind, auch wenn sie in einem gefährdeten Gebiet waren, wieder in die Wirtschaft, an den Arbeitsplatz zurückschicken können», sagte Maurer. Es seien dringend sehr viele Tests nötig, um festzustellen, wer wirklich infiziert sei.

In der Schweiz müssen seit Anfang Juli alle Personen zehn Tage lang in Quarantäne, nachdem sie aus einem Staat oder Gebiet mit hohem Ansteckungsrisiko in die Schweiz eingereist sind. Mit der Massnahme will der Bundesrat die Einschleppung des Coronavirus eindämmen.

In mehreren Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, ist eine Diskussion um eine Verkürzung der Quarantäne etwa auf sieben oder gar fünf Tage im Gang. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärte bislang, es gebe keine neuen Daten, die zeigen würden, dass eine Verkürzung sicher wäre. Bei einer Verkürzung würden viele Leute, die infiziert seien, «verloren» gehen, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten beim BAG, vergangene Woche in einem Interview.

Finanzminister Maurer erklärte weiter, das Land müsse weiter die Risiken für eine Infektion eingrenzen und an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren. «Die Schweiz kann sich keinen zweiten Lockdown leisten. Dafür haben wir das Geld nicht.»

Das Parlament habe etwas über 30 Milliarden Franken an zusätzlichen Ausgaben bewilligt, erklärte Maurer. Man werden etwa 18 Milliarden davon brauchen. Aufgrund auch weniger Einnahmen würden Ende Jahr zusammen rund 22 Milliarden Franken mehr Schulden anfallen.

Bei den Steuereinnahmen rechnet Maurer damit, dass 2024 wieder das Niveau wie vor der Pandemie erreicht werde. Eine Steuererhöhung werde wohl nicht nötig sein. «Wir müssen zurückfinden zur Disziplin in der Ausgabenpolitik», mahnte Maurer.

21.31 Uhr: Corona bei Lehrerin in Wetzikon

In einem Kindergarten in der Zürcher Gemeinde Wetzikon ist eine Lehrerin am Dienstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Für die Kinder der betroffenen Klasse sowie weitere Lehrer wurde per sofort eine zehntägige Quarantäne angeordnet.

Betroffen ist der Kindergarten Widum der Schule Guldisloo, wie die Schule Wetzikon mitteilte. Die Quarantäne gilt demnach für die Kindergärtnerin, mehrere Lehrpersonen, die in Kontakt mit der Frau waren, sowie die gesamte Kindergartenklasse.

Die Kindergärtnerin habe am Freitag erste Krankheitssymptome verspürt, darauf habe sie mit ihrem Hausarzt Kontakt aufgenommen, hiess es weiter. Ein Covid-19-Test habe am Dienstag einen positiven Befund ergeben. Der Frau gehe es soweit gut. Sie stehe in Kontakt mit den Eltern und Kindern ihrer Klasse.

20.29 Uhr: Mehr als 600'000 Corona-Infektionen und 30'000 Tote in Spanien

Im Corona-Hotspot Spanien sind die Marken von 600'000 Infektionen und 30'000 Todesopfern überschritten worden. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Dienstagabend 9'437 neue Ansteckungen. Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie nachgewiesenen Fälle kletterte damit auf mehr als 603'000. Bei den neuen Fällen handele es sich um 3'022 positive Testergebnisse der vergangenen 24 Stunden sowie um nachgemeldete Infektionen, hiess es. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, stieg den Angaben zufolge in den vergangenen sieben Tagen um 303 auf 30'004.

Spanien verzeichnet damit mehr bestätigte Infektionen als jedes andere Land Westeuropas. Die grössten Sorgen bereitete weiterhin die Lage in Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfielen am Dienstag mit 1'207 positiven Testergebnissen binnen 24 Stunden knapp 40 Prozent aller neuen Fälle. Dahinter folgen mit grossem Abstand die Regionen Navarra (302 Fälle), Baskenland (270) und Andalusien (228).

Nachdem die grösste Ärztegewerkschaft Madrids vorige Woche zu einem unbefristeten Streik ab dem 28. September im Bereich der medizinischen Grundversorgung aufgerufen hatte, kündigte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am Montag Sonderinvestitionen von 80 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre an. Die Ärzte sagten den Ausstand vorerst trotzdem nicht ab. Schon seit Jahren leide man an einem «Mangel an personellen und wirtschaftlichen Ressourcen», hiess es. Die Corona-Pandemie habe die Lage aber verschlimmert.

20.22 Uhr: Corona-Krise führt zu globalem Bildungs-Notfall

Die Schul-Schliessungen in der Corona-Krise haben nach Einschätzung des Kinderhilfswerks Unicef zu einem globalem Bildungs-Notfall geführt. Aktuell seien noch rund 872 Millionen Kinder in 51 Ländern daran gehindert, in die Klassen zurückzukehren, sagte Unicef-Direktorin Henrietta Fore am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Nur etwa die Hälfte von ihnen habe die Chance auf Fernunterricht. «Die pure Zahl der Kinder, deren Ausbildung für Monate völlig unterbrochen wurde, ist nichts anderes als ein globaler Bildungs-Notfall», sagte Fore.

Eine Unicef-Analyse in 158 Ländern zeige, dass jeder vierte Staat weiterhin kein Datum für die Wiederöffnung von Schulen habe. Geschlossene Schulen hätten aber «verheerende Folgen für Kinder», sagte Fore. Es werde noch schwerer, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. «Je länger Schüler von der Schule fernbleiben, desto weniger wahrscheinlich wird ihre Rückkehr.» Laut einer Hochrechnung werden 24 Millionen Kinder die Schule gänzlich abbrechen, darunter viele Mädchen. «Das ist der Grund warum wir an Regierungen appellieren, die Öffnung der Schulen voranzutreiben», so Fore.

20.17 Uhr: Irische Regierung geht komplett in Quarantäne

Die gesamte irische Regierung hat sich nach dem Rat von Gesundheitsexperten in Corona-Quarantäne begeben. Nachdem Gesundheitsminister Stephen Donnelly am Dienstag Covid-19-Symptome gezeigt hatte, seien seine Kabinettskollegen vom Parlament aufgefordert worden, sich selbst zu isolieren, wie unter anderem die «Irish Times» berichtete. Bei einer Kabinettssitzung hatte der Minister zuvor viele seiner Kollegen persönlich getroffen. Ausserdem hatte er gemeinsam mit dem irischen Premier Micheál Martin am selben Tag eine Pressekonferenz gegeben. Das Parlament soll nun den Berichten zufolge eine Woche lang pausieren. Donnelly selbst wollte sich schnellstmöglich auf das Coronavirus testen lassen.

