861 Neuinfektionen +++ Covid-Zertifikat mit Schwachstellen

Agenturen/red

22.7.2021

Sicherheitstests am Covid-Zertifikat haben laut dem Bund bislang 136 mögliche Schwachstellen aufgedeckt. Angesichts der umfangreichen Menge an Programmiercodes und Infrastrukturen sei das als «normal» einzustufen. Das BAG meldet unterdessen 861 Neuinfektionen innert 24 Stunden. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Agenturen/red

22.7.2021

Die Sicherheitstests am Zertifikat liefen unter der Ägide des Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC). Dieses veröffentlichte die Befunde am Donnerstag in einem 16-seitigen Bericht. Mehrere kritische Mängel würden noch analysiert und aus Sicherheitsgründen vorerst nicht veröffentlicht, hiess es.

Teilweise wurden die gemeldeten Probleme bereits behoben. Teils besteht laut NCSC kein Handlungsbedarf, da die Entwicklung nach expliziten nationalen oder europäischen Vorgaben durchgeführt wurde, oder es sich vereinzelt um Fehleinschätzungen der Meldenden handelte.

Getestet wurden unter anderem Systeme und deren Komponenten rund um das Ausstellen der Covid-Zertifikate. Ferner unter die Lupe kamen Dienste für die dezentrale Offline-Überprüfung gesperrter Zertifikate und die mobilen Apps für Zertifikatsinhaberinnen und -inhaber sowie für die elektronische Überprüfung der ausgestellten Zertifikate.

Der im Mai eingeleitete öffentliche Härtetest lief auch nach der Einführung der Covid-Zertifikate weiter. Testen und ihre Beobachtungen melden können Fachleute und interessierte Laien.

Covid-Zertifikate werden in der Schweiz seit dem 7. Juni ausgestellt. Sie dokumentieren neben der Impfung eine durchgemachte Erkrankung oder ein negatives Testresultat.

Wer in der Schweiz an gewissen Grossveranstaltungen ab tausend Personen teilnehmen oder Clubs, Discos und Tanzveranstaltungen besuchen will, muss das Zertifikat vorweisen. Damit sollen weitere Ansteckungen verhindert werden. Die Zertifikate können Reisende auch bei Kontrollen zur Einreise in der Schweiz oder in andere Länder vorweisen.

861 neue Infektionen

Das BAG registrierte am Donnerstag in der Schweiz und Liechtenstein innerhalb von 24 Stunden 861 neue Coronavirus-Ansteckungen. Neue Todesfälle gab es sieben, zudem mussten 14 infizierte Personen ins Spital eingeliefert werden.

Bei den neuen Todesfällen und den Hospitalisationen sind allerdings Nachmeldungen eingeschlossen, wie das BAG einschränkt. Am Donnerstag vor einer Woche waren dem BAG noch 582 positive Coronatests, zwei neue Todesfälle und sieben Spitaleinlieferungen gemeldet worden. Innert Wochenfrist sind die bestätigten Ansteckungen damit um rund 48 Prozent gestiegen.

Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 81,9 Coronavirus-Infektionen gemeldet. Im Sieben-Tage-Schnitt machte die ansteckendere Delta-Variante vor zweieinhalb Wochen geschätzte 94,1 Prozent der sequenzierten Proben aus.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das BAG meldet 861 neue Fälle und 14 Spitaleinweisungen sowie 7 Todesfälle, wobei bei letzteren beiden Nachmeldungen eingeschlossen sind.
  • Der Berufsverband für Pflege lehnt eine Impfpflicht und eine Kennzeichnung von ungeimpften Pflegenden ab.
  • Die Ansteckungsgefahr in Schweizer Sportstadien ist hoch. Wer ein Covid-Zertifikat mit negativem Schnelltest vorweist, ist mit einem Risiko von 40 Prozent positiv und kann andere anstecken.
  • Zum Auftakt der Olympischen Spiele in Tokio wurden weitere zwölf Menschen positiv getestet, darunter zwei Athleten.
  • Nicht nur Moderna, sondern auch Pfizer/Biontech und AstraZeneca sind gegen die Delta-Variante sehr gut wirksam.
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  • 21.28 Uhr
    WHO warnt vor langfristigen Folgen von Corona-Pandemie für psychische Gesundheit

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit gewarnt. «Von der Angst rund um die Ausbreitung des Virus und Auswirkungen von Lockdowns und Isolation über die Folgen von Arbeitslosigkeit, finanziellen Sorgen und sozialer Ausgrenzung bis hin zur direkten Versorgung — jeder ist auf irgendeine Weise betroffen», erklärte die Organisation anlässlich eines Treffens von WHO-Vertretern und Gesundheitsministern in Athen.

    «Es ist nicht nur die Infektion oder die Angst sich anzustecken, die sich auf die psychische Gesundheit von Menschen auswirkt», betonte die WHO. «Enorme Auswirkungen» hätten auch der Stress durch soziale Ungleichheiten und die Folgen von Quarantäne, Lockdowns sowie Schul- und Betriebsschliessungen.

    Psychische Fragen seien eine «Schlüsselkomponente unserer Gesundheit», sagte Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. «Wir müssen offen über die Stigmatisierung sprechen, die mit der psychischen Gesundheit verbunden ist» forderte er.

    Der WHO-Europadirektor Hans Kluge betonte: «Die Pandemie hat die Welt erschüttert.» Mehr als vier Millionen Menschen seien gestorben, andere hätten ihre Jobs verloren, seien von ihren Familien und Freunden getrennt worden oder hätten Insolvenz für ihr Unternehmen anmelden müssen.

    «Psychische Gesundheit und Wohlbefinden sollten als grundlegende Menschenrechte betrachtet werden», forderte Kluge. An die WHO-Mitgliedstaaten appellierte er, den Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung in ihren Ländern zu überdenken.

