Kantone beantragen wenig Geld für Impfwoche +++ Veranstalter rechnen mit Ausfall tausender Events

Agenturen/red

7.11.2021

Für die nationale Impfkampagne haben die Kantone bisher deutlich weniger Mittel abgerufen, als möglich wäre. Unterdessen klagen Touristiker im Wallis über akute Personalnot.

Agenturen/red

7.11.2021

96 Millionen stellt der Bund für die kommende Impfwoche bereit – doch bisher haben die Kantone erst rund 18 Millionen dafür beantragt. Dieses Geld fliesst vor allem in Massnahmen wie mobile Teams und längere Öffnungszeiten von Impfzentren und Arztpraxen, wie der «SonntagsBlick» berichtet.

«Unsere Erwartungen sind, dass die Kantone nochmals Gas geben und alle Möglichkeiten ausschöpfen», sagt Michael Beer, der Projektleiter für die Impfoffensive. Die Kantone seien motiviert und kreativ. Allerdings lehnten sie viele Vorschläge des Bundes wie etwa Hausbesuche von Impfberatern grundsätzlich ab.



Am engagiertesten seien Kantone wie Zürich und Basel-Stadt, die schon eine hohe Impfquote haben, schreibt die «SonntagsZeitung». Kantone mit einer tiefen Impfquote haben laut «SonntagsBlick» pro Kopf dagegen bisher wenig Geld beantragt. Appenzell Ausserrhoden etwa will nur 65'000 Franken, dabei hat der Kanton mit 57 Prozent eine der tiefsten Impfquoten. Immerhin gibt bietet eine Praxis eine «Kurzhypnose für Personen mit Spritzenangst» an.

Veranstalter rechnet trotz Lockerungen mit Ausfall von 15'000 Events

Trotz Lockerungen der Corona-Massnahmen rechnet die Veranstaltungsbranche im laufenden Geschäftsjahr mit dem Ausfall von 15'000 Events. Das zeigt eine Umfrage der Branchenverbände Expo Event, SVTB und Tectum, die der «SonntagsBlick» veröffentlicht hat. Der Umsatz dürfte bis Ende 2021 mit 2,52 Milliarden Franken kaum besser ausfallen als im Coronajahr 2020.

Spectators watch Swiss band 'Patent Ochsner' performing on the main stage during the 36th edition of the Gurten music open air festival in Bern, Switzerland, Friday, July 19, 2019. The open air music festival runs from 17 to 20 July. (KEYSTONE/Peter Klaunzer) .
Die Veranstaltungsbranche rechnet trotz Lockerungen mit dem Ausfall von 15'000 Events.
KEYSTONE/Peter Klaunzer (Symbolbild)

Zum Vergleich: Vor der Krise setzten die Veranstalter 5,6 Milliarden Franken um. Selbst Anlässe, die stattfinden, decken oft kaum die Kosten. Einige Projekte seien wahre Kamikaze-Übungen, so eng werde kalkuliert, sagte Christoph Kamber, Präsident von Expo Event. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gingen rund 6000 Jobs verloren.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Grossbritannien haben mittlerweile zehn Millionen Menschen ihren Corona-Impfschutz auffrischen lassen.
  • Die Corona-Inzidenz in Deutschland steigt weiter an.
  • In den Niederlanden gelten seit dem Samstag verschärfte Massnahmen wie eine Maskenpflicht an öffentlich zugänglichen Orten.
  • Im Walliser Tourismus fehlen rund 700 Fachkräfte. Auch in Österreich läuft die Rekrutierung für die Wintersaison harzig.
  • Eltern fordern, dass auch ihre Kinder unter 12 bald geimpft werden können.
  • Die Kantone haben bisher erst ein Fünftel des vom Bund für die Impfwoche bereitgestellten Geldes in Anspruch genommen.
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  • 21.03 Uhr
    USA öffnen nach mehr als eineinhalb Jahren Grenzen für geimpfte Reisende

    Mehr als eineinhalb Jahre nach Verhängung einer weitreichenden Einreisesperre dürfen geimpfte Europäer ab Montag wieder in die USA fliegen. Reisende müssen vor Abflug nachweisen, dass sie vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Sie müssen ausserdem am Flughafen einen höchstens drei Tage alten negativen Corona-Test vorlegen und ihre Daten für eine mögliche Kontaktnachverfolgung hinterlassen.