19.44 Uhr: Internationale Tourismusbranche verliert wegen Corona 388 Milliarden Euro

Die internationale Tourismusbranche hat nach Angaben der Vereinten Nationen wegen der Corona-Pandemie einen historischen wirtschaftlichen Absturz im ersten Halbjahr 2020 verzeichnet. Wegen der vorübergehend fast vollständig zum Stillstand gekommenen Reiseaktivitäten habe die Tourismusbranche von Januar bis Juni einen Umsatzverlust von 460 Milliarden Dollar (388 Milliarden Euro) erlitten, erklärte die Welttourismusorganisation am Dienstag in Madrid.

Der Umsatzverlust war demnach fünf Mal höher als während der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Insgesamt sei die Zahl der weltweiten Touristen im ersten Halbjahr um 65 Prozent zurückgegangen. Zwar seien touristische Reisen in einigen Regionen der Welt zuletzt wieder möglich gewesen, erklärte die Organisation. Allerdings könnten die weiter schwache Nachfrage und fehlendes Vertrauen der Verbraucher der Tourismusbranche nachhaltig zusetzen.

19.21 Uhr: England – Lebendige Schlange als Mund-Nasen-Schutz im Bus nicht zulässig

Ein Sprecher der Nahverkehrsbetriebe für den Grossraum Manchester rief in Erinnerung, dass Masken, Schals oder Halstücher als Masken akzeptiert seien. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Eine um Hals und Kopf gewickelte Schlange ist kein ordentlicher Mund-Nasen-Schutz gegen das Coronavirus. Zu dieser Klarstellung sahen sich öffentliche Nahverkehrsbetriebe in Nordwestengland veranlasst, nachdem ein Mann in einem Bus mit einer lebendigen Schlange um den Hals und um den Mund gesichtet worden war. Mitreisende in dem Bus auf dem Weg nach Manchester hätten am Montag erst gedacht, der Mann trage einen besonders farbenprächtigen Mund-Nasen-Schutz, berichteten die «Manchester Evening News».

«Zuerst dachte ich, er hat wirklich eine irre Maske an, dann hat er sie um die Handgriffe kriechen lassen», berichtete ein Augenzeuge. Ein anderer reagierte ähnlich gelassen: «Niemanden im Bus hat das wirklich gestört, aber ein Mann hinten hat ein Video gedreht. Es war auf jeden Fall unterhaltsam.»

Ein Sprecher der Nahverkehrsbetriebe für den Grossraum Manchester rief in Erinnerung, dass Masken, Schals oder Halstücher als Masken akzeptiert seien. Es gebe zwar etwas Interpretationsspielraum: «Wir denken aber nicht, dass dies die Nutzung von Schlangenhaut umfasst, vor allem wenn die noch an der Schlange dran ist.»

18.59 Uhr: Dänemark erlässt wegen Anstiegs der Corona-Infektionen strengere Vorschriften

Künftig müssen in der Hauptstadt Kopenhagen und ihren Vororten Bars und Restaurants um 22.00 Uhr schliessen, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Dienstag mitteilten. Jeder, der sich in einer Bar oder einem Restaurant bewegt, muss Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer sich Gäste nach Hause einlädt, muss diese um 22.00 Uhr nach Hause schicken.

Im übrigen Dänemark dürfen Bars und Restaurants bis 02.00 Uhr geöffnet bleiben – in der Stadt Odense nur bis Mitternacht. Zu Fussballspielen sind maximal 500 Zuschauer zugelassen. Die neuen Vorschriften sollen mindestens bis zum 1. Oktober gelten. Die dänische Behörde für Infektionskrankheiten, SSI, sprach sich zudem dafür aus, dass die Menschen ihre sozialen Kontakte generell auf fünf bis zehn Menschen beschränken: «Mit ihnen sollten wir den Herbst verbringen.»

18.49 Uhr: Emirate lassen Corona-Impfstoff für Mitarbeiter des Gesundheitswesens zu

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Impfung von Mitarbeitern des Gesundheitswesens mit einem noch in der Testphase befindlichen Coronavirus-Impfstoff genehmigt. Der Impfstoff durchläuft derzeit noch die letzte Testphase, in der das Mittel an Menschen erprobt wird.

Der chinesische Pharmakonzern Sinopharm hatte im Juli die dritte Testphase für seinen Impfstoff in den Emiraten gestartet. Nach Angaben der emiratischen Behörden fielen die Ergebnisse positiv aus. Demnach wurde der Impfstoff an 31'000 Probanden getestet. Dabei seien nur «milde und erwartbare» Nebenwirkungen aufgetreten.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten steigt derzeit wieder stark an. Am Samstag wurde mit 1'007 Neuinfektionen ein Allzeithoch erreicht. Insgesamt infizierten sich in dem Golfstaat bisher mehr als 80'000 Menschen mit dem neuartigen Virus, 401 starben an den Folgen der Infektion.

18.35 Uhr: Schulrückkehr in Bulgarien – Streit über Masken

In Bulgarien ist die Wiederaufnahme des Schulunterrichts nach einer halbjährigen Corona-Pause von Streit über Masken und Isolierräume begleitet worden. Das neue Schuljahr begann am Dienstag landesweit für gut 700'000 Schüler mit Temperaturmessungen. Die Feierlichkeiten auf den Schulhöfen wurden wegen der Corona-Regeln eingeschränkt. Soweit werden rund 300 Schüler auf Wunsch ihrer Eltern wegen Corona zu Hause Fernunterricht erhalten, wie Bildungsminister Krassimir Waltschew erläuterte.

Schutzmasken müssen in dem Balkanland nicht im Unterricht, aber auf den Gängen und in anderen geschlossenen Räumen der Schule getragen werden. Gegen diese gemässigte Regelung protestierten am Bildungsministerium in Sofia aufgebrachte Eltern, die frei entscheiden wollten, ob ihre Schulkinder Masken tragen sollen. Für Unmut sorgte auch die Einrichtung von Isolierräumen, wo Schüler mit Fieber oder Covid-19-Symptomen aufgenommen werden müssen, bis ihre Eltern sie abholen. Die Demonstranten bemängelten, dass das bulgarische Wort «Isolator» für diese Einrichtung bei den dort untergebrachten Schülern Schuldgefühle auslösen könnte.