  • 21.03 Uhr
    Tschechien setzt auf Corona-Impfungen ohne Anmeldung

    Im Kampf gegen erste Anzeichen von Impfmüdigkeit setzt Tschechien immer stärker auf Corona-Impfangebote ohne Anmeldung. Heute öffnete im Janacek-Theater in der zweitgrössten Stadt Brünn (Brno) ein neues Zentrum, in dem sich täglich 1500 Menschen spontan die Spritze gegen das Virus geben lassen können. Es ist auch nach Feierabend und an Wochenenden geöffnet. Zuvor waren bereits Impfstellen ohne Anmeldung unter anderem am Prager Hauptbahnhof sowie landesweit in mehreren Einkaufszentrum, Krankenhäusern und Polikliniken eröffnet worden. Voraussetzung ist in jedem Fall ein Wohnsitz in Tschechien.

    Derweil erteilte Ministerpräsident Andrej Babis einer Impfpflicht gegen das Coronavirus zum derzeitigen Zeitpunkt eine Absage: «Wir gehen den Weg der Überzeugung», sagte der 66-Jährige nach Angaben der Agentur CTK bei einem Besuch in Nachod im Norden des Landes. Er schloss indes eine Debatte über eine Impfpflicht in der nächsten Legislaturperiode nicht aus. Anfang Oktober wird ein neues Parlament gewählt. Mehr als vier Millionen der rund 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits vollständig geimpft.

  • 20.20 Uhr
    Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien verlangsamt sich

    Der rasante Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien während der vergangenen Wochen hat sich etwas abgeflacht. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100'000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid auf 333. Das war nur ein Zähler mehr als am Vortag.

    Für die Balearen mit Mallorca als beliebter Ferieninsel wurde der Wert mit 365 angegeben — eine Steigerung von 18 Zählern im Vergleich zu Mittwoch. Damit liegen Spanien insgesamt und auch 16 seiner 17 Regionen über dem Wert von 200.

    Menschen geniessen einen Sommertag am Strand im spanischen Benidorm. Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung am Sonntag ganz Spanien als Risikogebiet ein.
    Die spanische Wirtschaft ist auf Einkünfte aus der Tourismusbranche angewiesen.
    Alvaro Barrientos/AP/dpa (Symbolbild)

    In Spanien sind derzeit etwa 13,5 Prozent der Betten auf Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt, binnen sieben Tagen wurden 78 Corona-Tote gezählt. 70 Prozent der 47 Millionen Einwohner haben mindestens eine Corona-Impfung verabreicht bekommen, 52,8 Prozent sind vollständig geimpft.

    Wie die Funke Mediengruppe am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, will die deutsche Bundesregierung Spanien als Corona-Hochinzidenzgebiet einstufen. Das würde die Lage der Tourismusbranche, die in normalen Jahren zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Spaniens beiträgt, weiter verschlechtern. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

  • 19.52 Uhr
    Corona-infizierter Indonesier verkleidet sich für Flug als seine Ehefrau

    Ein mit dem Coronavirus infizierter Indonesier hat sich als seine eigene Ehefrau verkleidet einen Inlandsflug angetreten. Der Mann trug einen Nikab, der sein Gesicht verhüllte, und führte falsche Papiere sowie einen negativen PCR-Test mit sich. Seine Tarnung flog aber nach kurzer Zeit auf.

    Eine Flugbegleiterin auf der Strecke von Jakarta nach Ternate in der Provinz Nordmolukken bemerkte nach Polizeiangaben, dass der Mann auf der Toilette seine Kleidung wechselte. «Er hat das Flugticket auf den Namen seiner Frau gekauft und brachte den Ausweis, das PCR-Testergebnis und den Impfpass mit dem Namen seiner Frau mit», erklärte der Polizeichef von Ternate, Aditya Laksimada. Der Mann wurde nach der Landung am Sonntag festgenommen. Ein Coronatest bei ihm fiel positiv aus. Die Polizei nahm Ermittlungen auf.

  • 19.07 Uhr
    Detailhandel in England warnt vor leeren Supermarktregalen wegen Personalmangels

    In England warnen Supermärkte und Lebensmittelhersteller vor leeren Regalen wegen Personalmangels. Schuld sind die rapide steigenden Corona-Erkrankungen, wegen der sich Millionen von Menschen für zehn Tage in Quarantäne begeben müssen. Die Presse spricht bereits von der «Pingdemie» - benannt nach dem Geräusch des Smartphones, wenn die Corona-Warnapp den Kontakt zu einem Corona-Erkrankten meldet.

    Britische Zeitungen zeigten Fotos von leeren Supermarktregalen. In den Geschäften, aber auch in Unternehmen entlang der Lieferkette fehle es an Personal. «Wir haben unsere Läden die ganze Pandemie hindurch offen gehalten, aber jetzt müssen wir ein oder zwei Läden schliessen und die Öffnungszeiten in anderen reduzieren», sagte der Chef des Tiefkühlkostanbieters Iceland, Richard Walker, dem Sender BBC. «Aber das könnte sich sehr schnell stark verschlechtern.»

    Rod McKenzie vom Speditionsverband RHA beklagte, seiner Branche fehlten bereits wegen des Brexit Lkw-Fahrer — die Quarantäneregeln seien jetzt «ein Rezept für Chaos». Andrew Opie vom Einzelhandelsverband sagte, die «Pingdemie» verschärfe den Druck auf den Einzelhandel, die Öffnungszeiten aufrecht zu erhalten. «Die Regierung muss schnell handeln.»

