Smilla Vallotto wächst in Stavanger mit zwei älteren Brüdern und einem Zwillingsbruder auf. Als blue Sport Smillas Mutter in Norwegen besucht, erzählt diese, wie die drei Jungs ihre Tochter geprägt haben.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Zum EM-Auftakt trifft die Schweiz am 2. Juli auf Norwegen.
- Smilla Vallottos Mama hat blue Sport bei sich zuhause in Stavanger empfangen, um über ihre Tochter und deren Geschwister zu sprechen.
- Sie öffnet auch ein Fotoalbum und zeigt Fotos vergangener Tage.
- Für Smilla Vallotto selbst ist es «das aufregendste und grösste Spiel» ihrer Karriere, wie sie am Montag an der Pressekonferenz sagt.
«Das wird das aufregendste und grösste Spiel meiner bisherigen Karriere», sagt Smilla Vallotto zwei Tage vor dem EM-Auftaktspiel gegen Norwegen. «Wir wollen ganz Europa zeigen, dass wir bereit sind zu kämpfen. Hoffentlich werden wir am Mittwoch gewinnen und den Norwegerinnen zeigen, dass wir besser sind als sie.»
Ausgerechnet gegen Norwegen, jenes Land, in dem Vallotto aufgewachsen ist. Es sei schon speziell, aber ihr Umfeld stehe voll hinter ihr: «Meine Mutter hofft, dass wir Norwegen schlagen. Sie mag die Schweiz mehr als Norwegen, sie hatte gut 20 Jahre lang hier gelebt. Und all meine Freunde in Norwegen drücken mir die Daumen. Ja, es wird aufregend.»
Vallottos Art, wie sie mit den Medien spricht, ist erfrischend. Genau wie jene ihrer Mutter. blue Sport hat Kjersti Vallotto in Stavanger getroffen, um mehr über ihre Tochter zu erfahren.
«Smilla ist sehr loyal und einfühlsam. Sie ist eine sehr, sehr liebe Person», sagt Mama Vallotto. Gleichzeitig, sei sie sehr selbständig. Sorgen musste sie sich nie machen um Smilla. «Sie ist mit drei Brüdern aufgewachsen. Die waren ziemlich streng zu ihr, deshalb ist sie wirklich ein ‹though cookie› (stark und widerstandsfähig). Sie wird überall zurechtkommen.» Ausserdem sei sie in einer multikulturellen Familie aufgewachsen und spreche vier Sprachen: «Sie ist sehr offen, findet immer neue Freunde und hat keine Angst davor, neue Dinge auszuprobieren.»
Sie selbst habe viele, viele Stunden auf den Fussballplätzen verbracht, erzählt Kjersti, denn auch Smillas Brüder haben Fussball gespielt. Zu Beginn waren die Zwillinge gar im gleichen Team, doch das sei für ihren Bruder nicht einfach gewesen. «Smilla war viel besser als er, darum war er ein bisschen im Keller.» Sie hätten dann entschieden, dass Smilla in ein Frauenteam wechselt und dort mit drei Jahre älteren Mädchen spielt.
Der Wettkampf unter den Geschwistern sei immer gross gewesen, sei es beim Fussballspielen, auf der Skipiste, beim Gamen oder wo auch immer. «Wenn ihr Bruder von 10 Metern springt, macht sie das mit Sicherheit auch. In gewisser Weise können sie Smilla also nie übertrumpfen», fasst ihre Mutter zusammen.
Smilla sei als Kind nie sehr «mädchenhaft» gewesen: «Sie verliess das Haus nie ohne Ball unter dem Arm und kam mit aufgeschürften Knien nach Hause. Sie ist absolut keine Prinzessin. Ich konnte ihr auch niemals ein Kleid anziehen, ihr die Haare flechten … Nichts dergleichen, weil sie das einfach nicht mochte.»
«Smilla hatte auch nie eine Teenagerkrise oder so etwas.» In diesem Sinne sei sie ein einfaches Kind gewesen. Aber natürlich seien zu Hause zwischen den Kindern, die sich alle sehr nahestehen und innerhalb von dreieinhalb Jahren geboren wurden, auch immer mal die Fetzen geflogen. «Deshalb hat sie heute eine so starke Persönlichkeit. Ihre Freunde nennen sie «the Italiana», weil sie so ein Temperament hat.»
Es sind genau diese Charaktereigenschaften, die Smilla Vallotto heute als Profifussballerin auszeichnen und sie für die Schweizer Nati unverzichtbar machen.