«Wir leisten uns den Luxus, zu wenig Impfwillige zu haben»

SDA/uri

2.10.2021 - 12:32

Bundesrat Ignazio Cassis spricht an der Delegiertenversammlung der FDP. Die Liberalen, am Samstag, 2. Oktober 2021, im Kongresshaus in Biel. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Bundesrat Ignazio Cassis spricht an der Delegiertenversammlung der FDP am 2. Oktober 2021 in Biel. 
Bild: Keystone

Bundesrat Ignazio Cassis beklagt auf der Deligiertenkonferenz der FDP in Biel ein gehässiges Klima im Land. Dabei habe man alle Möglichkeiten, um die Corona-Krise rasch zu beenden. 

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2.10.2021 - 12:32

Bundesrat Ignazio Cassis ist überzeugt, dass die Schweiz die Covid-Krise innert Wochen weitgehend beenden könnte. Das machte er am Samstag vor den Delegierten der FDP in Biel deutlich.

«Wir haben Geld, Impfdosen, ein gutes Versorgungssystem, erstklassige Logistik und breitbandige Kommunikationskanäle», sagte Cassis. «Wir haben alles in der Hand, um die ganze Bevölkerung gegen das Virus zu schützen.»

Viel Hektik und Aggressivität

Trotzdem erlebe das Land zurzeit viel Hektik und Aggressivität, es herrsche ein gehässiges Klima. «Die meisten Länder der Welt haben zu wenig Impfstoffe, und wir leisten uns den Luxus, zu wenig Impfwillige zu haben.»

Im Zentrum der Präambel der Bundesverfassung stehe die Freiheit und deren Stärkung, sagte Cassis. «Erst- und letztgenannt – und damit die Freiheit umrahmend – steht aber die Verantwortung gegenüber der Schöpfung und dem Wohl der Schwachen.»

Cassis rief die Menschen auf, Verantwortung zu tragen und sich impfen zu lassen. «Nur so befreien wir uns vom Virus, vom Covid-Zertifikat und allen anderen freiheitsbeschränkenden Massnahmen.»

«Kein Menschenrecht auf gratis Geld»

Cassis sagte weiter, die Covid-Krise habe eine bestehende Tendenz verstärkt: Die Erwartungshaltung gegenüber dem Staat. Dieser habe den Pandemiegeschädigten zurecht mit Steuergeldern unter die Arme gegriffen. Doch mittlerweile gebe es «die Erwartung nach dem ewigen Fluss staatlicher Hilfsgelder».

Im Sommer 2020 habe man noch das Wort «Danke» gehört. Dieses Wort habe sich umgewandelt in «es ist mein gutes Recht». Doch es gebe kein Menschenrecht auf gratis Geld, sagte der Tessiner Freisinnige und erntete dafür spontanen Applaus der Delegierten. «Wir müssen möglichst schnell zurück zu Normalität und mehr Eigenverantwortung.»

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