Infektionen in der Schweiz nehmen weiter zu, weltweit 65'000 Corona-Tote

Agenturen/tafi

5.4.2020 - 18:57

Die Schweiz hat «eine der höchsten Inzidenzen in Europa», neu sind 21'100 Personen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Coronavirus-Massnahmen werden weitgehend eingehalten, laut Alain Berset werden sie absehbar nicht geändert. Die Entwicklungen des Tages im Überblick.

Trotz sonnigem und warmem Wochenend-Wetter haben die meisten Menschen in der Schweiz die Behörden-Anordnungen befolgt und sind zuhause geblieben. Eine Trendwende bei den Fallzahlen ist genau einen Monat nach dem ersten Coronavirus-Todesfall nicht abzusehen. Derweil entwickelt sich eine politische Kontroverse um eine vorzeitige schrittweise Lockerung der Massnahmen.

Gesundheitsminister Alain Berset dürfte jedoch entsprechende Ansprüche am Sonntag gleich im Keim erstickt haben. Eine Lockerung der Coronavirus-Massnahmen auf den 20. April hält er nämlich für «illusorisch».

Genau dies forderten am Wochenende die FDP sowie Wirtschaftskreise und stiegen damit auf den Zug auf, den die SVP vor ein paar Tagen in Bewegung gesetzt hat. Geschäfte und Betriebe, die die Sicherheitsmassnahmen des BAG einhalten könnten, sowie Schulen müssten nach dem 19. April geöffnet werden.

Infektionen in der Schweiz nehmen weiter zu

Genau einen Monat nach dem ersten gemeldeten Todesfall ist in der Schweiz die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen bis am frühen Sonntagabend um 822 auf 21'100 Fälle gestiegen. Die Kantone meldeten neu insgesamt mindestens 676 Tote – 55 mehr als am Vortag.

Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die offiziellen Angaben der Kantone stützte. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 mit 559 an.

Die neusten Fallzahlen zeigen, dass die Zahl der Infektionen weiterhin stetig zunimmt. Mittlerweile weist die Schweiz eine der höchsten Raten an Neuansteckungen in Europa auf.

Trotz Sonnenschein und mancherorts frühsommerlichen Temperaturen über 20 Grad sind die Menschen am Wochenende nicht in Scharen ins Freie geströmt. In der ganzen Schweiz waren Polizisten unterwegs, um die BAG-Regeln durchzusetzen. Sie mussten zwar immer wieder Gruppen ermahnen, sich aufzulösen und den Abstand einzuhalten. Insgesamt aber stellten die Behörden fest, dass die Menschen sich an die Vorgaben hielten.

Weltweit 65'000 Corona-Tote

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 65'000 Menschen infolge der vom neuartigen Coronavirus verursachten Lungenkrankheit gestorben. Das sind rund 5000 mehr als am Vortag.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Sonntagmittag auf mehr als 1,2 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorging. Davon sind mehr als 252'000 Menschen inzwischen wieder genesen.

New York City erwartet «D-Day»

Die Stadt, die niemals schläft, ist in Schockstarre verfallen: New York City rechnet wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in der kommenden Woche mit dem Schlimmsten. Die Behörden machen mit allen Mitteln mobil gegen den tödlichen Erreger.

Rund 60'000 Menschen in der Stadt haben sich bereits mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. 2600 sind bereits gestorben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Insgesamt 21'100 Menschen in der Schweiz sind an Covid-19 erkrankt. Die Kantone meldeten am Samstag 676 Tote.
  • Mit 246 Infizierten pro 100'000 Einwohner hat die Schweiz laut BAG eine der höchsten Inzidenzen Europas.
  • Alain Berset hält eine Lockerung der Coronavirus-Massnahmen auf den 20. April für «illusorisch». FDP-Chefin Gössi fordert, die Schulen nach den Ferien wieder zu öffnen.
  • Weltweit sind 65'000 Menschen an Covid-19 gestorben, 1,2 Millionen Menschen haben sich nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.
  • Das EDA hat dutzende Schweizer Touristen aus Australien zurückgeholt.
  • In Grossbritannien stirbt ein fünfjähriges Kind an Covid-19.
  • In Griechenland wird ein weiteres Flüchtlingslager unter Quarantäne gestellt.