Das EU-Land im Südosten ist von der Coronavirus-Pandemie inzwischen wieder weniger stark betroffen als im Juli und August. Bei einer Bevölkerung von knapp sieben Millionen Menschen gab es am Dienstag 4'402 aktive Corona-Fälle. Eine Reisewarnung für die Schwarzmeerregion Warna und Dobritsch im Nordosten wurde vom Auswärtigen Amt in Berlin wieder aufgehoben. Derzeit gibt es in Bulgarien nur noch einen regionalen Infektionsherd in Blagoewgrad im Südwesten des Landes.

17.38 Uhr: Türkischem Gesundheitssystem droht laut Experte Zusammenbruch 

Vor dem Hintergrund steigender Corona-Fallzahlen in der Türkei hat ein Experte vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems gewarnt. Würden die Möglichkeiten zur Behandlung nicht verbessert, könne es zu «grossem Chaos» kommen, sagte Vedat Bulut, ehemaliger Chef der Ärztekammer, der türkischen Zeitung «Cumhuriyet» am Dienstag.

Besonders in der türkischen Hauptstadt Ankara sei die Situation schwierig, in Krankenhäusern fehlten Betten. Türkeiweit hätten rund 900 Ärzte ihren Job gekündigt. Hintergründe nannte er nicht. Auch der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte kürzlich auf Twitter mitgeteilt, dass Ankara Corona-Hotspot ist.

Bulut warf der türkischen Regierung eine fehlerhafte Politik und die Verbreitung intransparenter Informationen vor. Der Ernst der Lage werde darum von vielen Menschen nicht verstanden.

In der Türkei ist die Zahl der Corona-Fälle zuletzt wieder stärker gestiegen. Täglich kommen laut offiziellen Zahlen zwischen 1'500 und 1'700 Neuinfektionen hinzu. Die türkische Ärztevereinigung zweifelt die offiziellen Corona-Fallzahlen immer wieder an und geht davon aus, dass es deutlich mehr Fälle gibt.

17.08 Uhr: Universitätsspital Zürich rüstet sich für steigende Zahlen

Wie SRF berichtet, rüstet sich das Universitätsspital Zürich für einen möglichen Anstieg der Corona-Zahlen. Man überlege, eine Station nur für Infizierte zu reservieren, sagte Intensivmediziner Peter Steiger.

Im März habe man eine Intensivstation nur für Covid-19-Patienten eingerichtete, die allerdings nie überfüllt gewesen sei. Heute würden dort andere Patienten behandelt. Menschen mit dem Coronavirus behandele man hingegen in Isolierzimmern.

Es sei dennoch richtig gewesen, im März die zusätzliche Intensivstation einzurichten. «Dazu stehe ich immer noch», so Steiger. «Und ich glaube, dass die Massnahmen des Bundesrates richtig waren. Nicht nur wegen dem Lockdown selbst, sondern auch weil sich so alle an die Schutzmassnahmen halten mussten. Das hat die Welle schon gebremst.»

Seit dem Wochenende würden auf der Corona-Intensivstation allerdings wieder drei Patienten behandelt. Deswegen könnte die Station bald schon wieder nur für Covid-19-Kranke genutzt werden.

Am Universitätsspital Zürich könnte eine Intensivstation wieder nur für Corona-Patienten reserviert werden.
Bild: Keystone

16.20 Uhr: Deutschland rechnet mit Impfstoff erst im kommenden Jahr

Die deutsche Bundesregierung will drei deutsche Unternehmen mit Millionensummen bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs unterstützen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) zeigten sich bei der Vorstellung der Unternehmen am Dienstag zuversichtlich, dass im kommenden Jahr ein Impfstoff zur Verfügung steht. Sie mahnten zugleich, dass bei der Entwicklung Sicherheit vor Schnelligkeit gehe.

«Wir müssen uns darauf einstellen, dass es erst Mitte nächsten Jahres einen Impfstoff geben wird», sagte Karliczek. Sicherheit habe «absolute Priorität», nur sichere Impfstoffe würden von den Menschen akzeptiert. «Von dieser Linie werden wir nicht abweichen, riskante Abkürzungen werden wir nicht nehmen», betonte die CDU-Politikerin.

Zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffs werden im Rahmen eines 750 Millionen Euro schweren Sonderprogramms das Mainzer Unternehmen Biontech mit 375 Millionen Euro und der Tübinger Hersteller Curevac mit 230 Millionen Euro gefördert. Darüber hinaus soll die Firma IDT Biologika aus Dessau-Rosslau unterstützt werden. In dem Fall laufen aber noch letzte Detailgespräche.

Die Firmen sollen das Geld für den Aufbau von Produktionsanlagen und zur Beschleunigung ihrer klinischen Testreihen einsetzen. Pharmafirmen konnten sich bewerben und wurden von Fachleuten ausgewählt. Biontech und Curevac testen bereits die von ihnen entwickelten Kandidaten für eine Impfung gegen das Coronavirus. Ob sie geeignet sind, ist noch unklar.

Weltweit befinden sich derzeit neun Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus in der dritten und letzten Testphase. In dieser Phase wird das Mittel an Tausenden Menschen erprobt. Allerdings traten bei einigen Firmen Schwierigkeiten auf: So musste der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca vergangene Woche seine klinischen Tests vorübergehend unterbrechen, nachdem ein Proband aus ungeklärter Ursache krank geworden war.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnen damit, dass erst im kommenden Jahr ein sicherer Impfstoff zur Verfügung steht.
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15.58 Uhr: Erneut Wohnviertel in Palma de Mallorca abgeriegelt

Auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca soll im Kampf gegen Corona erneut ein Wohngebiet der Hauptstadt Palma abgeriegelt werden. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im Gebiet Arquitecte Bennàssar im Nordosten der Stadt werde man bis zum Wochenende beschliessen und in Kraft treten lassen, kündigte die Ministerpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, am Dienstag im Regionalparlament an.

Ähnliche Massnahmen werde man auch für einige, von Neuausbrüchen ebenfalls schwer betroffene Gebiete von Ibiza anordnen. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit seien für Viertel der gleichnamigen Inselhauptstadt sowie in San Antoni vorgesehen.

Seit Freitagabend ist auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca das an Arquitecte Bennàssar angrenzende Son Gotleu abgeriegelt. Die etwa 23 000 Betroffenen dürfen das Arbeiterviertel seitdem nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder um sich um Pflegebedürftige zu kümmern.