    Die US-Regierung hatten im März 2020 unter Präsident Donald Trump angesichts der Corona-Pandemie Einreisesperren für Reisende aus dem Schengenraum, Grossbritannien und Irland verhängt. Trumps Nachfolger Joe Biden hielt an diesen sogenannten Travel Bans fest, was in Deutschland und anderen EU-Staaten zunehmend auf Kritik stiess. Im September kündigte das Weisse Haus dann an, die Grenzen im November wieder für geimpfte Reisende zu öffnen. Damit enden jetzt auch US-Corona-Einreiseverbote für China, Indien, Brasilien, Südafrika und den Iran.

  • 20.01 Uhr
    Mehrere verletzte Polizisten bei Demonstration von «Querdenken»-Bewegung in Leipzig

    Ein Jahr nach den Auseinandersetzungen bei einer «Querdenken»-Demonstration in Leipzig sind am Wochenende in der sächsischen Stadt erneut tausende Gegner der Corona-Massnahmen auf die Strasse gegangen. Die Polizei stoppte am Samstagabend im Innenstadtbereich mehrere Aufzüge, hunderte Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Sechs Polizisten wurden verletzt. Es gab auch zahlreiche Gegendemonstrationen. Wegen der Corona-Lage waren nur stationäre Versammlungen mit maximal tausend Teilnehmern erlaubt.

    Teilweise versuchten Demonstranten nach offiziellen Angaben, polizeiliche Absperrungen zu durchbrechen und Aufzüge zu starten. Einsatzkräfte wurden unter anderem mit Gegenständen beworfen und mit Reizstoff besprüht. Sechs Polizeibeamte wurden verletzt, fünf davon waren weiterhin dienstfähig.

    An einer Polizeisperre sprühte ein Unbekannter einem Polizeibeamten Reizstoff unter das Visier seines Helmes. Der Beamte musste wegen seiner dadurch erlittenen Augenverletzungen stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden.

    Insgesamt seien 48 Straftaten registriert worden, es werde gegen 43 Beschuldigte ermittelt, teilte die Polizei mit. Es gehe um tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, Widerstandshandlungen, Beleidigungen und Körperverletzungen.

  • 19.16 Uhr
    Keine Booster-Impfungen während nationaler Impfwoche im Kanton Schaffhausen

    Im Rahmen der nationalen Impfwoche wird es auch im Kanton Schaffhausen zahlreiche Möglichkeiten geben, sich beraten und ohne Termin impfen zu lassen. Dieses Angebot betreffe jedoch nur die Grundimmunisierung, und nicht auch Booster-Impfungen, wie der Kanton mitteilte

    Wie es weiter heisst, habe die vom Bund vorgegebene zeitliche Überlappung der Impfoffensive mit der Möglichkeit, sich für eine Auffrischimpfung (Booster-Impfung) zu registrieren, am Samstag zu einem grossen Ansturm auf das Kantonale Impfzentrum geführt.

    Jede Person, die sich zum ersten Mal impfen lassen möchte, kann demnach selbst entscheiden, welcher Impfstoff eingesetzt wird und ob die Impfung mit einem mRNA Impfstoff oder einem konventionellen Impfstoff erfolgt.

  • 18.27 Uhr
    Zehn Millionen Booster-Impfungen in Grossbritannien verabreicht

    In Grossbritannien haben mittlerweile zehn Millionen Menschen ihren Corona-Impfschutz auffrischen lassen. Darauf wies Premierminister Boris Johnson auf Twitter hin. Man wisse, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlasse, weshalb Auffrischungsimpfungen unerlässlich dabei seien, sich und seine Angehörigen auch den Winter über zu schützen, schrieb er dazu.

    Rund 45,8 Millionen der knapp 67 Millionen Einwohner Grossbritanniens sind vollständig geimpft. Eine dritte Impfdosis wird dort derzeit Menschen über 50 und Risikogruppen verabreicht.