    In England sind seit Montag die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben. Es gibt keine Abstandsregeln mehr, auch die Maskenpflicht ist abgeschafft. Regierungschef Boris Johnson setzt voll darauf, dass die Impfungen gegen das Corona-Virus die Zahl der schweren Krankheitsfälle und Todesfälle begrenzen. In England sind knapp 70 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft. Dennoch erkranken aktuell fast 50'000 Menschen täglich an dem Virus.

    Ein Regierungssprecher sagte, die Regierung arbeite «eng» mit den betroffenen Wirtschaftsverbänden an neuen Leitlinien, um mehr Beschäftigte von den Quarantäneregeln auszunehmen. Sie sollten noch am Donnerstag veröffentlicht werden. Ab dem 16. August müssen vollständig Geimpfte bei einem Corona-Kontakt nicht mehr in Quarantäne, sondern können sich täglich testen lassen.

  • 18.42 Uhr
    Indien weist Studien zu angeblich Millionen Corona-Toten zurück

    Indien hat die Einschätzung von US-Forschern zurückgewiesen, wonach die Zahl der Corona-Toten in dem Land bei mindestens 3,4 Millionen liegen dürfte — und damit um ein Mehrfaches höher als offiziell angegeben. Mehrere Bundesstaaten würden nun ihre Daten zu den Todesfällen abgleichen, erklärte am Donnerstag die Regierung in Neu Delhi. Dass Todesfälle nicht registriert worden seien, sei aber «unwahrscheinlich». In Indien wurden bislang 419'000 Corona-Tote offiziell verzeichnet.

    In einer am Dienstag veröffentlichten Studie des in den USA ansässigen Center for Global Development hiess es, in Indien seien vermutlich 3,4 bis 4,7 Millionen Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie vor allem Daten zur sogenannten Übersterblichkeit in Indien aus und verglichen die Corona-Sterberate in Indien mit jener in anderen Ländern.

    Die indische Regierung kritisierte die Methodik der Wissenschaftler. Die Annahme, dass alle überzähligen Todesfälle auf das Coronavirus zurückzuführen seien, basiere «nicht auf Fakten, und ist völlig abwegig». Die Prämisse, dass die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen einer Corona-Infektion zu sterben, in verschiedenen Ländern gleich sei, sei «dreist».

    Der US-Studie zufolge wäre die tatsächliche Totenzahl in Indien um rund das Zehnfache höher als von den Behörden angegeben. In absoluten Zahlen hätte Indien dann die meisten Corona-Toten der Welt zu verzeichnen. Die meisten offiziell registrierten Todesfälle durch Corona gibt es in den USA mit rund 610'000, gefolgt von Brasilien mit etwa 545'000.

    Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie gibt es an den offiziellen Corona-Statistiken in Indien Zweifel. Experten werfen den indischen Behörden dabei grösstenteils keine bewusste Falschinformation vor, sondern machen das überlastete Gesundheitssystem für Unstimmigkeiten verantwortlich.

  • 18.07 Uhr
    Bezirksgericht Zürich verurteilt zwei Maskenverweigerer

    Das Bezirksgericht Zürich hat zwei überzeugte Maskengegner schuldig gesprochen, weil sie im Zug keine Maske trugen. Das Gericht entschied damit anders, als andere Zürcher Bezirksgerichte zuvor in ähnlichen Fällen.

    Das Bezirksgericht Zürich verurteilte in zwei unabhängigen Verfahren einen 69-jährigen und einen 41-jährigen Schweizer, weil sie im August 2020 ohne die wegen der Covid-19-Pandemie vorgeschriebenen Schutzmasken in Zügen gefahren sind. Auch vor Gericht erschienen beide konsequent ohne Maske.

    «Ich bin jetzt 69 Jahre alt, habe noch nie eine Maske getragen, und werde auch nicht mehr damit anfangen», sagte der eine Beschuldigte. Er war ohne die vorgeschriebene Maske zur Verhandlung erschienen und wurde erst nach Diskussionen am Empfang überhaupt ins Gebäude eingelassen.

    Auch beim zweiten Prozess, bei dem einem 41-jährigen Schweizer vorgeworfen wurde, ohne Maske in der S-Bahn gefahren zu sein, erschien der Einsprecher ohne Maske zur Verhandlung. Er berief sich auf «besondere Gründe», unter anderem religiöse. «Ich bin Christ, und Jesus hätte ganz bestimmt keine Maske getragen.»

    Ein medizinisches Attest, welches von der Maskentragpflicht befreit, konnten beide nicht vorweisen. Beide Maskenverweigerer mussten den Gerichtssaal deshalb nach wenigen Minute wieder verlassen. Das Gericht bestand darauf, dass sie Masken tragen müssten, wenn sie bleiben wollten.

    Beide Männer wehrten sich gegen ihre jeweiligen Strafbefehle des Statthalteramts Zürich, gemäss denen sie wegen Verstosses gegen die Maskentragpflicht zu einer Busse von 330 Franken und Gebühren in derselben Höhe verurteilt wurden.

    Das Gericht bestätigte beide Strafbefehle und sprach die zwei Männer schuldig. In beiden Fällen wurden Bussen von 330 Franken gesprochen. Hinzu kommen Gerichtsgebühren in der Höhe von 600 Franken.

  • 17.23 Uhr
    Israel führt Grünen Pass wieder ein

    Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Israel soll in dem Land der sogenannte Grüne Pass wieder eingeführt werden. Das Corona-Kabinett beschloss am Donnerstag, für Versammlungen von mehr als 100 Menschen erneut Beschränkungen zu verhängen. Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, müssen demnach am Eingang eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies soll unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser gelten.

    Laut der Entscheidung des Corona-Kabinetts müssen Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, vom 8. August an die Kosten für Corona-Tests selbst tragen.

    Die neuen Vorschriften, die auch noch von der ganzen Regierung gebilligt werden müssen, sollen in einer Woche in Kraft treten. Am Mittwoch waren ähnliche Beschränkungen für Festhallen verhängt worden. Die im Juni kurzfristig aufgehobene Maskenpflicht in geschlossenen Räumen gilt inzwischen wieder.