Diese Anordnung gilt zunächst für zwei Wochen. Es war die erste Abriegelung eines Gebiets auf den Balearen seit dem Ende des landesweiten dreineinhalbmonatigen Lockdowns am 21. Juni. In Spanien sind zahlreiche andere Gebiete oder Gemeinden abgeriegelt.

In Palma de Mallorca breitet sich das Coronavirus weiter aus.
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15.31 Uhr: Corona zwingt Niederländer zur Nüchternheit

Keine Kutschfahrt des königlichen Paares vor jubelnden Oranje-Fans, keine Parade extravaganter Hüte und kein Winke-Winke vom Balkon des Palastes: Die Corona-Krise hat die Niederländer am Prinsjesdag - sonst ein Tag mit ausgelassener Volksfest-Stimmung - zu Nüchternheit und Abstand gezwungen.

«Meine Bewunderung und Dankbarkeit gilt allen, die in der Pflege und anderswo in der Gesellschaft alles getan haben, um der Corona-Krise die Stirn zu bieten», sagte König Willem-Alexander (53) am Dienstag in seiner Thronrede zur Eröffnung des parlamentarischen Sitzungsjahres. 

Die Thronrede hielt der König nicht wie sonst im prächtigen Rittersaal, sondern in der Grote Kerk - immerhin von seinem originalen Thron aus, der eigens in die Stadtkirche von Den Haag gebracht worden war. Dort waren die Corona-Abstandsregeln leichter einzuhalten. Dennoch reichte der Platz nicht aus, um allen Abgeordneten und allen sonst üblichen Ehrengästen - darunter die ausländischen Botschafter - die Teilnahme zu ermöglichen. Die Kirche war mit Sichtschutzwänden umgeben, um Schaulustige abzuhalten. Ein militärisches Zeremoniell gab es nur im Kleinformat.

Den Prinsjesdag begehen die Niederländer seit mehr als 200 Jahren am dritten Dienstag im September. Normalerweise säumen Zehntausende den Weg der Goldenen Kutsche mit dem Königspaar vom Palast zum Rittersaal auf dem Gelände des Parlaments. In diesem Jahr sah das Protokoll für Willem-Alexander und Königin Máxima (49) jedoch den Dienstwagen vor.

Premierminister Mark Rutte (rechts) und sein Gesundheitsminister Hugo de Jonge begingen den diesjährigen Prinsjesdag mit Abstand.
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14.48 Uhr: Thailand will Langzeit-Touristen ins Land lassen

Thailand will erstmals seit März wieder Touristen ins Land lassen – allerdings nur Langzeit-Urlauber, die demnächst ein entsprechendes Visum beantragen können. Zudem müssen die ausländischen Besucher zwei Wochen in staatliche Quarantäne, bevor sie ihre mehrmonatigen Ferien starten können. Einem entsprechenden Plan hat am Dienstag das Kabinett in Bangkok zugestimmt.

Das Langzeit-Visum soll für 90 Tage gültig sein und kann zwei Mal verlängert werden, wie die Zeitung «Bangkok Post» unter Berufung auf die Behörden berichtete. Nach der Quarantäne dürfen die Urlauber den Plänen zufolge frei im Land herumreisen. Einzelheiten sollen jetzt vom thailändischen Zentrum für die Verwaltung der Covid-19-Situation erarbeitet werden

Eine Touristin steht mit Gesichtsmaske zu Beginn der Corona-Pandemie im Februar 2020 vor dem Grossen Palast in Bangkok, Thailand.  
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14.15 Uhr: Einheitliche Reiseregeln gefordert

Fluggesellschaften aus Europa sehen einheitliche Reiseregeln in der Corona-Pandemie als wichtigstes Mittel, um die Nachfrage nach Flugtickets wieder anzukurbeln. Der Branchenverband Airlines for Europe (A4E) forderte die Regierungen in der Europäischen Union am Dienstag auf, einer entsprechenden Empfehlung der EU-Kommission zu folgen. «Es braucht dringend ein einheitliches europäisches Testprogramm, damit wir überhaupt eine Chance haben, das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen», sagte A4E-Geschäftsführer Thomas Reynaert.

Der Chef des britischen Billigfliegers Easyjet, Johan Lundgren, sieht die Reiselust der Europäer durch die Buchungszahlen bestätigt. «Sobald Reisebeschränkungen zurückgenommen werden, gehen die Buchungen durch die Decke», sagte er in einer Videokonferenz mit Journalisten. Daher würden einheitliche Regeln den Fluggesellschaften mehr helfen als zusätzliches Geld von den Regierungen.

Nach Ansicht von Sebastian Mikosz vom Weltluftfahrtverband IATA steckt die Branche noch nicht in der Erholungsphase, sondern immer noch im Überlebenskampf. Viele Staaten haben Airlines in der Krise mit Milliardenkrediten vor der Pleite bewahrt. Die Bundesrepublik stieg bei der Lufthansa sogar als Anteilseigner ein.

Aus Sicht der IATA liegt die schwache Erholung der Ticketnachfrage nicht daran, dass die Menschen Angst hätten, sich im Flugzeug mit dem Virus anzustecken. «Aber wenn die Menschen nicht wissen, ob sie reisen können, kaufen sie keine Tickets», sagte Mikosz. Zudem wirke eine 7- oder 14-tägige Quarantänepflicht nach der Ankunft oder nach der Rückkehr faktisch wie ein Reiseverbot. Auch die europäische Luftfahrtbehörde EASA sieht das Fliegen mit Blick auf die Ansteckungsgefahr als sicher an. «Der Luftverkehr produziert keine neuen Fälle», sagte EASA-Exekutivdirektor Patrick Ky.

Lufthansa-Maschinen stehen in einem Hangar auf dem Flughafen in Frankfurt am Main: Die Lufthansa Group gehört zu den 16 Mitgliedern der Lobbyorganisation europäischer Fluggesellschaften Airlines for Europe (A4E). (Archiv)
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13.42 Uhr: Polen droht Mangel an Grippeimpfstoffe

 Die Corona-Pandemie stellt das polnische Gesundheitssystem vor Probleme bei den jährlichen Grippeschutzimpfungen. Gesundheitsminister Adam Niedzielski sagte am Dienstag den Radiosender Zet, sein Ministerium habe am Montag mit wichtigen Impfstofflieferanten über Möglichkeiten gesprochen, zusätzliche Lieferungen zu erhalten.

