Freude über zweiten Impfstoff — Sorgen über hartnäckig hohe Zahlen

Agenturen/red

12.1.2021 - 21:49

Die Schweiz hat einen zweiten Impfstoff zugelassen. Swissmedic erteilte — vorerst befristet — grünes Licht für den Wirkstoff von Moderna. Unterdessen meldet das BAG 2851 Neuinfektionen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

«Nach sorgfältiger Prüfung aller eingereichten Daten zur Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität in der Schweiz» hat die Arzneimittelbehörde Swissmedic den auf einer mRNA-Plattform basierenden Wirkstoff von Moderna befristet zugelassen. Der Impfstoff wird teilweise in der Lonza in Visp hergestellt.

Die Zulassungsstudien hätten 14 Tage nach der zweiten Impfung eine hohe Wirksamkeit von 94 Prozent gezeigt. Die Befristung hängt mir den vorhandenen Daten zur Wirkungsdauer zusammen.

Damit erhöht sich der Aktionsradius bei der Bekämpfung der Pandemie in der Schweiz beträchtlich. Mit den per 18. Januar vorhandenen Impfdosen können rund vier Prozent der erwachsenen Personen geimpft werden, wie Nora Kronig, Vizedirektorin Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Bundeshausmedien sagte.

Bis Ende Februar sollten alle über 75-Jährigen, die dies wünschen, gegen das Coronavirus geimpft werden können. Im Februar erwartet das BAG eine Million weitere Impfdosen von Moderna und Biontec. Mit Astrazeneca und Janssen-Cilag sind in der Schweiz noch zwei weitere Impfungen im Rennen um eine Zulassung.

Warnung vor Sorglosigkeit

Die Erfolgsmeldungen von der Impffront hinterlassen bei den Behörden aber auch ein Unbehagen, ist doch die Gefahr der Sorglosigkeit in der Bevölkerung nicht unbegründet. Unisono betonten sie deshalb , parallel zur Impfkampagne müssten alle anderen Massnahmen dringend aufrechterhalten und befolgt werden.

Die Fallzahlen seien nach wie vor zu hoch und durch die leichter übertragbaren Varianten drohe ein erneuter rascher Anstieg, erklärte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), vor den Medien.

Das Gesundheitswesen sei nach wie vor stark belastet. Noch immer seien drei Viertel der Intensivpflegeplätze belegt, zu 41 Prozent von Covid-Patienten. Auch der Reproduktionswert von rund 1 ist laut Mathys zu hoch.

Britische Zustände verhindern

Der Chefbeamte redete zwar einer Verlängerung und Verschärfung der Massnahmen nicht direkt das Wort. Das sei Sache der Politik. Er liess aber keinen Zweifel daran, dass eher härtere als gelockerte Massnahmen im Raum stehen, um Szenarien wie in Grossbritannien und Irland in der Schweiz zu verhindern.

Der Bundesrat entscheidet am Mittwoch. Die knappe Mehrheit der Wirtschaftskommission des Nationalrats empfiehlt der Landesregierung, keine vorsorgliche Verschärfung zu beschliessen.

Mittlerweile sind laut Mathys in der Schweiz 127 Fälle von Mutationen bekannt. 86 betreffen demnach die Virusform aus Grossbritannien, 5 diejenige aus Südafrika. In 36 Fällen konnte die Mutation bisher nicht einem der beiden Formen zugeschrieben werden.

Auch wer aus Irland in die Schweiz einreist, muss aufgrund des mutierten Virus seit Dienstagmittag neu zehn Tage in Quarantäne. Der Bund hat die entsprechende Verordnung angepasst.

Dem BAG wurden am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 2851 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte es 98 neue Todesfälle und 147 Spitaleinweisungen. Knapp 7800 Personen sind unterdessen an oder mit dem Coronavirus gestorben.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gesundheitsminister Alain Berset will einem Medienbericht zufolge im Bundesrat drastisch verschärfte Massnahmen fordern — darunter die Schliessung von Läden.
  • Das BAG meldet 2851 neue Fälle bei 22'699 Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 12,6 Prozent. 98 Personen sind an Covid-19 gestorben, 147 wurden hospitalisiert. 
  • In der Schweiz haben coronabedingte Kurzarbeit und Entlassungen zu einem Rückgang der Einzahlungen in die dritte Säule geführt.
  • Das BAG nimmt Irland ab 12. Januar neu auf die Quarantäneliste.
  • In einer Medienrunde zur Entwicklungen der Pandemie in der Schweiz informierten die Fachexperten des BAG, dass morgen 200'000 Dosen des Moderna-Impfstoffes in der Schweiz eintreffen. Mit den beiden ersten Lieferungen von Biontech/Pfizer könnten vier Prozent der erwachsenen Bevölkerung geimpft werden.
  • Nach dem grössten Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten weiten die Behörden die Ausgangssperren für Millionen von Menschen vor den Toren Pekings aus.

21.49 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Dienstag

21.32 Uhr: US-Regierung erlaubt Impfstoff-Herstellern Verkauf aller Vorräte

Um die Impfkampagne in den USA zu beschleunigen, will die Regierung Impfstoff-Herstellern den Verkauf ihrer gesamten Vorräte erlauben - ohne Dosen für die Auffrischungsimpfung zurückzuhalten. Wie US-Gesundheitsminister Alex Azar im Interview mit dem TV-Sender ABC News sagte, ist die Herstellungskapazität von Vakzinen bei den Firmen Pfizer und Moderna nun gross genug, um die zweite Impfdosis aus der laufenden Produktion zu entnehmen.

Zuvor waren die Hersteller gezwungen gewesen, eine zweite Dosis für alle bereits einmal Geimpften bereitzuhalten. Damit sollte sichergestellt werden, dass es bei der zweiten Impfung nicht zu Verzögerungen kommt. Die Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie Moderna erfordern eine Auffrischung nach drei bis vier Wochen.

Nach einem schleppenden Start der Impfkampagne in den USA gibt es nun Anzeichen für einen Aufschwung. Von den 25,4 Millionen Dosen, die bisher an die Bundesstaaten verteilt wurden, wurden bislang 8,9 Millionen Dosen verimpft, das sind rund 35 Prozent.

21.01 Uhr: Niederlande verlängern Lockdown bis 9. Februar

Die Niederlande werden den Lockdown um weitere drei Wochen bis zum 9. Februar verlängern. Das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag an. «Wir haben keine Wahl», sagte er Premier. Die Zahl der Neuinfektionen ist zwar vier Wochen nach Verhängung des Lockdowns zurückgegangen. Doch es reiche bei weitem nicht aus. Hinzu gebe es grosse Sorgen über die britische Virus-Mutation, sagte Rutte. «Die Bilder aus London sind sehr alarmierend.»

Die Regierung schliesse auch verschärfende Massnahmen, wie eine abendliche Ausgangssperre nicht aus. Bis März wird von Auslandsreisen dringend abgeraten. «Es ist noch nicht vorbei», sagte der Premier und appellierte an die Bürger: «Halten Sie durch.»

Seit Mitte Dezember gelten strenge Corona-Massnahmen im Land. Gaststätten und Geschäfte sind geschlossen, ebenso auch die Schulen. Persönliche Kontakte ausserhalb des eigenen Haushaltes sind auf zwei Personen am Tag begrenzt. Ursprünglich sollten die Massnahmen nur bis zum 19. Januar gelten. Die Regierung erwägt aber, die Grundschulen bereits Ende Januar wieder zu öffnen.

Die Zahl der Neuinfektionen ist die zweite Woche in Folge leicht zurück gegangen, wie das nationale Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag meldete. Das sei eine Folge des Lockdown. In den vergangenen sieben Tagen waren rund 49'000 Infektionen registriert worden, etwa 12 Prozent weniger als in der Vorwoche.

20.40 Uhr: Portugals Präsident doch nicht mit Corona infiziert

Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hat sich entgegen ersten Mitteilungen doch nicht mit dem Coronavirus infiziert. Das 72 Jahre alte Staatsoberhaupt sei nach dem positiven Test vom Vortag zwei Mal negativ getestet worden, teilte das Präsidialamt in Lissabon mit. Obwohl er keine Symptome hatte, hatte sich Rebelo de Sousa isoliert.

Der als volksnah und beliebt geltende Politiker der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) stellt sich am 24. Januar gegen mehrere Rivalen zur Wiederwahl. Nach jüngsten Umfragen wird sich Rebelo de Sousa schon in der ersten Runde mit grossem Vorsprung durchsetzen. Wegen der Zuspitzung der Corona-Lage fordern allerdings immer mehr Politiker eine Verlegung der Abstimmung. Von den insgesamt sieben Kandidaten haben wegen der Pandemie bereits drei den Wahlkampf aus Sicherheitsgründen unterbrochen.

Die Abstimmung am 24. Januar wird die zehnte Präsidentenwahl seit der sogenannten Nelkenrevolution sein, bei der linke Militärs 1974 mit grosser Unterstützung der Bevölkerung ein autoritäres Regime stürzten und das Land in der Folge zur Demokratie zurückkehrte.

20.28 Uhr: US-Behörden empfehlen Impfkampagne auf Personen über 65 auszuweiten

In den USA könnten schon in den kommenden Tagen Menschen über 65 Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend darüber, dass die Gesundheitsbehörde CDC die Altersgruppe der zur Impfung Berechtigen ausgeweitet habe. Auf Nachfrage äusserte sich die CDC dazu zunächst nicht. Die Richtlinien an die Bundesstaaten sind unverbindlich.

Auch der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo teilte den Bürgern seines Bundesstaates mit, dass das Mindestalter für die Impfungen von 75 auf 65 gesenkt worden sei. «Ich bitte um Geduld, da es leider weit mehr berechtigte New Yorker gibt als Impfstoffe von der Bundesregierung», schrieb Cuomo auf Twitter. Der Bürgermeister der US-Ostküstenmetropole, Bill de Blasio, kündigte an, ab dem 25. Januar ein Baseballstadion als Zentrum für Massenimpfungen einrichten zu wollen.