    Der Grüne Pass, der Erleichterungen für Geimpfte und Genesene brachte, war in Israel im Februar eingeführt worden. Nach einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen waren die meisten Beschränkungen jedoch wieder aufgehoben worden.

  • 16.50 Uhr
    EU spendet 200 Millionen Impfdosen

    Die Europäische Union will noch vor Jahresende mehr als 200 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an ärmere Länder spenden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte am Donnerstag, die EU übernehme Verantwortung und unterstütze die Welt im Kampf gegen das Virus. Impfungen seien der Schlüssel, darum sei es von grosser Bedeutung, Ländern weltweit Zugang zu Corona-Impfungen zu ermöglichen.

    Ursprünglich hatte die Europäische Union angekündigt, 100 Millionen Impfdosen bis zum Jahresende abzugeben. Die Spende soll über das Covax-Programm erfolgen, das von den Vereinten Nationen unterstützt wird. Das Programm hat nach Angaben der EU bisher 122 Millionen Impfdosen in 136 Länder geliefert.

  • 14.30 Uhr
    136 Schwachstellen bei Covid-Zertifikat aufgedeckt

    Sicherheitstests zum Covid-Zertifikat haben laut dem Bund bislang 136 mögliche Schwachstellen aufgedeckt. Angesichts der umfangreichen Menge an Programmiercodes und Infrastrukturen sei die Zahl der Befunde als «normal» einzustufen. Dies teilte das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) mit.

    Die steigenden Fallzahlen stossen Überlegungen an, die Anwendung des Covid-Zertifikats auszuweiten. (Archivbild)
    Sicherheitstests zum Covid-Zertifikat haben laut dem Bund bislang 136 mögliche Schwachstellen aufgedeckt.
    KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER (Symbolbild)

    In einem 16-seitigen Bericht gibt die Behörde einen Überblick zu den bis letzter Woche gemeldeten Schwachstellen. Mehrere kritische Mängel würden noch analysiert und aus Sicherheitsgründen vorerst nicht veröffentlicht, hiess es.

    Teilweise wurden die gemeldeten Probleme bereits behoben. Teils besteht laut NCSC kein Handlungsbedarf, da die Entwicklung nach expliziten nationalen oder europäischen Vorgaben durchgeführt wurde, oder es sich vereinzelt um Fehleinschätzungen der Meldenden handelte.

    Getestet wurden unter anderem Systeme und deren Komponenten rund um das Ausstellen der Covid-Zertifikate. Ferner Dienste für die dezentrale Offline-Überprüfung gesperrter Zertifikate und die mobilen Apps für Zertifikatsinhaberinnen und -inhaber sowie für die elektronische Überprüfung der ausgestellten Zertifikate.

  • 14.10 Uhr
    Berufsverband für Pflege gegen Impfpflicht und Kennzeichnung

    Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer (SBK) unterstützt die Impfkampagne gegen das Coronavirus ausdrücklich und empfiehlt die Impfung allen Pflegenden. Ein Obligatorium für die Branche lehnt er aber ab. Auch eine Kennzeichnung geimpfter Pflegender kommt für den SBK nicht infrage.

    Dem Verband ist klar, dass die Covid-19-Pandemie nur mit einer sehr hohen Durchimpfung der Bevölkerung unter Kontrolle zu bringen ist, wie er am Donnerstag schreibt. Darum fordert der SBK seine Mitglieder zu einem Entscheid auf wissenschaftlicher Basis auf.

    Das Resultat dieser Abwägung sei letztlich aber immer ein persönlicher Entscheid, den es zu achten gelte. Ein Impfobligatorium wäre deshalb in der aktuellen und bereits vor der Pandemie bestehenden Belastungssituation kontraproduktiv, schreibt er. Das Obligatorium könnte der «letzte Tropfen» sein, «der das Fass zum Überlaufen bringt und noch mehr Pflegende aus dem Beruf drängt», befürchtet der SBK.

    Du personnel de santé supplémentaire pourra être réquisitionné (archives).
    Momentan wird eine Impfpflicht für Pflegende debattiert. (Symbolbild)
    KEYSTONE
  • 13.30 Uhr
    861 neue Fälle und 14 Spitaleinweisungen sowie 7 Tote

    In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 861 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Neue Todesfälle gab es sieben, zudem mussten 14 infizierte Personen ins Spital eingeliefert werden.

    Bei den neuen Todesfällen und den Hospitalisationen sind allerdings Nachmeldungen eingeschlossen, wie das BAG einschränkt. Am Donnerstag vor einer Woche waren dem BAG noch 582 positive Corona-Tests, zwei neue Todesfälle und sieben Spitaleinlieferungen gemeldet worden. Innert Wochenfrist sind die bestätigten Ansteckungen damit um rund 48 Prozent gestiegen.

    Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 81,9 Coronavirus-Infektionen gemeldet. Im Sieben-Tage-Schnitt machte die ansteckendere Delta-Variante vor zweieinhalb Wochen geschätzte 94,1 Prozent der sequenzierten Proben aus.

  • 13.08 Uhr
    Schweizer Konjunktur trotz Mutationen auf Kurs

    Die Corona-Mutationen könnten zwar zu einer vierten oder gar fünften Welle führen. Wirtschaftlich sei die Pandemie aber überwunden, meinen die Ökonomen des Prognoseinstituts BAK Economics. Sie bestätigten daher am Donnerstag ihre BIP-Prognosen für die Schweiz vom Juni, die für das laufende Jahr auf +3,9 Prozent und für 2022 auf +3,2 Prozent lauten.