Wie Niedzielski erläuterte, lässt sich jedes Jahr nur ein geringer Teil der Bevölkerung - 1,5 Millionen oder 4 Prozent der 38 Millionen Einwohner - gegen Grippe impfen. Die Bestellung der Impfstoffe für die kommende Grippesaison richte sich nach der Nachfrage in der vorigen. Da hätten 100 000 nicht benutzte Impfdosen vernichtet werden müssen. Dieses Jahr zeichne sich eine höhere Nachfrage ab, als vor der Corona-Pandemie zu erwarten gewesen sei.

Gesundheitsexperten sagen, dieses Jahr seien Grippeimpfungen besonders wichtig, damit Behandlungskapazitäten für Covid-19-Patienten erhalten bleiben.

13.15 Uhr: Britische Spitäler befürchten Testmangel

Britische Krankenhäuser haben vor Engpässen bei Coronavirus-Tests gewarnt. Zu wenige Testmöglichkeiten träfen auch Angestellte im Gesundheitsdienst NHS, teilte die Organisation NHS Providers am Dienstag mit. Diese müssten bei Infektionsverdacht mit ihren Familien so lange in Quarantäne, bis ein Testergebnis vorliege. Das könne zu grsseren Fehlzeiten beim Krankenhauspersonal führen. Am Wochenende hätten Krankenhäuser in London, Leeds und Bristol Alarm geschlagen. Sie könnten aber nicht sagen, weshalb die Tests knapp werden.

Innenministerin Priti Patel sagte, derartige Engpässe seien inakzeptabel. Es würden mehr Tests zugänglich gemacht, sagte sie der BBC. Allerdings sei auch die Nachfrage gestiegen.

Teststation in In Leicester, England: Britische Spitäler warnen vor zur wenigen Testmöglichkeiten im Vereinigten Königreich. (Archiv)
Bild: Keystone

12:25 Uhr: 315 Neuinfektionen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 315 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Am Montag waren es 257, am Sonntag 475 und am Samstag 465. Es gab einen Todesfall und 18 neue Spital-Einweisungen. Die aktuelle Positivitätsrate liegt bei 2,9 Prozent – insgesamt wurden 10'817 Tests durchgeführt. 

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bislang 1'203'997 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG 4,7 Prozent positiv. Für die vergangenen sieben Tage betrug die Positivitätsrate 3,8 Prozent.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 47'751 laborbestätigte Fälle, 4'691 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich am Dienstag nach Angaben des BAG 1'926 Personen in Isolation und 5'491 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 5'353 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

12.20 Uhr: Grossveranstaltungen nur mit genügend Vorlauf

Béatrice Métraux, Vorsteherin des Departements für Institutionen und Sicherheit, erklärt die Regeln für Grossanlässe mit mehr als 1'000 Personen. Über deren Bewilligung entscheide der Kanton. Für eine Grossveranstaltung brauche es ein Schutzkonzept, das mindestens drei Monate vor der Durchführung eingereicht werden müsse. «Warum drei Monate? Weil es viele Fragen zu klären gibt», so Métraux. 

Damit sind die Ausführungen der Waadtländer Regierung beendet. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit. 

12.10 Uhr: Anlässe nur noch mit 100 Personen

Anlässe mit mehr als 100 Personen werden verboten. Das gilt für private wie für öffentliche Anlässe, erläutert Leuba. Darunter fallen also auch Demonstrationen. 

12.05 Uhr: Kein Bier mehr am Billardtisch

Discotheken und Nachtlokale in der Waadt müssen ab Donnerstag ihren Betriebe einstellen. Spielbetriebe wie Billardcenter oder Bowlingbahnen dürfen offen bleiben, neu gilt jedoch ebenfalls eine Maskenpflicht und die Konsumation darf nur noch im Sitzen erfolgen. «Sie können nicht mehr ihr Bier mit an den Billardtisch nehmen», erklärt Leuba. 

11.52 Uhr: «Angemessene Massnahmen»

Nun spricht Philippe Leuba, Vorsteher des kantonalen Departements für Wirtschaft, Innovation und Sport. «Wir müssen heute handeln, um eine Paralysierung von morgen zu verhindern.» Ausserdem seien die ergriffenen Massnahmen angemessen: Das Nachtleben bilde einen Infektionsherd, private Zusammenkünfte einen zweiten, erläutert er. 

Die bereits ergriffenen Sicherheits- und Hygienemassnahmen in Geschäften, in denen mehr als zehn Kunden Platz haben, hätten sich bewährt. Das würden die Zahlen zeigen.

Neu gelte die Maskenpflicht auch in religiösen Gebäuden wie Kirchen, aber auch in Museen und Ausstellungen, Bibliotheken, Kinos und Theatern sowie Gebäuden der Verwaltung.

In den Restaurants muss das Personal ebenfalls Masken tragen. Kunden müssen Masken tragen, wenn sie sich innerhalb des Lokals bewegen – wenn man sitzt, kann man die Maske abnehmen. Auch in Cafes und Bars darf nur noch im Sitzen bedient werden. 

11.50 Uhr: «Unsere Spitäler sind voll»

Wieso müsse man nun reagieren? Ruiz weist auf einen wesentlichen Unterschied zum Lockdown hin: Während damals alle nicht notwendigen Eingriffe verboten gewesen seien, sei dies heute nicht mehr der Fall. Das gehe auf Kosten der Spitäler: «Unsere Spitäler sind voll.»

Rebecca Ruiz, Vorsteherin des kantonalen Gesundheitsamtes, an der Medienkonferenz.
Bild: Keystone/Laurent Gillieron

11.42 Uhr: Starker Anstieg

Nun hat Rebecca Ruiz, Vorsteherin des kantonalen Gesundheitsamtes, das Wort. Man habe in den vergangenen Wochen eine Stabilisierung der Fallzahlen und der Hospitalisierungszahlen hinbekommen,  doch in den letzten Tagen habe sich ein starker Anstieg gezeigt. Die Positivitätsrate habe ebenfalls zugenommen und bewegte sich zuletzt zwischen sechs und sieben Prozent, sagt Ruiz. Auch in der Altergrupper 55 plus stiegen die Fallzahlen wieder an. 

11.37 Uhr: Clubs müssen schliessen, Maskenpflicht wird ausgedehnt

Konkret: Nachtclubs und Discos werden geschlossen. Neu gilt nicht nur in Läden, sondern in allen geschlossenen öffentlichen Räumen eine Maskenpflicht. Und: Privatanlässe mit mehr als 100 Personen sind verboten. Die Massnahmen treten am Donnerstag in Kraft und sollen bis Anfang Oktober gültig bleiben. 

Man sei zuversichtlich, dass diese Massnahmen dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sagt Gorrite. 

