Überschuldetes Familienunternehmen Ostschweizer Solarunternehmen ist Konkurs – 60 Jobs weg

Sven Ziegler

19.8.2025

Die Mons Solar AG ist Konkurs.
Die Mons Solar AG ist Konkurs.
PD

Die Mons Solar AG mit Sitz in Sennwald hat Konkurs angemeldet. Rund 60 Angestellte verlieren ihren Job – Löhne konnten zuletzt nicht mehr bezahlt werden.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Das Solarunternehmen Mons Solar AG aus Sennwald hat Konkurs beantragt.
  • Betroffen sind rund 60 Mitarbeitende, Löhne blieben bereits aus.
  • Die Geschäftsführung kritisiert den früheren Verwaltungsrat scharf.

Die Mons Solar AG aus dem Rheintal ist zahlungsunfähig. Wie die Firma schreibt, hat sie beim zuständigen Gericht die Eröffnung des Konkurses beantragt. Grund seien eine Überschuldung, offene Verbindlichkeiten und eine deutlich verschlechterte Auftragslage.

Rund 60 Angestellte sind von der Schliessung betroffen. Bereits im Juli konnten keine Löhne mehr bezahlt werden. Auch im laufenden Monat sei die Auszahlung nicht möglich, teilte die Geschäftsführung mit.

Für zusätzliche Turbulenzen sorgte der Rücktritt des gesamten Verwaltungsrats an der Generalversammlung vom 11. August. Ein gleichzeitig eingereichtes Gesuch um Nachlassstundung wurde weder von der Geschäftsleitung noch vom Verwaltungsrat weiterverfolgt. In der Mitteilung heisst es ungewöhnlich deutlich: «Das Verhalten des bisherigen Verwaltungsrats erscheint widersprüchlich, planlos und nicht nachvollziehbar.»

Forderungen im sechsstelligen Bereich

Die Geschäftsführung wirft dem früheren Gremium vor, über Monate hinweg Warnungen von Anwälten, Steuerexperten und Revisoren ignoriert zu haben. Damit sei wertvolle Zeit für eine mögliche Sanierung verloren gegangen. Ein Sanierungskonzept habe sich zudem als nicht tragfähig erwiesen – ein angeblich interessierter Investor erklärte schliesslich, er wolle keine Mittel einschiessen.

Offenbar bestehen Forderungen im hohen sechsstelligen Bereich. Unter anderem leitete die Gewerkschaft Unia wegen ausstehender Löhne eine Betreibung ein. Auch die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen meldete offene Beiträge von 300'000 Franken, hinzu kommen weitere Schulden beim Bund.

Die Revisionsstelle hatte bereits am 10. Juli wegen Überschuldung die Bilanz beim Gericht deponiert. Die Geschäftsführung betont, man bemühe sich nun um Unterstützung für Mitarbeitende, Kunden und Partner.

Mons Solar galt nach eigenen Angaben als einer der grössten Anbieter von Photovoltaik-Lösungen in der Schweiz, war aber auch in Österreich und Liechtenstein aktiv. Bereits 2022 geriet das Unternehmen wegen aggressiver Verkaufsmethoden in die Kritik.