18.57 Uhr: Wir beenden den heutigen News-Ticker.

18.40 Uhr: Zahl der täglichen Todesopfer in Italien erneut gesunken

In Italien ist am Sonntag bereits den zweiten Tag in Folge die Zahl der an den Folgen des Coronavirus gestorbenen Menschen gesunken. Der Zivilschutz zählte 525 Todesopfer am Sonntag, nach 681 am Samstag. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten in Italien auf nunmehr 15'887, die aktuell höchste Zahl weltweit.

18.20 Uhr: «Die Leute bleiben zuhause» – Schweizer meist einsichtig

Trotz Sonnenschein und mancherorts frühsommerlichen Temperaturen über 20 Grad sind die Menschen am Wochenende nicht in Scharen ins Freie geströmt. In der ganzen Schweiz waren Polizisten unterwegs, um die BAG-Regeln durchzusetzen. Sie mussten immer wieder Gruppen ermahnen werden, sich aufzulösen und den Abstand einzuhalten.

In rund 130 Fällen musste die Kantonspolizei Basel-Stadt Uneinsichtigkeit feststellen und mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken wegen eines Verstosses gegen das Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum reagieren. 

Im Kanton St. Gallen ist die Polizei wegen der Vorschriften gegen die Coronavirus-Pandemie innerhalb eines Tages über hundert Mal ausgerückt. Über das Wochenende stellte die St. Galler Stadtpolizei über 120 Ordnungsbussen aus, wie sie am Sonntag mitteilte.

Auf der Nord-Süd-Achse am Gotthard blieb es sehr ruhig. Ein Sprecher der Kantonspolizei Uri gab das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn mit «keine 10 Prozent» des üblichen Ausmasses an. Es habe «keine Sekunde» Stau gegeben. «Die Leute bleiben zuhause.»

17.46 Uhr: Schweizer kaufen wegen Corona-Lockdown mehr Gemüse

Der Lockdown führt in der Schweiz zu einem völlig neuen Konsumverhalten. Die Restaurants sind zu, die Take-Aways werden gemieden, dafür erlebt das Kochen zu Hause eine Renaissance. «Über den Detailhandel verkaufen wir derzeit geschätzt zwischen 20 und 30 Prozent mehr Gemüse», sagt Roger Mäder von Swisscofel, dem Verband der Gemüse-, Früchte- und Kartoffelhänder, gegenüber der «NZZ am Sonntag». Etliche Lieferanten des Detailhandels hätten ihren Schichtplan angepasst, damit sie der Nachfrage gerecht werden.

17.30 Uhr: Ägypten verbietet Ramadan-Tafeln wegen Coronavirus

Das Coronavirus hat nun auch erste Auswirkungen auf den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan. Ägypten untersagte am Sonntag Tafeln zum Fastenbrechen (Iftar), an denen arme Menschen während des Ramadan normalerweise kostenlos essen können. Stattdessen sollten Wohltätigkeitsorganisationen lieber Bargeld oder Lebensmittel spenden, teilte das für Moscheen zuständige Ministerium mit. In dem nordafrikanischen Land haben sich nach offiziellen Angaben bisher 1070 Menschen mit dem Virus infiziert, 71 starben daran.

Der Ramadan beginnt dieses Jahr am 23. April. Gläubige Muslime verzichten dann vom Anbruch des Tages bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Das im Koran verankerte Fastengebot zählt zu den sogenannten fünf Säulen des Islams. Ägypten zählt mehr als 100 Millionen Einwohner, 90 Prozent von ihnen sind Muslime.