11.33 Uhr: Waadt als Hotspot – Regierung reagiert

Der Kanton Waadt reagiert auf die stark gestiegenen Fallzahlen. Die Regierung informiert in diesen Minuten über neue Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Regierungsratspräsidentin Nuria Gorrite eröffnet die Medienkonferenz. Es müsse alles unternommen werden, um eine zweite Welle zu verhindern, erklärt sie. Und auch wenn alle etwas coronamüde seien, müsse man auf den Anstieg reagieren.

11.29 Uhr: Reproduktionszahl steigt in Tschechien auf 1,59

Die Corona-Reproduktionszahl ist in Tschechien nach Angaben von Experten deutlich gestiegen. Der R-Wert liege bei 1,59, teilte das Amt für Gesundheitsstatistik (UZIS) am Dienstag mit. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Mittel während seiner Erkrankung ansteckt. «In diesem Moment kann man vom Risiko einer flächendeckenden exponentiellen Ausbreitung sprechen», teilte eine Sprecherin der Behörde mit.

Am Montag kamen 1038 neue Fälle hinzu. Das waren weniger als an den Vortagen, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Die Zahl der aktiv Infizierten lag bei rund 14'600. Gesundheitsminister Adam Vojtech betonte, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser für die aktuelle Entwicklung ausreichend seien.

11.15 Uhr: Zahlen klettern in Israel erneut auf Rekordwert

Wenige Tage vor einem Lockdown ist in Israel die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Sie lag nur noch knapp unter der Marke von 5'000 Fällen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, dass am Vortag 4'973 Infektionen registriert worden seien. Der bisherige Rekordwert aus der vergangenen Woche lag bei 4'149.

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Angesichts der Lage beschloss die israelische Regierung am Sonntag einen zweiten landesweiten Lockdwon. Er soll vor jüdischen Feiertagen am Freitagnachmittag in Kraft treten und zunächst drei Wochen andauern.

Schulen und Kindergärten sollen dann geschlossen werden. Menschen dürfen sich ausser in Ausnahmefällen nur bis zu 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Es gab grossen Widerstand gegen neue Beschränkungen, denn die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 162'273 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1'141 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. 1'102 Corona-Patienten werden gegenwärtig im Krankenhaus behandelt, etwa die Hälfte von ihnen sind Schwerkranke. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.

Orthodoxe Juden beten mit Gesichtsmasken am 15. September an der Klagemauer in Jerusalem. 
Bild: Keystone

10.35 Uhr: Experten diskutieren Maskenpflicht in Kitas

Die herrschende Maskenpflicht in Kitas mancher Kantone sorgt für Diskussionen, wie SRF berichtet. Rossana Savastano, die Betriebsleiterin der Tagesstätte Schmitten FR, befürchtet durch die Masken negative Folgen bei den Kindern, wie sie «HeuteMorgen» sagte. Leiden könnte demnach die Sprachentwicklung der Kinder, aber auch die emotionale Entwicklung oder die «Vertrauensentwicklung zum Gegenüber».

Gegenüber dem Sender erklärte auch die Psychologin Heidi Simoni, dass sich eine strikte Maskenpflicht negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirke. Die Leiterin des «Marie Meierhofer Institut für das Kind» befürwortet die Massnahme zwar prinzipiell, meint jedoch auch, dass es sich dabei um eine «Notlösung» handeln müsse. Das Maskentragen solle nur in «gezielten und sorgfältig abgewogenen Ausnahmen» erfolgen. Es müsse auch die Möglichkeit geben, zu gewissen Zeiten «ohne Maske mit Kindern im Kontakt zu sein.» Zudem sollten bewusst «die anderen Kanäle wie Augenkontakt, Körperbewegung, Stimme eingesetzt werden». Würden die Betreuerinnen den Mund- und Nasenschutz ständig tragen, seien «die Kinder eingeschränkt im Austausch mit dem Gegenüber», so die Psychologin

Der Freiburger Kantonsarzt Thomas Plattner verteidigt die Maskenpflicht für Kitas in der derzeitigen Situation. Man wolle so verhindern, dass Kindertagesstätten aufgrund steigender Fallzahlen schliessen müssten.

Ein Dilemma: Eine Maskentragepflicht in Kitas soll verhindern, dass sie geschlossen werden müssen. Erzieher und Psychologen befürchten dadurch aber negative Folgen für die Kinder. (Symbolbild)
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10.33 Uhr: Nationalrat beharrt auf Erwerbsersatz für Selbstständige

Das Parlament will mit dem Covid-19-Gesetz per Notrecht beschlossene Finanzhilfen für diverse Branchen auf eine gesetzliche Basis stellen. In verschiedenen Details sind sich die Räte noch nicht einig, beispielsweise beim Erwerbsersatz für Selbstständige.

Der Nationalrat beriet die Vorlage am Dienstag zum zweiten Mal. Er hielt an seinem ursprünglichen Entscheid fest, den Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung für Selbstständigerwerbende sowie Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung auszuweiten.

Geht es nach dem Ständerat, soll jemand keine Erwerbsausfallentschädigung erhalten, wenn er seine Tätigkeit wegen der Corona-Krise bloss «massgeblich einschränken» muss. Die kleine Kammer verlangt einen Unterbruch der Tätigkeit.

9.57 Uhr: 21 Fälle bei Migranten auf Lesbos

Die Aufnahme von Migranten in einem provisorischen Zeltlager auf der griechischen Insel Lesbos kommt nur mühsam voran. Bis Dienstagmorgen sind nur rund 800 Menschen in das Camp Kara Tepe wenige Kilometer nördlich der Hauptortschaft der Insel Mytilini gegangen, wie der staatliche Rundfunk (ERT) unter Berufung auf das Migrationsministerium berichtete. 21 Migranten seien positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Sie seien isoliert worden.

Im ehemaligen Camp Moria, das am vergangenen Mittwoch bei einem Grossbrand zerstört worden war, hatten sich mehr als 12'000 Migranten gelebt.

Flüchtlinge stehen bei einem provisorischen Zeltlager bei Lesbos. 
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9.10 Uhr: Zahl der Infektionen in Indien steigt langsamer

In Indien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zurückgegangen. Binnen 24 Stunden seien 83'809 Neuansteckungen registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Ausserdem seien 1'054 Infizierte gestorben.

Insgesamt hat Indien 4,93 Millionen Infektionen bestätigt, das ist weltweit die zweithöchste Zahl nach den USA. 80'776 von ihnen sind gestorben. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität hat das Land die weltweit höchste Zahl wieder genesener Infizierter vorzuweisen. Laut Ministerium waren das knapp 3,8 Millionen Menschen, was einem Anteil von 77,8 Prozent entspricht.

