Union tief in der Krise Muss Urs Fischer um seinen Job fürchten? «Entspannt sieht anders aus»

dpa / mar

8.10.2023 - 08:15

Urs Fischer findet derzeit kein Mittel, um auf die Siegesstrasse zurückzukehren.
Urs Fischer findet derzeit kein Mittel, um auf die Siegesstrasse zurückzukehren.
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Vierter Liga-Sieg in Folge für Borussia Dortmund, siebte Pflichtspiel-Niederlage hintereinander für Union Berlin: Die Gefühlswelt bei Urs Fischer ist ensprechend angespannt.

8.10.2023 - 08:15

Während Marco Reus mit seiner Tochter auf dem Arm und seinen Kollegen von Borussia Dortmund den vierten Sieg in Folge vor der Südtribüne feierte, liessen sich die Profis von Union Berlin von ihren Fans aufmuntern. «Always Look On the Bright Side Of Life», sangen diese selbstironisch. Auf die Sonnenseite des Lebens zu schauen, fällt den Himmelsstürmern der vergangenen Jahre aber derzeit schwer, das 2:4 bei Borussia Dortmund war schon die siebte Pflichtspiel-Niederlage in Folge.

Und so wurde Trainer Urs Fischer auch zum ersten Mal in seinem sechsten Dienstjahr an der Alten Försterei gefragt, ob er sich Sorgen um seinen Job mache. «Entspannt sieht anders aus. Wenn ich sagen würde, ich bin ganz entspannt, dann würde ich lügen», sagte der Schweizer: «Aber Sorgen mache ich mir keine. Weil es ja nicht um mich geht, es geht um uns. Wir müssen versuchen, gemeinsam aus der Situation rauszukommen.» 

«Es braucht eine positive Haltung»

Doch das wird nicht einfach, wie Robin Gosens anmerkte. «Irgendwann wird es eine mentale Geschichte, wenn du immer wieder diese Nackenschläge bekommst. Ich glaube, das ist menschlich», sagte der Nationalspieler. «Deshalb kann es schon sein, dass die zwei Wochen guttun. Die einen gehen zur Nationalmannschaft, die anderen haben vielleicht ein paar Tage frei mit der Familie und können mal an was anderes denken als an Fussball.» 

Zu denen, die zur Nationalmannschaft gehen, gehört erstmals auch Stürmer Kevin Behrens. Und dieser hat bei seiner Nominierung erst einmal zwei Anrufe von Bundestrainer Julian Nagelsmann verpasst. «Ich sass im Auto und hatte zwei Anrufe in Abwesenheit. Dann habe ich zurückgerufen», sagte der 34-Jährige: Dann habe er «die Stimme direkt erkannt», ergänzte er bei Sky: «Aber natürlich hat man Zweifel, ob man veräppelt wird.»

Er freue sich «übertrieben» über die Nominierung, aber erst einmal ärgere er sich noch ein paar Tage «über die ganzen Wochen, die wir bei Union erlebt haben». Eine Situation, die so noch keiner kennt, wie Geschäftsführer Oliver Ruhnert zu bedenken gab. «Es wird eine ganz schwierige Spielzeit werden», sagte denn auch Fischer: «So haben wir uns das nicht vorgestellt. Aber wir haben nach wie vor eine Zielsetzung, die heisst: 40 Punkte. Auch wenn wir dafür belächelt werden.» 

Es gelte nun, «die Situation anzunehmen. Wir haben unsere Themen und Baustellen, an denen wir zwingend arbeiten müssen. Trotzdem braucht es eine positive Haltung. Ohne positive Haltung lasse ich es lieber bleiben.»

dpa / mar