So können gebrauchte Masken wiederverwendet werden

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31.3.2020

Nach dem Gebrauch wegwerfen? In vielen Spitälern der Welt kann man sich das nicht leisten.
Bild: iStock

Atemschutzmasken werden auch in den Spitälern immer knapper. Ein spezielles Reinigungsverfahren macht aus diesen Einweg- jetzt Mehrwegartikel.

Masken mit hohen Filtereigenschaften der Kategorie FFP-2 und FFP-3 sind in Zeiten der Corona-Krise zu einem der knappsten Güter rund um den Erdball geworden.

Der protektive Effekt dieser Masken besteht vor allem, wenn sie von Personen getragen werden, die mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind. Sie helfen dabei, die Konzentration infektiöser Tröpfchen, die bei einer angesteckten Person durch Husten, Niesen aber auch durch das Sprechen im Umkreis von bis zu zwei Metern in die Umwelt gelangen, deutlich zu vermindern.

Damit diese Masken den Spitälern in möglichst grosser Anzahl zur Verfügung stehen, nähen Menschen auf der ganzen Welt einfache Schutzmasken aus Stoff für den Privatgebrauch. Sie sind durchlässiger als FFP-2- und FFP-3-Masken, helfen aber dabei, grössere Speicheltröpfchen in der Maske des Trägers zurückzuhalten und verringern dadurch die an die Umwelt abgegebene Virenkonzentration.



In Spitälern bieten FFP-2- und FFP-3-Masken für das Personal einen gewissen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus, doch auch dort werden diese Masken zur Mangelware. Die Not machte Forscher in den USA erfinderisch. Sie entwickelten ein Verfahren, um getragene Masken zu reinigen und so aufzubereiten, dass sie erneut eingesetzt werden können.

500 Masken in vier Stunden

Dem Team der Regional Biocontainment Laboratorys der Duke University in den USA gelang es bereits, Hunderte gebrauchter Atemschutzmasken zu dekontaminieren, ohne sie dabei zu beschädigen. Damit auch andere Spitäler ihre Verbrauchsmaterialien aufbereiten können, machten die Wissenschaftler ihre Anleitung für das Verfahren der Öffentlichkeit zugänglich. 

Gearbeitet wird unter anderem mit verdampftem Wasserstoffperoxid, um Mikroorganismen und Verunreinigungen abzutöten. Neu ist die Methode nicht, wie Wayne Thomann, emeritierter Direktor de Duke Occupational & Environmental Safety Office gegenüber «CNN» bestätigt.

Seit Jahrzehnten würden Geräte in Laboratorien mit einem ähnlichen Verfahren gereinigt. Im Labor der Duke University können bis zu 500 Masken während eines vierstündigen Reinigungszyklus aufbereitet werden. Um dem wachsenden Bedarf an Schutzmaterial für die Spitäler nachzukommen, arbeiten die Wissenschaftler daran, die Kapazitäten laufend zu erweitern.

Filterleistung muss gewährleistet sein

Frühere Untersuchung haben gezeigt, dass Atemschutzmasken auf diese Weise bis zu 50 Mal dekontaminiert und erneut eingesetzt werden können.

Bei Masken, die von Spitalmitarbeitern getragen werden, die direkten Kontakt mit Covid-19-Patienten haben, ist Thomann vorsichtiger: «Diese Masken werden höchsten 30 Mal aufbereitet, damit wir die schützende Filterleistung und somit die Sicherheit der Masken gewährleisten können.»



Vor ihrem erneuten Einsatz wird jede Maske einzeln auf Formveränderungen und andere Verschleissmerkmale überprüft. Sichergestellt wird dabei, dass die Maske fest sitzt und den Bereich rund um Mund und Nase abdeckt, damit sie der Trägerin oder dem Träger Schutz vor einer Ansteckung bietet.

In den Zürcher Spitälern ist man vom Masken-Recyclingverfahren vorerst nicht abhängig: Ab Mitte April 2020 stellt eine Maschine täglich 32'000 dieser schützenden Artikel her. Ein weiterer Apparat zur Herstellung von Schutzmasken wurde vom Bund bestellt.

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