Die Impfkampagne in den Vereinigten Staaten lief bislang langsamer an als geplant. Von landesweit mehr als 25 Millionen verteilten Dosen wurden nach CDC-Angaben bislang erst etwa knapp neun Millionen verabreicht. Die Regierung in Washington hatte 20 Millionen Impfungen in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern bereits für Ende Dezember als Ziel ausgegeben.

20.03 Uhr: Portugal meldet so viele Corona-Tote wie noch nie

Portugal hat so viele Corona-Tote an einem Tag wie noch nie seit Beginn der Pandemie gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 155 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden in Lissabon mit. Damit wurde die am Vortag registrierte Höchstmarke (122) um 27 Prozent übertroffen. Die Gesamtzahl kletterte auf 8080 Todesopfer. Innerhalb eines Tages seien zudem 7259 Infektionen gezählt worden, hiess es. Insgesamt gab es damit in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern bereits fast eine halbe Million Ansteckungen (496'552) mit dem Virus Sars-CoV-2.

Am Mittwoch will die Regierung von Ministerpräsident António Costa nach einer Kabinettssitzung eine neue Verschärfung der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie bekanntgeben. Costa hatte am Montag angekündigt, die neuen Einschränkungen würden dem Lockdown des Frühjahrs 2020 «sehr nahe» kommen. Damals war unter anderem im ganzen Land eine wochenlange Ausgangssperre verhängt worden. Zudem mussten unter anderem Restaurants, Bars und Cafés sowie alle Läden, die nicht den Grundbedarf decken, geschlossen bleiben.

Im Rahmen eines Ausnahmezustands herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen Portugals bereits strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto.

19.45 Uhr: Ab Freitag Registrierungspflicht bei Einreise nach Österreich

In Österreich gilt aufgrund der Corona-Pandemie ab Freitag eine digitale Registrierungspflicht. Das Gesundheitsministerium veröffentliche eine entsprechende Verordnung. Ab Freitag müssen sich Reisende elektronisch registrieren, sobald sie nach Österreich reisen. Ausgenommen sind allerdings regelmässige Pendler und Transitreisende. Ausnahmen gibt es auch für familiäre Notfallsituationen, wie etwa Begräbnisse.

Neben Name, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse muss ab Freitag auch die Wohn- sowie die Aufenthaltsadresse in Österreich angegeben werden. Vermerkt wird auch das Datum der Einreise und der geplanten Ausreise. Zudem muss angegeben werden, in welchen Ländern man sich in den vergangenen zehn Tagen aufgehalten hat. Das entsprechende Online-Formular soll ab Mittwoch verfügbar sein. Das Ministerium kündigte an, die Daten nach 28 Tagen zu löschen.

Die Regelung, dass sich Einreisende nach Österreich zehn Tage in Quarantäne begeben müssen, bleibt zudem weiter aufrecht. Mit einem negativen Coronatest kann nach frühestens fünf Tagen die Quarantäne vorzeitig beendet werden.

19.39 Uhr: Kulturschaffende senden offenen Brief an Guy Parmelin

Die Event- und Unterhaltungsbranche hat in einem offenen Brief Bundespräsident Guy Parmelin, Bundesrat Ueli Maurer und die Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, dazu aufgefordert, der Branche unter die Arme zu greifen.

Trotz der Dringlichkeit der Situation kämen Hilfe und Entschädigung zu spät, hiess es in einer Erklärung des Verbandes Artos und einem Dutzend anderer kultureller Organisationen. Fast 30'000 Menschen im Kulturbereich seien von den Folgen der Pandemie stark betroffen.

Mit dem Fortschreiten der Coronkrise sei viel Frustration durch verspätete Zahlungen, komplexe Kriterien und unterschiedliche Behandlung in den Kantonen entstanden, so die Organisationen.

Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, fordern sie die Verantwortlichen unter anderem dazu auf, die Kriterien und Verfahren für die Auszahlung für Härtefälle landesweit zu vereinheitlichen und eine rasche Auszahlung ohne zu viele administrative Hürden zu gewährleisten. Zudem sollen die Voraussetzungen für Ansprüche gesenkt werden, damit alle betroffenen Unternehmen unterstützt werden können.

Die Reserven der Branche seien nach fast einem Jahr Krise ausgeschöpft.

19.28 Uhr: Griechenland will Corona-Geimpften freies Reisen durch Impfzertifikat ermöglichen

Griechenland hat von der Europäischen Union die Einführung eines einheitlichen Impfzertifikats gefordert, damit Corona-Geimpfte wieder frei reisen dürfen. «Personen, die geimpft wurden, sollten frei reisen können», schrieb der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis an die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in einem von seinem Büro veröffentlichten Brief. Griechenland hofft mit seinem Vorschlag, die für das Land so wichtige Tourismusindustrie wieder anzukurbeln.

Brüssel solle sich für ein Impfzertifikat stark machen, «das beweist, dass eine Person erfolgreich geimpft worden ist». Es sei dringend notwendig, ein einheitliches Impfzertifikat zu haben, «damit es in allen Mitgliedsstaaten akzeptiert wird», erklärte Mitsotakis weiter.

2020 brach die griechische Wirtschaft durch die Corona-Pandemie um 10,5 Prozent ein. Derzeit kämpft das Land mit der zweiten Infektionswelle, nachdem es die erste besser überstanden hatte als andere EU-Staaten. Anfang November verhängte die Regierung einen landesweiten Lockdown, der bis zum 18. Januar verlängert wurde.

19.07 Uhr: Coronakrise verschafft SRF viele Zuschauerinnen und Zuschauer

SRF zieht eine positive Bilanz der Nutzungszahlen im stark von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020. Das Unternehmen verzeichnete einen Marktanteil von 30,7 Prozent im Fernsehen und 54,8 Prozent im Radio sowie ein erneut gesteigertes Interesse am Webangebot, wie es mitteilte.

SRF 1, SRF zwei und SRF info erreichten 2020 trotz Absage der Sportgrossereignisse insgesamt einen Marktanteil von 30,7 Prozent. In der Primetime, der wichtigsten Sendezeit am Abend, lag der Marktanteil der drei TV-Sender bei 39,7 Prozent.

Mit 1,493 Millionen Zuschauenden war die Hauptausgabe der «Tagesschau» vom 19. März in den ersten Tagen nach dem schweizweiten Shutdown die meistgesehene Sendung im Jahr 2020. Zugleich war es die erfolgreichste «Tagesschau» überhaupt seit der Umstellung der Messmethode im Jahr 2013 gewesen.

Mit durchschnittlich 811’000 Zuschauenden verfolgten seit 2013 noch nie so viele Menschen die «Tagesschau»-Hauptausgabe wie im vergangenen Jahr. 62 Mal übertraf die «Tagesschau» dabei die Millionenmarke, wie es weiter heisst.

Durch das im ganzen Jahr grosse Interesse der Bevölkerung an den Informationsangeboten lag der Marktanteil von SRF 1 mit 22,2 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert (2019: 19,5 Prozent), während SRF zwei durch den zwischenzeitlichen Wegfall des Livesports Marktanteile verlor (2020: 6,4 Prozent; 2019: 9,8 Prozent).

18.36 Uhr: Dritter US-Abgeordneter nach Sturm auf Kapitol mit Corona infiziert

Nach der Erstürmung des US-Kapitols in der vergangenen Woche sind Tests auf das Coronavirus bei mindestens drei Abgeordneten positiv ausgefallen. Die meisten Parlamentarier waren während des Angriff in sichere Räume gebracht worden, wo sie stundenlang dicht beieinander sitzend ausharrten. «Mehrere republikanische Abgeordnete im Raum haben sich nachhaltig geweigert, eine Maske zu tragen», schrieb der Demokrat Brad Schneider auf Twitter, als er seine Infektion bekanntgab. Er sei wütend über deren egozentrische und arrogante Haltung.

Am Montag hatten bereits die Abgeordneten Bonnie Watson Coleman und Pramila Jayapal erklärt, ein Corona-Test sei bei ihnen positiv ausgefallen. Mehrere Republikaner hätten sich nicht nur geweigert, eine Maske zu tragen, sondern sich auch über «Kollegen und Mitarbeiter lustig gemacht, die ihnen eine anboten», erklärte Jayapal. Der medizinische Dienst im Kongress hatte die Abgeordneten aufgefordert, sich testen zu lassen, weil sie in den sicheren Räumen mit infizierten Kollegen in Kontakt gekommen sein könnten.

Der Abgeordnete Schneider forderte, Parlamentarier, die sich nicht an die Gesundheitsvorschriften hielten und keine Maske trügen, sollten wegen der «rücksichtslosen Gefährdung ihrer Kollegen» von den Sicherheitskräften aus dem Kongress eskortiert werden. «Eine Maske zu tragen ist keine politische Stellungnahme», betonte er.

18.27 Uhr: Auch Skiclub in Wengen unter möglichen Ansteckungsherden

Nicht nur ein britischer Superspreader verursachte die starke Ausbreitung des Coronavirus in Wengen BE. Auch in einem Skiclub gab es aussergewöhnlich viele positive Fälle

Das berichtete das Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF. 80 Kinder von Einheimischen und Ferienwohnungsbesitzern trainierten demnach zwischen Weihnachten und Neujahr zusammen.

Ein Grossteil von ihnen und ihre Eltern müssen jetzt in Quarantäne. Zwei Skilehrer und mehrere Kinder seien positiv getestet worden, sagte Andreas Regez, Präsident des Skiclubs, im Regionaljournal. Die Feriengäste sind allerdings bereits abgereist und haben das Virus potenziell bereits in den Rest der Schweiz getragen.



Wer das Virus in den Skiclub eingeschleppt habe, sei ihm nicht bekannt, sagte Regez. In Gondeln und Bergbahnen seien die Kinder und die Skilehrer gezwungenermassen nahe beisammen, demnach hoch sei das Ansteckungsrisiko.

Ein weiteres Ansteckungsrisiko in Wengen könnten Glühweinstände und Schneebars gewesen sein, hiess es in dem Radiobericht unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Feriengast. Dieser gab an, bis zu 50 Personen hätten sich an Schneebars ohne Masken und nahe beieinander aufgehalten.