Ägypten hatte wegen der Ausbreitung des Virus bereits eine nächtliche Ausgangssperre verhängt und Moscheen geschlossen. Bisher ist unklar, ob sie zum Ramadan wieder öffnen werden. Während des Fastenmonats drängen sich die Gläubigen normalerweise dicht an dicht in den Gotteshäusern.

16.50 Uhr: Hohe Fallzahlen pro 100'000 Einwohner – Schweiz besonders stark von Covid-19 betroffen

Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind weltweit an Covid-19 erkrankt. Die Schweiz gehört zu den am stärksten betroffenen Ländern – vor allem wenn man die Rate der Infizierten pro 100 Einwohner betrachtet. Diese Inzidenz beträgt laut Johns Hopkins University 164 pro 100'000 Einwohner. Das BAG veröffentlicht im  aktuellen «Situationsbericht zur epidemiologischen Lage» einen hoch höheren Wert (246/100'000) und spricht von einer der höchsten Inzidenzen in Europa.

16.15 Uhr: «Riesiger Schwall» – New York City vor entscheidender Woche

New York City hat neun Millionen Einwohner: Rund 60'000 Menschen in der Stadt haben sich bereits mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, wie Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag (Ortszeit) bekannt gab. Die statistisch gesehen meisten Fälle gibt es – ausgerechnet – im Bezirk Corona im Stadtteil Queens.

Rund 2600 Patienten sind in New York bislang nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, zwei Drittel davon alleine in der vergangenen Woche. Berichte von überlasteten Leichenschauhäusern und Bilder von behelfsmässigen Kühltransportern für Leichen an den Krankenhäusern sorgten bereits in den vergangenen Tagen weltweit für Sorge und Grauen.

Seit Anfang März gelten in der Millionenmetropole Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, die Schulen und alle «nicht überlebenswichtigen» Geschäfte sind geschlossen. Die Stadt ist ruhig geworden, ein Grossteil der New Yorker verbringt die meiste Zeit zu Hause – in den Krankenhäusern der Stadt aber fängt der Grosseinsatz jetzt gerade erst so richtig an.

Auf diese Woche, so haben Gouverneur Cuomo und Bürgermeister Bill de Blasio immer wieder deutlich gemacht, werde es ankommen, dann könnten die Krankenhäuser überlastet werden. «Wir werden einen riesigen Schwall erleben», sagte de Blasio. «Jetzt ist ein entscheidender Moment, an dem wir ausgestattet und vorbereitet sein müssen, für den sehr schwierigen Kampf, den wir vor uns haben.»

Es geht – wie vielerorts derzeit – vor allem um drei Dinge: Krankenhausbetten, Ausstattung insbesondere Schutzausrüstung und Beatmungsgeräte, sowie Einsatzkräfte. Von allem gebe es in New York Projektionen zufolge zu wenig, sagt de Blasio. «Es wird ein unglaubliches Rennen gegen die Zeit», sagte der Bürgermeister weiter. Es sei zwar fast unvorstellbar, «aber ich glaube, dass wir es schaffen können, wenn wir die Hilfe bekommen, die wir brauchen».

15.40: So schön ist der Skiurlaub im eigenen Wohnzimmer

Weil er wegen der Coronavirus-Pandemie seinen Skiurlaub nicht mehr antreten konnte, hat ein Spanier die Skipiste kurzerhand in sein Wohnzimmer verlegt. Herausgekommen sind 57 witzige Trickfilmsekunden: eine willkommene Ablenkung von den schwergewichtigen Coronavirus-Nachrichten.

15.20 Uhr: ÖV-Branche fordert von Bund und Kantonen Millionen-Hilfsgelder

Die Betriebe im öffentlichen Verkehr (öV) haben von Bund und Kantonen wegen Einnahmeausfällen in der Corona-Krise zusätzliche Hilfsgelder gefordert. Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) beklagte in einem Brief an Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga Einnahmeausfälle im Umfang von mehreren hundert Millionen Franken.