    «Die Pandemie hat nicht zu massiven und dauerhaften Schäden an der Struktur der Weltwirtschaft geführt», sagte BAK-Chefökonom Martin Eichler an einem Webinar. Und nun sei die Impfkampagne ein eigentlicher «Gamechanger», welche die Zahl der Hospitalisierungen und die Zahl der Toten relativ gering halten dürfte. «Wir sind daher in der Phase der Überwindung.»

    Mittelfristig dürfte die positive Entwicklung anhalten, so die BAK-Experten. Die aktuellen Aufholeffekte seien wohl mehr als ein Strohfeuer. «Wir werden über die nächsten sechs Quartale solides Wachstum sehen», sagte Eisler.

    Ein Risiko für die Prognose sei, dass die aktuellen Impfstoffe nicht gegen neue Mutationen wirkten. Weitere Risiken seien gewisse Überhitzungseffekte, die in eine Stagflation oder eine neue Finanzkrise münden könnten.

  • 12.56 Uhr
    Pandemie wirkte 2020 kostendämpfend auf Gesundheitsausgaben

    Die Coronavirus-Pandemie hat sich im letzten Jahr insgesamt kostendämpfend auf die Gesundheitsausgaben ausgewirkt. Das ergab die am Donnerstag veröffentlichte «Krankenversicherungsstudie Schweiz».

    Die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) stiegen 2020 gegenüber dem Vorjahr mit 1,2 Prozent deutlich weniger an als im langjährigen Durchschnitt von 3,9 Prozent pro Jahr, wie das Beratungsunternehmen Accenture in seiner Studie schreibt.

    Am stärksten betroffen waren demnach aufgrund von ausbleibenden Behandlungen die Physiotherapeuten (-2,7 Prozent). Auch bei Ärzten (+0,1 Prozent) und Spitälern (+0,5 Prozent) wirkte sich die Pandemie kostendämpfend aus, da Behandlungen vermieden oder aufgeschoben wurden. Dagegen konnten Pflegeheime/Spitex mit 4,9 Prozent und Apotheken mit 4,8 Prozent ein überdurchschnittliches Wachstum verbuchen.

    Der Gesamtmarkt der Krankenversicherung in der Schweiz wächst gemäss der Studie. Bei den Gesundheitsausgaben stehe die Schweiz in der Rangfolge der OECD-Länder hinter den USA an zweiter Stelle mit Gesundheitskosten von etwa 12 Prozent des Bruttoinlandprodukts (USA: 17 Prozent). Dass Qualität aber nicht zwingend teuer sein müsse, zeige Japan auf Rang 15, das mit 83,6 Jahre weltweit die zweithöchste Lebenserwartung aufweise.

  • 12.05 Uhr 
    Infektionen sind um über 80 Prozent gestiegen

    In der vergangenen Woche ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz und Liechtenstein um 85 Prozent gestiegen. Sie erreichte 3795 Fälle. Neu ins Spital mussten 48 Covid-19-Patientinnen und -Patienten - über doppelt so viele wie in der Vorwoche. Ein Mensch starb an oder mit Covid-19.

    Diese Zahlen weist das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in seinem Wochenbericht für die Zeit vom 12. bis 18. Juli aus, den es am Donnerstag veröffentlichte. Für 73 Prozent der Neuinfektionen ist nach Schätzung des Bundesamts die als besonders besorgniserregend eingestufte Delta-Variante verantwortlich.

    Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 43,9 Infektionen. Am höchsten war die Inzidenz mit 116 Ansteckungen im Kanton Genf. In Appenzell-Innerrhoden gab es keine Fälle.

    Die Zahl der Tests blieb mit 187'785 auf dem Niveau der Vorwoche. Der Anteil positiver Resultate von PCR-Tests stieg von 2,4 auf 4,3 Prozent. Bei Antigen-Schnelltests wuchs der Anteil von 0,3 auf 0,7 Prozent.

    Mehr als 8000 Corona-Tests sind in den letzten 24 Stunden bundesweit positiv gewesen.
    Abstrich für einen Corona-Test: Die Zahl der positiven Corona-Tests ist in der Schweiz in der letzten Woche deutlich angestiegen. (Symbolbild)
    Bild: dpa
  • 12 Uhr
    Deutsche Behörde empfiehlt Schutzmassnahmen bis zum Frühjahr

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) erwartet für den Herbst und Winter in Deutschland noch einmal einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen und eine «fortgesetzte globale Zirkulation des Virus». Deutschland befinde sich mit den steigenden Impfquoten in der Übergangsphase vom pandemischen in ein endemisches Geschehen, erklärte das RKI am Donnerstag in Berlin. Wann dieser Übergang abgeschlossen sein werde, könne derzeit aber noch nicht genau vorausgesagt werden.

    Wenn ein Virus endemisch ist, bedeutet das, dass es nicht mehr verschwindet und in der betreffenden Weltregion zu bestimmten Zeitpunkten immer wieder Infektionen auftreten. Eine Pandemie ist dagegen eine Krankheit, die sich weltweit schnell ausbreitet.

    Herdenimmunität im Sinne der kompletten Auslöschung des Virus sei nicht realistisch, schätzt das RKI. Das Institut empfiehlt grundsätzlich, dass die Basis-Schutzmassnahmen bis zum Frühjahr eingehalten werden sollten: Vor allem wenn gefährdete Menschen dabei seien, sollte in Innenräumen wie beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr weiter Maske getragen, Abstand gehalten, gelüftet und auf Hygiene geachtet sowie die Corona-Warn-App genutzt werden.

  • 11.28 Uhr
    Merkel ruft zu verstärkten Impfbemühungen auf

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bevölkerung angesichts steigender Infektionszahlen zu verstärkten Impfbemühungen aufgerufen: «Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein.» Nur gemeinsam könne die Pandemie überwunden werden. Deswegen sollten Menschen auch im privaten Umfeld und der Arbeitswelt aktiv für Impfungen werben.