Gemeinderat Karl Näpflin, der selber eine Schneebar betreibt, wies die Vermutung zurück, solche Lokalitäten könnten ein Treiber bei der Virusverbreitung gewesen sein. Er habe wie die anderen Betreiber ein Schutzkonzept gehabt und über Lautsprecher jeweils auf die Abstandsregeln hingewiesen.

18.16 Uhr: Berset will Massnahmen verschärfen

Gesundheitsminister Alain Berset will in der morgigen Bundesratssitzung offenbar weitaus drastischere Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordern. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt) unter Berufung auf Bundesratsnahe Quellen.

Die geforderten Massnahmen beinhaltet demnach auch die Schliessung von Läden, zudem solle es beim Thema Homeoffice nicht mehr nur bei einer Empfehlung bleiben. Arbeitnehmer sollen demnach von zu Hause aus arbeiten, «wo immer möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar». Ausserdem soll die Maskenpflicht verschärft werden: Eine Schutzmaske müsse demnach auch im Arbeitsumfeld getragen werden, selbst dann, wenn die Abstände eingehalten werden. 

18.03 Uhr: Arzneimittelbehörde EMA: Gestohlene Impfstoff-Daten online aufgetaucht

Einige der bei der Cyber-Attacke auf die Europäische Arzneimittelbehörde EMA erbeuteten Dokumente sind offenbar im Internet aufgetaucht. «Die Justizbehörden haben die notwendigen Schritte eingeleitet», teilte die EMA in Amsterdam mit. Im Dezember waren unbekannte Hacker in das IT-System der Behörde eingedrungen und hatten Einsicht in Dokumente über Medikamente und Impfstoffe gegen das Coronavirus. Die EMA machte keine Angaben zur Art der Dokumente und sagte auch nicht, wo sie veröffentlicht worden waren.

Die Hacker hatten Dokumente der Impfstoffhersteller Pfizer und Biontech einsehen können. In die Computersysteme der beiden Unternehmen waren die Täter aber nicht eingedrungen: Sie sind nach Einschätzung von Experten extrem gut gesichert. Die Ermittlungen dauern noch an.

Die EMA prüft Medikamente und Impfstoffe vor der Zulassung in der EU. Die Arbeit der Behörde war nach eigenen Angaben durch die Attacke nicht beeinträchtigt gewesen. Der Impfstoff von Pfizer und Biontech ist seit dem 21. Dezember in der EU zugelassen.

17.52 Uhr: St. Gallen und Bern machen beim Impfen vorwärts

Die Covid-19-Impfkampagne des Kantons St. Gallen geht in eine neue Phase: Ab dem 18. Januar können sich über 80-jährige Personen und Risikopatienten in sechs regionalen Schwerpunktpraxen impfen lassen.

Auch Erwachsene mit chronischen Krankheiten und besonderen Risiken können sich ab kommenden Montag impfen lassen, wie die St. Galler Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Die Anmeldung zur Impfung in den Schwerpunktpraxen erfolge durch die Hausärzte.

Auch der Kanton Bern macht Tempo und will bis Ende dieser Woche neue Impftermine freigeben. Möglich ist dies dank den in Kürze eintreffenden Impfdosen von Moderna, wie Gundekar Giebel, Sprecher der bernischen Gesundheitsdirektion, am Dienstag sagte. Zur Impfung zugelassen sind vorerst nur Menschen ab 75 Jahren. Weitere Personengruppen werden laufend hinzukommen. Als nächstes werden chronisch Kranke ab 16 Jahren mit höchstem Risiko zur Impfung zugelassen. Sie brauchen ein ärztliches Attest.

17 Uhr: Israel will Corona-Impfprogramm für Holocaust-Überlebende in anderen Ländern

Die israelische Regierung setzt sich für die Impfung aller Holocaust-Überlebenden weltweit gegen das Coronavirus ein. Die Ministerin für Diaspora-Angelegenheiten, Omer Jankelevich, kündigte am Dienstag ein entsprechendes Programm an.

Details dazu werden noch ausgearbeitet. Vorgesehen ist einer Mitteilung zufolge aber in einem Entwurf, Impfzentren in bestimmten Ländern zu eröffnen.

Holocaust-Überlebende gehörten aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters zur Hochrisikogruppe, hiess es. In manchen Ländern sei nicht gesichert, dass sie in Kürze geimpft würden. Wenn nötig, sollten Teams die Überlebenden an ihren Wohnorten impfen. Das Projekt soll kostenfrei sein. Dem Ministerium zufolge leben etwa 190'000 Holocaust-Überlebende in Israel und 130'000 weitere in aller Welt.

Dem Völkermord an der jüdischen Bevölkerung Europas durch die Nationalsozialisten und ihre Helfershelfer fielen etwa sechs Millionen Menschen zum Opfer.

16.25 Uhr: Wirtschaftskommission gegen präventive Verschärfung der Corona-Massnahmen

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) ist sich über die vom Bundesrat vorgeschlagenen neuen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus uneinig. Sie legt der Regierung nahe, keine präventive Verschärfung zu beschliessen.

Die WAK-N sei der Auffassung, dass neue Massnahmen nur eingeführt werden sollten, wenn dies die epidemiologische Lage tatsächlich erfordere, heisst es in einer Mitteilung der Parlamentsdienste vom Dienstag. Im Voraus sollten die Massnahmen nicht verschärft werden.

Was die konkreten Massnahmen betrifft, sind sich die Kommissionsmitglieder uneins. Zum jetzigen Zeitpunkt lehnt eine knappe Mehrheit eine Homeoffice-Pflicht mit zwölf zu zehn Stimmen bei einer Enthaltung ab. Eine Schliessung von Einkaufsläden und Märkten des nicht täglichen Bedarfs lehnt die Kommission mit zwölf zu elf Stimmen bei einer Enthaltung ab.

Sie spricht sich ausserdem mit zwölf zu sieben Stimmen bei fünf Enthaltungen gegen die Zwei-Haushalte-Regel für private Zusammenkünfte und mit elf zu neun Stimmen bei fünf Enthaltungen gegen eine generelle Maskenpflicht in Innenräumen aus.

16.05 Uhr: Ukraine lehnt russischen Corona-Impfstoff ab

Die Ukraine will den russischen Corona-Impfstoff «Sputnik V» nicht zulassen und auf andere Impfstoffe warten. Die Regierung in Kiew hält das Mittel gegen das Coronavirus für nicht ausreichend klinisch getestet.

«Russland denkt nicht an die Gesundheit der Ukrainer. Es denkt an das Aufzwängen seiner propagandistischen Stempel und Ideologien», sagte Aussenminister Dmitri Kuleba am Dienstag dem Fernsehsender 1+1. Es gebe keine abschliessenden medizinischen Gutachten zur Wirksamkeit des Vakzins, sagte er. Viele Länder, darunter etwa Ungarn, Serbien und Argentinien, setzen hingegen auf «Sputnik V».

Damit ist für die krisengeschüttelte und völlig verarmte Ukraine ein Impfstart nicht in Sicht. Das Land hofft zwar auf Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation und auf einen chinesischen Impfstoff. Jedoch rechnen Experten nicht vor März mit dem Start der Immunisierungen.

Zuvor war bekannt geworden, dass ein Unternehmen in der ostukrainischen und russischsprachigen Grossstadt Charkiw Ende 2020 die Zulassung von «Sputnik V» beantragt hatte. Die Behörden dürften das aber kaum genehmigen. Die Beziehungen der beiden Länder sind seit Russlands Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim im Jahr 2014 zerrüttet.

15.40 Uhr: Einbruch bei Flugverkehr über Weihnachten

Die Sorge vor der Verbreitung der neuen Mutationen des Coronavirus hat dem Flugverkehr über die Weihnachtsferien weiter zugesetzt. Statt einer erhofften Erholung sei die Situation noch schwieriger geworden, berichtete der Airlineverband IATA am Dienstag in Genf.

Konkrete Zahlen lagen noch nicht vor. Die Vorausbuchungen für Februar und März 2021 lägen aber mehr als 80 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Im Oktober 2020 hatten sie den Angaben zufolge nur rund 70 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. «Die Aussichten sind trostlos», sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac.

Er kritisierte die teils verschärften Reisebeschränkungen. Einige Länder verlangten von Reisenden nun Corona-Tests, hätten aber trotzdem die Quarantänebestimmungen nicht aufgehoben. «Damit wird das Reisen praktisch stillgelegt», meinte de Juniac. Der Airline-Verband setzt sich dafür ein, dass Passagiere, die negative Tests vorweisen, ohne Quarantäne reisen können.

Plakate zeigen den Weg zum Covid-Test per Speichelprobe durch die Swissport-Tochter Checkport am Flughafen in Zuerich, aufgenommen am Mittwoch, 6. Januar 2021. Ab morgen Donnerstag erweitert der Flughafen das Coronatest-Sortiment mit dem Spucktest, das Testresultat liegt bereits nach rund 5 Stunden vor. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Plakate zeigen den Weg zum Covid-Test per Speichelprobe durch die Swissport-Tochter Checkport am Flughafen in Zürich am 6. Januar 2021. (Symbolbild)
Bild: Keystone

15.22 Uhr: Medienkonferenz beendet

Nun ist die Medienkonferenz zu Ende. Bereits am Donnerstag geht es in eine weitere Runde. Wir bedanken uns fürs Mitlesen und wünschen einen schönen Nachmittag. 

15.21 Uhr: Spezielle Sicherheit für Lonza-Produktionssätte?

Wir die Lonza-Anlage in Visp nun speziell überwacht? Kronig sagt, das sei Sache des Unternehmens. Der Impfstoff werde aber nur zum Teil in Visp produziert, er gehe danach unter anderem nach Spanien. Schliesslich werde er von der Armeeapotheke in der Schweiz wieder empfangen. Zu genauen Sicherheitsvorkehrungen will sich Kronig aber nicht äussern.