Der Verein VöV fordert von SP-Bundesrätin Sommaruga einen Massnahmenplan und Hilfe von Seiten der Besteller. Welchen Betrag genau die Transportbranche fordert, war zunächst unklar. Die Höhe der zusätzlichen Kosten und Ertragsausfälle sei gegenwärtig noch nicht abschätzbar, heisst es in dem Brief.

Die «SonntagsZeitung» zitierte VöV-Direktor Ueli Stückelberger mit den Worten, dass in normalen Zeiten aus Billett- und Aboverkäufen pro Monat knapp 500 Millionen Franken in die Kassen der Transportunternehmen fliessen würden. Seit dem Lockdown würden aber 60 bis 80 Prozent dieser Einnahmen wegfallen.

14.49 Uhr: FDP-Chefin Petra Gössi will die Schulen nach den Ferien wieder öffnen

Die Forderungen an den Bundesrat nach einer Lockerung des Corona-Shutdowns werden lauter. Nach der SVP verlangen auch FDP und Wirtschaft eine Öffnung der Geschäfte und Betriebe nach dem 19. April. Gewerkschaften und Grüne fordern zumindest eine Exit-Strategie. Die SP dagegen warnt vor verlockenden Schnellschüssen.

Isolierung von Risikopersonen, Tragpflicht von Schutzmasken, strenge Einreisekontrollen: Die SVP forderte den Bund vor einigen Tagen auf, seine Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus ab Mitte April zu ändern. Ansonsten wären die wirtschaftlichen Schäden nur schwer reparierbar. Es brauche jedoch einen Mittelweg und keine Radikallösungen.

Grundsätzliche Unterstützung für Aufweichungen signalisierte in der «NZZ am Sonntag» FDP-Parteichefin Petra Gössi. Es reiche nicht zu sagen, man müsse zuwarten, zuwarten, zuwarten. Man müsse nun auch damit beginnen, positive Signale auszusenden, sagte sie im Interview.

FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi würde es gerne sehen, wenn die Schulen in der Schweiz nach den Frühjahrsferien wieder öffnen.
KEYSTONE/Walter Bieri

Konkret heisse das, dass alle Geschäfte wieder öffnen, die die Sicherheitsmassnahmen des BAG einhalten können: den Abstand von zwei Metern für alle Personen im Laden und sämtliche Hygienevorschriften. «Wenn wir das nicht machen, setzen wir das Verständnis für die Massnahmen des Bundesrates unnötig aufs Spiel.»

Gössi fordert zudem, dass die Volksschulen, insbesondere auf der Unter- und Mittelstufe nach den Frühlingsferien ihren Betrieb wieder aufnehmen. Sie wünsche sich eine Lockerung möglichst schnell, sie müsse allerdings gesundheitspolitisch vertretbar sein. Das Tragen von Schutzmasken könne dabei ein Element sein: «Es schadet jedenfalls sicher nicht.»

14.35 Uhr: Jetzt steigen auch in Japan die Infektionen rasant an

In Tokio sind am Sonntag weitere 143 Coronavirus-Fälle bestätigt worden, der bislang höchste Anstieg innerhalb eines Tages. Am Vortag waren 118 Menschen positiv auf das neue Coronavirus getestet worden und damit erstmals mehr als 100 Menschen innerhalb eines Tages. Damit zählt die japanische Hauptstadt bereits mehr als 1000 Infektionsfälle.

Mit den inzwischen täglich steigenden Zahlen nehme zugleich der Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe zu, möglicherweise den Ausnahmezustand auszurufen, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, so lokale Medien. Wegen des weltweit grassierenden Erregers waren kürzlich die in diesem Sommer in Tokio geplanten Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben worden.