    Die derzeit etwa binnen zwölf Tagen registrierte Verdoppelung der Inzidenzzahlen bewerte Merkel als dramatisch. Nötig sei es, Schutzmassnahmen mehr zu beachten: Masken, Abstand, Lüften und auch regelmässiges Testen.

    Höhere Impfquoten machten es inzwischen möglich, auch mit höheren Infektionszahlen umzugehen. «Die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, bleibt Richtschnur unseres Handelns», sagte Merkel, die sich in Berlin Fragen der Hauptstadt-Journalisten stellte. Merkel tritt bei der Bundestagswahl im September nicht mehr an und zieht sich nach 16 Amtsjahren als Kanzlerin aus der Politik zurück.

  • 11.12 Uhr
    Zahl der Neuinfektionen in USA steigt wieder

    In den USA nimmt die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen wieder zu. Mit 52'032 neuen Fällen am Mittwoch meldeten die Behörden rund 20'000 mehr als vor genau einer Woche, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion blieb mit 333 vergleichsweise stabil.

    Nach jüngsten Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC ist die besonders ansteckende Delta-Variante inzwischen für rund 83 Prozent aller erfassten Infektionen im Land verantwortlich. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Infizierten nahm zuletzt wieder zu und soll laut CDC-Prognose in den kommenden Wochen weiter ansteigen.

    Die Behörden beobachteten zudem mit Besorgnis, dass mehr Corona-Infektionen bei Vollgeimpften erfasst würden, selbst wenn es sich meist um weniger schwere Verläufe handele, sagte der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci am Mittwoch dem Sender CNBC. «Viren mutieren nicht, es sei denn, Sie erlauben ihnen, sich zu replizieren und in der Gemeinde zu verbreiten.» Das einfachste und effizienteste Mittel dagegen sei, sich impfen zu lassen, so der Präsidentenberater. Bislang haben 56,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten, 48,8 Prozent gelten als voll geimpft.

  • 11.06 Uhr
    Taskforce will Quarantäne auch für Geimpfte

    Wer aus den Ferien in einem Land mit neuen Varianten zurückkommt, soll in die Quarantäne – auch wenn er geimpft ist. Das schlägt die wissenschaftliche Taskforce des Bundes vor, wie der «Blick» berichtet.

    So sollen die Länder in verschiedene Gruppen eingeteilt werden: grün bei einer Zwei-Wochen-Inzidenz von unter 60; rot bei einer Inzidenz von über 60; violett wenn besorgniserregende Varianten zirkulieren; und grau, wenn es keine zuverlässigen Daten gibt.

    Wer aus einem violetten Land einreist, soll zur Quarantäne und zum Testen verpflichtet werden, auch wenn er geimpft ist. Auch Geimpfte könnten das Virus übertragen, so die Argumentation. Und es sei wichtig, dass gerade neue Varianten, gegen die die Impfung allenfalls weniger Schutz bietet, nicht in die Schweiz gelangten.

  • 10.34 Uhr
    Roche-Chef rechnet mit anhaltendem Einfluss von Covid

    Roche-Chef Severin Schwan ist sich sicher, dass Covid-19 die Gesellschaft noch lange begleiten wird – nicht zuletzt wegen der verschiedenen Varianten, die auch nach der aktuellen Delta-Variante zu erwarten sind.

    Für den Pharma- und Diagnostikkonzern birgt diese Aussage Licht und Schatten. Denn wenn man sich die Halbjahreszahlen vom Donnerstag anschaut, so hat Roche mit seinen Diagnostika und Covid-19-Therapien immerhin mehr als 3 Milliarden Umsatz generieret – etwa ein Zehntel der kompletten Umsätze im ersten Halbjahr.

    Auf der anderen Seite habe sich das Patientenverhalten im Zuge der Pandemie verändert, was beispielsweise dem Pharmageschäft zugesetzt hatte. Nach den ersten sechs Monaten 2021 sei die Erholung in dieser Sparte denn auch stark vom Therapiegebiet abhängig, erklärt der Manager während einer Medienkonferenz.

    Für den weiteren Geschäftsverlauf geht Schwan davon aus, dass sich das Wachstum im Pharmageschäft immer weiter erholen wird. Im Gegenzug dürfte das Wachstum in der Diagnostics-Sparte in der zweiten Jahreshälfte zurückgehen. «Mit den voranschreitenden Impfkampagnen wird die Nachfrage nach Covid-19-Tests einfach nachlassen.»

  • 10.03 Uhr
    Britische Supermärkte können Regale nicht füllen

    Die hohe Zahl an Menschen in coronabedingter Quarantäne stellt Grossbritannien vor neue Herausforderungen. Mehrere Supermärkte haben Probleme, ihre Regale zu befüllen, wie britische Medien berichteten.

    In den sozialen Netzwerken kursieren Fotos von ersten leeren Regalen. In manchen Orten fällt der BBC zufolge ausserdem die Leerung der Mülltonnen aus. Auch die Polizei warnt vor längeren Wartezeiten, da viele Kräfte ausfallen.

    Schätzungen zufolge sollen sich derzeit rund 1,7 Millionen Briten selbst isolieren, da sie entweder an Covid-19 erkrankt sind oder als enge Kontakte von Infizierten «gepingt» – also von der englischen Corona-App oder vom Gesundheitsdienst – benachrichtigt wurden.

    Die «Pingdemic», wie das Phänomen von britischen Medien bezeichnet wird, hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob vollständig Geimpfte der Pflichtquarantäne entgehen können und sich stattdessen täglich testen dürfen. Ab Mitte August soll diese Regelung gelten.