    Die Booster-Impfungen können in der Regel sechs Monate nach dem zweiten Piks verabreicht werden.
    Die Booster-Impfungen können in der Regel sechs Monate nach dem zweiten Piks verabreicht werden.
    Sven Hoppe/dpa
  • 18.08 Uhr
    Nordirischer Gesundheitsminister verklagt Sänger Van Morrison wegen Verleumdung

    Der in jüngster Zeit vor allem als Kritiker der Corona-Massnahmen hervorgetretene Sänger Van Morrison wird einem Zeitungsbericht zufolge vom nordirischen Gesundheitsminister Robin Swann wegen Verleumdung verklagt. Wie die Wochenzeitung «Sunday Life»  berichtet, beziehen sich die Klagen insbesondere auf einen Vorfall im Juni, als der Schöpfer von Hits wie «Gloria» und «Brown-eyed girl» auf einer Bühne in Belfast skandiert hatte: «Robin Swann ist sehr gefährlich.»

    Der 76-jährige Sänger äusserte dies, nachdem ein Konzert, an dem er teilnehmen sollte, in letzter Minute wegen der Corona-Beschränkungen abgesagt worden war. Das Video mit den Äusserungen verbreitete sich rasch im Internet.

    Dem Bericht zufolge bezieht sich die Verleumdungsklage auch auf zwei weitere Vorfälle: ein Interview, in dem der ehemalige Frontmann der Rockband Them und spätere Solo-Künstler den Minister als «Gauner» bezeichnete, und die Veröffentlichung eines Lieds, in dem Morrison Swann erneut als «gefährlich» bezeichnet.

    «Wir haben rechtliche Schritte gegen Van Morrison eingeleitet», sagte Swanns Anwalt Paul Tweed der Zeitung. Er strebe einen Prozess im Februar an.

    Im Januar 2021 hatte der in Belfast geborene Sänger damit gedroht, das Verbot von Live-Musik in Bars in Nordirland anzufechten und erklärt, es beruhe nicht auf «wissenschaftlichen oder medizinischen Erkenntnissen». Im August 2020 hatte er bereits eine Kontroverse ausgelöst, als er im Zusammenhang mit dem Coronavirus von «Pseudowissenschaft» sprach. Einen Monat später nahm er drei «Protestsongs» gegen die Corona-Restriktionen auf.

  • 17.21 Uhr
    US-Gericht setzt Bidens Pläne für weitreichende Impfpflichten aus

    Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat bei ihren Bemühungen um weitgehende Impfpflichten im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen juristischen Rückschlag erlitten. Ein Bundes-Berufungsgericht in New Orleans setzte am Samstag die Umsetzung einer entsprechenden Verfügung der Regierung in Washington aus. Betroffen wären Mitarbeiter von Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten und bestimmte Arbeitnehmer im Gesundheitswesen. Die Regierung will, dass Arbeitgeber vom 4. Januar an von diesen insgesamt rund 100 Millionen Arbeitnehmern eine Impfung gegen das Coronavirus oder wöchentliche negative Tests verlangen müssen.

    Bidens Stabschef Ronald Klain sagte dem Sender NBC, alle anderen Gerichte inklusive des Supreme Court hätten die Zulässigkeit von Impfvorschriften der Bundesstaaten bislang bestätigt. Er sei daher optimistisch, dass die endgültige Entscheidung des Gerichts in New Orleans entsprechend ausfallen werde. Der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vivek Murthy, sagte dem Sender ABC: «Der Präsident und die Regierung hätten diese Anforderungen nicht eingeführt, wenn sie sie nicht für angemessen und notwendig hielten, und die Regierung ist sicher bereit, sie zu verteidigen.»

    Die vor wenigen Tagen verkündeten Impfpflichten sind zentrale Bestandteile der Massnahmen, mit denen die Biden-Regierung die Impfquote erhöhen und die Pandemie besiegen will. Die Impfkampagne in den USA macht nur langsam Fortschritte. Bislang sind gut 58 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft. Im Sommer wurden die USA heftig von der Delta-Welle getroffen — mittlerweile gehen die Infektionszahlen aber wieder deutlich zurück.

