Projekt «ReMask»

Schweizer Wissenschaftler forschen an Mehrwegmasken

tmxh / SDA

22.4.2020

Die Empa forscht an Mehrwegmasken. (Symbolbild)
Archiv

Eine Maskenpflicht wird es nicht geben – viele Schweizer würden sich in Corona-Zeiten dennoch gern schützen. Am besten, ohne immer die Maske zu wechseln. Wissenschaftler arbeiten nun an einer Mehrwegmaske.

Auch ohne Pflicht ist es in diesen Zeiten angeraten, in der Öffentlichkeit eine Schutzmaske zu tragen. Meist müssen diese aber weggeschmissen und gewechselt werden. Zumal der Mangel an Masken die Situation in der Coronapandemie erschwert. Abhilfe schaffen wollen nun Schweizer Forscher mit dem Projekt «ReMask».

«Mit vereinten Kräften gegen den Masken-Notstand», kündigt die Material-Forschungsanstalt Empa das Projekt an, an dem auch Wissenschaftler der ETH Zürich, der EPFL und des Labors Spiez arbeiten, zudem Partner aus der Industrie und dem Gesundheitswesen. Gemeinsam forscht man an wiederverwertbaren Mehrwegmasken – und entwickelt zu diesem Zweck neue Typen von Masken sowie Technologien, die Schutzmaterial wiederverwertbar machen.

Man forsche «für jetzt, aber auch für künftige Pandemien», heisst es in einer Mitteilung. Das Projekt soll auch die «National COVID-19 Science Task Force» unterstützen, die das Bundesamt für Gesundheit und den Bund im Allgemeinen in Sachen Corona-Pandemie berät.

Masken für die breite Bevölkerung

Die Expertengruppe Masken der Science Task Force habe nun eine Empfehlung für minimale Qualitätsanforderungen für so genannte «Community Masken» für die Bevölkerung abgegeben. Diese sind für die breite Bevölkerung gedacht und sollen das Übertragungsrisiko minimieren und die Umgebung schützen.

In den Empa-Labors sind laut Mitteilung für die kurzfristige Überbrückung von Engpässen bereits Forschungsprojekte angelaufen, um die Wiederverwendung von Masken zu ermöglichen. Dabei muss unter anderem geklärt werden, wie sich diese Masken zerstörungsfrei sterilisieren lassen, wie sie haltbar gelagert werden können und wie effizient sie auch nach mehrfachem Gebrauch sind.

Mittel- und langfristig strebt «ReMask» die Entwicklung und Produktion von neuartigen Masken und Maskenteilen an. So sollen etwa zusätzliche Schichten auf der Innen- und Aussenseite herkömmlicher Masken deren Langlebigkeit und Funktionalität verbessern.

Die Empa werde diese Masken während der derzeitigen Krisensituation temporär untersuchen, bis das entsprechende Knowhow einer unabhängigen Stelle übertragen werden könne. Versuchsprotokolle gibt es bereits für Unternehmen, die Masken, Filter oder anderes Schutzmaterial herstellen. Das Projekt «ReMask» verhelfe so Schweizer Unternehmen während der Krise zu Aufträgen.

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