  • 9.18 Uhr
    China kritisiert WHO wegen Laborleck-Theorie

    China hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der geplanten Inspektion von Laboren im Rahmen der Untersuchungen zum Ursprung des Coronavirus scharf kritisiert. Die WHO möchte erste Ergebnisse, welche die Theorie vom «Laborleck» ausschlossen, überprüfen.

    Er sei «äusserst überrascht» über den Vorstoss, sagte der chinesische Vize-Gesundheitsminister Zeng Yixin am Donnerstag auf einer Medienkonferenz. Er warf der WHO eine «Missachtung des gesunden Menschenverstandes und eine Arroganz gegenüber der Wissenschaft» vor.

    Schon bald nach Beginn der Pandemie war darüber spekuliert worden, dass das Virus bei einem Unfall aus dem Institut für Virologie in Wuhan, in dem an Coronaviren geforscht wird, entwichen sein könnte. Die chinesische Regierung bestreitet dies energisch. Eine erste Überprüfung der «Laborleck-Theorie» durch Experten war gemäss WHO von China massgeblich behindert worden.

    An dem Bericht wurden denn auch schnell Zweifel laut. Zahlreiche Staaten äusserten ihre Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu Daten verwehrt worden sei. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte vergangene Woche, die Theorie eines Laborlecks sei «verfrüht» ausgeschlossen worden.

    FILE - In this Feb. 2, 2021, file photo, member of a World Health Organization team is seen wearing protective gear during a field visit to the Hubei Animal Disease Control and Prevention Center for another day of field visit in Wuhan in central China's Hubei province. As the World Health Organization draws up plans for the next phase of its probe of how the coronavirus pandemic started, an increasing number of scientists say the U.N. agency it isnâÄ™t up to the task and shouldnâÄ™t be the one to investigate. Numerous experts, some with strong ties to WHO, say that political tensions between the U.S. and China make it impossible for an investigation by the agency to find credible answers. (AP Photo/Ng Han Guan, File)
    Experten der WHO untersuchten im Februar 2021 den Ausbruch des Coronavirus in Wuhan.
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  • 8.18 Uhr
    Graubünden spannt Schutzschirm für grosse Events

    Graubünden will Organisator*innen von Grossveranstaltungen mehr Planungssicherheit geben, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. Dafür können Sport- und Kulturveranstaltungen oder Fach- und Publikumsmessen ein Gesuch um Zusicherung der Beteiligung an den ungedeckten Kosten stellen. 

    Voraussetzung ist, dass ein Anlass öffentlich zugänglich und für mehr als 1000 Personen am Tag konzipiert sind. Ausserdem muss eine Bewilligung vorliegen und der Anlass soll eine «überkantonale Bedeutung» aufweisen, heisst es weiter.

    Wenn eine Veranstaltung wegen der epidemiologischen Lage abgesagt  oder verschoben werden muss oder nur reduziert durchgeführt werden kann, wird der Schutzschirm aufgespannt. Die Unterstützung bemisst sich nach den ungedeckten Kosten, wobei der Veranstalter eine Franchise von 5000 Franken und einen Selbstbehalt von 10 Prozent trägt. Der Rest wird zwischen Bund und Kanton aufgeteilt.

  • 7.45 Uhr
    Daten aus Israel genau anschauen

    Neue Studien aus Israel zeigen, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes von Pfizer/Biontech schnell nachlassen könnte. Diese Daten müsse man genau anschauen, meint Christoph Berger im Interview mit SRF. Der Präsident der Eidgenössischen Impfkommission betont, dass Impfen auf jeden Fall Sinne mache – zumal schwere Krankheitsverläufe bei zweimal Geimpften auch gemäss den neuen Daten sehr selten seien.

    Die Impfstoffe wirkten gegen die Delta-Variante nicht so gut wie gegen die Alpha-Variante, aber sie wirkten, so Berger weiter: «Die Geimpften sind viel besser geschützt als die Ungeimpften.»

    Zudem berichtet SRF unter Berufung auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass es bisher zu 273 «Impfdurchbrüchen» kam. So viele Personen wurden gemeldet, die mindestens zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis positiv getestet wurden. 77 davon wurden hospitalisiert und 17 sind verstorben.

  • 7.31 Uhr
    Roche hat Covid-Tests für 2,5 Milliarden verkauft

    Die Corona-Pandemie hat bei Roche das Geschäft der kleineren Diagnostics-Division massiv angekurbelt. So verkaufte der Basler Pharmariese im ersten Halbjahr 2021 Covid-19-Tests für insgesamt 2,5 Milliarden Franken. Im ersten Halbjahr 2020, als noch viel weniger Test zur Verfügung standen und auch weniger getestet wurde, betrugen die Einnahmen gerade einmal 0,7 Milliarden.

    Erwartungsgemäss habe die Nachfrage nach Covid-19-Tests im zweiten Quartal ihren Höhepunkt gehabt, wird Roche-CEO Severin Schwan am Donnerstag in der Medienmitteilung des Unternehmens zum Abschluss des ersten Halbjahres zitiert. Im zweiten Semester rechnet Roche mit einer rückläufigen Nachfrage.

    Die gesamte Roche Diagnostics-Division steigerte ihren Umsatz im ersten Semester 2021 um knapp 50 Prozent auf 9 Milliarden Franken.

  • 7 Uhr
    Eric Clapton will keine Konzerte mit Impfzwang

    Gitarrist Eric Clapton will nicht auftreten, wenn für den Besuch der Veranstaltung eine Impfung nötig ist. «Ich werde nicht vor einem diskriminierten Publikum auftreten.» So lange es nicht für alle Leute möglich sei, sein Konzert zu besuchen, behalte er sich eine Absage vor, berichtet «Loudwire».

