Boateng hakt «schwieriges Jahr» ab –Verletzung bei Neuer hätte «Sache beenden können»

dpa

31.12.2018

Manuel Neuer und Jérôme Boateng wollen im neuen Jahr wieder an alte Erfolge anküpfen.
Bild: Getty

Der deutsche Nationalspieler Jérôme Boateng hat das «sehr schwierige Jahr» 2018 für sich abgehakt und will 2019 wieder angreifen. Teamkollege Manuel Neuer hätte bei einer erneuten Verletzung an seinem Mittelfuss auch ein Karriereende nicht ausgeschlossen.

«Kritik und Zweifel, die mir gegenüber aufgekommen sind, nehme ich als Motivation, denn ich bin noch längst nicht am Ende», schrieb der Innenverteidiger des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München in einem Instagram-Post zum Jahresende. «Dass es schwer wird, ist uns allen bewusst. Aber es war noch nie einfach Titel zu gewinnen, also gehen wir es an», ergänzte der 30-Jährige.

Das vergangene Jahr sei für ihn mit dem Vorrunden-K.o. bei der WM mit der DFB-Elf sowie dem Champions-League-Aus und dem verlorenen Pokalfinale mit dem FC Bayern enttäuschend gewesen. «Sportlich bin ich hinter meinen eigenen Erwartungen deutlich zurückgeblieben», gab er zu. «Die WM in Russland war eine der enttäuschendsten Erfahrungen meiner Karriere. Das Ausscheiden hat mich lange beschäftigt, mittlerweile habe ich es verarbeitet und daraus gelernt.»

Der Abwehrspieler absolvierte in der vergangenen Bundesliga-Hinrunde elf Spiele für den FC Bayern, sah sich dabei aber immer wieder Kritik ausgesetzt. «Ich habe viel gelernt, fühle mich körperlich immer besser in den letzten Wochen und bin auf dem Weg zurück zu alter Topform», urteilte der 76-malige deutsche Nationalspieler nun.

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2018 geht zu Ende, und zugegeben, ich bin glücklich darüber. Für mich persönlich war es ein sehr schwieriges Jahr, ich werde mich wohl nie gut und schon gar nicht gerne daran erinnern. Sportlich bin ich hinter meinen eigenen Erwartungen deutlich zurückgeblieben. Die WM in Russland war eine der enttäuschendsten Erfahrungen meiner Karriere. Das Ausscheiden hat mich lange beschäftigt, mittlerweile habe ich es verarbeitet und daraus gelernt. Mit dem @fcbayern haben wir zum 6. Mal in Folge die Meisterschaft gewonnen, aber das Pokalfinale leider verloren. Das Champions-League-Aus traf mich doppelt, wir verloren als Team und ich als Einzelner ebenso, da ich mich im Hinspiel verletzte. Privat hatte ich auch mit einigen Dingen zu kämpfen und so sehr man auch versucht Privates vom Beruf zu trennen, es klappt nicht immer so, wie man sich das vorstellt. Ich wünschte es wäre mir manches Mal besser gelungen. Ich habe viel gelernt, fühle mich körperlich immer besser in den letzten Wochen und bin auf dem Weg zurück zu alter Topform. Kritik und Zweifel, die mir gegenüber aufgekommen sind, nehme ich als Motivation, denn ich bin noch längst nicht am Ende. Das Ziel war und ist immer sehr einfach, seitdem ich Profisportler bin. Wir wollen in allen Wettbewerben bis zum Schluss mit dabei zu sein und um die Titel kämpfen. Dass es schwer wird, ist uns allen bewusst. Aber es war noch nie einfach Titel zu gewinnen, also gehen wir es an. Mein persönlicher Jahresabschluss war mit der Reise nach Ghana sehr emotional und lehrreich. Es hat mich sehr berührt, die Wärme und Gastfreundlichkeit der Menschen in Ghana zu erfahren und gemeinsam mit meiner Familie unsere Wurzeln besser kennen zu lernen. Dieses schwere Jahr fand damit zumindest ein ganz besonderes Ende. Danke an jeden, der mich unterstützt und an mich glaubt. Auf ein gutes neues Jahr!

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Neuer: Weitere Verletzung hätte «Sache beenden können»

Sein Klub- und Natikollege Manuel Neuer hätte bei einer erneuten Verletzung an seinem Mittelfuss auch ein Karriereende nicht ausgeschlossen. «Ein erneuter Rückfall vor der WM hätte die ganze Sache womöglich beenden können», sagte der Kapitän des FC Bayern München der «Süddeutschen Zeitung». Im Jahr 2018 habe für ihn «ja doch alles ein bisschen auf der Kippe» gestanden. Der 32-Jährige wurde nach seinem dritten Mittelfussbruch erst kurz vor der Weltmeisterschaft im Juni in Russland wieder fit.

Er sei sehr glücklich, nun wieder topfit zu sein, sagte Neuer. «Ich kann wieder alles machen, nichts tut mehr weh.» In der Hinrunde bestritt der Torhüter für den FC Bayern alle Bundesliga-Spiele über 90 Minuten. Teilweise geäusserte Kritik an seinen Leistungen hält er für unberechtigt. Er wolle den aktuell weltbesten Torhütern «schon zeigen, dass ich’s auch noch kann», so Neuer.

Neuer musste in dieser Spielzeit dem Ball öfters hinterherschauen als ihm lieb war.
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Ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft sei für ihn nach dem WM-Aus kein Thema gewesen. «Ich bin überhaupt nicht satt, ich fühle mich immer noch sehr hungrig und habe immer noch das grosse Bedürfnis, in der Nationalmannschaft zu spielen und mit ihr Titel zu gewinnen», meint er. Ziel sei es nun, sich als Gruppenerster für die EM 2020 zu qualifizieren. «Die Leute sollen wieder eine Nationalmannschaft sehen, die richtig Spass macht – und wieder gern ins Stadion kommen.»

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