Xamax und Thun: Diese Spieler könnte es hart treffen

Syl Battistuzzi

2.4.2020 - 11:00

Die Verträge von Raphaël Nuzzolo und Geoffroy Serey Dié laufen bei Xamax aus.
Bild: Keystone

Zurzeit ruht in der Super League der Spielbetrieb. Bei einigen Spielern läuft der Vertrag im Sommer aus, weshalb sie vielleicht nie mehr für ihren aktuellen Klub auflaufen werden. «Bluewin» nimmt die Situation unter die Lupe. 5. Teil: Xamax und Thun.

    

Auslaufende Verträge

Neuchâtel Xamax



Raphaël Nuzzolo

Der älteste Feldspieler der Super League ist gleichzeitig auch einer der besten. Acht Tore und sechs Assists hat der 36-Jährige erzielt, der insgesamt nur einmal ausgewechselt wurde und noch einmal wegen einer Sperre fehlte. Seinen Rücktritt hat er noch nicht geplant, deshalb dürfen sein Herzensklub und die Fans weiterhin auf eine Fortsetzung der Liebesstory hoffen.


Mike Gomes

Der Rechtsverteidiger ist seinem Arbeitgeber selbst beim Zwangsabstieg in die 2. Liga treu geblieben. Das Eigengewächs spielt auch noch mit 31 Jahren eine wichtige Rolle auf und neben dem Feld. Er hält mit 104 Spielen in Serie ohne verpasste Einsatzminute auch die Rekordmarke der Feldspieler in der Super League. Die Vertragsverlängerung dürfte also bald verkündet werden.


Yannis Tafer

Erst in der Rückrunde ist der französisch-algerische Doppelbürger in die Schweiz zurückgekehrt, der vom tunesischen Klub Etoile Sportive du Sahel kam. Der 29-Jährige unterschrieb für ein halbes Jahr plus Option auf eine zusätzliche Saison. Bisher kam Tafer erst dreimal zum Einsatz. Der ehemalige Junior von Lyon spielte bereits von 2012 bis 2019 während sieben Jahren in der Schweiz (für Lausanne und St. Gallen). Seine Qualitäten dürften also den Xamax-Bossen bekannt sein.


Geoffroy Serey Dié

Ebenfalls für die Rückrunde wurde der Ivorer von Aarau verpflichtet. Der defensive Mittelfeldspieler war bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison von Basel an die Neuenburger ausgeliehen gewesen und hatte grossen Anteil am Klassenerhalt. Mit Basel war Serey Dié viermal Meister und einmal Cupsieger geworden. Zwei weitere Cupsiege feierte er mit Sion. Der 35-Jährige weiss also, was es für den Erfolg braucht. Mit seiner Erfahrung und seinem Temperament ist er für Xamax auch in nächster Zeit Gold wert.


Thibault Corbaz

Trotz viel Einsatzzeit gelang dem Mittelfeldspieler in der laufenden Saison nur eine Torvorlage. Doch immerhin ist der 26-Jährige ein emsiger Arbeiter. Sein Traum von einer Auslandskarriere wird sich wohl nicht erfüllen, für weitere Jahre in Neuenburg reicht's aber.


Marcis Oss

Der lettische Internationale ist derzeit von Spartaks Jurmala ausgeliehen. Der torgefährliche Verteidiger markierte in der laufenden Saison drei Treffer. Er ist bei den Neuenburgern unbestrittener Stammspieler. Der Verein wird alles daran setzen, den 28-Jährigen fix zu verpflichten. 


André Neitzke

Der Klub wird die Option für ein weiteres Jahr mit dem italienisch-brasilianischen Doppelbürger sicher ziehen, schliesslich fehlte der 33-Jährige mit Ausnahme einer Sperre keine Einsatzminute. Der Abwehrspieler spielte zuvor zwei Saisons lang in Sitten und drei Jahre lang für den FC Schaffhausen in der Challenge League.


Gaëtan Karlen

Der Stürmer ging auch schon für Sion und Thun auf Torejagd, doch nun spielte der gebürtige Walliser seine beste Saison und buchte in 16 Spielen sieben Treffer. Der 26-Jährige hat sich still und heimlich in der Offensive neben Nuzzolo als Fixpunkt etabliert. Eine Belohnung in Form einer Vertragsverlängerung dürfte sicher folgen.