  • 16.32 Uhr
    Corona-Inzidenz in Deutschland steigt weiter

    Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist auf über 190 angestiegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, erhöhte sich der Wert auf 191,5. Am Vortag hatte er bei 183,7 gelegen, vor einer Woche bei 149,4. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an.

    Den jüngsten Angaben des RKI zufolge wurden binnen 24 Stunden 23'543 Coronavirus-Neuinfektionen sowie 37 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4'767'033, die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion auf 96'525.

  • 15.45 Uhr
    Zeitungsgebäude bei Corona-Protesten in Ostfrankreich gestürmt

    Bei einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen im ostfranzösischen Belfort haben rund 100 Teilnehmer das Gebäude einer Regionalzeitung gestürmt und versucht, in die Redaktion einzudringen. Die Tür habe dem Ansturm am Samstag aber standgehalten, obwohl Demonstranten sich mit ihren Schultern dagegen geworfen hätten, berichtete die betroffene Zeitung «L'Est Républicain» selbst. Die Präfektur bestätigte den Vorfall heute Sonntag in einer Mitteilung.

    Die Demonstranten hätten der Zeitung vorgeworfen, Falschinformationen und Lügen zu verbreiten. Im Gebäude rissen sie eingerahmte alte Zeitungsartikel von der Wand, zerstörten sie und warfen mit Eiern. Sie drangen auch in die Stadtbibliothek ein und randalierten vor einer Krankenversicherung. Die Zeitung berichtete weiter, die Polizei sei nicht eingeschritten, da sie mit zu wenig Kräften vor Ort gewesen sei, um sich den gewalttätigen Demonstranten entgegenzustellen.

    Der Präfekt von Belfort, Jean-Marie Girier, verurteilte die Gewalt und das Eindringen in das Zeitungsgebäude sowie die Bedrohung von Journalisten. Die Justiz sei eingeschaltet worden und für die folgenden Kundgebungen würden Konsequenzen gezogen, teilte die Präfektur mit.

    Seit mehreren Monaten gibt es frankreichweit meist samstags Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen der Regierung von Präsident Emmanuel Macron. An diesem Wochenende kamen dabei rund 29'000 Menschen zusammen, nur noch ein Bruchteil des Zulaufs bei den ersten Kundgebungen im Sommer.

  • 15.12 Uhr
    Schwules Paar in Berlin nach Hinweis auf Maskenpflicht attackiert und beleidigt

    Ein schwules Paar ist in der deutschen Hauptstadt Berlin nach einem Verweis auf die Maskenpflicht von einem Mann attackiert und beleidigt worden. Der 39-jährige Tatverdächtige soll die beiden Männer am Samstag mit Gegenständen beworfen, homophob beleidigt und bedrängt haben, nachdem sie ihn in einer U-Bahn auf die Maskenpflicht hingewiesen hatten, wie die Polizei mitteilte.

    Um einer Eskalation der Situation zu entgehen, wechselten die beiden 53 und 57 Jahre alten Männer den Angaben zufolge den Waggon, worauf der Tatverdächtige ihnen folgte. Auch nach dem Aussteigen aus der U-Bahn habe der 39-Jährige das Ehepaar weiter verfolgt und schliesslich attackiert.

    Polizisten nahmen den Mann fest und brachten ihn aufgrund eines bestehenden Haftbefehls wegen Körperverletzung in einen Polizeigewahrsam. Dort wurde der augenscheinlich alkoholisierte Mann dem polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes übergeben, der die weiteren Ermittlungen führt.

  • 14.27 Uhr
    Schweizer Veranstalter befürchten trotz Lockerungen Ausfall von 15'000 Events

    Trotz Lockerungen der Corona-Massnahmen rechnet die Veranstaltungsbranche im laufenden Geschäftsjahr mit dem Ausfall von 15'000 Events. Das zeigt eine Umfrage der Branchenverbände Expo Event, SVTB und Tectum, die der «SonntagsBlick» veröffentlicht hat. Der Umsatz dürfte bis Ende 2021 mit 2,52 Milliarden Franken kaum besser ausfallen als im Coronajahr 2020.

