Tödliche Explosion in Nussbaumen AG Video stellt Feuerwerks-Theorie der Polizei infrage

Dominik Müller

17.6.2024

Video stellt Polizei-Theorie infrage: Offene Fragen zur Ursache der Explosion in Nussbaumen AG

Video stellt Polizei-Theorie infrage: Offene Fragen zur Ursache der Explosion in Nussbaumen AG

Die Behörden gehen davon aus, dass Feuerwerk der Auslöser für die tödliche Explosion in Nussbaumen AG war. Ein TikTok-Video stellt diese Theorie infrage.

17.06.2024

Die Behörden gehen davon aus, dass Feuerwerk der Auslöser für die tödliche Explosion in Nussbaumen AG war. Ein TikTok-Video stellt diese Theorie infrage.

Dominik Müller

17.6.2024

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • In Nussbaumen AG kam es am Donnerstagabend zu einer Explosion in einer Tiefgarage, bei der zwei Männer ums Leben kamen.
  • Die genaue Ursache ist noch unklar. Die Behörden gehen von einem Unfall mit «sehr potentem» Feuerwerk aus.
  • Ein TikTok-Video widerspricht der Darstellung der Polizei.

Auch vier Tage nach der Explosion in der Tiefgarage eines Hochhauses in Nussbaumen AG, bei der zwei Menschen ums Leben kamen, bestehen weiterhin Fragen zur Ursache. Die Behörden gehen davon aus, dass Feuerwerk der Auslöser war. Ein TikTok-Video, das durch die Explosion weggeschleuderte Teile zeigen soll, stellt diese Theorie infrage.

Die im Video gezeigten Trümmerteile sollen beweisen, dass Feuerwerk nicht die Ursache für die Explosion sein könne. In den Kommentaren wird mehrfach die Theorie aufgebracht, es könnte sich um den Bau einer Bombe mit Schrapnellen handeln.

Die Echtheit des Videos sei zu hinterfragen, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aargau zu «20 Minuten»: «Die ersten Erkenntnisse vor Ort deuteten auf ein Unfallgeschehen hin. Diese Erkenntnisse haben sich auch im Verlauf der letzten Tage nicht verändert.»

Experten ordnen ein

Anwohnende sollen «Gasflaschen und verdächtige Kisten» gesehen haben. Für eine derart heftige Explosion hätte die Garage aber voll mit Schwarzpulver sein müssen, sagt ein Sprengexperte zu «20 Minuten». Zu «Blick» sagt ein Feuerwerk-Experte, dass die Teile nach Halbschalen von professionellen Feuerwerkskörpern aussähen. Es handle sich dabei um pyrotechnische Gegenstände, die man in der Schweiz nicht ohne Ausbildung erwerben und schon gar nicht in nicht dafür vorgesehenen Räumlichkeiten lagern dürfe.

Die Staatsanwaltschaft Aargau bestätigt am Montag: «Explodiert ist sehr wahrscheinlich Pyrotechnik in einer Dimension, wie sie in der Schweiz nicht zugelassen ist.»

Auf den im Video gezeigten Plastikteilen ist der Schriftzug «Onfa» zu erkennen. Dabei handelt es sich um eine italienische Firma, die verschiedene Produkte für die Feuerwerksindustrie herstellt, darunter pyrotechnische Artikel. Das Unternehmen will sich auf Anfrage von blue News nicht zur Angelegenheit äussern.

Keine Hinweise auf terroristische Aktivitäten

Explosionen in einer Tiefgarage und ein Brand haben am Donnerstagabend im Zentrum von Nussbaumen AG zwei Todesopfer gefordert. Ein 24-jähriger Schweizer und ein 43-jähriger Italiener kamen ums Leben. Elf Personen wurden verletzt, die Bewohner mehrerer Hochhäuser wurden evakuiert.

Gemäss Polizei muss von einem Unfall ausgegangen werden. Ein Delikt stehe aktuell nicht im Raum. Hinweise auf Sprengstoff gibt es nach wie vor keine, wie die Staatsanwaltschaft Aargau am Montag mitteilt.

Gemäss dem Bundesamt für Polizei gibt es keine Hinweise auf terroristische Aktivitäten. Die Ermittlung liege deshalb bei der Kantonspolizei.