Tyrannosaurus Rex untem Hammer: Dino-Baby wird bei eBay versteigert

tafi

17.4.2019 - 17:51

Staunen und forschen stehen bei eBay zum Verkauf: Ein privater Fossilienjäger will das Skelett eines Tyrannosaurus Rex-Babys im Internet verkaufen. Wissenschaftler sind entsetzt.
Keystone

Für weniger als drei Millionen Franken könnte er Ihnen gehören: Bei eBay steht derzeit ein «Baby» T-Rex zum Verkauf. Gut findet das Angebot aber kaum jemand.

Es ist das mutmasslich einzige Fossil jungen Tyrannosaurus Rex weltweit – und bei eBay für den Festpreis von knapp drei Millionen Franken (2,95 Millionen US-Dollar) zu haben. Das Skelett des «Son of Sampson» genannten «Baby» T-Rex könnte also schon bald in den Händen eines privaten Sammlers sein. Und genau das ruft weltweit Empörung in der Wissenschaftsszene hervor.

Doch der Reihe nach. 2013 hat Alan Detrich das etwa 68 Millionen Jahre alte Skelett auf einem Privatgelände im US-Bundesstaat Montana entdeckt. Detrich, laut britischem «Guardian» ein professioneller Fossillienjäger, habe es dann als Dauerleihgabe dem Naturkundemuseum der Universität von Kansas zur Verfügung gestellt, wo das Skelett öffentlicht ausgestellt wurde, bevor Wissenschaftler es untersuchen konnten. Mittlerweile ist der Baby-Dino aus dem Museums-Schaukasten verschwunden und im Inernet-Schaufenster gelandet.



Wissenschaftler befürchten nun, dass ein erfolgreicher eBay-Verkauf dazu führt, dass die Forschung keinen Zugriff mehr auf das Skelett bekommt. In einem offenen Brief kritisiert die Society of Vertebrate Paleontology (Gesellschaft für Wirbeltierpaläontologie, SVP), sowohl Detrich als Verkäufer als auch das Museum. Das habe mit der Ausstellung dazu beigetragen, den Wert des Skeletts zu steigern, ohne dass die Forschung einen Zugriff bekommt.

Dabei ist «Son of Sampson» für Paläontologen ziemlich interessant: Die Wissenschaftler erhoffen sich von genaueren Untersuchungen Fortschritte in der Frage, ob es sich bei kleineren Skeletten aus Nordamerika um Jungtiere der Gattung Tyrannosaurus Rex handelt oder ob sie als neue Unterart, Nanotyrannus, klassifiziert werden sollten.



Das Naturkundemuseum der Universtät Kansas hat derweil erklärt, dass es Funde an Privatpersonen weder verkauft noch vermittelt. «Das Dinosaurier-Skelett ist aus der Ausstellung entfernt worden und wird dem Besitzer zurückgegeben», heisst es bei Twitter. Ausserdem habe man verlangt, dass aus dem Verkaufsangebot jeglicher Bezug zum Museum entfernt wird.

Detrich pocht laut «Science» derweil darauf, dass es kein Gesetz gäbe, dass Privatleuten den Verkauf von Fossilien verbietet. Er räumt in dem Magazin allerdings ein, dass er das Museum von seinen Verkaufsabsichten hätte informieren sollen. Dass Detrich seine Entschuldigung ernst meint, darf zumindest bezweifelt werden. Der Mann vertreibt auf einer merkwürdig anmutenden Seite spearofjesus.com selbst hergestellte Kunstwerke mit Fossilienteilen, die laut eigener Angabe von Jesus erzählen sollen.

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