    Zum Vergleich: Vor der Krise setzten die Veranstalter 5,6 Milliarden Franken um. Selbst Anlässe, die stattfinden, decken oft kaum die Kosten. Einige Projekte seien wahre Kamikaze-Übungen, so eng werde kalkuliert, sagte Christoph Kamber, Präsident von Expo Event. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gingen rund 6000 Jobs verloren.

  • 13.44 Uhr
    Corona-Regeln in den Niederlanden wieder verschärft

    Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Den Haag gegen die am Wochenende verschärften Corona-Massnahmen in den Niederlanden demonstriert. Seit Samstag gilt angesichts stark gestiegener Infektions- und Patientenzahlen die Maskenpflicht wieder für alle öffentlich zugänglichen Orte wie Geschäfte, Bibliotheken, Bahnhöfe, Krankenhäuser und Hochschulen.

    Der Nachweis von Impfung, Genesung oder Corona-Test ist nun für mehr Orte wie etwa Sportclubs, Fitnesscenter und Zoos verpflichtend. Bürger sollen auch wieder den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter wahren.

    Auf der Demonstration in Den Haag verglich eine Rednerin die Corona-Regeln mit Massnahmen der deutschen Besatzer während der Nazi-Zeit und sprach zugleich von einer «Apartheid der Ungeimpften». Weitere Punkte der Kritik auf der Kundgebung neben der Corona-Politik waren die Wohnungsnot, Altersarmut und weitere soziale Probleme.

    Der Vorsitzende des landesweiten Sicherheitsrats, Hubert Bruls, zog indessen eine positive Bilanz nach der Verschärfung der Corona-Regeln. «Ich habe den Eindruck, dass allen durch die beunruhigenden Zahlen steigender Infektionen klar ist, dass wenn wir dies jetzt nicht tun, wir noch zu viel ernsteren Massnahmen greifen müssen», sagte Bruls in den NOS-Fernsehnachrichten am Samstagabend. «Ich habe nicht den Eindruck, dass wir mit dem ersten Tag unzufrieden sein müssen.»

    Erst vor gut einem Monat hatten die Niederlande viele Massnahmen aufgehoben und etwa die Abstandsregel abgeschafft. Daraufhin waren die Infektionszahlen schnell gestiegen.

    epa09568228 A mobile phone with the QR code via the CoronaCheck app in Amsterdam, the Netherlands, 06 November 2021. Due to the tightening of the coronavirus measures, the corona admission ticket is mandatory in more places, including at outdoor terraces. EPA/RAMON VAN FLYMEN
    Ein 3G-Nachweis ist in den Niederlanden wieder an mehr Orten nötig.
    KEYSTONE
  • 12.58 Uhr
    Polizei holt Maskenverweigerer aus Flugzeug

    Die niederländische Grenzpolizei hat am Flughafen Schiphol acht Männer aus einem aus Polen eingetroffenen Flugzeug geholt, weil sie gegen die Maskenpflicht verstossen haben. Ausserdem hätten sie für Behinderungen im Flugzeug gesorgt, teilte die Grenzpolizei am Sonntag mit. Die Männer verpassten ihren Anschlussflug und mussten ein Bussgeld bezahlen.

    Wie der Sender NOS berichtete, hatte der Pilot die Polizei eingeschaltet, weil die acht Polen sich nicht an die Anweisungen des Kabinenpersonals gehalten hätten. Die Männer seien während des Fluges im Gang stehen geblieben und hätten sich geweigert, eine Maske zu tragen.

  • 11.55 Uhr
    Österreicher impfen sich vor Einführung der 2G-Regel

    Vor Inkrafttreten der 2G-Regel in Österreich haben viele Impfstationen am Wochenende einen grossen Zulauf verzeichnet. Ab Montag dürfen die meisten Ungeimpften nicht mehr Lokale, Hotels, Veranstaltungen und Friseure besuchen. Wegen des exponentiellen Anstiegs an Corona-Infektionen hat die Regierung entschieden, den Zutritt auf Geimpfte und Genesene zu beschränken. Die Regelung werde wohl mindestens bis Weihnachten in Kraft bleiben.