15.13 Uhr: Was bedeutet die Virus-Variation? 

Grossbritannien habe viel härtere Massnahmen als die Schweiz, meint ein Journalist, trotzdem gingen die Fallzahlen mit der Virusvariante dort stark hoch. Er will von Mathys wissen, ob das ein Grund zur Resignation sei. 

Mathys sagt, man brauche nicht resignieren. Die Zahlen seien aber besorgniserregend und der Druck in Grossbritannien und Irland auf das Gesundheitssystem extrem. Würden die Zahlen in der Schweiz entsprechend steigen, müsse man aber über weitere Massnahmen nachdenken. 

15.11 Uhr: Impfung vorerst nicht in Arztpraxen

Ist davon auszugehen, dass der Moderna-Impfstoff auch in Artpraxen verabreicht wird? Schliesslich ist die Lagerung etwas einfacher als beim Biontech/Pfizer-Impfstoff. Kronig sagt, das sei denkbar, logistisch aber eine grosse Herausforderung. Deshalb dauere das noch eine Weile.

15.09 Uhr: Zu wenig Daten zu Risiken für Schwangere

Für eine definitive Zulassung des Moderna-Impfstoffs fehlen laut den Experten noch einige Daten zur Sicherheit. Diese betreffen vor allem Schwangere.

15.08 Uhr: Flächendeckende Tests in Altersheimen

Ein Journalist will wissen, ob sich die Teststrategie ändern werde und in Schulen und Altersheimen intensiver getestet werde. Mathys sagt, hier gebe es positive Nachrichten. Er sehe die Möglichkeit gegeben, hier bald breiter zu testen. Das BAG werde dazu bald mit Vorschlägen kommen.

15.08 Uhr: Impfungen bei über 75-Jährigen

Ist es möglich, dass alle über 75-Jährigen bis Ende Februar geimpft werden? Kronig sagt, ungefähr 7 Millionen Erwachsene lebten in der Schweiz. Nicht alle davon wollten sich aber impfen lassen. Deshalb arbeite man mit Grob-Schätzungen. Die Frage sei deshalb schwierig zu beantworten.

15.06 Uhr: Schweizer Variante denkbar? 

Ein Journalist will wissen, ob auch eine Schweizer Variante des Coronavirus denkbar sei. Mathys meint, er halte das für möglich, denn es gebe bereits hunderte und tausende Varianten des Virus. Entscheidend sei aber, dass eine solche Mutation auch epidemologisch bedeutsam sei.

15.05 Uhr: Corona-Mutation wütet in Wengen

In Wengen seien zurzeit sechs aller Fälle als Mutation identifiziert, sagt Nartey. Man könne nicht sagen, dass 100 Prozent des Ausbruchs von der Variante des Virus ausgelöst worden sei, aber mit aller Wahrscheinlichkeit ein grosser Teil davon.

15.01 Uhr: Wann kommen die nächsten Impfstoffe? 

Girard meint, diese Frage sei schwierig zu beantworten. Das hänge tatsächlich von den Daten der Pharmafirmen und deren Antworten ab. Man hoffe aber, dass es nur wenige Wochen seien, bis der nächste komme.

15 Uhr: Zahlen wieder einigermassen unverfälscht

Weiss man mittlerweile alles über die Auswirkung der Feiertage? Mathys sagt, man sei vor allem beim Jahreswechsel noch nicht sicher, ob man nun alle Effekte sehe. Was sich nicht abzeichne sei, dass die Weihnachtsfeierlichkeiten nicht zu einem massiven Anstieg geführt hätten. «Ich glaube, man befindet sich langsam wieder in sicheren Gewässern bei der Interpretation der Zahlen.»

14.54 Uhr: Wie ist der Stand beim Impf-Monitoring? 

Kronig sagt, man habe mit dem Impfen am 23. Dezember gestartet, den nationalen Impfstart aber auf den 4. Januar gelegt, um diesen mit den Kantonen gut zu organisieren. Die Kantone hätten dann gestaffelt bis gestern mit dem Impfen begonnen. Nun versuche man die Zahlen für das Monitoring zurückzubekommen. Das BAG habe Wert auf den Datenschutz gelegt und ein entsprechendes IT- Impftool geliefert. Nun werde man aggregierte Zahlen erhalten. Das Impf-Monitoring müsse sich nun aufbauen.

14.51 Uhr: Schutz nach Impfung länger als drei Monate

Wie lange schützt die Impfung vor dem Virus? Die aktuellen Studien würden zeigen, dass geimpfte Personen für drei Monate gut geschützt seien. Berger sagt, man gehe aber davon aus, dass der Schutz wesentlich länger anhalte. Das Problem hierbei sei nur die kurze Dauer der aktuellen Daten. 

14.50 Uhr: Bleibt der Moderna-Impfstoff in der Schweiz? 

Kronig sagt, dass das Pharmageschäft mit den Impfstoffen global organisiert sei. Der Impfstoff sei in den USA entwickelt worden, werde bei Lonza in Visp produziert, in Spanien und Belgien abgefüllt und verteilt. Erst dann komme er wieder in die Schweiz.

14.45 Uhr: Hygieneregelungen nach wie vor zentral

Ist es nun denkbar, dass die Leute nachlässig werden – angesichts der guten Nachrichten rund um die Impfung? Kronig sagt, aus diesem Grund verweise das BAG nach wie vor darauf, wie wichtig es sei, die gängigen Hygiene- und Distanzregelung weiterhin einzuhalten. Es brauche beide Aspekte, um das Virus erfolgreich zu bekämpfen. Die Impfung alleine reiche jetzt nicht aus. 

14.42 Uhr: Unterschiede bei den Altersgrenzen

Eine Journalistin will wissen, warum man im einen Kanton die zur Impfung zu bevorzugenden Risikopatienten bei einem Alter von 85 festetze und in anderen bei 75 Jahren. Nartey sagt dazu, sie könne das nicht erklären. Alle Kantone würden  aber prinzipiell nach den gleichen Richtlinien arbeiten, es könne aber lokale Unterschiede geben, die zu einer anderen Priorisierung führten. Wichtig sei aber, dass der Impfstoff schnell zu den Gefährdeten käme.

14.42 Uhr: Wie klappt das mit den ganzen Sequenzierungen?

Es sei ein Gemeinschaftswerk, das viele Laboratorien gemeinsam auf die Beine gestellt hätten, sag Mathys. Man sei immer noch dabei, das System zu verfeinern. Das Ganze sei ein Stochern im Heuhaufen, gleichzeitig werde aber auch dort gezielt gesucht, wo es Hinweise auf das Auftreten einer mutierten Variante des Virus gebe. Wenn die Varianten aber einen bestimmten Umfang erreicht hätten, könnte man diesen Aufwand nicht mehr aufbringen.

14.40 Uhr: Kein Wunschkonzert bei den Impfstoffen

Für die geimpften Personen komme es am Ende nicht darauf an, mit welchem Wirkstoff sie schliesslich geimpft würden. Man könne kaum eine Auswahl anbieten, da es logistische Unterschiede beim Transport und der Lagerung gebe, erklärt Berger auf eine entsprechende Frage.

14.39 Uhr: Mehrheit der Impf-Dosen kommt von Moderna

Wie viele Dosen erhält die Schweiz von jedem Impfstoff? Bei Moderna habe man 7,5 Millionen Dosen gesichert und 30 Millionen bei Biontech/Pfizer, sagt Kronig. Man arbeite daran, die Lieferungen so früh wie möglich zu bekommen. «Es gibt Schwankungen, weil wir immer wieder versuchen, das nach vorne zu ziehen.» Die Million für Februar basiere auf diesen beiden Impfstoffen. Die Mehrheit bestehe aus Dosen des Moderna-Impfstoffs.

14.35 Uhr: Positive Zahlen? 

Ein Journalist will wissen, warum Mathys nicht den Rückgang an neuen Fallzahlen positiv bewerte. Mathys sagt darauf, dass man die Fallzahlen leider noch nicht habe drastisch senken können. «Es gibt keine Luft im System», vor allem angesichts der neuen Virusvariante. Die gute Nachricht für ihn sei aber der sichtbare Rückgang an Toten und an Hospitalisationen.

14.34 Uhr: Fragerunde beginnt

Eine Journalistin fragt, ob die Schweiz bei den Impfungen Verspätung habe? Girard spricht von einem falschen Vorwurf. In Grossbritannien etwa sei der Moderna-Impfstoff noch nicht direkt vor der Zulassung. Dazu, ob die Impfstoffe gegen das mutierte Virus wirkten, habe man noch zu wenig Informationen. 

14.30 Uhr: Lage in Wengen noch nicht unter Kontrolle

Linda Nartey, Berner Kantonsärztin, betont, dass der Druck auf das Gesundheitswesen in der Schweiz nach wie vor gross sei. Der neu zugelassene Impfstoff müsse nun in die Impfstrategie eingebunden werden. Trotz der rückläufigen Zahlen und dem Impfstart seien die bisherigen Massnahmen nicht zu vernachlässigen. Das sei notwendig, weil man damit erreichen könne, auch die mutierten Varianten einzudämmen. Die Kantone seien davon unterschiedlich unter Druck.

Wo das mutierte Virus kursiere, gehe es mit der Übertragung sehr schnell. «Sie haben von der Situation in Wengen gehört.» Man sei daran, alles zu unternehmen, um die Ausbreitung dort zu stoppen. «Es ist ein sieben Tage Tag-und-Nacht-Aufwand.» In Wengen habe man die Verlangsamung bis jetzt noch nicht erreicht. 

14.24 Uhr: Keine Änderung an Impfstrategie 

Christoph Berger, Präsident, Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF), sagt, er freue sich, dass er gleichzeitig zur Zulassung des zweiten Impfstoffs die erweiterte  Impfempfehlung bekanntgegeben könne. Da die Impfstoffe auf der gleichen Technologie beruhten und sich auch sonst ähnlich seien, gebe es nun detaillierte Angaben zur Impfung von immundefizienten Patienten und schwangeren Frauen, die einen zusätzliche Risikofaktor für Corona hätten.

