Februar liess uns richtig schlottern: So kalt war es seit Jahren nicht mehr

Cornelia Alig

1.3.2018

Der Blick auf das Therometer liess fast keinen anderen Schluss zu. Doch jetzt gibt es die Statistik schwarz auf weiss: Dieser Februar war schweizweit einer der kältesten seit 1981. 

Die Temperaturen zeigten im Flachland verbreitet eine klar negative Abweichung. Verglichen mit dem langjährigen Mittel seit 1981 war es im Februar 1.3 bis 3.5 Grad zu kalt. Dabei war die Abweichung in den Bergern am grössten. 

Gemäss «meteonews» liess die heftige Kältewelle jetzt zum Monatsende die Durchschnittswerte nochmals stark sinken.

Der Februar war deutlich zu kalt. Der Mittelwert aus der Zeit von 1981 bis 2018 wurde in allen Messstationen unter unterboten. Auch bezüglich Niederschlag fiel dieser Wintermonat auf. 
MeteoSchweiz

Doch nicht nur die Kälte war im Februar extrem, der Monat zeigte sich auch als graue Maus. Die Schweiz lag oftmals in einer Knautschzone zwischen den Druckgebilden, dadurch lag über dem Flachland oftmals eine kompakte hochnebelartige Bewölkung. Deswegen gab es wiederholt mehrtägige Intervalle ohne Sonnenschein im Flachland.

Trotz der vielen Wolken in den unteren Atmosphärenschichten fiel zu wenig Niederschlag. Einzig Luzern und St. Gallen stechen mit einem Niederschlagsüberschuss heraus. 

Lage beruhigt sich

Am Donnerstagnachmittag löste sich die Störung allmählich auf. Nach wie vor hielt sich im Flachland dennoch ein ausgeprägter Kaltluftsee. Es blieb frostig mit Höchsttemperaturen von -5 bis -1 Grad.

In den Föhntälern gab es zur gleichen Zeit einen veritablen Föhnsturm mit Windspitzen in Orkanstärke, wie Meteonews berichtet. Im föhnerprobten Schattdorf wurden bei bis zu 120 km/h Häuser abgedeckt.

Stärkste Windböen unter 1000 Metern (Stand 09:00)

  • Schattdorf (466 m ü. M., UR): 120 km/h
  • Brülisau (915 m ü. M., AI): 119 km/h
  • Evionnaz (480 m ü. M., VS): 112 km/h
  • Altdorf (449 m ü. M., UR): 107 km/h
  • Aigle (381 m ü. M., VD):106 km/h

Spannend ist zudem die momentane Temperaturverteilung: Da können massive Unterschiede zwischen den Föhntälern und anderen Regionen der Schweiz auftreten. 

Messwerte am Donnerstagnachmittag
Meteonews

Auf den Bergen war es im Vergleich zu den beiden letzten Tagen markant weniger kalt, auf 2000 Metern gab es zwischen -2 und 0 Grad. Das sind um über 20 Grad mehr als noch vorgestern. Noch milder war es in den Föhntälern, begleitet von ruppigen Böen wurde die schwere Kaltluft schon in der Nacht ausgeräumt. Heute gab es hier zwischen 3 und 6 Grad.

Frühling lässt auf sich warten

Wie «SRF Meteo» voraussagt, folgt in der kommenden Nacht vorübergehend trockenere Luft. Im Laufe des Freitags ziehe aber bereits die nächste Störung mit Schnee und Regen auf. Während es in der Deutschschweiz zunächst teils sonnig ist oder Hochnebel herrscht, kommt im Westen bereits am Vormittag Schnee und Regen auf. Dieser bereitet sich am Nachmittag auf die Deutschschweiz aus. «Glättegefahr», warnt «SRF Meteo», denn lokal sei gefrierender Regen möglich.

Besser sieht es auch am Samstag nicht aus. Im Osten scheint zeitweise die Sonne und es ist föhnig. Im Westen kommt bereits wieder Regen und Schneefall auf – am Nachmittag wird es auch in der Deutschschweiz nass. Schnee fällt tagsüber oberhalb von 600 bis 1200 m. Höchstwerte um 5 Grad, im Churer Rheintal bis 9 Grad.

Am Sonntag scheint zeitweise die Sonne. Auf der Alpennordseite und im Wallis wird es dann 8 bis 12 Grad mild, im Tessin 8 Grad und im Engadin zwischen 3 und 7 Grad. In den Alpen kommt gegen Abend erneut Föhn auf.

In der kommenden Woche wird unser Wetter von atlantischen Tiefdruckgebieten bestimmt. Diese lenken eine Störung nach der anderen zur Schweiz. Somit muss gemäss «SRF» täglich mit Niederschlag gerechnet werden, die Schneefallgrenze pendelt zwischen 1000 und 1500 Metern.

Bilder aus der Schweiz
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