    Clapton verbreitete sein Statement via den Telegram-Kanal des italienischen Architekten Robin Monotti Graziadei, eines Freundes von ihm. Er reagierte damit auf die Ankündigung der englischen Regierung, dass für den Besuch von Nachtclubs und anderen dicht besuchten Orten eine Impfung zwingend sei.

    Der 76-jährige Clapton ist selber mit AstraZeneca geimpft worden. Er spürte allerdings starke Nebenwirkungen davon in seiner Hand – er dachte schon, nie mehr Gitarre spielen zu können. Danach beschuldigte er die Regierung, die Sicherheit der Impfung übertrieben dargestellt zu haben.

    Clapton soll im Mai 2022 auch im Zürcher Hallenstadion auftreten.

    English musician, singer and songwriter Eric Clapton performs on stage at the Baloise Session in Basel, Switzerland, on Wednesday, November 13, 2013. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
    Der englische Musiker Eric Clapton bei einem Auftritt in Basel im November 2013.
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  • 5.58 Uhr
    Im Stadion sitzen viele Infizierte – trotz Schnelltest

    Mit dem Beginn der Fussballsaison werden viele Infizierte in den Stadien sitzen. Der Grund: Sie haben zwar dank eines negativen Schnelltests ein Covid-Zertifikat bekommen, sind aber fast zur Hälfte positiv. Dies sagt Samia Hurst, Vizepräsidentin der Taskforce des Bundes in einem Beitrag des «Tages-Anzeigers». Das Zertifikat in seiner heutigen Form könne Superspreader-Events nicht verhindern.

    «Die Antigen-Schnelltests sind nicht 100 Prozent sensitiv», warnt Hurst. Bei Personen ohne Symptome liegt die Sensitivität laut Taskforce bei 60 Prozent: Der Test erkennt also nur sechs von zehn asymptomatisch Infizierten, vier sind falsch negativ. Sie haben Anrecht auf das Zertifikat, obwohl sie das Virus in sich tragen.

    Im Fokus seien dabei die 18- bis 34-Jährigen, weil diese am meisten an Grossevents anzutreffen seien. «Wenn bei einer Veranstaltung 1000 Personen dieser Altersgruppe zusammenkommen, ist damit zu rechnen, dass sich darunter 600 befinden, die nicht immun sind.» Sie dürfen trotzdem ins Stadion, weil sie das Zertifikat dank eines negativen Schnelltests erhalten haben. Und 40 Prozent von ihnen, also rund 240, sind statistisch gesehen positiv.

    Damit findet das Virus leicht einen Weg ins Stadion. Die Wahrscheinlichkeit liegt laut Taskforce bei 78 Prozent, dass sich in einem Stadion mit 1000 Zuschauern dieser Altersgruppe mindestens eine ansteckende Person befindet. Das Risiko ist also hoch, dass sich das Virus unter den durchschnittlich 600 nicht immunen Eventbesucher*innen weiterverbreitet. Denn in den Stadien besteht keine Masken- und Distanzpflicht.

    Basels Arthur Cabral, zweiter von links, schiesst das 3:0 im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Sion im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 8. Dezember 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
    Packende Szene in vollbesetztem Stadion vor Corona: Es fällt das 3:0 im Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Sion im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 8. Dezember 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
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  • 4.50 Uhr
    Im olympischen Dorf breitet sich Virus aus

    Einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren zwölf weitere Corona-Fälle vermeldet. Wie das Organisationskomitee in dem am Donnerstag veröffentlichten Tagesbericht bekannt gab, gehören zu den Betroffenen zwei Athleten, die in Japan im olympischen Dorf wohnen. Beide Personen sind keine Japaner. Insgesamt stieg die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli ermittelt wurden, auf 87.

    Nach Angaben der Organisatoren sind zwei weitere Personen aus dem olympischen Dorf betroffen, dabei handelt es sich nicht um Sportler. Die vier Bewohner des Dorfes mussten sich in Quarantäne begeben.

    Yuto Horigome, of Japan, trains during a street skateboarding practice session at the 2020 Summer Olympics, Wednesday, July 21, 2021, in Tokyo, Japan. (AP Photo/Gregory Bull)
    Der Corona-Schatten legt sich immer deutlicher auf Tokio. Immer mehr Teilnehmer werden positiv auf das Virus getestet. (AP Photo/Gregory Bull)
    AP
  • 3.55 Uhr
    Pfizer/Biontech und AstraZeneca wirken gegen Delta

    Eine britische Studie bestätigt eine hohe Wirksamkeit der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca gegen die Delta-Variante.

    Zwei Dosen des Impfstoffs Covid-19 von Biontech/Pfizer oder AstraZeneca seien gegen die hochgradig übertragbare Delta-Variante des Coronavirus fast genauso wirksam wie gegen die bisher dominierende Alpha-Variante, heisst es in der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Untersuchung.

    Demnach sind zwei Impfungen mit Biontech/Pfizer zu 88 Prozent wirksam, um eine symptomatische Erkrankung durch die Delta-Variante zu verhindern, verglichen mit 93,7 Prozent gegen die Alpha-Variante. Die Zweifachimpfung mit AstraZeneca schützt zu 67 Prozent wirksam gegen die Delta-Variante, verglichen mit 74,5 Prozent gegen die Alpha-Variante.

    epa09352774 A view of syringes and a multidose vial of the AstraZeneca COVID-19 vaccine at a mass coronavirus disease (COVID-19) vaccination hub at the Showgrounds in Melbourne, Victoria, Australia, 19 July 2021. Victoria entered a lockdown on 15 July, amid a surge of COVID-19 cases.  EPA/DANIEL POCKETT AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT
    AstraZeneca ist zu 67 Prozent wirksam gegen die Delta-Variante, verglichen mit 74,5 Prozent gegen die Alpha-Variante. EPA/DANIEL POCKETT AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT
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