    Nach der Ankündigung der Massnahme am Freitag stieg die Wartezeit in der grössten Impfstrasse Wiens auf eineinhalb Stunden. In Salzburger Land holten sich am Samstag knapp 1400 Menschen spontan ohne Termin einen Stich – in den Wochen zuvor waren es nur 2000 pro Woche gewesen. Auch in anderen Regionen wie Vorarlberg war der Andrang gross.

    Der Druck auf Ungeimpfte, sich doch die erste Dosis zu holen, stieg in den letzten Tagen aber nicht nur wegen der kommenden 2G-Regel. Seit Anfang November müssen nicht geimpfte oder genesene Arbeitende in ihren Betrieben mehrmals wöchentlich einen Testnachweis mitbringen (3G-Regel).

    Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich lag zuletzt bei rund 570 Fällen pro 100 000 Einwohner, weit über dem deutschen Wert von 191,5.

  • 11.22 Uhr
    Israel prüft Kauf der Corona-Pille von Pfizer

    Israels erwägt den Kauf einer neuen Pille gegen das Coronavirus des US-Pharmakonzerns Pfizer. Ministerpräsident Naftali Bennett sprach am Sonntag in der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem von «guten Nachrichten». Er habe die Verantwortlichen angewiesen, die Sachlage gründlich zu untersuchen und «einen Erwerb für den Staat Israel zu prüfen».

    Der Konzern hatte am Freitag gemeldet, dass er im Kampf gegen die Corona-Pandemie über eine wirksame Pille verfüge, die schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten verhindern soll. Noch gibt es allerdings keine Zulassung. Pfizer vertreibt zusammen mit dem deutschen Konzern Biontech auch einen der wichtigsten Impfstoffe.

    Israel ist es bislang gelungen, die vierte Corona-Welle ohne neuen Lockdown zu überstehen. Dabei setzt das Land stark auf Booster-Impfungen: Fast 43 Prozent der 9,4 Millionen Einwohner sind inzwischen dreifach geimpft. 62 Prozent bekamen zumindest zwei Spritzen.

  • 10.59 Uhr
    Erstimpfungen in Griechenland steigen nach Verschärfung

    In Griechenland hat sich Zahl der wöchentlichen Erstimpfungen gegen das Corona-Virus nahezu verdoppelt, seit die Regierung härtere Regeln für Menschen ohne Impfschutz beschlossen hat. In der ersten Novemberwoche liessen sich nach einem Bericht der Tageszeitung «Kathimerini» mehr als 40'000 Menschen erstmals spritzen. In der letzten Oktoberwoche waren es etwa 25'000 Menschen.

    Seit Samstag dürfen Ungeimpfte öffentliche Einrichtungen nun nur noch besuchen, wenn sie einen negativen Test vorlegen. Das gilt selbst für Behördengänge. Ausgenommen sind lediglich Supermärkte und Apotheken. Zudem müssen ungeimpfte Arbeitnehmer pro Woche zwei negative Tests vorlegen.

    Die Massnahmen werden streng kontrolliert. Die Regierung hat dafür zusätzlich etwa 8000 Polizisten abgestellt. Nach Angaben der Polizei gab es allein am Samstag landesweit rund 85'000 Kontrollen. Die Beamten verhängten Hunderte Strafen. Mehrere Gastronomiebetriebe wurden vorübergehend geschlossen. Für ungeimpfte Gäste ohne aktuellen Test gab es Geldstrafen von je 300 Euro.

  • 10.51 Uhr
    Walliser Tourismous fehlen 700 Mitarbeiter

    Die Buchungen für den Winter haben im Wallis fast wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht. Gäste aus den USA und aus Asien, aber auch aus Europa kämen wieder, berichtet die «SonntagsZeitung».

    Sorgen bereitet den Verantwortlichen aber das fehlende Personal. So seien derzeit 700 Stellen unbesetzt, vor allem in der Gastronomie und in der Hotellerie. Seit dem Ausbruch der Pandemie habe sich die schon vorher schwierige Lage nochmals zugespitzt. Köche, Servicepersonal und andere Fachleute hätten sich beruflich umorientiert.

