Zalando-Logistik in Daillens, Vaud: Das Online-Versandwarenhaus schmeisst angeblich viele retorunierte Artikel weg.
KEYSTONE
Ein Insider enthüllt, dass Retouren im Wert von 40 Millionen Franken bei Zalando-Partner MS Direct in Arbon TG vernichtet werden. Die Verantwortlichen bestreiten die Vorwürfe.
22.09.2025, 07:21
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Zalando und der Schweizer Partner MS Direct vernichten angeblich viele retournierte Artikel, anstatt sie erneut anzubieten.
Laut einem Insider gilt das vor allem für B-Ware mit einem Warenwert unter 100 Franken, weil die Entsorgung billiger sei.
Geschätzt bis zu 15'000 Artikel würden monatlich vernichtet.
Ein Insider hat aufgedeckt, dass beim Schweizer Zalando-Partner MS Direct in Arbon TG massenhaft Retouren vernichtet werden. Diese Praxis soll aus Kostengründen erfolgen, da die Vernichtung günstiger sei als der Weiterverkauf, berichtet der «Blick».
Der Insider, der anonym bleiben möchte, berichtet, dass wöchentlich Tausende von Artikeln zerstört werden, darunter Parfüms, elektrische Geräte und Kosmetikartikel. Die Vernichtung von Retouren bei MS Direct betrifft nicht nur defekte oder unverkäufliche Waren.
Laut dem Insider werden auch Artikel, die als B-Ware klassifiziert sind, entsorgt. Diese haben einen Warenwert von unter 100 Franken. Im Bereich Beauty sollen monatlich bis zu 8000 Artikel vernichtet werden. Insgesamt rechnet der Insider mit rund 15'000 vernichteten Artikeln pro Monat, was in den letzten sechs Jahren einem Warenwert von bis zu 40 Millionen Franken entspricht.
Zalando selbst soll über diese Praxis informiert sein und sie sogar fördern. Der Online-Modehändler erzielte im letzten Jahr in der Schweiz einen Umsatz von 1,7 Milliarden Franken. Die Vernichtung von Retouren scheint für das Unternehmen verkraftbar zu sein. Der Insider kritisiert jedoch, dass gute Ware im Millionenwert vernichtet wird, während Mitarbeitende für die Nutzung des Parkplatzes zahlen müssen.
Wegwerfen ist angeblich die Ausnahme
MS Direct und Zalando weisen die Vorwürfe zurück. Eine Sprecherin von MS Direct erklärt, dass nur in seltenen Fällen defekte und unverkäufliche Waren entsorgt werden. Der Auftrag bestehe darin, zurückgeschickte Ware so aufzubereiten, dass sie wieder verkauft werden kann. Auch Zalando betont, dass das Ziel sei, Artikel weiterzuverkaufen.
98 Prozent der retournierten Kleider würden wieder angeboten oder an Outlets und Hilfsorganisationen weitergegeben. Die Firma Apfelkiste, die ebenfalls von MS Direct beliefert wird, erklärt, dass mangelhafte Ware selten angeliefert werde. In solchen Fällen prüfe man eine Rücksendung oder biete die Produkte als Outletware an. Nur unverkäufliche Artikel würden entsorgt.
Der Insider bleibt skeptisch gegenüber den Aussagen der Unternehmen. Er ist überzeugt, dass die Vernichtungsquote viel höher ist als angegeben. Die Diskrepanz zwischen den offiziellen Stellungnahmen und den Beobachtungen vor Ort wirft Fragen zur Transparenz und Nachhaltigkeit der Retourenabwicklung auf.
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