Die Impfstrategie bleibe aber genau gleich und könne weitergeführt werden. «Wir können unsere Impfstrategie nun weiterführen und haben mehr Impfstoffe.» Die besonders  gefährdeten Personen müssten weiterhin so rasch wie möglich geimpft werden. die anderen sollten Geduld haben und sich loyal zeigen. Auch weil der neue Impfstoff begrenzt sei, müsse man weiterhin alle anderen Massnahmen einhalten – die Fallzahlen seien immer noch zu hoch.

14.23 Uhr: Vier Prozent der erwachsenen Bevölkerung impfen

Nun spricht Nora Kronig vom BAG über die Imfpstoff-Beschaffung. 234'000 Imfpdosen habe die Schweiz von Biontech/Pfizer bis jetzt erhalten. Morgen Vormittag würden 200'000 Moderna-Dosen in der Schweiz eintreffen. Am 18. Januar soll zudem die insgesamt dritte Lieferung von Biontech/Pfizer folgen. Mit diesem Vorrat soll es möglich sein, vier Prozent aller erwachsenen Schweizerinnen und Schweizer zu impfen. Für Februar stellt Kronig eine Lieferung von einer Million Impfdosen in Aussicht.

14.17 Uhr: Zum Moderna-Impfstoff

Philippe Girard, stellvertetender Direktor von Swissmedic, sagt, man habe heute den Moderna-Impfstoff befristet zugelassen. Es handle sich auch hier um eine Doppelimpfung. Der Impfschutz trete 14 Tage nach der Impfung ein, so Girard und liege bei 95 Prozent.

Man gehe nach Prüfung der Daten davon aus, dass der Impfstoff sicher sei. Man rechne mit ähnlichen Nebenwirkungen wie bei einer Grippeimpfung.  Auch künftig würden die Impfungen aufmerksam begleitet, um mögliche Risiken zu erkennen. Zudem würden neue Studien hinzugezogen. 

14.16 Uhr: «Noch nicht da, wo wir sein wollen»

«Wir sind immer noch nicht da, wo wir hinwollten. Wir sind auf einem Niveau, dass das Gesundheitssystem weiterhin an die Grenzen der Auslastung bringt», bilanziert Mathys. Dann erwähnt er noch einmal, dass es durch die mutierten Varianten möglicherweise zu einem rasanten Fallanstieg komme, der zusätzliche Massnahmen bedinge. 

14.12 Uhr: Rasante Ausbreitung 

Wenn keine weiteren Massnahmen ergriffen werden, verbreiten sich die beiden Varianten laut Mathys rasant. Was hat die Schweiz bis jetzt getan? Pro Woche könnten mittlerweile 1000 bis 1500 Proben sequenziert werden. Zudem kommen neu variantenspezifische PCR-Tests zum Einsatz? Auf Ebene der Kantone wurde weiter das Contact Tracing intensiviert – vor allem im Falle von mutierten Virusvarianten. «Wir leisten hier einen Effort, um uns Zeit zu kaufen und zusätzliche Massnahmen einzuführen, falls dies nötig ist.» Was die Identifikationen der Varianten betreffe, sei die Schweiz eines der führenden Ländern Europas. 

14.09 Uhr: 127 Mutations-Fälle in der Schweiz

Nun noch ein Wort zu den Mutationen: Aktuell seien dem BAG 127 Fälle der mutierten Varianten bekannt. Viele der Varianten hätten keinen Link mehr zu Reisen nach Grossbritannien oder Südafrika. Die Übertragung hat also in der Schweiz stattgefunden. Eine Ausbreitung liesse sich also nicht mehr verhindern, man könne aber dafür sorgen, das sie nur langsam vorankomme. Sorge bereitet Mathys, dass mittlerweile 1,4 Prozent der sequenzierten Fälle auf eine der beiden Mutationen zurückzuführen sei. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass fünf bis sechs Prozent der Fälle auf eine der beiden Varianten zurückgeführt werden kann. 

14.05 Uhr: Weniger Erkrankte in hohem Alter

Nach wie vor seien rund drei Viertel der Intensivplätze belegt – 41 Prozent davon von Patientinnen und Patienten, die am Coronavirus leiden. Dass es leicht weniger Spitaleinweisungen und Todesfälle zu beklagen gibt, liege daran, dass die Inzidenz in der älteren Bevölkerungsgruppe zurückgegangen sei, so Mathys. Gerade vor Weihnachten seien viele Personen sehr vorsichtig gewesen, das wirke sich jetzt positiv aus. Über weitere Gründe könne man nur spekulieren. «Wir hoffen, dass das ein nachhaltiger Rückgang ist.»

14 Uhr: Medienkonferenz beginnt

Patrick Mathys vom BAG ergreift zuerst das Wort. Er sei in letzter Zeit immer wieder danach gefragt worden, ob er nicht mal gute Nachrichten überbringen könne. Das könne er aber leider auch heute nicht. Die Situation habe sich auch in der letzten Woche nicht so entwickelt, wie das BAG sich das wünsche. Der R-Wert liege aktuell bei 1,02 und die Fallzahlen seien nach wie vor zu hoch. Immerhin: Die Hospitalisierungen und Todesfälle scheinen laut Mathys leicht abzunehmen. 

13.33 Uhr: 2851 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Dienstag 2851 Coronavirus-Ansteckungen bei 22'699 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 12,6 Prozent. 98 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 147 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Vergangene Woche wurden 4020 neue Fälle, 98 Todesfälle und Spitaleinweisungen vermeldet.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag am Dienstag bei 15,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 494,89 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 1. Januar bei 1,00.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 3'900'061 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 487'357 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

13.25 Uhr: Impfstoff von Moderna in der Schweiz zugelassen 

Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hat einen zweiten Corona-Impfstoff für die Schweiz zugelassen. Sie gab am Dienstag grünes Licht für den Wirkstoff des US-Herstellers Moderna. Er wird auch im Wallis bei Lonza produziert. Die Schweiz sicherte sich 7,5 Millionen Dosen.

Arzt Daniel Blickensdorfer zieht die Impfspritze gegen das Covid-19 Coronavirus auf, aufgenommen am Montag, 11. Januar 2020 im Wohnzentrum Fuhr in Waedenswil. (Gesundheitsdirektion Kanton Zürich/KEYSTONE/Ennio Leanza)
Ein Arzt zieht am 11. Januar 2021 in Wädenswil ZH eine Impfdosis gegen das Covid-19 Coronavirus auf. (Symbolbild)
Bild: Keystone

12.55 Uhr: Widerstand gegen strengere Corona-Regeln 

Dass sich zahlreiche Kantone gegen die Verschärfung der Corona-Massnahmen und damit gegen einen Laden-Lockdown stellen, ist bekannt. Wie der «Blick» nun berichtet, lehnt auch die nationalrätliche Wirtschaftskommission entsprechende Verschärfungen ab. In einem Brief an den Bundesrat forderte die Kommission diesen dazu auf, auf einen Laden-Lockdown, eine Homeoffice-Pflicht sowie eine allgemeine Maskenpflicht in Unternehmen zu verzichten. 

Am Mittwoch entscheidet der Bundesrat darüber, ob er die Massnahmen in der Schweiz weiter verschärft, oder die jetzigen Regelungen bis Ende Februar verlängert. Gegen letzteres hat die Nationalratskommission übrigens nichts einzuwenden. 

12.45 Uhr: Medienkonferenz mit Experten des Bundes um 14 Uhr

Fachexperten des Bundes informieren um 14 Uhr zur aktuellen Corona-Lage. Anwesend sein werden:

- Nora Kronig, Vizedirektorin, Leiterin Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit BAG
- Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG
Linda Nartey, Kantonsärztin Bern, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte
- Christoph Berger, Präsident, Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF
- Philippe Girard, Stv. Direktor Swissmedic und Leiter Bereich Bewilligungen

12.22 Uhr: BAG nimmt Irland auf Quarantäneliste

Wie das Bundesamt für Gesundheit BAG bekanntgibt, kommt Irland ab dem 12. Januar 2021, 13 Uhr neu auf der «Liste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Ansteckungsrisiko», für die eine Quarantäne- und Meldepflicht gilt. 

Ab 15. Januar befinden sich damit folgenden Länder auf der Liste: 

Ab dem 15.1. sind damit folgende Länder und Gebiete auf der Liste, Link öffnet in einem neuen Fenster:

- Deutschland: Land Sachsen
- Italien: Region Venetien
- Andorra
- Dänemark
- Georgien
- Irland
- Kroatien
- Litauen
- Luxemburg
- Montenegro
- Niederlande
- Panama
- San Marino
- Schweden
- Serbien
- Slowenien
- Tschechien
- Südafrika
- Vereinigtes Königreich
- USA

12.17 Uhr: Fahrgäste auf Mallorca sollen Mund halten

Zur Eindämmung von Corona-Infektionen sollen Fahrgäste in Bussen und Bahnen auf Mallorca und den anderen beliebten Ferieninseln der Balearen möglichst den Mund halten. Das sei eine der Massnahmen, an die sich die Menschen nach dem Willen der Regionalregierung ab Mittwoch halten sollten, schrieb die deutschsprachige «Mallorca-Zeitung». Neben der schon lange geltenden Maskenpflicht könne dies das Risiko einer Ansteckung vermindern.

Angesichts schnell steigender Infektionszahlen hatten die Behörden ab Mittwoch auch Treffen im privaten Kreis mit Personen, die nicht im eigenen Haushalt leben, weitgehend verboten. Ausserdem ordneten sie die Schliessung aller Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Fitnessstudios an.

Fahrgäste in Palma de Mallorca.
dpa/Keystone

11.49 Uhr: Britische Polizei will härter durchgreifen

Die britische Polizei will bei Verstössen gegen die Corona-Regeln härter durchgreifen. «Es erscheint mir absurd, dass sich irgendjemand dessen nicht bewusst sein könnte, dass es unsere Pflicht ist alles zu tun, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen», betonte die Londoner Polizeichefin Cressida Dick in einem Beitrag für die «Times» (Dienstag). «Wir haben deutlich gemacht, dass diejenigen, die gegen die Covid-19-Gesetzgebung verstossen, zunehmend mit Geldstrafen rechnen müssen.»