Karlen hat rechtzeitig seine Bestfrom gefunden.
Bild: Keystone

Matthias Minder

An Stammgoalie und Captain Laurent Walthert kommt der beim FC Winterthur ausgebildete Minder in nächster Zeit nicht vorbei. Mit seinen 27 Jahren sollte er nun einen Wechsel anstreben, falls er irgendwo die Nummer 1 werden will. Ansonsten bleibt er wohl noch länger Bankdrücker.


Samir Ramizi

Der Serbe pendelt zwischen Stammplatz und Ersatzbank. Obwohl der 28-jährige Mittelfeldspieler häufig offensiv spielen darf, blieb er in 20 Spielen torlos. Dafür kommt er auf stolze zehn Verwarnungen. Im Abstiegskampf kann ein wenig Aggressivität nicht schaden, deshalb wird man ihm einen Vertrag zu tiefen Konditionen anbieten. Ein Abgang wäre aber spielerisch kein grosser Verlust. 


Arbenit Xhemajli

Die positive Überraschung der laufenden Saison: Der beim FCZ ausgebildete Verteidiger eroberte sich einen Stammplatz und gab diesen nicht mehr her. Der beidfüssige Spieler schoss sogar noch zwei Tore. Kein Wunder, nominierte ihn auch Kosovo-Trainer Bernard Challandes für die Nationalmannschaft. Der 21-Jährige wird unter diesen Voraussetzungen eher früher als später das Weite suchen. Vielleicht spielt das Coronavirus den Neuenburgern in die Karten und Xhemajli bleibt noch ein wenig.


    

Auslaufende Verträge

FC Thun



Guillaume Faivre

Der Goalie mit dem auffälligen Kopfschutz ist seit 2012 mit wenigen Unterbrüchen die Nummer eins im Berner Oberland. Der Neuenburger geniesst bei Trainer Marc Schneider und im Team ein hohes Ansehen, weshalb der 33-Jährige sicher noch einmal ein Vertragsangebot kriegt.

Simone Rapp

Eine Teilschuld an der roten Laterne hat sicher auch der Tessiner mit den Gardemassen. Der Mittelstürmer traf bisher nur dreimal – zu wenig für einen Mann mit seinen Qualitäten. Schliesslich schoss der 27-Jährige in seiner Zeit von 2015 bis 2017 für Thun in 95 Spielen stolze 30 Tore. Danach wechselte er mit einem Mehrjahresvertrag zum damaligen Challenge-League-Klub Lausanne, wo sie bald keine Verwendung mehr für ihn hatten. Die erste Leihe bei St. Gallen verlief enttäuschend, nun muss der Rückkehrer endlich seinen Torriecher unter Beweis stellen. Tendenz: Der Klub wird trotz der aktuellen Flaute die Kaufoption ziehen und darauf hoffen, dass bald der Knoten platzt.

Setzt Thuns Trainer Marc Schneider im Angriff weiter auf Simone Rapp?
Bild: Keystone

Dennis Hediger   

Seit gut einem Jahr fällt beim FC Thun der personifizierte Motor aus, was sich auch in den Resultaten niederschlägt. Der Vorzeigekämpfer in der Zentrale erlitt einen Kreuzband- und Innenbandriss, der sogar ein Karriereende befürchten lässt. Der Musterprofi kann nun die Zwangspause dazu nutzen, um weiter am Comeback zu arbeiten. Wenn es danach immer noch nicht reicht, ist das Ende für den 33-Jährigen wohl unausweichlich. Ohne den Captain würde die Mission Klassenerhalt sicher nicht einfacher. 



Nicolas Hasler 

Als potenzieller Hediger-Ersatz wurde in der Winterpause der Liechtensteiner verpflichtet. Der 28-jährige Mittelfeldspieler war seit seinem Abgang beim FC Vaduz im Sommer 2017 in der nordamerikanischen Major League Soccer bei Toronto, Chicago Fire und Kansas City tätig. Wegen der unsicheren Zukunft von Hediger ist Thun sicher gut beraten, wenn man den erfahrenen 67-fachen Internationalen weiter an Bord hält.


Kevin Bigler 

Eine Identifikationsfigur à la Hediger könnte auch das 27-jährige Eigengewächs werden, das seit 2011 – mit einem Mini-Unterbruch – in Thun engagiert ist. Das Problem des polyvalent einsetzbaren Profis ist seine dicke Verletzungsakte. Auch diese Saison kam er nicht einmal auf zehn Prozent der möglichen Einsatzzeit. So muss sich der notorisch klamme Klub gut überlegen, ob man ihm weiter die Treue halten will.

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