Die Millionen-Metropole Tokio ist das am schlimmsten von Infektionen mit dem neuen Coronavirus betroffene Gebiet in Japan. Anders als in der Anfangsphase der Krise sind inzwischen deutlich weniger Menschen auf den Strassen zu sehen, nachdem die Behörden die Bürger aufgerufen hatten, am Wochenende zu Hause zu bleiben. Auch blieben diesmal mehr Geschäfte und Restaurants geschlossen als am vergangenen Wochenende.

14.10 Uhr: Weltweit sterben 65'000 Menschen an Covid-19

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 65'000 Menschen infolge der vom neuartigen Coronavirus verursachten Lungenkrankheit gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Sonntagmittag auf mehr als 1,2 Millionen.

Dies geht aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. In Italien starben 15'000 Corona-Infizierte, in Spanien 12'000 und in den USA 8500. Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben rund 25,5 Menschen pro 100'000 Einwohner.

Gemäss US-Experten sind weltweit bereits über 65'000 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. (Symbolbild)
Keystone

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

13.30 Uhr: Spaniens Premier Sánchez EU-«Kriegswirtschaft» gegen Corona

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Partner der Europäischen Union «in einem kritischen Moment» zu «rigoroser Solidarität» aufgerufen. Um im Kampf gegen die Corona-Krise nicht als Union zu scheitern, müsse die EU «eine Kriegswirtschaft auf die Beine stellen», forderte der sozialistische Politiker in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenportal der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Wie EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sprach auch Sánchez von «einem neuen Marshall-Plan».

Dieser neue Marschall-Plan müsse «Massnahmen zur Stützung der Schulden» enthalten, die viele Staaten aufnehmen müssten, sagte Sánchez weiter. In den vergangenen Wochen seien zwar wichtige Beschlüsse gefasst worden, wie das befristete Notfall-Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank oder das Kreditprogramm SURE der EU-Kommission zur Finanzierung von Kurzarbeit. Dies alles sei aber nicht genug. Europa dürfe nicht wie auf die Finanz- oder Bankenkrise von 2008 mit einer Sparpolitik reagieren.



Der 48-Jährige betonte, Europa erlebe «seine schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg». «Mitbürger sterben oder kämpfen um ihr Leben in Krankenhäusern, die an ihre Kapazitätsgrenzen stossen, weil sich die Pandemie als gefährlichste Bedrohung für das öffentliche Gesundheitswesen seit der Grippe von 1918 erweist.»

13.10 Uhr: Zu viele Ausflügler – Bündner Polizei muss Flüelapass sperren

Weil zu viele Ausflügler und Skitourengänger unterwegs waren, hat die Bündner Polizei den Flüelapass komplett gesperrt. Das berichtet «Blick» unter Berufung auf die Kantonspolizei Graubünden. Der Pass stehe eigentlich noch unter Wintersperre, von Davos aus ist er aber zu Hälfte befahrbar.

Das haben sich viele Menschen bei dem schönen Wetter offenbar zunutze gemacht.«Das hat Ausmassen angenommen, die wir nicht tolerieren», wird der Bündner Kapo-Sprecher Markus Walser im «Blick» zitiert. Verzeigungen oder Bussen habe es aber nicht gegeben: «Wir haben in erster Linie an die Vernunft und Solidarität der Menschen appelliert», so Walser.

12.50 Uhr: 12 weitere Tote durch Covid-19 im Tessin

m Kanton Tessin sind in den letzten 24 Stunden erneut 12 Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 66 Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden.

Insgesamt wurden bis Sonntagmorgen im Kanton Tessin 2508 Personen positiv auf das Virus getestet. 177 Menschen verloren aufgrund des Coronavirus ihr Leben.

12.36 Uhr: Corona-Zahlen steigen in Spanien deutlich langsamer

Die seit gut drei Wochen anhaltende Ausgangssperre im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Spanien zeigt offenbar Erfolge. Binnen der letzten 24 Stunden seien nur noch gut 6000 Neuinfektionen verzeichnet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mit. Die Gesamtzahl stieg damit auf mehr als 130'000.

