Das Jahr der Ratte startet unter einem schlechten Stern

dpa

24.1.2020 - 23:55

China meldet neue Todesfälle durch Coronavirus

China meldet neue Todesfälle durch Coronavirus

China meldet neue Todesfälle durch Coronavirus. Dennoch sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in dem Ausbruch des Coronavirus noch keinen internationalen Gesundheitsnotstand.

24.01.2020

Das Coronavirus wirft einen Schatten auf das chinesische Neujahrsfest vom Wochenende. Die Ratte löst nach dem traditionellen Tierkalender das Schwein ab. Doch die Feierlaune im Land ist getrübt.

Das grassierende Coronavirus vermasselt den Chinesen ihr Neujahrsfest. Normalerweise sollten sich in dieser Woche in der grössten Reisewelle des Jahres Hunderte Millionen Menschen im ganzen Land unbeschwert auf den Weg zu ihrer Verwandtschaft machen.

Denn es ist Tradition, dass am Abend vor dem chinesischen Neujahrstag, am Freitag also, die ganze Familie zu einem gemeinsamen Essen zusammenkommt. Es gibt Teigtaschen, dazu wird im Fernsehen die grosse Neujahrsgala geschaut. Wo Feuerwerk noch nicht verboten ist, wird ab Mitternacht kräftig geballert, um die bösen Geister zu vertreiben.

Doch die Angst vor einer Ansteckung mit der neuen Lungenkrankheit ist in diesem Jahr allgegenwärtig. Weil immer mehr Menschen mit Grippesymptomen auf das Coronavirus getestet werden, nimmt die Zahl der bestätigten Fälle unaufhörlich zu.

Erinnerungen an die Sars-Epidemie

Zuerst wurde am Donnerstag die Millionenstadt Wuhan, wo das Virus ursprünglich ausgebrochen war, praktisch unter Quarantäne gestellt. Menschen sollen die Stadt nicht mehr verlassen. Flüge, Zugverbindungen und Fernbusse sind bis auf Weiteres gestoppt.

Wenig später erliessen die Behörden ähnliche Einschränkungen für weitere Millionenstädte. In Peking wurden Neujahrsanlässe aus Angst vor dem Virus abgeblasen. 

In China beginnt am Samstag das Jahr der Ratte.
Bild: Keystone

Bei vielen werden Erinnerungen an die grosse Sars-Epidemie wach, der vor 17 Jahren in China Hunderte Menschen zum Opfer fielen. Schweren Herzens werden im ganzen Land geplante Reisen kurzfristig abgesagt.

Dabei sollte die Ratte doch eigentlich so viel Gutes bringen. Das Nagetier, das im Westen kaum mit positiven Eigenschaften verbunden wird, hat in China einen viel besseren Ruf. Menschen, die im Jahr der Ratte geboren wurden, gelten als intelligent, einfallsreich und vielseitig.

Achtung auf den Finanzmärkten

«Ein Jahr der Neuanfänge und grossen Chancen steht uns bevor, allerdings müssen wir uns vor Turbulenzen an den Finanzmärkten in Acht nehmen.» Das zumindest sagt der traditionelle Mondkalender der Chinesen vorher.

Zwölf Tierzeichen gibt es, die sich Jahr für Jahr am Neujahrsfest ablösen. Die Ratte folgt im chinesischen Tierkreis auf das Schwein und ist in diesem Jahr auch noch mit den Elementen des Metalls verbunden, eine Kombination, die es nur alle 60 Jahre gibt. Chinesische Wahrsager schenken dem Ratten-Jahr besondere Aufmerksamkeit, weil mit ihm ein komplett neuer Zyklus im Mondkalender beginnt.



Gute Chancen in der Liebe

Chinesische Astrologen betonen, dass der Beginn des nächsten Zwölf-Jahres-Zyklus, an dessen Anfang die Ratte steht, ein guter Zeitpunkt sei, um etwas Neues zu wagen. Wer etwas in seiner Karriere verändern wolle oder neues Glück in der Liebe suche, habe im Jahr der Ratte gute Aussichten.

Zu berühmten Ratten nach dem chinesischen Kalender gehören Katy Perry, Ben Affleck, Scarlett Johansson – und Prinz Harry. In seinem Fall dürfte schon jetzt klar sein, dass viele Veränderungen anstehen.

Jedoch wird sich 2020 nicht alles zum Guten entwickeln. Horoskope zeigen eben auch in China eine positive und eine negative Seite. Besonders Anleger sollten sich in Acht nehmen, meint der Hongkonger Feng-Shui-Meister Raymond Lo, ein bekannter Experte für die «Lehre vom Wind und Wasser».



Schliesslich endete das letzte Rattenjahr 2008 in einem Desaster für die Aktienmärkte. Während der globalen Finanzkrise gingen die Kurse auf Talfahrt. «Das Wachstumstempo wird sich deutlich verlangsamen», zeichnet Lo für die kommenden Monate einen trüben Ausblick für die Weltwirtschaft. Sein Kollege Ma Mingchao spricht in seiner wirtschaftlichen Vorhersage für dieses Jahr gar von der «Dunkelheit vor dem Morgengrauen».

Krankheiten werden sich verbreiten

Zumindest mit grösseren Naturkatastrophen, wie sie im Jahr des Schweins vorhergesagt wurden, sei aber nicht zu rechen. Dafür sieht Ma Mingchao die Gefahr, dass sich Krankheiten verbreiten. Auch Chinesen, die nicht abergläubisch sind, werden bei dieser Vorhersage hellhörig. 

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