44 Millionen Jahre alte Raupe in Bernstein entdeckt

SDA/dpa/uri

20.11.2019 - 17:05

ine 44 Millionen Jahre alte Rindenspanner-Raupe (Eogeometer vadens) ist in Bernstein eingeschlossen.
Bild: Artur Michalski/SNSB – Zoologische Staatssammlung München/dpa

Was kriecht denn da? In 44 Millionen Jahre alten Bernstein haben Forscher ein Tier entdeckt, das darin gewöhnlich nicht vorkommt. Bei der Grossschmetterlingsraupe handelt es sich um eine neue Art.

Das Forscherteam, dem auch Experten der Zoologische Staatssammlung München angehörten, präsentiert das 44 Millionen Jahre alte Fossil in der Fachzeitschrift «Scientific Reports». Baltischer Bernstein ist in der Ostseeregion weit verbreitet. Die Insektenlarve wurde einst in einem Tropfen Harz eingeschlossen und so zu Bernstein, der die Raupe über die Zeiten konservierte.

«Raupen-Funde im Bernstein sind in jedem Fall Seltenheiten, im Baltischen Bernstein ist dies überhaupt das erste derartige Grossschmetterlings-Fossil», sagte Mitautor Axel Hausmann. «Dies liegt möglicherweise an der nächtlichen Aktivität der meisten Schmetterlingsraupen. Denn Harz war wohl hauptsächlich bei höheren Tagestemperaturen und direktem Sonnenlicht flüssig.»

Die Larve ist unter dem Namen «Eogeometer vadens» als neue Art und neue Gattung beschrieben und innerhalb der grossen Familie der Spanner den sogenannten Rindenspannern zugeordnet worden. Spannerfalter gehören mit mehr als 23'000 bekannten Arten zu den drei grössten Schmetterlingsfamilien.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Schmetterlingen besitzen Spannerraupen zusätzlich zu Brust- und Hinterleibsbeinen nur ein einziges Bauchfusspaar. Dies ermöglicht der Raupe eine typische Art der Fortbewegung, bei der das Tier seine Hinterbeine direkt bis an die Bauchbeine schiebt. Der Körper bildet eine Art Schleife, wenn die Raupe wandert.

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