Steht Özil nun auch bei Arsenal vor dem Aus?

tbz

27.8.2018

Mesut Özil könnte unter Unai Emery seinen Arsenal-Stammplatz verlieren.
Bild: Getty Images

Nach unablässigem Medienrummel um den 29-Jährigen trat er im Anschluss an die Weltmeisterschaft aus der Nationalmannschaft zurück. Nun scheint auch seine bisher so gefestigte Position bei Arsenal London ins Wanken zu geraten.

Es war wahrlich nicht der Sommer des Mesut Özil: Anstatt des erhofften Sommermärchens in Russland kam das frühe Aus in der Gruppenphase und anstelle von Lob hagelte es für den fünffachen deutschen Nationalspieler des Jahres vor allem viel Kritik. Dabei begann das Jahr 2018 eigentlich so gut für Mesut Özil. Erst im Februar noch verlängerte der deutsche Mittelfeldspieler seinen Vertrag bei den «Gunners» in London um weitere dreieinhalb Jahre.

Damit ist Özil bis 2021 an den englischen Traditionsverein gebunden und müsste eigentlich, so würde man meinen, fester Teil der Zukunftspläne des Vereins sein. Das war er bestimmt auch, schliesslich verdient er mit seinem neuen Vertrag deutlich mehr als alle seine Teamkollegen – allerdings hat seit diesem Sommer zum ersten Mal seit 1996 ein anderer als Trainerlegende Arsène Wenger das Sagen in der roten Hälfte Nord-Londons.

Unai Emery ersetzte diesen Sommer Arsène Wenger an der Seitelinie des FC Arsenal.
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Unter dem neuen Coach Unai Emery droht Özil nun das Abstellgleis. Nach zwei Einsätzen in den ersten zwei Spielen der Saison wurde Özil für die Partie gegen West Ham aus dem Kader gestrichen – angeblich soll er krank sein. Gemäss englischen Medien sei die Stimmung zwischen dem deutschen Spieler und dem spanischen Trainer aber bereits höchst angespannt.

Emery, der ehemalige Trainer von Sevilla und Paris Saint-Germain verlangt von seinen Spielern aufopferungsvollen Kampf und viel Einsatz – etwas, das bei Özil während der letzten Jahre sehr oft kritisiert wurde. Dem Mittelfeldregisseur wird vorgeworfen, sich wenig bis gar nicht ins defensive Spiel einzuschalten und nur dann aufzublühen, wenn er den Ball am Fuss hat.

Mesut Özil ist nicht bekannt dafür, sich viel zu bewegen, wenn der Gegner am Ball ist.
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Ein Vorwurf, der sich durch einen Blick in die Statistiken erhärtet. Im Vergleich zu Arsenals Alternativen im offensiven Mittelfeld scheint sich Özil mit 0.8 Tacklings pro Spiel (Saison 2017/18) deutlich weniger nach hinten zu orientieren als Henrik Mkhitaryan (1.6) oder der zuletzt für ihn bevorzugte Aaron Ramsey (1.5). Auch Passwege zuzustellen sieht Özil scheinbar nicht als eine für ihn vorgesehene Arbeit an – mit 0.5 abgefangenen Bällen hinkt er auch in dieser Statistik hinter Ramsey (1.0) und Mkhitaryan (0.7) hinterher.

Natürlich werden offensive Mittelfeldspieler nicht in erster Linie aufgrund ihres Defensivspiels aufgestellt, aber bei modernen Trainern wie Emery gelten die Angreifer zumindest gegen den Ball als erste Verteidigungslinie und sie sollen hoch pressen. Inwiefern sich Özil diesem Spielsystem anpassen wird, liegt wohl alleine an der Motivation des Deutschen und in der momentanen Situation dürfte er äusserst heiss darauf sein, seine Kritiker eines Besseren zu belehren.

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