Corona-Test in Indien: Die Ansteckungszahlen auf dem Subkontinent steigen etwas langsamer.
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8.35 Uhr: Erste Test-Ergebnisse in Garmisch erwartet

Nach einem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen haben sich Hunderte Menschen auf das Virus testen lassen. Erste Ergebnisse der rund 1'000 Tests, die von Freitag bis Montag genommen wurden, sollen am Dienstagnachmittag vorliegen. Eine 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll trotz Krankheitszeichen und Quarantäneauflage durch Kneipen gezogen sein – und könnte dabei mehrere Menschen angesteckt haben.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen die Frau, die so möglicherweise zur «Superspreaderin» (deutsch: Superverbreiterin) wurde. Es gehe um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte eine Sprecherin. Im Raum stehe eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften. Zuerst hatte der «Münchner Merkur» über die Ermittlungen berichtet.

Die Frau arbeitete in einem Hotel für US-Soldaten und deren Familien. Die Unterkunft wurde für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden, wie das Hotel auf seiner Homepage mitteilte. Laut Landratsamt ist die Frau nun in Quarantäne.

In den vergangenen sieben Tagen gab es nach Angaben der Behörden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 49 neue Coronafälle. Der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100'000 Einwohner lag bei 55,39 und damit über dem kritischen Wert von 50.

7.55 Uhr: China meldet bessere Konjunkturdaten als erwartet

In China deuten aktuelle Konjunkturdaten auf eine weitere Erholung der Wirtschaft vom Corona-Schock zum Jahresanfang hin. Im August entwickelten sich sowohl die Industrieproduktion als auch der Einzelhandelsumsatz sowie die Investitionen in Sachanlagen besser als erwartet. Die Produktion in der Industrie sei im August im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt am Dienstag in Peking mit. Dies ist der stärkste Anstieg in diesem Jahr. Von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragte Volkswirte hatten zudem mit einem geringeren Plus gerechnet.

Der Einzelhandelsumsatz legte im August im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent zu, nachdem er im Juli noch um 1,1 Prozent gefallen war. Es war das erste Mal seit dem Corona-Einbruch, dass der Umsatz im Einzelhandel zulegte. Experten hatten mit einer Stagnation gerechnet. Auch die Investitionen in Sachanlagen entwickelten sich besser als gedacht. Sie gingen zwar bis Ende August noch um 0,3 Prozent zurück, damit besserte sich die Lage im Vergleich zum Juli aber deutlich. Im Zeitraum Januar bis Juli hatte der Rückgang noch 1,6 Prozent betragen. Zudem wurden auch bei diesem Indikator die Erwartungen übertroffen.

Die chinesische Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet. (Symbolbild)
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7.25 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
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6.30 Uhr: Kapazitätsprobleme bei Kontaktnachverfolgung

Die Zahl der Neuinfektionen steigt in mehreren Kantonen sprunghaft an, was das rechtzeitige Aufspüren von Kontaktpersonen massiv erschwert. Obwohl das Personal für die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infizierten in fast allen Kantonen laufend aufgestockt wird, drohen deshalb dem «Tages-Anzeiger» zufolge die Ressourcen in manchen Kantonen knapp zu werden. Im Kanton Waadt, wo die Fallzahlen derzeit exponentiell steigen, klagten Erkrankte, sie seien vom Kantonsarztamt erst nach Tagen kontaktiert worden, schreibt die Zeitung. Kontaktpersonen würden teilweise gar nicht erst ausfindig gemacht.

Das Contact-Tracing liesse sich nicht beliebig ausbauen, weil es irgendwann «kollabiert und auch keinen Sinn mehr ergibt», habe der Luzerner Regierungsrat auf zwei parlamentarische Vorstösse geschrieben. Es werde bereits ein Sparplan gemacht: Während einige Kantone Reiserückkehrer nur noch per SMS oder E-Mail kontaktierten, überlasse ein anderer es den Erkrankten bei Engpässen selber, ihre Kontaktpersonen zu informieren und in Quarantäne zu schicken.

Der oberste Kantonsarzt, Rudolf Hauri, beobachte die Situation kritisch und warne: «Wenn es kippt, wenn das Wachstum wieder exponentiell wird, dann werden Kantone mit dem Contact-Tracing vermutlich scheitern. Zuerst wohl die bevölkerungsreichen.»

Die Kantone wurden von Gesundheitsminister Alain Berset dazu angehalten ihre Kontaktnachverfolgung aufrecht zu erhalten.

Mitarbeiter des Zivilschutzes im Contact Tracing Center (CTC) des Kanton Aargau. (Archiv)
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5.50 Uhr: Gates rechnet mit Vakzinen im ersten Quartal 2021

Microsoft-Mitgründer Bill Gates erwartet, dass bereits Anfang des kommenden Jahres mehrere Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus zur Verfügung stehen. Er rechne damit, dass mit etwas Glück im ersten Quartal drei oder sogar vier Impfstoffe zugelassen werden, sagte Gates der Internetsendung «Bild live» in einem heute veröffentlichten Interview.

Die Herausforderung werde dann aber sein, die Mittel in Massen herzustellen, betonte der amerikanische Multimilliardär. Gemeinsam mit seiner Frau Melinda setzt sich Gates seit Jahren mit einer Stiftung im Kampf gegen Krankheiten weltweit ein, auch in der Coronapandemie. Die Bill & Melinda Gates Foundation fördert auch die Entwicklung und Verbreitung von Impfstoffen.

Um die Corona-Impfstoffe weltweit sieben Milliarden Menschen zur Verfügung zu stellen, würden fast 14 Milliarden Dosen gebraucht: «Das wurde zuvor noch nie gemacht.» Es handle sich um eine Notfallmassnahme, die ganz neue Strategien erfordere.

Bill Gates, hier im Januar 2019 bei einer Diskussion beim WEF in Davos, warnte schon lange vor einer Pandemie.
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Gates, der selber im Zentrum vieler Verschwörungsmythen zum Coronavirus steht, warnte eindringlich vor Desinformation und Lügen im Internet über die Pandemie: «Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit.» Er sei überrascht darüber, dass sein eigener Name in den Verschwörungsmythen auftauche. «Ich finde, dass es irgendwie ironisch ist, dass ich anmahnte, auf diese Pandemie vorbereitet zu sein – und jetzt gibt es Leute, die sagen, ich sei dafür verantwortlich.» Gates appellierte an die Vernunft der Menschen: «Wir befinden uns inmitten einer Pandemie, und es ist wichtiger als je zuvor, sich mit den Tatsachen und der Wahrheit auseinanderzusetzen.»

