Bereits sechs Spitalmitarbeiter gestorben

AFP / tmxh

14.2.2020 - 11:16

Medizinisches Personal untersucht den Zustand eines Patienten im Krankenhaus Jinyintan in Wuhan. Schon sechs Spitalmitarbeiter sind an den Folgen des Coronavirus gestorben.
Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa

Bereits sechs Spitalmitarbeiter sind in China an den Folgen des Coronavirus gestorben. Engpässe bei Schutzkleidung erhöhen die Risiken. Derweil erwartet die Luftfahrtbranche grosse Verluste aufgrund des Virus.

In China sind nach Behördenangaben bereits sechs Spitalmitarbeiter an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Zudem seien landesweit 1'716 Angehörige des medizinischen Personals infiziert, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission Zeng Yixin am Freitag mit. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der Volksrepublik insgesamt liegt inzwischen bei mehr als 64'000.

Mehr als 1'100 der Infektionen unter Ärzten und Pflegern wurden laut Zeng in der zentralchinesischen Provinz Hubei gelegenen Metropole Wuhan nachgewiesen, wo das Virus im Dezember erstmals aufgetreten war. Rund 400 weitere seien in anderen Städten in Hubei bestätigt worden. Zeng hob die grossen Risiken hervor, denen Ärzte und Krankenpfleger angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken bei der Behandlung von Coronavirus-Patienten ausgesetzt seien.

Schutzkleidung mehrfach getragen

Vor allem in Wuhan führten die Engpässe zuletzt dazu, dass Ärzte dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten. Ein Arzt aus Wuhan sagte der Nachrichtenagentur AFP, er und 16 seiner Kollegen hätten Symptome, die auf eine mögliche Coronavirus-Infektion hindeuteten. Dazu gehören Husten und Atemnot. Trotzdem würden sie weiter Patienten behandeln müssen.

Die chinesischen Gesundheitsbehörden legten die Zahlen eine Woche vor, nachdem der junge Augenarzt Li Wenliang an dem Erreger gestorben war. Li hatte als einer der ersten vor dem Virus gewarnt. Nach seiner Schilderung versuchte die Polizei jedoch, ihn mundtot zu machen. Sein Tod löste in chinesischen Online-Diensten grosse Bestürzung aus, vielfach wurde der Ruf nach Meinungsfreiheit laut.

In China gibt es inzwischen mehr als 64'000 nachgewiesene Coronavirus-Fälle, etwa 1'400 Menschen starben. Ausserhalb von China wurden 600 Infektionen in etwa 30 Ländern bestätigt.

Grosse Umsatzeinbussen

Auswirkungen hat das Coronavirus auch auf die Wirtschaft: Internationale Luftverkehrsvereinigung (ICAO) erwartet wegen des Ausbruchs in China Umsatzeinbussen von bis zu fünf Milliarden Dollar (4,9 Milliarden Franken) für Fluggesellschaften weltweit. 70 Airlines hätten angesichts des neuartigen Coronavirus alle Flüge von und nach China eingestellt, teilte die UNO-Organisation am Donnerstag mit. 50 weitere Fluggesellschaften reduzierten demnach ihren Flugverkehr von und nach China, die Swiss verlängerte ihren Flug-Stopp nach China bis Ende März.

Für das erste Quartal 2020 bedeute die Reduzierung des Flugverkehrs fast 20 Millionen weniger Flugpassagiere auf China-Flügen als erwartet, erklärte die ICAO. Diese Zahl entspreche einem Umsatz von rund fünf Milliarden Dollar.

Hohe Zahl an Flugausfällen

Die Auswirkungen auf die Luftfahrtbranche durch die derzeitige Coronavirus-Epidemie seien voraussichtlich grösser als bei der Sars-Epidemie in den Jahren 2002 und 2003. Grund dafür sei vor allem die hohe Zahl an Flugausfällen, erklärte die ICAO. Hinzu komme, dass sich die Frequenz des internationalen Flugverkehrs von und nach China in den vergangenen 17 Jahren verdoppelt habe.

Vor dem Ausbruch hätten die Fluggesellschaften geplant, im ersten Quartal 2020 ihre Kapazitäten für internationale Flüge von und nach China im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent zu erhöhen, erklärte die Organisation. Tatsächlich seien die Kapazitäten bei den nicht-chinesischen Fluggesellschaften jedoch um 80 Prozent gekürzt worden.

Am stärksten von den Umsatzeinbussen betroffen ist laut ICAO Japan: Für das Land bedeute die Covid-19-Epidemie Einbussen im Tourismus-Sektor in Höhe von bis zu 1,29 Milliarden Dollar. Bei Thailand könnten die Einbussen demnach bei bis zu 1,15 Milliarden Dollar liegen.

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