Die längst fällige Versöhnung mit der Nati ist Tatsache

Kommentar: René Weder

28.3.2018

Bunte Angelegenheit: Ein Fan sorgt in Luzern für Stimmung.
Bild: Getty Images

Nicht nur die Nati nähert sich der WM-Betriebstemperatur. Auch bei den Fans ist Bewegung auszumachen. Und das ist gut so.

Gewiss: Panama und Griechenland sind nicht die Kaliber, die grosse Emotionen wecken. Mindestens ein Sieg aus diesen beiden Spielen war Pflicht. Zwei waren es. Eine Willensleistung gegen die Griechen, eine Gala gegen die Panamaer. «Tolle Leistung, tolle Moral», fasst Nati-Coach Petkovic das 6:0 zusammen.

Es ist ein Resultat, das dem Team gut tut. Und eines, das die bisweilen anspruchsvollen Nati-Fans versöhnlich stimmt. Was wurde kritisiert, ausgepfiffen und genörgelt. Am Trainer, an einzelnen Spielern, an der ganzen Mannschaft. Und jetzt stehen wir da mit dieser unglaublichen Bilanz: 15 Spiele seit der EM 2016. 13 Siege, ein Remis, eine Niederlage. Das gibt 2.66 Punkte pro Partie, zählt man auch die Testspiele dazu. Und ein Torverhältnis von 32:7. Jeder hätte dieses Angebot nach dem bitteren Penalty-Out gegen Polen an der EM 2016 unterschrieben.

Und doch gab es zu viele unnötige Nebengeräusche während den letzten 20 Monaten. Gestern war aber so etwas wie eine Versöhnung zu spüren. Die Fans quittierten die Leistung der Nationalmannschaft mit Applaus, Gesang, (streitbarer) Guggenmusik und der Welle.

Die Spieler und der Trainer ihrerseits strichen heraus, wie wichtig es sei, dass sich das Land hinter der Nationalmannschaft vereine. Dieser Schritt ist getan. Jetzt braucht es noch einen beherzten Auftritt gegen Mitfavorit Spanien am 3. Juni und bestenfalls einen Sieg gegen Japan am 8. Juni. Dann kann die WM kommen.


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