Comeback nach drei Jahren

Acht Needle-Spiking-Fälle an der Streetparade

olgr, sda

13.8.2022 - 04:31

Nach zwei Corona-Sommern wird am Zürcher Seebecken wieder getanzt

Nach zwei Corona-Sommern wird am Zürcher Seebecken wieder getanzt

Die 29. Street Parade ist bei schönem Sommerwetter gestartet: Seit 13 Uhr legen DJs auf den acht Bühnen entlang der Umzugsroute auf. Und das erste von 26 Love-Mobiles hat sich um 14 Uhr laut wummernd auf den Weg rund um das Zürcher Seebecken aufgemacht. Die dröhnenden Tanz- und Musikwagen benötigen für die rund zwei Kilometer lange Strecke vom Seefeld über Bellevue, Quaibrücke und Bürkliplatz zum Hafendamm Enge rund vier Stunden. Wie bei früheren Ausgaben ist das Publikum an der Street Parade wieder bunt gemischt; zu den wummernden Beats bewegen sich Jugendliche, Familien mit Kindern und auch viele graumelierte Personen durch die grosse Masse.

13.08.2022

Überbordende Festivalfreude statt Corona-Tristesse: Knapp eine Million Feierwütige feierte gestern friedlich die Rückkehr der Streetparade. Über 600 Menschen mussten medizinisch behandelt werden, darunter auch mehrere, die mit Spritzen oder Nadeln attackiert worden sind.

olgr, sda

13.8.2022 - 04:31

An der Zürcher Street Parade haben am Samstag rund 900'000 Personen gemeinsam bei wummernden Bässen und herrlichem Sommerwetter eine fröhliche Party gefeiert. Nach zwei Corona-Sommern ohne Tanzdemo war die überschwängliche Lebensfreude entlang der Umzugsroute spürbar.

Bereits am Vormittag hatte sich Zürich bunt gezeigt. Aus dem Ausland trafen zahlreiche Party-Busse ein, und an den Zürcher Bahnhöfen kamen viele Extrazüge und noch mehr reguläre Züge an, aus denen in einem konstanten Strom gut gelauntes und fröhliches Partyvolk ausstieg.

Wie bei früheren Ausgaben war das Publikum an der Street Parade wieder bunt gemischt; zu den wummernden Beats bewegten sich Jugendliche, Familien mit Kindern und auch viele graumelierte Personen durch die grosse Masse.

Einige von ihnen hatten sich kostümiert, etwa als Superheld, Einhorn, Schmetterling oder Schlumpf. Andere präsentieren glitzerbestückte Kleidungsstücke – oder einfach nur wenige.

Und die meisten waren in normaler, legerer Sommerkleidung mit kurzen Hosen und einer gegen die Sonne schützenden Mütze dabei. «Spass haben und feiern», das gaben die meisten von ihnen als Motivation für die Reise nach Zürich an.

Street Parade toppt Zuschauerzahlen von 2019

Nach Schätzungen der Organisatoren fanden sich am Samstag rund 900'000 Personen ein, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am frühen Abend hiess. Das sind 50'000 Personen mehr als bei der letzten Austragung 2019.

Die Zahl der Besuchenden ist den Veranstaltern aber nicht das Wichtigste, wie sie festhalten: «Viel wichtiger ist, dass alle Freude an der Street Parade haben und sich die Freude jedes Einzelnen auf die Masse überträgt.» Dies dürfte bei der 2022er Auflage erreicht worden sein.

Spass haben und feiern: Die Street Parade lockt am Samstag ein buntes Partyvolk an.
Spass haben und feiern: Die Street Parade lockt am Samstag ein buntes Partyvolk an.
Bild: Keystone

Friedliche Stimmung

Die Stimmung an der 29. Street Parade war friedlich. Von Zwischenfällen ist bislang nichts bekannt. Die Stadtpolizei Zürich teilte am Samstagabend mit, dass sie aufgrund der bisherigen Rückmeldungen und Erkenntnisse eine positive Bilanz der Street Parade ziehe. Auch Schutz und Rettung Zürich (SRZ) sprach von einem erfolgreichen Einsatz. Im Vergleich zur letzten Durchführung hätten weniger Personen medizinisch behandelt werden müssen. Erfreulich sei es, dass die Anzahl der Schnittverletzungen abgenommen habe, dafür hätten jedoch die Behandlungen infolge übermässigem Alkohol- und/oder Drogenkonsum erneut zugenommen.

Ebenfalls vermeldet SRZ, dass sich acht Personen an den Sanitätsposten wendeten, die offensichtlich von Needle Spiking betroffen waren. Dabei handelt es ich um Attacken mit Spritzen oder Nadeln. Solche Vorfälle wurden in Europa in letzter Zeit gehäuft vermeldet. In Zürich wäre eine Anzeige wegen Needle Spiking ein Novum. 

Im Bereich des Utoquais kam es gegen 13.30 Uhr zudem zu einem tödlichen Badeunfall, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte. Ein 27-Jähriger war nach einem Sprung in den Zürichsee nicht mehr aufgetaucht. Er konnte aus dem See geborgen werden, verstarb aber trotz Reanimationsmassnahmen noch vor Ort. Ob ein Zusammenhang zur Street Parade besteht, ist unklar.

olgr, sda