Am Vortag waren in Spanien noch rund 7000 neue Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig wurden wieder fast 4000 an Covid-19 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Damit sind mehr als 38'000 Betroffene wieder gesund.

Auch die Zahl der neuen Todesfälle geht weiter zurück. Innerhalb von 24 Stunden starben den amtlichen Angaben zufolge 674 Menschen, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert waren. Damit wurden erstmals nach neun Tagen weniger als 800 neue Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl kletterte bis Sonntag auf 12'418.

Ungeachtet der positiven Entwicklung ist Spanien weiterhin weltweit eines der am stärksten von der Krise betroffenen Länder.  Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte am Samstag eine Verlängerung des seit dem 15. März geltenden Alarmzustands samt Ausgangsbeschränkungen um zwei weitere Wochen bis Mitternacht des 25. April an. Diese Entscheidung muss aber noch vom Parlament gebilligt werden.

12 Uhr: Mehr als 800 neue Fälle in der Schweiz

In der Schweiz ist die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen innerhalb eines Tages um 822 auf 21'100 Fälle gestiegen. Die Kantone meldeten neu bis Sonntagmittag insgesamt mindestens 664 Tote – 43 mehr als am Vortag.

Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die offiziellen Angaben der Kantone stützte. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 mit 559 an. Es berief sich auf Angaben der Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte.

Die neusten Fallzahlen zeigen, dass die Zahl der Infektionen weiterhin stetig zunimmt. Mittlerweile weist die Schweiz eine der höchsten Raten an Neuansteckungen in Europa auf.

11.34 Uhr: Berset: «Keine Lockerung bis 20. April»

Eine Lockerung der Coronavirus-Massnahmen auf den 20. April hält Gesundheitsminister Alain Berset für «illusorisch». Erst wenn die Zahl der Hospitalisierungen nicht mehr ansteige, könne man daran denken.

«Die Erfahrung zeigt, wer zu früh nachgibt, verlängert die Krise», sagt Berset im Interview mit der «Sonntagszeitung». Der Zeitpunkt der Lockerung sei nicht nur ein politischer Entscheid, er hänge auch von der Wissenschaft ab. Das Virus gebe das Tempo vor.

«Bis wir in der Gesellschaft eine gewisse Immunität erreicht oder einen Impfstoff haben, wird uns das Virus begleiten», ist Berset überzeugt. Aber es werde schon vorher eine gewisse Normalisierung geben.

Aus heutiger Sicht sei es aber nicht möglich zu sagen, ab wann erste Lockerungen verantwortbar seien. «Um es klar zu sagen: Es wird keinen Exit oder Ausstieg geben, sondern einen Übergang mit gewissen Lockerungen», betont Berset. Erst wenn der Gipfel überschritten sei und die Fallzahlen der Hospitalisierungen eindeutig sinken, werde man in eine neue Phase übergehen können.

Noch müsse man sich aber gedulden. Von Familienbesuchen über Ostern rät Berset kategorisch ab, gerade ältere Menschen seien in Gefahr, sich mit dem Virus anzustecken. Er selber lebe fast isoliert in Bern und habe seine Familie seit Februar nicht mehr gesehen.

Gemäss Gesundheitsminister Alain Berset scheint es «illusorisch», dass die Corona-Massnahmen nach Ablauf der vorerst angesetzten Frist vom 19. April bedeutend gelockert werden können. 
KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

11.16 Uhr: Zwei weitere Covid-19-Todesfälle in Basel-Stadt

Im Kanton Basel-Stadt sind zwei weitere Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Die Zahl der im Kanton wohnhaften infizierten Menschen stieg derweilen um 23 auf 794 Fälle an, davon sind mittlerweile 460 wieder genesen, das entspricht einer Rate von 60 Prozent.