In Internet-Videos und teilweise auch bei den Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen wird behauptet, Gates sei für die Verbreitung des neuartigen Coronavirus verantwortlich und wolle durch die Pandemie noch reicher werden. Gates unterstrich jetzt in dem Interview, es gehe ihm bei der Förderung von Impfungen darum, Leben zu retten. Er sei stolz darauf, «dass mehrere zehn Millionen Menschen dank der neuen Impfbemühungen, an denen wir beteiligt sind, gerettet werden konnten».

In einem heute veröffentlichten, ausführlichen Interview mit dem «Spiegel» stellte Gates zudem nochmals das Offensichtliche klar: «Ich habe das Coronavirus nicht erschaffen.»



5.30 Uhr: Corona ruiniert Fortschritte bei Armutsbekämpfung

Laut Bill Gates hat die Pandemie zahlreiche in den vergangenen Jahren erzielte Fortschritte bei der Bekämpfung von Armut und Krankheiten zunichtegemacht. «Die Pandemie hat den Fortschritt angehalten und uns zurückgedrängt», sagte der Mitgründer der Bill & Melinda Gates Foundation heute bei einer telefonischen Pressekonferenz anlässlich der heutigen Veröffentlichung des «Goalkeepers»-Berichts. Der seit 2017 von seiner Stiftung jährlich veröffentlichte Report bilanziert den bislang erreichten weltweiten Fortschritt beim Kampf gegen Armut und Krankheiten und prognostiziert, wie es weitergehen könnte.

Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, sei seit Beginn der Pandemie beispielsweise um sieben Prozent gestiegen, heisst es in dem Bericht. Die weltweite Impf-Abdeckung von Menschen sei auf das Niveau der 90er-Jahre zurückgefallen – und habe damit «die Welt in 25 Wochen um 25 Jahre zurückversetzt». Ausserdem verstärkten die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bestehende Ungleichheiten, da Frauen und Minderheiten sowie Menschen, die in extrem armen Verhältnissen leben, deutlich stärker betroffen seien.

Die Welt müsse deswegen gemeinsam die Pandemie und ihre Auswirkungen bekämpfen – vor allem durch die Entwicklung von Behandlungsmethoden und Impfstoffen, fordern Bill und seine Frau Melinda Gates in dem Bericht. «Dies ist eine gemeinsame globale Krise, die eine gemeinsame globale Antwort verlangt.»

1.30 Uhr: USA lockern strikte Reisewarnung für China

Trotz der ständigen Kritik des Weissen Hauses an der chinesischen Corona-Politik haben die USA ihre strikte Reisewarnung für die Volksrepublik gelockert. Die Bedingungen in China hätten sich verbessert, erklärte das Aussenministerium am Montag in Washington. US-Bürger sollten zwar immer noch genau überlegen, ob sie nach China reisen wollten. Die bisherige strikte Reisewarnung gelte aber nicht mehr.

Die Lockerung der US-Reisehinweise erfolgte eine Woche, nachdem China offiziell den «Sieg» über das Coronavirus verkündet hatte. In der chinesischen Millionenstadt Wuhan war das neuartige Coronavirus Ende des vergangenen Jahres erstmals aufgetreten.

US-Präsident Donald Trump wirft der Führung in Peking regelmässig vor, sie habe den Ausbruch vertuscht und sei deshalb für die verheerenden weltweiten Auswirkungen der Pandemie mitverantwortlich.

Während die USA die Reisewarnung lockern, blockiert der US-Zoll gleichzeitig die Einfuhr bestimmter Produkte aus Xinjiang. Nach Ansicht Washingtons sind diese Produkte in der autonomen Region Chinas mithilfe von Zwangsarbeitern hergestellt worden. Dies sei eine moderne Form der Sklaverei, erklärte das Heimatschutzministerium am Montag.

0.50 Uhr: Pariser Kunstmesse FIAC fällt wegen Corona aus

Die Pariser Kunstmesse FIAC fällt wegen der Coronakrise aus. Wie der Veranstalter am späten Montagabend mitteilte, wurde die eigentlich vom 22. bis zum 25. Oktober im Ausstellungsgebäude Grand Palais unweit der Champs-Élysées geplante Veranstaltung abgesagt. Die 47. FIAC-Messe sei nun vom 21. bis zum 24. Oktober kommenden Jahres in der französischen Hauptstadt geplant.

Noch im vergangenen Jahr hatte die FIAC mit rund 200 Galeristen ihre Türen geöffnet. Unter den Ausstellern befanden sich die wichtigsten Namen der Branche wie die Zürcher Galerie Hauser & Wirth, Gagosian, Thaddaeus Ropac und David Zwirner. Die FIAC (Foire international d'art contemporain) gehört neben der Art Basel und der Frieze in London zu den wichtigsten Messen der Branche.

0.32 Uhr: Hoher Richter Brasiliens hat Corona

Der Vorsitzende Richter des Obersten Gerichtshofs in Brasilien hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Luiz Fux gehe es gut, doch werde er für zehn Tage in Isolation bleiben, teilte die Institution am Montag mit. Der Richter gehört dem höchsten Gericht des Landes seit 2011 an, an dessen Spitze rückte er erst vor fünf Tagen. Das Topamt hatte zuvor José Dias Toffoli inne. Der 67 Jahre alte Fux wird den Posten des Vorsitzenden für die kommenden zwei Jahre bekleiden.

Der Oberste Gerichtshof verhandelt inmitten der Pandemie online, während der Vorsitzende Richter in der Regel vom Hauptsaal des Gerichts aus die Verhandlungen leitet. Einer für Mittwoch geplanten Anhörung dürfte Lux von zu Hause aus vorstehen.

0.10 Uhr: Lehren aus Pandemie sollen in Legislaturplanung

Die politischen Lehren, welche aus der Coronapandemie gezogen werden können, sollen Eingang in die Legislaturplanung 2019–2023 finden. Der Nationalrat hat am Montag diesem Zusatz des Ständerats zugestimmt.

Der Nationalrat setzte aber bei der Beratung der Legislaturplanung auch eigene Akzente. So beantragt er etwa, dass der Bundesrat eine Botschaft unterbreitet, mit welcher die Schuldenbremse für die ausserordentlichen Ausgaben in Zusammenhang mit Covid-19 ausgesetzt werden kann.

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