    Auch andere Branchen wie die Industrie suchen Personal, etwa Unternehmen wie Lonza. Diese hätten auch Personal aus dem Tourismus angestellt, was den Arbeitsmarkt weiter ausgetrocknet habe.

    Im Wallis sucht man nun nach pragmatischen Lösungen wie etwa eine Aufhebung der Bewilligungspflicht für eine kurzfristige Erwerbstätigkeit, Partnerschaften zwischen Berg- und Stadtbetrieben und dem Anheuern von Studierenden und Absolvent*innen der Hotelfachschulen.

    Bars et restaurants valaisans pourront rouvrir dès le 14 décembre (archives).
    In der Walliser Gastronomie und Hotellerie wird Personal gesucht.
    KEYSTONE
  • 10.10 Uhr
    Eltern drängen auf Impfung für Kinder

    Vielen Eltern reicht es, berichtet die «SonntagsZeitung». Sie sind nicht bereit, ihre Kinder durchseuchen zu lassen – und fordern, dass auch Kinder geimpft werden. Einige Eltern hätten vor, die Kinder im Ausland impfen zu lassen, falls dies in der Schweiz noch länger nicht möglich ist.

    Die USA haben diese Woche angefangen, 5- bis 11-Jährige mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech zu impfen. In der Schweiz ist dies wie auch in der EU noch nicht zugelassen.

    Der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), Christoph Berger, sagt der «SonntagsZeitung», dass die Impfung für Kinder «vermutlich nächstes Jahr» komme. Zuerst brauche es eine Zulassung und eine Impfempfehlung.

    Man müsse genau anschauen, ob das sinnvoll sei, denn Kinder müssten nur selten ins Spital. Andererseits sei auch das Risiko einer Impfung sehr klein.

    Eine medizinische Mitarbeiterin bereitet Covid-19 Impfungen im Impftram am Zuercher Bellevue vor, am Dienstag, 14. September 2021 in Zuerich. Im Impftram des Kantons Zuerich und der Verkehrsbetriebe der Stadt Zuerich (VBZ) soll sich die Bevoelkerung ohne vorherige Terminvereinbarung spontan gegen das Coronavirus Covid-19 impfen lassen koennen. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
    Die Corona-Impfung ist in der Schweiz derzeit ab 12 Jahren zugelassen.
    KEYSTONE
  • 9.47 Uhr
    Costa Rica führt 1G-Regel ein

    Ab dem 8. Januar 2022 dürfen in Costa Rica nur noch Geimpfte nicht-essentielle Einrichtungen besuchen – wie etwa Restaurants, Hotels oder Freizeitanlagen. Touristen können danach zwar noch einreisen, aber nicht mehr im Hotel übernachten, wenn sie nicht geimpft sind, berichtet der «Blick».

    Am 1. Dezember beginnt die Übergangsphase, in der Gaststätten selber entscheiden können, ob sie nur noch Geimpfte reinlassen. Wer dies nicht tut, darf nur die Hälfte der Kapazität nutzen.

  • 9.16 Uhr
    Kantone beantragen wenig Geld für Impfwoche

    96 Millionen stellt der Bund für die kommende Impfwoche bereit – doch bisher haben die Kantone erst rund 18 Millionen dafür beantragt. Dieses Geld fliesst vor allem in Massnahmen wie mobile Teams und längere Öffnungszeiten von Impfzentren und Arztpraxen, wie der «SonntagsBlick» berichtet.

    «Unsere Erwartungen sind, dass die Kantone nochmals Gas geben und alle Möglichkeiten ausschöpfen», sagt Michael Beer, der Projektleiter für die Impfoffensive. Die Kantone seien motiviert und kreativ. Allerdings lehnten sie viele Vorschläge des Bundes wie etwa Hausbesuche von Impfberatern grundsätzlich ab.