Wegen der zugespitzten Lage in Grossbritannien werden Rufe nach einer weiteren Verschärfung der Regeln lauter. So gibt es Forderungen nach einer Maskenpflicht im Freien oder dem Verbot nicht lebensnotwendiger Takeaway-Angebote wie Kaffeeverkauf.

Innenstaatssekretär Kit Malhouse sagte dem Sender Times Radio, es sei Aufgabe der Polizei, Menschen zu kontrollieren und nach ihren Gründen für den Aufenthalt im Freien zu befragen. Im Lockdown darf das Haus nur verlassen werden, um zum Arzt oder zur Arbeit sowie einkaufen zu gehen oder um Sport zu treiben. «Die Situation, mit der wir konfrontiert sind, ist so ernst, dass es keine andere Option gibt», betonte Malhouse.

Police officers patrol on the Southbank of The River Thames in London, Monday, Jan. 11, 2021, during England's third national lockdown to curb the spread of coronavirus. The government has imposed a national lockdown while allowing schools to open, with freedom to exercise and shop for food and essential items. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)
Polizisten patrouillieren am 11. Januar 2021 in London. 
Bild: Keystone

10.20 Uhr: Covid-Patienten leiden auch sechs Monate später

Viele Personen, die aufgrund einer Corona-Infektion hospitalisiert werden mussten, leiden auch ein halbes Jahr nach der Erkrankung noch an Symptomen wie Müdigkeit und Schlafstörungen. Das zeigt eine neue Studie von chinesischen Forschern. Von insgesamt 1700 Studienteilnehmenden litten 76 Prozent auch Monate nach der Ansteckung unter mindestens einem Symptom.

Erschöpfungszustände oder Müdigkeit traten demnach bei 63 Prozent der Teilnehmer sechs Monate nach der Infektion noch auf, 26 Prozent hatten lange mit Schlafstörungen zu kämpfen. Aber auch psychische Langzeitfolgen sind nicht selten: 23 Prozent litten ein halbes Jahr nach der Ansteckung unter Angstzustände oder Depressionen. 

Eine Schuelerin unterzieht sich einem PCR Test, an der Evangelischen Mittelschule Schiers, am Freitag, 8. Januar 2021, in Schiers. In der Schule Malans, vor Ort und im Bildungszentrum Palottis wurden Mitarbeitende und Schueler freiwillig auf das Coronavirus getestet. Dies im Rahmen eines Pilotversuches. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Sechs Monate nach einem positiven Corona-Test sind einige Patientinnen und Patienten immer noch krank. 
Bild: Keystone

10.50 Uhr: Parlament in Malaysia wegen Covid suspendiert

Malaysias König Sultan Abdullah hat nach steigenden Corona-Zahlen den Ausnahmezustand ausgerufen. Damit ist das Parlament in dem südostasiatischen Land zum ersten Mal seit 1969 suspendiert. Zudem erhält die Armee grössere Befugnisse. Versuche der Opposition, eine Neuwahl auszurufen, sind zunächst gestoppt.

Der umstrittene Premierminister Muhyiddin Yassin, der seit März 2020 im Amt ist und nur über eine knappe Mehrheit im Parlament verfügt, versicherte in einer Fernsehansprache, dass er im Amt bleibe und es sich nicht um einen Militärputsch handele. Er erklärte, durch den Ausnahmezustand könnten auch die schweren Überschwemmungen nach wochenlangen Regenfällen in weiten Landesteilen besser unter Kontrolle gebracht werden.

Der Notstand, der der Regierung weitreichende Befugnisse einräumt, soll bis zum 1. August gelten – es sei denn, die Pandemie könne früher unter Kontrolle gebracht werden, so der Premier. Sobald es sicher sei, Wahlen abzuhalten, werde dies auch getan, sagte Muhyiddin.

An electronic shop worker wearing a face mask walks near a television showing a live broadcast of Malaysian Prime Minister Muhyiddin Yassin at a shopping outlet in Kuala Lumpur, Malaysia, Tuesday, Jan. 12, 2021. Malaysia's king Tuesday approved a coronavirus emergency that will prorogue parliament and halt any bids to seek a general election in a political reprieve for embattled Muhyiddin. (AP Photo/Vincent Thian)
Ministerpräsident Muhyiddin Yassin verhängte am Dienstag in Malaysia den Ausnahmezustand, wie er in einer Fernsehübertragung verkündete.
Bild: Keystone

10.40 Uhr: Irland mit Rekordinzidenz in der letzten Woche

Nirgendwo gab es in den letzten Tagen relativ betrachtet so viele Corona-Ansteckungen wie in Irland. Das berichtet CNN am Dienstagmorgen. In der Woche bis zum 10. Januar vermeldete Irland 1322,92 Covid-Fälle pro 1 Million Einwohnerinnen und Einwohner – mehr als jeder andere Staat in diesem Zeitraum. 

Trotz Ausgangssperren verzeichnet Irland in den vergangenen Wochen einen massiven Anstieg an Corona-Fällen. Erst am Freitag wurden mit 8248 Neuansteckungen ein Rekord verzeichnet. Laut der Johns Hopkins Universität wurden in Irland bis jetzt 152'539 Corona-Infektionen und 2352 Todesfälle verzeichnet.

10 Uhr: Falsche Impfstoffe werden im Internet angeboten

Swissmedic warnt vor Betrügern, die im Internet Corona-Impfstoffe verkaufen. Entsprechende Angebote seien im Internet bereits zu finden. Es liege aber auf der Hand, dass es sich dabei um Fälschungen handle, schreibt Swissmedic auf seiner Website. Der bereits zugelassene Impfstoff müsse bei minus 70 Grad Celsius in einer ununterbrochenen Kühlkette transportiert werden. Es sei daher klar, dass ein solches Produkt nicht einwandfrei über das Internet bezogen werden könne.

Zudem seien die Impfstoffe in der Regel flüssige Stoffe, die von einer Fachperson mit einer Spritze verabreicht werden müssten. Wer sich gegen das Coronavirus impfen lassen wolle, solle sich bei der entsprechenden kantonalen Behörde melden.

11.01.2021, Sachsen, Dresden: Eine Mitarbeiterin im Impfzentrum in der Messe Dresden hält eine Schale mit leeren Injektionsfläschchen in den Händen, in denen sich Impfstoff gegen Corona von Biontech/Pfizer befand. Alle 13 sächsischen Impfzentren nehmen am heute ihren Betrieb auf. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Robert Michael)
Impfstoffe können laut Swissmedic nicht einwandfrei über das Internet bezogen werden.
Bild: Keystone

9.45 Uhr: Astrazeneca beantragt Zulassung in der EU

Der schwedisch-britische Pharmakonzern Astrazeneca hat eine Zulassung seines Corona-Impfstoffes bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Die Bewertung des Vakzins werde «in einem beschleunigten Zeitrahmen» erfolgen, teilte die EMA am Dienstag mit. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüsste die Ankündigung als gute Nachricht. Die EMA werde die Sicherheit und Wirksamkeit beurteilen. «Sobald der Impfstoff eine positive wissenschaftliche Beurteilung erhält, werden wir mit vollem Tempo daran arbeiten, die Nutzung in Europa zuzulassen», schrieb von der Leyen auf Twitter.

Der Konzern entwickelte das Vakzin gemeinsam mit der renommierten Universität Oxford. Anders als die Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Die Europäische Union hat bereits Hunderte Millionen Dosen bei Astrazeneca bestellt. Insgesamt wurden weltweit schon Milliarden Dosen dort in Auftrag gegeben.

8.40 Uhr: Gorillas in US-Zoo am Coronavirus erkrankt

Mindestens zwei Gorillas, die im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien leben, haben sich mit Covid-19 angesteckt, wie ein aus einer Pressemitteilung des Zoos hervorgeht. Den Tieren gehe es – abgesehen von Husten und Erschöpfung – gut. Es ist wahrscheinlich, dass sie sich bei einem Tierpfleger mit asymptomatischen Verlauf angesteckt haben.

Gemäss dem Zoo ist es das erste Mal, dass ein Corona-Fall bei Menschenaffen auftritt. Zwar sei bekannt gewesen, dass eine Ansteckung durch den Menschen bei einigen Primaten möglich sei, wie genau sich die Erkrankung bei diesen aber auswirke, sei noch unklar. Die Gorillas würde nun genauestens beobachtet. 

Members of the Gorilla Troop are seen in their habitat on Sunday, Jan. 10, 2021, at the San Diego Zoo Safari Park in Escondido, Calif. Several gorillas at the San Diego Zoo Safari Park have tested positive for the coronavirus in what is believed to be the first known cases among such primates in the United States and possibly the world. It appears the infection came from a member of the park's wildlife care team who also tested positive for the virus but has been asymptomatic and wore a mask at all times around the gorillas. (Ken Bohn/San Diego Zoo Safari Park via AP)
Mitglieder der Gorilla-Familie im Zoo von San Diego sind am Coronavirus erkrankt. 
Bild: Keystone

8.30 Uhr: Neuer Ansteckungs-Rekord in Israel

Ungeachtet eines dritten Corona-Lockdowns sind die Infektionszahlen in Israel auf einen neuen Höchststand geklettert. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 9589 neue Fälle registriert worden. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. Insgesamt überschritt die Zahl der bisher Infizierten im Land die Marke von einer halben Million. Der Anteil der positiven Tests lag bei 7,6 Prozent.

In Israel läuft seit mehr als drei Wochen eine intensive Impfkampagne. Mit 1,8 Millionen sind bereits mehr als 20 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus geimpft worden. Insgesamt hat das kleine Mittelmeerland mehr als neun Millionen Einwohner. Die Regierung will bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre sind.

8 Uhr: Portugals Präsident hat Corona – kurz vor den Wahlen

Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa ist nur knapp zwei Wochen vor der Wahl eines neuen Staatschefs positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 72-Jährige tritt bei der Wahl wieder an.