10.50 Uhr: Bei Corona-PK – Trump sorgt mit sexistischem Witz für Empörung

Donald Trump hat mit einer sexistischen Äusserung bei einer Pressekonferenz für Empörung gesorgt. Der US-Präsident sprach vor der Presse über die erwarteten Todeszahlen durch die Coronavirus-Epidemie in den Vereinigten Staaten. Er wolle weit unter den vorhergesagten hunderttausenden Toten bleiben.

«Diese Modelle wurden von Experten gemacht», sagte er und ergänzte: «Ich hatte nie etwas mit einem Modell zu tun. Zumindest nicht mit dieser Art Modell.»

Trumps geschmacklose Äusserungen liessen die Gesichter der umstehenden Regierungsmitarbeiter einfrieren. Auch auf Twitter sorgten sie für Empörung.

10.15 Uhr: Zweites Flüchtlingslager nahe Athen unter Corona-Quarantäne

Zum zweiten Mal binnen weniger Tage hat der griechische Coronavirus-Krisenstab ein Flüchtlingslager nahe Athen für 14 Tage wegen einer Coronavirus-Infektion unter Quarantäne gestellt. Es handelt sich um das Camp von Malakasa rund 45 Kilometer nördlich der griechischen Hauptstadt, wie der staatliche griechische Rundfunk (ERT) am Sonntagmorgen berichtete. Dort leben etwa 1800 Menschen. Demnach wurde ein 53 Jahre alter Afghane positiv auf das Virus getestet.

«Wir werden unseren Plan so wie im anderen Fall umsetzen», sagte Griechenlands Migrationsminister Notis Mitarakis im Radiosender Protothema. Das Virus war bereits Anfang vergangener Woche bei einer Frau nach der Geburt ihres Kindes in einem Krankenhaus in Athen festgestellt worden. Die Frau lebte im Lager von Ritsona rund 75 Kilometer nördlich von Athen. Anschliessend waren 20 weitere Flüchtlinge in diesem Camp positiv auf das Virus getestet worden. Ritsona ist bereits unter Quarantäne gestellt worden. Dort leben rund 3000 Menschen.

9.50 Uhr: Queen beschwört britische Selbstdisziplin in Corona-Krise

Königin Elizabeth II. (93) ruft die Briten dazu auf, der Coronavirus-Pandemie mit charakteristisch britischer Selbstdisziplin und stiller Entschlossenheit zu begegnen. «Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen sind», wird die Queen am Sonntagabend in einer Ansprache an das britische Volk und den Commonwealth sagen.

Das geht aus Redauszügen hervor, die vorab vom Buckingham-Palast veröffentlicht wurden. Die Ansprache soll heute Abend um 21 Uhr MESZ ausgestrahlt werden und gilt als Zeichen, dass die Regierung zunehmend über die rasch wachsende Zahl der Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 beunruhigt ist.

Das britische Gesundheitsministerium verzeichnete am Samstag mit 708 Toten die bislang höchste Zahl an Todesfällen innerhalb eines Tages. Insgesamt starben in britischen Krankenhäusern bisher 4313 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, darunter auch ein fünf Jahre altes Kind.

9.10 Uhr: Marianne Faithfull wegen Corona im Spital

Die britische Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die 73-Jährige wird in einem Londoner Krankenhaus wegen der Lungenkrankheit Covid-19 behandelt. Das schrieb der Musikindustrie-Branchendienst Republic Media am Samstag unter Berufung auf Faithfulls Manager François Ravard im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ihr Zustand sei stabil und sie spreche auf die Behandlung an.

Faithfull war eine der bekanntesten Sängerinnen der 60er Jahre – nicht zuletzt wegen ihrer Beziehung zu Mick Jagger von den Rolling Stones, der zusammen mit seinem Gitarristen Keith Richards den ersten Hit für die damals 17-Jährige schrieb: «As Tears Go By».

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