    Der Impfbus steht bereit auf dem Barfuesserplatz in Basel, am Montag, 20. September 2021. Im Kanton Basel-Stadt ist ab 13. September 2021 waehrend vier Wochen ein Impfbus unterwegs, in dem sich die Bevoelkerung ohne vorherige Terminvereinbarung spontan gegen das Coronavirus impfen lassen kann. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
    Impfbus in Basel: Mobile Angebote sind in der Impfwoche wichtig.
    KEYSTONE

    Am engagiertesten seien Kantone wie Zürich und Basel-Stadt, die schon eine hohe Impfquote haben, schreibt die «SonntagsZeitung».  Kantone mit einer tiefen Impfquote haben laut «SonntagsBlick» pro Kopf dagegen bisher wenig Geld beantragt. Appenzell Ausserrhoden etwa will nur 65'000 Franken, dabei hat der Kanton mit 57 Prozent eine der tiefsten Impfquoten. Immerhin gibt bietet eine Praxis eine «Kurzhypnose für Personen mit Spritzenangst» an.

  • 8.07 Uhr
    Deutsche Ärzte fordern kostenlose Corona-Schnelltests

    In Deutschland hat die Bundesärztekammer eine schnelle Wiedereinführung kostenloser Corona-Schnelltests gefordert. «Das Auslaufen der Kostenübernahme für Corona-Bürgertests hat augenscheinlich nicht dazu geführt, Impfunwillige zu einer Impfung zu motivieren», sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bund und Länder sollten den Mut aufbringen, diese Fehlentscheidung schnell und konsequent zu korrigieren.

    Gerade in der kalten Jahreszeit mit vielen Freizeitaktivitäten in Innenräumen brauche man wieder niedrigschwellige, kostenlose Testangebote, um die Weiterverbreitung des Virus zu bremsen. «Die Neuregelung muss jetzt schnell kommen, möglichst noch mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes Mitte November», forderte Reinhardt.

    Die Forderungen nach einer Wiedereinführung der vor rund einem Monat abgeschafften kostenlosen Tests werden immer lauter. Zuletzt hatten sich unter anderem Grünen-Chef Robert Habeck, der Deutsche Städtetag und der Handelsverband dafür ausgesprochen.

  • 7.59 Uhr
    Hohe Fallzahlen belasten Österreichs Wintersaison

    Österreich steht vor einer schwierigen Wintersaison. Mögliche Reisewarnungen wegen der hohen Coronazahlen hingen wie ein Damoklesschwert über der Hotel- und Gaststättenbranche, sagte die Hotellerie-Sprecherin in der Wirtschaftskammer Österreich, Susanne Kraus-Winkler.

    Obendrein würden in den nächsten Wochen noch etwa 8000 bis 10'000 Saisonkräfte gesucht. «Wir haben fast weltweit einen Mitarbeitermarkt, so dass sich die Kräfte ihre Stellen sehr genau aussuchen», sagte Kraus-Winkler der Deutschen Presseagentur (DPA).

    ABD0103_20210112 - MARIA LANKOWITZ - ÖSTERREICH: ++ THEMENBILD ++ Eine Frau mit Schneeschuhen am Samstag, 9. Jänner 2021, während einer Bergtour in Maria Lankowitz. - FOTO: APA/ERWIN SCHERIAU
    Bergtour in Maria Lankowitz: Österreich steht vor einer schwierigen Wintersaison.
    KEYSTONE

    Manche Hotels hätten mehrere Angestellte allein für die Suche nach weiteren Mitarbeitern abgestellt. Ein grosses Problem sei zudem, dass wohl bis zu 3000 Kräfte mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft seien, der aber wegen fehlender Zulassung in Österreich nicht anerkannt werde.

    «Wir drängen die Bundesregierung seit Wochen, hier aktiv zu werden und zum Beispiel Kreuz-Impfungen mit anderen Stoffen als Impfnachweis gelten zu lassen», so Kraus-Winkler weiter. Auch bei Gästen aus Osteuropa zeichne sich hier ein Problem ab.

    Viele Hotels tendierten schon länger zu einer 2G-Regel für Geimpfte und von Corona Genesene, wie sie nun ab Montag gilt. «Lieber eine sichere Saison als gar keine Saison», sei das Motto, sagte Kraus-Winkler.