Der Politiker der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) leide unter keinen Symptomen, aber die Infektion bringe den Wahlkampf durcheinander, meldete die Nachrichtenagentur Lusa am Dienstag. Ob und wie eine geplante Diskussionsrunde der Kandidaten stattfinden könne, sei zurzeit offen.

epa08868794 Portugal's President Marcelo Rebelo de Sousa, arrives for the announcement of his decision to run again for Portugal's Head of State in the elections of 24 January 2021, in Lisbon, Portugal, 07 December 2020. Almost 72 years old, on 12 December, Marcelo Rebelo de Sousa was elected President of the Republic in the first round of elections on 24 January 2016, with 52% of the vote. EPA/MANUEL DE ALMEIDA / POOL
Marcelo Rebelo de Sousa hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Bild: Keystone

6.30 Uhr: Kantone wollen wieder ausserordentliche Lage

Sollte der Bund die Corona-Massnahmen wie erwartet weiter verschärfen, wollen zahlreiche Kantonsregierungen die Hauptverantwortung dafür an den Bund abgeben. Dieser solle also wieder die ausserordentliche Lage ausrufen, meldet der «Tages-Anzeiger».

«Wenn der Bundesrat aufgrund seiner Beurteilung der epidemiologischen Lage zur Auffassung gelangt, dass für wesentliche Teile des gesellschaftlichen Lebens einheitliche und weitreichende Massnahmen angezeigt sind, ist aus unserer Sicht die ausserordentliche Lage auszurufen», sagte der St. Galler Staatssekretär Benedikt van Spyk der Zeitung. Dass sich eine wachsende Zahl von Kantonen für die ausserordentliche Lage ausspreche, dürfte auch stark mit «finanziellen Überlegungen» zusammenhängen. Viele Kantonsregierungen seien der Ansicht, dass der Bund für die Entschädigungen aufkommen müsse, wenn er Gastrobetriebe, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen schliesse.

Bereits im Dezember habe die Konferenz der Kantonsregierungen (KDK) die Kantone gefragt, ob sie eine Rückkehr in die ausserordentliche Lage befürworteten. Zwölf der 26 Kantone hätten sich klar dafür ausgesprochen. Die KDK bräuchte aber 18 Kantone, um beim Bund vorstellig zu werden. In der ausserordentlichen Lage kann der Bundesrat alle Massnahmen ergreifen, die er zur Bekämpfung der Epidemie als notwendig erachtet.

Bundesrat Alain Berset, links, diskutiert mit einer Mitarbeiterin im Zug nach nach Visp, am Montag, 11. Januar 2021 in Bern. Alain Berset wird mit einer Delegation das Schweizer Pharma und Biotech Unternehmen Lonza besuchen, das fuer das Biotech Unternehmen Moderna die Covid-19 Impfung herstellt. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Bundesrat Alain Berset am 11. Januar 2021 unterwegs nach Visp VS, wo er mit einer Delegation das Schweizer Pharma- und Biotech-Unternehmen Lonza besuchte, das für das US-Biotech-Unternehmen Moderna die Covid-19-Impfung herstellt. 
Bild: Keystone/Alessandro della Valle

Gesundheitsminister Alain Berset machte gestern vor den Medien klar, dass die Schweiz angesichts der Ausbreitung der mutierten Virusvariante die Massnahmen weiter verschärfen muss. Entschieden wird morgen.



6.16 Uhr: China weitet Lockdown aus

Nach dem grössten Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten haben die Behörden die Ausgangssperren für Millionen von Menschen vor den Toren Pekings ausgeweitet. Nach den 18 Millionen Einwohnern der Metropolen Shijiazhuang und Xingtai sollen auch die fünf Millionen Bewohner des Verwaltungsbezirks von Langfang südlich der chinesischen Hauptstadt für sieben Tage nicht vor die Tür, wie die Stadtregierung am Montag verkündete.

Nachdem China das Virus seit dem Sommer nach offiziellen Angaben weitgehend im Griff und das Leben sich längst normalisiert hatte, sind die Behörden höchst alarmiert. Bisher wurden rund 500 Infektionen in der Provinz Hebei nachgewiesen, die Peking umschliesst. Die Gesundheitskommission berichtete dort am Dienstag von 40 neuen Fällen. Am Vortag waren es 82 Infektionen in Hebei gewesen und 103 landesweit – die höchste Tageszahl in China seit Juli.

Auch wenn die Zahlen im Vergleich zu anderen Ländern gering sind, reagieren die Behörden sofort mit strikten Massnahmen, die sich als wirksam erwiesen haben: Ausgangssperren, Massentests, Unterbrechung der Transportverbindungen, Quarantäne und Kontaktverfolgung. Auch gelten durchgehend strenge Einreisebeschränkungen. Wegen des Ausbruchs wurde auch die Jahrestagung des Provinzparlaments von Hebei verschoben, die am 25. Januar stattfinden sollte.

Die genaue Ursache der neuen Infektionen ist noch unbekannt. Erste Fälle wurden laut Staatsmedien in Dörfern entdeckt, deren Bewohner am internationalen Flughafen der Provinzhauptstadt Shijiazhuang arbeiteten. Die Infektionen verbreiteten sich vor allem im ländlichen Raum – unter anderem auf Hochzeiten und Beerdigungen.

5.40 Uhr: Weniger Einzahlungen in dritte Säule

In der Schweiz hat jede fünfte Erwerbsperson im letzten Jahr weniger oder gar kein Geld in die dritte Säule (3a) der Altersvorsorge investiert. Kurzarbeit und Entlassungen wegen der Corona-Pandemie führten laut einer Umfrage zu einem Rückgang der Einzahlungen. Insgesamt gaben 53 Prozent der befragten Personen an, eine 3a-Vorsorgelösung zu haben, wie der Online-Vergleichsdienst Comparis am Dienstagmorgen bekannt gab.

Die repräsentative Umfrage erfolgte Ende November 2020 unter 1044 Personen in allen Regionen der Schweiz. Knapp jeder fünfte der 3a-Sparer, die weniger oder nichts in die dritte Säule eingezahlt hatten, erklärte, das Geld in andere Anlagen investiert zu haben. 17 Prozent erklärten, wegen einer grösseren Anschaffung kein Geld für die Einzahlung in das 3a-Konto übrig gehabt zu haben.

ARCHIV - 10.10.2020, Berlin: ILLUSTRATION - Ein Frau arbeitet in Homeoffice. Finanzpolitiker der großen Koalition haben sich nach einem Medienbericht auf eine Entlastung für Arbeitnehmer geeinigt, die in der Corona-Pandemie viel von zu Hause aus arbeiten müssen. (zu dpa "Bericht: Einigung auf Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag") Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Jens Kalaene)
Viele Arbeitsverhältnisse haben sich wegen der Pandemie verändert – das wirkt sich auf die Einzahlungen in die dritte Säule aus. (Symbolbild)
Bild: Keystone/DPA/Jens Kalaene

5.38 Uhr: Sika spürt Gegenwind durch Pandemie

Die in der Spezialitätenchemie tätige Sika-Gruppe hat im letzten Jahr die Pandemie zu spüren bekommen. Die zum Teil langen Lockdowns in den meisten der 100 Länder, in denen Sika aktiv ist, resultierte eine stark eingeschränkte Bautätigkeit, wie Sika am Dienstag bekannt gab. Vor diesem Hintergrund nahm der Umsatz im letzten Geschäftsjahr um 2,9 Prozent auf 7,88 Milliarden Franken ab. In lokalen Währungen resultierte ein Wachstum von 3,4 Prozent. Ausgesprochen stark war das Wachstum mit 5,5 Prozent im vierten Quartal.

Sika rechnet für 2020 mit einer überproportionalen Zunahme des operativen Ergebnisses (EBIT) sowie mit einer EBIT-Marge von rund 14 Prozent. An seinen strategischen Zielen bis 2023 hält der Konzern fest. Demnach will Sika jährlich um 6 bis 8 Prozent in Lokalwährungen wachsen.

Ab 2021 will das Unternehmen seine EBIT-Marge auf 15 bis 18 Prozent anheben. Projekte in den Bereichen Operations, Logistik, Beschaffung und Produktformulierung sollen zu einer Verbesserung der Betriebskosten von jährlich 0,5 Prozent des Umsatzes beitragen.

5.30 Uhr: Experten des Bundes informieren heute

Heute um 14 Uhr informieren die Fachexperten des Bundes über die Entwicklungen der Pandemie in der Schweiz. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wird beispielsweise erste Zahlen der geimpften Personen veröffentlichen. Bevor der Bundesrat am Mittwoch über eine allfällige Verschärfung der Massnahmen entscheidet, wird auch interessant sein, wie die Fachexperten die aktuelle epidemiologische Lage mit dem mutierten Virus beurteilen. Noch ausstehend ist die Zulassung des Impfstoffes von Moderna/Lonza in der Schweiz durch die Aufsichtsbehörde Swissmedic. Womöglich nehmen die Fachexperten auch dazu Stellung.

5.23 Uhr: Boris Johnson unter Druck wegen Veloausflug

Der britische Premierminister Boris Johnson droht wegen eines möglichen Bruchs der Corona-Regeln unter Druck zu geraten. Der konservative Politiker war am Wochenende mit seinem Velo im Olympia Park im Osten der britischen Hauptstadt gesichtet worden – mehr als elf Kilometer von seiner Dienstwohnung in der Downing Street entfernt. Nach den Lockdown-Regeln soll man sich jedoch nur im lokalen Umfeld bewegen. Für Johnson kommt die Debatte zur Unzeit: Angesichts hoher Fallzahlen versucht die Regierung gerade alles, um die Menschen zu besserer Einhaltung der Regeln zu bewegen.

Gesundheitsminister Matt Hancock führte bei einer Pressekonferenz am Montagabend aus, ein ausgedehnter Spaziergang über elf Kilometer sei in Ordnung. Die Regierung wollte sich jedoch zunächst nicht dazu äussern, ob Johnson mit dem Velo von seinem Wohnsitz aus zum Olympia-Park gefahren war oder mit dem Auto dorthin gebracht wurde.

