BVB glaubt ans Meister-Wunder: «Hoffnung wird jeden Tag grösser»

16.5.2019 - 19:10, dpa/jar

BVB-Coach Lucien Favre sagt: «Der Titel ist noch nicht entschieden.»
Bild: Getty

Nach der Derby-Niederlage gegen Schalke Ende April erklärte Lucien Favre den Titelkampf zugunsten der Bayern für entschieden. Doch weil auch die Münchner schwächelten, ist beim BVB vor dem Showdown der Glaube an den Coup zurück.

Kleine Chance, grosse Zuversicht – bei Borussia Dortmund wächst der Glaube an ein Meister-Wunder. Selbst der eigentlich als Skeptiker bekannte Vereinsboss Hans-Joachim Watzke schlägt vor dem finalen Titel-Fernduell mit dem FC Bayern forsche Töne an. «Meine Hoffnung wird jeden Tag grösser. Ich habe das Gefühl, dass wir vor grossen Dingen stehen», sagte der BVB-Geschäftsführer vor dem Spiel des BVB am Samstag in Mönchengladbach. Im Fall eines Happy Ends will er es beim geplanten Auto-Korso mächtig krachen lassen: «Wenn wir dieses Mal Meister werden, können wir 24 Stunden fahren. Wir fahren bis Montagmorgen, ich bleibe an Bord.»

Trotz des Zwei-Punkte-Rückstands auf den FC Bayern, der zeitgleich sein Heimspiel gegen Frankfurt verlieren muss, sprechen sich alle Dortmunder vor dem spannendsten Saisonfinale seit zehn Jahren Mut zu. «Ich glaube, dass die Möglichkeit auch nicht so klein ist, wie der ein oder andere glaubt», kommentierte Watzke. En passant erinnerte er an den Showdown der Saison 1999/2000, als Leverkusen mit einer 0:2-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching noch den Titel an den FC Bayern verlor: «Ich finde die Situation eigentlich ganz cool.»

Das übliche psychologische Vorgeplänkel soll dazu beitragen, den Druck auf die Münchner zu erhöhen und der zuletzt verunsicherten eigenen Mannschaft zu mehr Leichtigkeit zu verhelfen. Sportdirektor Michael Zorc empfahl den Profis, das Finale furioso zu geniessen: «Wir freuen uns alle riesig auf das Spiel und sind ein bisschen stolz, dass wir dabei sind. Die Anspannung wird am Samstag steigen – das sind schöne Momente.»

Hinweise auf die ungünstige Ausgangslage für den BVB lassen den im Titelkampf erprobten ehemaligen Profi kalt: «Das ist keine mathematische Kalkulation. Da geht es auch um Dynamiken, die entstehen. Wenn wir in Führung gehen würden, könnte das etwas auslösen.»

Reus ist zurück – Bürki noch fraglich

Auch Lucien Favre, der den Meistertitel nach der Derby-Niederlage gegen Schalke Ende April schon abgeschrieben hatte, glaub wieder ans Wunder: «Der Titel ist noch nicht entschieden.» Zur Freude des Trainers kehrt Captain Marco Reus nach zwei Spielen Sperre in den Kader zurück. Dagegen bleibt offen, ob der Schweizer Fussball-Lehrer wieder mit Roman Bürki planen kann. Der Stammkeeper hatte aufgrund muskulärer Probleme bis zur Wochenmitte nur individuell trainiert und brach am Donnerstag die Einheit ab. Dennoch hat Favre einen Einsatz des Keepers noch nicht abgeschrieben: «Für Roman sollte es gehen.» Dagegen wird Abwehrspieler Abdou Diallo wohl fehlen. 



Zur Einstimmung auf den Showdown könnte Favre seinen Profis Bilder von 1995 zeigen. Schliesslich gelang es dem BVB damals, als einer von fünf Klubs in der 56-jährigen Bundesligageschichte an einem letzten Spieltag von Platz zwei auf eins zu springen. Schützenhilfe leistete damals der FC Bayern, der den Spitzenreiter aus Bremen besiegte. Diesmal hofft Zorc auf Schützenhilfe der Hessen.

Die scherzhaft gemeinte Frage, ob der Eintracht als Prämie schon ein Kasten Bier zugedacht sei, beantwortete der schmunzelnde Zorc mit dem Hinweis auf die noch mögliche Champions-League-Qualifikation für die Frankfurter: «Ein Kasten Bier als Motivationsgrundlage wäre nicht ausreichend. Ausserdem trinken die doch lieber Äppelwoi.»

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