4.29 Uhr: Stärkstes Wachstum im PC-Markt seit zehn Jahren

Das Homeoffice und Home-Lernen in der Pandemie hat dem PC-Markt im vergangenen Jahr zum stärksten Wachstum seit 2010 verholfen. Computer seien wieder zu einem unentbehrlichen Gerät geworden, sagte Analystin Mikako Kitagawa von der Marktforschungsfirma Gartner zur Vorlage aktueller Absatzzahlen am Montag. Allerdings habe es auch einen Verkaufsrekord bei Gaming-PCs gegeben, betonte ihr Kollege Ryan Reith von der Marktforschungsfirma IDC. Die beiden grossen IT-Marktforscher definieren die Produktkategorie der Personal Computer etwas unterschiedlich und kamen daher auf unterschiedliche Zahlen. IDC errechnete für 2020 ein Absatzplus von gut 13 Prozent auf 302,6 Millionen Geräte. Gartner, das zum Beispiel die Chromebooks mit Google-Software nicht mitberechnet, kam auf ein Plus von 4,8 Prozent bei gut 275 Millionen verkauften Notebooks und Desktop-Rechnern.

Unter den einzelnen Herstellern gab es das stärkste Plus bei Apple. Der Verkauf der Mac-Computer stieg laut IDC um gut 29 Prozent an und Gartner zufolge um 22,5 Prozent. Für Marktführer Lenovo ging es um 12 Prozent (IDC) respektive um 8,4 Prozent (Gartner) aufwärts. Mit dem Vormarsch der Smartphones hatten viele Konsumenten das Interesse an PCs verloren – die Absatzzahlen gingen seit 2010 jahrelang runter. Vor Beginn der Corona-Krise hatte es bereits eine leichte Erholung gegeben.

3.56 Uhr: Söder drängt auf Impfpflicht für Pflegekräfte

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine Impfpflicht für Pflegekräfte ins Spiel gebracht. Leider gebe es unter dem Pflegepersonal zu viele, die eine Impfung gegen das Coronavirus verweigerten, sagte Söder der «Süddeutschen Zeitung». Deshalb solle der Deutsche Ethikrat Vorschläge machen, ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre. Gerade in den Pflegeheimen gehe es schliesslich um Leben und Tod.

Bisher wird in Deutschland bei den Corona-Impfungen auf reine Freiwilligkeit gesetzt. Allerdings ergab eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Umfrage, dass nur die Hälfte des Pflegepersonals zu einer solchen Impfung bereit ist. Söder plädierte nun auch für eine grosse staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft. Daran sollten sich Vorbilder aus Kunst, Sport und Politik beteiligen. Den vielen Falschnachrichten, die über die Corona-Impfungen verbreitet würden, müsse etwas entgegengesetzt werden. «Sich impfen zu lassen sollte als Bürgerpflicht angesehen werden», betonte der CSU-Chef.

3.24 Uhr: Freiwillige Impfung für Biontech-Beschäftigte

Der deutsche Impfmittel-Hersteller Biontech bietet seinen Beschäftigten im Kampf gegen Corona nach einem Zeitungsbericht eine freiwillige Impfung an. Der Impfstoff solle auch Lieferanten und Vertriebspartnern in Deutschland und Österreich zur Verfügung gestellt werden, «die aktiv und direkt am Produktions- und Vertriebsprozess beteiligt sind», teilte das Unternehmen am Montag der Zeitungsgruppe VRM mit. Alle damit verbundenen Kosten würden von Biontech übernommen.

Das Unternehmen aus Mainz vertreibt den Impfstoff zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer. Wegen der grossen Nachfrage solle die Produktion von 1,3 auf zwei Milliarden Impfstoffdosen erhöht werden, hiess es. Um das gewährleisten zu können, brauche es nach Ansicht von Biontech jede Frau und jeden Mann im Unternehmen, so die Zeitungen («Allgemeine Zeitung Mainz», «Darmstädter Echo», «Wiesbadener Kurier»). Deshalb habe man sich entschlossen, allen Beschäftigten in Deutschland eine Impfung anzubieten. Das Bundesgesundheitsministerium sei informiert worden. Biontech hat derzeit nach Angaben auf der Unternehmenswebseite mehr als 1300 Beschäftigte. Das Impfprogramm für die Mitarbeiter solle keine negativen Auswirkungen auf bestehende Lieferverträge haben, hiess es. Die benötigten Mengen seien gering im Vergleich zu denen, die der EU und anderen Staaten zugesagt worden seien.

3 Uhr: England: Einreise nur noch mit Test und Quarantäne

Einreisen nach England sind bald nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Die neue Regel soll am Freitagmorgen (4 Uhr Ortszeit; 5 Uhr MEZ) in Kraft treten und auch für britische Staatsbürger gelten, wie das Verkehrsministerium in London mitteilte. Der Test darf demnach bei Verlassen des Herkunftslandes höchstens 72 Stunden alt sein und muss bereits vor Abreise von der Airline, Bahngesellschaft oder dem Schiffsbetreiber kontrolliert werden. Unabhängig vom Testergebnis müssen sich zudem alle Einreisenden für zehn Tage in Quarantäne begeben. Ausnahmen von der Testpflicht gelten unter anderen für Kinder bis zehn Jahren und Passagiere, die aus anderen Teilen des Vereinigten Königreichs einreisen. Britischen Staatsbürgern, die sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt haben, ist eine Heimreise ausdrücklich verboten.

Trotz des harten Lockdowns bewegen sich die aktuellen Corona-Fallzahlen in Grossbritannien weiterhin auf hohem Niveau. Immer mehr Covid-19-Patienten müssen im Spital behandelt werden. Verantwortlich dafür machen die Regierung und Mediziner unter anderem eine neue, wohl noch ansteckendere Virus-Variante, die in Teilen des Königreichs grassiert. Zudem werden die Regeln zur Eindämmung des Erregers nicht mehr so konsequent eingehalten.

2.27 Uhr: Fed erwartet 2021 Stabilisierung der US-Wirtschaft

Die US-Notenbank Fed hofft mit fortschreitenden Impfungen gegen das Coronavirus auf eine deutliche Stabilisierung der US-Wirtschaft im Laufe des Jahres. Wegen der Pandemie stünden Unternehmen und Verbrauchern noch herausfordernde Monate bevor, sagte der Präsident des Fed-Ablegers von Dallas, Robert Kaplan, am Montagabend. Im Gesamtjahr 2021 sollte die Wirtschaft aber um rund 5 Prozent wachsen. Die Arbeitslosenquote dürfte zudem auf 4,5 bis 4,75 von aktuell 6,7 Prozent zurückgehen. Sollten diese Prognosen eintreten, wären es substanzielle Fortschritte – und die Notfallhilfen wegen der Pandemie könnten langsam reduziert werden. «Wir sollten so aggressiv wie möglich sein, solange wir in der Pandemie sind», sagte Kaplan. Seiner Meinung nach sollte im Laufe des Jahres aber mindestens die Diskussion einsetzen, wann die Wertpapierkäufe zurückgefahren werden sollten.

Die US-Notenbank erwirbt derzeit für 120 Milliarden Dollar im Monat Wertpapiere, um die Märkte zu stützen. Dieses Tempo soll beibehalten werden, bis es substanzielle Fortschritte gibt.

2.25 Uhr: WHO-Team sucht Virus-Ursprung in Wuhan

Das internationale Expertenteam zur Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus wird seine Arbeit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Wuhan beginnen. China hatte für die Anreise der Experten nach langen Verzögerung am Montag grünes Licht gegeben. Sie sollen am Donnerstag eintreffen. In Wuhan wurden die ersten Fälle von Infektionen mit dem damals neuen Virus vor gut einem Jahr bekannt. Bislang war unklar, wie frei sich die internationalen Experten bewegen können und wann eine Reise nach Wuhan stattfinden würde. Zunächst müssen die Einreisenden allerdings in China eine zweiwöchige Quarantäne absolvieren. «Die Studien beginnen in Wuhan, China, um die mögliche Infektionsquelle bei den frühen Fällen zu identifizieren», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. «Wissenschaftliche Fakten werden zu Hypothesen führen, die die Basis für weitere, langfristige Studien sind.» Die Erkenntnisse seien wichtig, um mit ähnlichen Bedrohungen in der Zukunft besser fertig zu werden.



China hatte die Reise der internationalen Experten im Auftrag der WHO immer wieder hinausgezögert. Die Regierung fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden. Chinesische Behörden streuen seit Monaten Zweifel, ob das Virus überhaupt aus China stammt.

WHO-Experten dürfen zu Corona-Forschung nach China einreisen

WHO-Experten dürfen zu Corona-Forschung nach China einreisen

Nach langem Zögern lässt die chinesische Regierung zehn WHO-Forscher ins Land, die dort die Ursprünge des Coronavirus untersuchen sollen. Unter ihnen ist ein auch Forscher des Robert-Koch-Instituts.

11.01.2021

2 Uhr: Corona bei Gorillas in kalifornischem Zoo festgestellt

Im Zoo von San Diego sind Gorillas positiv auf Coronavirus getestet worden. Mittels Stuhlprobentests sei die Infektion bei zwei Tieren, die gehustet hätten, festgestellt worden, teilte der Zoo am Montag mit. Es sei nicht auszuschliessen, dass weitere Tiere in der Gruppe infiziert seien, hiess es. Die Gorillas befinden sich gemeinsam in Quarantäne. Sie würden essen und trinken und es gehe ihnen abgesehen von Husten und leichten Beschwerden gut, sagte Zoo-Leiterin Lisa Peterson in einer Mitteilung. «Wir hoffen auf eine vollständige Genesung.»

Es wird vermutet, dass sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen des Zoos bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt haben. Die Einrichtung ist seit Anfang Dezember für Besucher geschlossen.

0.27 Uhr: Moderna-Vakzin sollte mindestens ein Jahr lang wirken

Der Corona-Impfstoff des US-Biotechnologiekonzerns Moderna sollte nach Angaben des Unternehmens mindestens ein Jahr lang wirksam sein. Moderna will dieses Jahr zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Dosen des Impfstoffs ausliefern. Moderna arbeitet bei der Produktion des Impfstoffes mit dem Schweizer Unternehmen Lonza zusammen.

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